Auffälliges Verhalten im Kindesalter – Schwerpunkt Aggressivität – und der Zusammenhang zu Methoden der Konfliktlösung

Montag, 20. Oktober 2014 7:38

Im letzten Blogartikel haben wir uns ganz allgemein mit dem Themenfeld “Auffälliges Verhalten im Kindes- und Jugendalter“ beschäftigt. Heute soll es darum gehen, was auffälliges Verhalten überhaupt ist und wie man es zuordnen und verstehen kann. Ferner werden Hinweise zur Situationsänderung einem aggressiven Verhalten im Kindesalter (Grundschulbereich) gegeben.

Auffälliges Verhalten wahrnehmen und bewerten
Was ist überhaupt auffälliges Verhalten? Auffälliges Verhalten wird von einer beobachtenden Person bestimmt. Diese Wahrnehmung ist jedoch subjektiv. Eine rein objektive Wahrnehmung ist nicht möglich, da sich die Wahrnehmung an gesellschaftlichen Normen und Werten festlegt. Wird bei einem Kind eine Verhaltensauffälligkeit oder -störung wahrgenommen, könnte der Rückschluss genauso gut sein, dass der_die Erwachsene „erwartungsauffällig“ und „erwartungsgestört“ sei. Beobachtende Personen neigen dazu, ihre Wahrnehmung als Diagnose darzustellen, selbst wenn sie keine professionelle Ausbildung in diesem Bereich haben. Wird zum Beispiel ein Kind beobachtet und das Verhalten deutet auf eine Konzentrationsschwäche hin, hilft diese „Diagnose“ bzw. Bezeichnung einen ersten Ansatz zu finden, jedoch nicht, das Problem und die Ursachen zu erkennen. Das genannte Beispiel „Konzentrationsschwäche“ fasst vielfältige unterschiedliche Verhaltensweisen zusammen und muss in jedem Fall individuell betrachtet werden.

Auffälliges Verhalten zuordnen und verstehen
Grundlegend ist, dass sich das Verhalten einer einzelnen Person immer auf ihr Umfeld bezieht und davon abhängig ist. Genauso bedeutsam ist, dass generelle Beschreibungen einer Person bzw. ihrer Persönlichkeit (sie ist freundlich, liebenswert, schlecht, gut, aggressiv …) nicht korrekt, sondern lediglich Beschreibungen des Verhaltens in einzelnen Situationen sind. Der definierende Gebrauch von Sprache fördert die Überzeugung, dass dieses Verhalten gar nicht oder nur schwer zu ändern ist und führt vor allem bei Kindern oft zu der Haltung: „Wenn alle sagen, dass ich so bin, kann ich mich ja auch so verhalten“ bzw. „dann brauche ich nicht zu versuchen, mich zu ändern“.

Aggressivität im Kindesalter
Auch aggressives Verhalten ist schwer zu definieren. Aggressive Handlungen zeichnen sich dadurch aus, dass diese zielgerichtet sind. Es sind Reaktionen auf andere Kinder und die eigene Beziehung zu ihnen. Oft folgt eine aggressive Handlung auf eine Situation, die dem Kind als bedrohlich erscheint und dieses sich wehrt bzw. etwas „heimzahlt“. Kommt es jedoch öfter zu Situationen, in denen die Reaktionen übertrieben hart sind, ist es wichtig zu betrachten, welche Faktoren zu diesem Verhalten beitragen.

Ein geringes Selbstwertgefühl gibt dem Kind zum Beispiel nicht genug Selbstsicherheit. Ein geringes Selbstwertgefühl kann in verunsichernden Situationen spontane aggressive Abwehrhandlungen hervorrufen oder dazu führen, dass eine nach außen hin selbstsicherere Fassade aufgebaut wird, die jedoch beim kleinsten Rütteln erschüttert wird. Diese Unsicherheit löst eine Angst aus, die wiederum zu aggressivem Verhalten führt. Wenn Kinder öfter mit solchen Situationen konfrontiert werden, bildet sich schnell aus diesem Abwehrverhalten eine generelle Verhaltenstendenz.

Eine abgeschwächte Version der Angstabwehr ist die Abwehr von Belästigungen. Von Kindern wahrgenommene Belästigungen, Vorwürfe und Vorhaltungen, wie zum Beispiel: „Ich möchte mit dir darüber reden, was du gestern gemacht hast.“ können durch Türschlagen, Schimpfen oder Beschuldigungen abgewehrt werden.

Durch so erlebte Erfolge lernt das Kind. Wird aggressives Verhalten mit einem spontanen und auch kurzfristigen Erfolg in Verbindung gesetzt, rufen ähnliche Situationen unbewusst gleiches Verhalten im Kind hervor, auch wenn dem Kind im Nachhinein bewusst werden kann, dass das Verhalten stark oder/und übertrieben war.

Ein Aspekt, der eine wichtige Rolle spielt, ist das Sich-einfühlen in andere. Durch Einfühlung lernt das Kind Mitleid und vor allem Respekt mit und für andere zu entwickeln. Hierbei spielt das prägende Umfeld die tragende Rolle. Was wird dem Kind zum Beispiel zuhause oder in der Schule vermittelt?

Bedeutsam ist so, die Grundlage einer „gleichwürdigen“ Beziehung einer (erwachsenen) Bezugsperson zum Kind, die durch Respekt, Fairness und Akzeptanz geprägt ist. So können unfaire Situationen umgangen werden, die das Kind provozieren. Alle Pädagoginnen und Pädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, aber auch Eltern und Großeltern sollten an einer derartigen „gleichwürdigen“ Beziehung arbeiten.

Was kann ich tun, um beim Kind ein ausgeglichenes Verhalten zu fördern?
Wertschätzung als Erziehungsbasis
von Akzeptanz, Fairness und Respekt getragene „gleichwürdige“ Beziehung
Kritik am Verhalten, nicht an der Person
das Recht des anderen als Grenze
fairer Interessenausgleich
Grenzen wie gegenüber Erwachsenen
Grenzen als Ich-Botschaften formulieren
Vermeiden aggressiver Modellen
Vermeiden aggressiver Signalreize
Minderung aggressiver Video- und Fernseheinflüsse
aggressive Modelle hinterfragen
ethische Orientierung vermitteln
prosoziales Verhalten fördern
Strafen vermeiden
logische Konsequenzen folgen lassen
Ignorieren aggressiven Verhaltensauffälligkeit
Stoppen aggressiven Verhaltensauffälligkeit
vom Ärger ablenken
Ärger kann man nicht „abreagieren“
Ärgerauslöser umbewerten
gedankliche Umstrukturierung
andere entschuldigen
sich in andere hineinversetzen
beschuldigende Kreisprozesse unterbrechen
Lösungsgespräche führen
zielorientiertes Schlichten von Streit
Konflikte konstruktiv austragen

Womit wir bei der Verbindung zwischen Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter und Konfliktbearbeitungsmöglichkeiten wären …

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Kapitel „Aggressivität“ des Buches Auffälliges Verhalten im Kindesalter von Wilhelm Rotthaus und Hilde Trapmann.

Das Buch ist als Handbuch für Eltern und ErzieherInnen konzipiert. Nach einleitenden Worten zum Thema Verhaltensauffälliggkeiten findet die Leserin und der Leser dort 37 Kapitel zu Auffälligkeiten in Verhaltensweisen von A wie Aggressivität, Angst, Anstrengungsunwilligkeit, Artikulationsstörung, Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung sowie Autistische Störungen bis U wie Ungeschicklichkeit und Unordentlichkeit. Die Kapitel zu den Verhaltensauffälligkeiten werden in drei Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt werden Hinweise gegeben wie ein beobachtetes Verhalten einzuordnen und zu bewerten ist. Im zwischen Abschnitt werden Anregungen gegeben, das ungewöhnliche Verhalten „verstehen“ zu lernen. Im dritten Abschnitt werden „Lösungen“ angeregt und den Erwachsenen Hinweise gegeben, wie sie eine Änderung beim Kind anstoßen können.

Auch die oben benannten stichwortartigen Tipps entstammen dem Buch und können dort in einer erläuternden ausführlichen Version nachgelesen werden. Das Buch ist die Neufassung eines 30 Jahre laufenden Buchklassikers aus dem verlag modernes lernen. Während der Begriff des Auffälligen Verhaltens dieser langen Geschichte des Buches zuzuschreiben ist, wird heute in diesem Zusammenhang eher über Aspekte der Inklusion gesprochen. Dennoch bleibt die Wichtigkeit solcher Bücher unstrittig …

Christa D. Schäfer und Atossa Nazeri

Thema: Konflikte, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Auffälliges Verhalten oder: Der Mensch ist keine Maschine

Montag, 13. Oktober 2014 8:41

Seit meiner Zeit als Lehrerin in einem Berliner Gymnasium beschäftige ich mich mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die „nicht der Norm“ entsprechen. By the way: Gibt es überhaupt jemanden, die oder der „der Norm“ entspricht? Ich habe über Unterrichtsstörungen promoviert und Methoden und Trainings zur Prävention und Intervention von Konflikten erfolgreich etabliert. Die Mediation habe ich im Schulbereich in Grund- und Oberschulen eingeführt. Gewaltprävention und Strategien für Notfallsituationen sind meine Stärke. Seit einiger Zeit sind auch die Demokratiepädagogik und die Inklusion in diesen Reigen mit eingestiegen.

Deshalb haben mich zwei Bücher sehr interessiert, die ich hier und in zwei weiteren Blogartikeln gerne vorstellen möchte. Es handelt sich um die Bücher:
Auffälliges Verhalten im Kindesalter
Auffälliges Verhalten im Jugendalter

In diesen zwei Bänden von Hilde Trapmann und Wilhelm Rotthaus zum auffälligen Verhalten im Kindes- bzw. Jugendalter werden die wichtigsten Verhaltensauffälligkeiten in diesen Altersgruppen behandelt. Wir haben uns in die Kapitel Aggressivität im Kindesalter und Kriminalität im Jugendalter eingelesen und möchte gerne die hervorstechendsten und generell grundlegenden Aspekte dieser Kapitel teilen.

Um ein besseres Verständnis für auffälliges, störendes oder krankes Verhalten zu entwickeln, ist es wichtig zu beachten, dass Menschen nicht wie Maschinen funktionieren. Eine Störung kann nicht einfach so gefunden und durch eine Reparatur oder Ersatzteile behoben werden. Der Mensch hat natürlich ein viel komplexeres System.

Jeder Mensch ist einzigartig und muss deswegen in jeglicher Hinsicht als Einzelfall betrachtet werden. Alle Menschen bilden sich durch die Wechselwirkung ihrer biologischen Voraussetzungen (Genetik) und ihrer Umwelt zu einem einmaligen Individuum. Auch bereits während der Schwangerschaft spielen Ernährung, Alkohol- und Nikotinkonsum, Medikamente, Stress und psychisches Wohlbefinden der Mutter eine Rolle. Nach der Geburt ist die sensitive Wahrnehmung der Eltern sehr wichtig. Die individuellen Bedürfnisse des Kindes müssen erkannt werden, um bestmöglichen Umgang und Verständnis für und mit dem Kind zu entwickeln.

Von Geburt an wird das Gehirn durch Reize geformt. Interessant dabei ist, dass nicht unmittelbar jeder Reiz das Gehirn alleine formt. Eher sind es mehrere Reize zusammen, die das Gehirn formen und strukturelle Veränderungen hervorrufen. Dieses Formen führt dazu, dass gleichartige Umwelteinflüsse im Laufe der Zeit vom selben Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Im späteren Alter (ca. Vorschulalter) entwickelt der Mensch einen sogenannten „inneren Monolog“, ein inneres handlungsbegleitendes Sprechen. Dadurch beginnt das Kind, Handlungen der Menschen im Umfeld zu strukturieren und kann das eigene Verhalten darin einordnen. Hinzu kommt, dass sich die Kinder durch ihr eigenes Verhalten ihre Umwelt schaffen/formen.

Beispiel: Der Gesichtsausdruck eines depressiven Kindes, der als mürrisch gelesen werden kann, führt dazu, andere Mitmenschen abzuschrecken. Die Schlussfolgerung für das Kind wiederum ist: „Keine_r mag mich.“

Um die Wahrscheinlichkeiten einer Störung zu „berechnen“, wurde ein sogenanntes Risikokonzept entwickelt. Dieses Konzept dient dazu, zu ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Störung auftritt, wenn zuvor ein oder mehrere Risikofaktoren beobachtbar waren.

Ausgangspunkt dieses Konzepts ist die Vulnerabilität des Menschen, d.h. die Anfälligkeit einer Person für die Entwicklung einer Störung. Meist entwickelt sich aus einzelnen Faktoren nicht sofort eine Störung. Vielmehr tragen mehrere Faktoren gleichzeitig dazu bei, Störungen zu entwickeln.

Risikofaktoren im Umfeld des Kindes sind Umstände, die in Kindern sogenannte Störungen hervorrufen. Hierbei ist sehr wichtig, dass ebendiese genauso entgegengesetzt wirken und das Kind stärken können. (z.B.: die Trennung zu einer Bezugsperson; Wohn-&Schulwechsel; ständiger Streit in der Familie)

Schutzfaktoren sind Faktoren, die die Risikofaktoren ausgleichen. Sie bewahren den Menschen davor, auffälliges oder gestörtes Verhalten zu entwickeln. (z.B.: eine positive Eltern-Kind-Beziehung; ein stabiles, strukturiertes Umfeld; enge Freundschaften zu Gleichaltrigen)

Verhaltensauffälligkeiten und -störungen können ebenfalls durch die Angst vor Veränderung entstehen. Ein gefestigtes Umfeld kann das Kind zum Beispiel davor bewahren, Angst vor der sich verändernden Zukunft, dem Ungewissen, zu haben.

Der positive Aspekt des auffälligen Verhaltens ist, dass das Kind auf seine Situation aufmerksam macht, was in diesem Sinne als sinnvoll bezeichnet wird. Wichtig hierbei ist jedoch, dass das ein kleiner Gewinn der Verhaltensauffälligkeiten oder -störungen ist.

In Zusammenarbeit mit einem Kind mit Verhaltensauffälligkeiten ist es hilfreich, eine Zukunft auszumalen, in der das Problem geringer oder sogar gar nicht mehr vorhanden ist. Dazu ist es wichtig, Schutzfaktoren auszubauen und das Kind somit zu stärken.

Klar ist, dass sowohl Räume (wie Schule, Kindergarten, Ausbildungsstätte, etc), in denen das Kind sich bewegt, miteinbezogen werden müssen als auch das persönliche Umfeld und gesellschaftliche Strukturen eine große Rolle spielen und es professionelle Unterstützungs-, Beratungs- und Behandlungsangebote gibt, die in Anspruch genommen werden sollten.

Demnächst in diesem Blog mehr zu den Themen:

Auffälliges Verhalten im Kindesalter – Schwerpunkt Aggressivität
Auffälliges Verhalten im Jugendalter – Schwerpunkt Jugendkriminalität

Schauen Sie wieder rein …
sagen Christa D. Schäfer und Atossa Nazeri

Ähnlicher Artikel:
Verhaltensungewöhnliche Kinder im Kita-Alter

Thema: Gewalt, -prävention, -intervention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Cybermobbing aktuell – ein Roman mit Leon und Alissa

Montag, 6. Oktober 2014 12:26

Leon

Niemand soll wissen, wer er ist. Er schaut durch die Sehschlitze auf sein Pad und betrachtet sich darin. Zwei Augen in der Dunkelheit. Er macht ein Foto von sich, wie er mit der goldenen Maske auf dem Bett liegt.
„Was soll das? Bist du jetzt völlig durchgedreht?“, dringt die Stimme seiner Mutter herein. Sie steht mit einem Mal über ihm. „Kann das sein? Jetzt liegst du sogar schon im Bett mit dieser dämlichen Maske? Hast du etwa mit dem Ding geschlafen?“
Warum ist seine Mutter nicht in der Schule? Sie gehört nicht in diese Wohnung. Zumindest nicht um diese Uhrzeit.
„Ich bin krank“, erklärt sie, als habe sie seine Gedanken gelesen. Krank sieht sie nicht aus, eher wütend. Er betrachtet sie durch die Maske hindurch. Er atmet und hört seinen eigenen Atem. So fühlt er sich sonst nur, wenn er seinen Motorradhelm trägt. „Korrekturen“, sagt sie weiter. „Ich bekomme die Deutscharbeiten sonst nicht korrigiert. Ich muss den Tag dafür heute in der Schule krankmachen.“ Sie stockt einen Augenblick, dann fragt sie: „Willst du was essen? Rührei?“
Leons Atem unter der Maske ist feucht und warm und riecht ein wenig nach Plastik. Seine Mutter ist eine zierliche Frau mit vollen Lippen. Wäre sie nicht seine Mutter, so wäre sie hübsch. Sie fragt ihn nochmals nach dem Essen, aber er schweigt. Die meisten Fragen erledigen sich von selbst, wenn er schweigt.
Sie verlässt sein Zimmer mit einem „Na, dann nicht.“
Die Tür klickt leise zu, als ob du den Abzug von einer Waffe spannst. Seine Mutter wird zurückkehren. Da ist er sich sicher. Sie kann ihn einfach nicht in Ruhe lassen.
Er sieht auf dem Pad das Foto eines Menschen mit einer goldenen Maske, die breit grinst. Und er zieht die Maske aus. Sein Gesicht schwitzt darunter.
Draußen scheint die Sonne und die Temperatur ist 18,2 Grad. Es ist Ende Juni und der Sommer noch immer verregnet. Aber heute scheint es anders zu sein, jedenfalls sagt das wetter.de. Auf dem Schreibtisch vor seinem Fenster steht der PC im Ruhezustand. Niemals schläft der Rechner – genau wie Leon. Menschen laufen an seinem Fenster vorbei. Sehen kann er nur ihre Umrisse. Die Fensterscheibe ist unten aus milchigem Glas. Lediglich oben in einer Höhe von 1,80 Meter – ist sie klar. So kann keiner von der Straße in sein Zimmer schauen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn er nah bei den Menschen ist und gleichzeitig durch die Scheibe von ihnen getrennt.
Er geht zum Schreibtisch, stützt sich auf seinen Drucker und stellt sich auf Zehenspitzen, schaut hinaus – und blickt in einer erschrockenes Gesicht!
Leon zuckt zusammen. Das Mädchen schaut ihn von draußen ebenfalls an. Zu lange. Sie soll wegschauen!
„Hau ab!“, schreit er gegen das Glas.
Sie geht weiter.

Alissa

„Alissa?!“ Ihre Mutter ruft. Die Decken im Altbau sind hoch, trotzdem bleibt kein Flecken, kein Luftmolekül in dieser Wohnung unberührt von dieser hellen und klaren Stimme. Wenn ihre Mutter ruft, vibriert alles.
„Ja!“, patzt Alissa zurück.
„Ich bin hier!“
„Jaaaaa!“ Alissa wird nicht dorthin gehen wo ihre Mutter ist. Sie möchte mit dieser Stimme nichts zu tun haben.
Es klingelt.
„Machst du bitte mal auf!“
„Neeein!“, schreit Alissa zurück. Sie hat diese ewigen Befehle satt. Trotzdem drückt sie den Summer des Türöffners.
Ihre Mutter kommt aus dem Arbeitszimmer und fragt Alissa: „Hast du geweint?“
„Wenn du so fragst, kennst du doch schon die Antwort, Mama.“
„Schlecht gelaunt?“
„Ne, ich heul aus guter Laune. Das ist mein Trick.“
„Deine schlechte Laune musst du aber nicht an mir auslassen!“
„Dann lass mich einfach in Ruhe!“
Das Klacken der Schritte im Treppenhaus stoppt. Ihr Vater drückt die Türe auf, spürt sogleich die Anspannung im Wohnungsflur und fragt Alissa: „Wieder wegen Felix?“
Ehe Alissa noch etwas sagen kann, will ihre Mutter schon vom Vater wissen: „Hast du keinen Schlüssel?“
„Ich wollte klingeln und gleich meine Lieben sehen, wie sie mich an der Tür sehnlich erwarten“.
„Sehr witzig. Sieh dir mal die Laune deiner Tochter an. Vermutlich hat sie Englisch verhauen.’“
Nein, das hat sie nicht!
Vielmehr war die Vermutung ihres Vaters richtig: Ihr Freund Felix ist der Grund für ihren Frust. Am liebsten würde Alissa losheulen. Aber Wut und Trotz gegen ihre Eltern sind stärker. „Warum müsst ihr euch eigentlich immer gegenseitig anmachen? Wisst ihr, wie mich das ankotzt?“

Dies sind die ersten Seiten des Buches „Weil es nie aufhört“ von Manfred Theisen.

Später im Buch werden Leon und Alissa intensiv miteinander zu tun haben. Leon bastelt an einer App zum Cybermobbing und hat Alissa als seine Testperson auserwählt. Er verwickelt Alissa zunächst in eine geheimnisvolle Beziehung, verbreitet ein Nacktfoto von Alissa über WhatsApp und stalkt sie schließlich. Damit zerstört er sie fast vollständig. Das Bleichmittel für den Suizid hat sie jedenfalls schon gekauft.

Das Buch ist für Jugendliche geschrieben und in der Verlagsgruppe Verlagsgruppe Random House erschienen. Ich habe es auf einer Bahnfahrt in einem Schwung durchgelesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Ein Buch, das unter die Haut geht. Es ist zu wünschen, dass es den Weg in viele Hände findet und in der Schule gelesen wird.

Die Computertechnik betreffend ist das Buch auf dem neusten Stand. Das Thema Cybermobbing wird im Buch deutlich geschildert und geht emotional unter die Haut. Ganz deutlich werden im Buch auch Täter- und Opfer-Struktur herausgearbeitet. Und die Familienverhältnisse von Leon und Alissa kann man ja sicherlich an obigem Zitat bereits erkennen, auch zum Thema Familie lässt das Buch also tief blicken …

Vielleicht ist die ein oder der andere Jugendliche ja nach der Lektüre des Buches vorsichtiger im Gebrauch mit dem Smartphone, mit Facebook, der Cam und WhatsApp. Das wäre zu wünschen.

Weitere Buchbesprechungen zu Romanen von Manfred Theisen hier im Blog unter:

Nerd forever: Im Würgegriff der Schule
Täglich die Angst

Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung | Kommentare (0)

Schwierige Situationen in der Mediation

Montag, 29. September 2014 14:14

Sicherlich ist jeder Mediatorin und jedem Mediator schon einmal eine herausfordernde Situation im Rahmen einer Mediation begegnet. Vielleicht ist eine Mediandin einfach aufgestanden und sprachlos gegangen. Vielleicht hat ein Mediand aggressiv gegenüber dem Mediatorenteam gesprochen. Vielleicht gab es permanente abwertende und überkritische Wortbeiträge dem Verfahren der Mediation gegenüber. Vieles kann passieren. Obwohl ich seit über 13 Jahren Mediatorin bin, begegnen auch mir immer mal wieder Situationen, in denen ich neu denken und entscheiden muss.

In den von mir geleiteten Mediationsaufbauseminaren ist das Thema „Umgang mit schwierigen Situation in der Mediation“ eines der Themen, das ich mit den frisch ausgebildeten Mediatorinnen und Mediatoren bespreche. Leider gibt es bisher kein Buch zum Thema. Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht und geschaut, was es in angrenzenden Gebieten dazu gibt. So bin ich auf da Buch „Schwierige Situation in Therapie und Beratung. 30 Probleme und Lösungsvorschläge“ gestoßen, das von Alexander Noyon und Thomas Heidenreich stammt und im Beltz Verlag herausgegeben wurde.

Das Buch „Schwierige Situationen in Therapie und Beratung“ berichtet von verschiedenen Störungen im Beratungsprozess und zeigt, wie diesen gut begegnet werden kann. Damit ist es ein Buch, das auch im Mediations- und Supervisionskontext sehr nützlich sein kann. Natürlich treffen wir dort nicht auf genau dieselben Schwierigkeiten wie in der Therapie, allerdings: Überschneidungen gibt es schon.

Interessante Aussagen lassen sich in vielen Kapiteln finden. Ich möchte hier vom Kapitel „Schweigen und ‘Ich weiß nicht’“ berichten. Mediation baut auf Kommunikation und Kommunikation ist trotz möglicher Bilder einbeziehenden Methoden immer noch das wichtigste Medium in der Mediation. Was tun? Ein erster Schritt ist, das Schweigen zu lesen.

Es kann ein Schweigen sein, das aussagt:

  • Jetzt ist erst einmal mein Konfliktpartner dran.
  • Ich denke nach.
  • Ich sinne nach (hier geht es eher um die Gefühlsebene).
  • Das ist mir peinlich.
  • Lass uns schweigen.

Das erste ist meiner Erfahrung nach in der Mediation die häufigste Ursache von Schweigen, das letzte die am wenigsten häufige.

Als Mediatorin kann ich unterschiedlich reagieren. Ich kann die Frage nochmal wiederholen, ich kann ihn auffordern zu antworten, oder ich kann ebenfalls schweigen. Ich kann fragen „Was geht gerade in Ihnen vor?“ oder einfach: „Sie schweigen jetzt schon eine Weile …“ Manche Reaktionsweisen sind unangebracht, andere bringen den Prozess voran.

Die im Buch abgedruckte Empfehlungen der Dos and Don’ts zum Schweigen (Noyon; Heidenreich 2013, S. 121) machen großen Sinn auch für derartige Situationen in einer Mediation, Supervision oder Konfliktberatung:

Don’ts:

  • Blinder Aktionismus und überhastetes Reagieren, um das Schweigen schnellstmöglich zu beenden
  • Von Thema zu Thema bzw. Frage zu Frage zu springen, ohne die Potenziale richtig auszureizen
  • Komplizierte, lange und verschachtelte Fragen stellen
  • Ärgerlich reagieren

Dos:

  • Das Schweigen lesen: Beweggründe erkennen und adäquat reagieren: Blickrichtung des Gegenübers beobachten, um das Schweigen besser klassifizieren zu können
  • Eigenes Abwarten kultivieren und persönliche Entspannung finden
  • Einfache Fragen stellen
  • Überlegen, ob eine erhöhte soziale Angst vorliegt, die Ursache für das Schweigen sein kann

Und abschließend möchte ich Ihnen noch einen Gedankengang aus dem vorgestellten Buch mitgeben, der Sie ein wenig für schwierige Situationen in Mediation und Supervision vorbereiten soll:

„Schwierige Situationen sind schwierig!
(…) Erwarten Sie nicht von sich, in einer schwierigen Situation immer sofort eine elegante und leichte Lösung zu finden! Genau darin besteht ja das Wesen einer schwierigen (…) Situation, dass sie den Behandler (Mediator/Supervisor) sehr stark herausfordert und mit den Grenzen seiner Fertigkeit in Berührung bringt. In einer schwierigen Situation nicht sofort – oder vielleicht sogar gar nicht – eine hilfreiche Lösung finden, bedeutet nicht, dass Sie ein schlechter Behandler (Mediator/Supervisor) oder eine schlechte Behandlerin (Mediatorin/Supervisorin) sind. Zum einen hat jeder Berater oder Therapeut, egal wie gut er sein mag, seine Grenzen; zum anderen hat auch unser Handwerkszeug an sich seine Grenzen, die Sie auch durch noch so große Perfektion nicht werden überwinden können.“ (leicht verändert nach Noyon; Heidenreich 2013, S. 12)

Und Sie wissen ja, wir als MediatorInnen haben die Verantwortung für das Meditionsverfahren, die MediandInnen sind die Experten für den Inhalt. Damit dürften Sie ein wenig gewappnet sein für zukünftige schwierige Situationen. Und natürlich gibt es immer die Möglichkeit, als Mediatorin oder Mediator Intervision oder Supervision zur Unterstützung zu nutzen …

Christa D. Schäfer

Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir uns streiten?

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Frustrationstoleranz fördern

Montag, 22. September 2014 7:51

In der Psychologie versteht man unter Frustrationstoleranz die individuelle Fähigkeit von Menschen, mit Enttäuschungen oder Frustrationen umzugehen. Hat ein Mensch eine geringe Frustrationstoleranz, so wird er eine ihm gestellte Aufgabe rasch abbrechen, wenn diese nicht so schnell und gut gelingt, wie er es möchte. Die Person wird dann eventuell ärgerlich oder reagiert entmutigt beziehungsweise deprimiert. Ein Menschen mit hoher Frustrationstoleranz bleibt hingegen auch in kritischen Situationen geduldig, registriert auch kleinere Fortschritte und arbeitet weiter am Ziel der Aufgabe.

Menschen mit hoher Frustrationstoleranz sind im Leben häufig im Vorteil, weil sie härter an einem Ziel arbeiten ohne schnell aufzugeben. Sie können gut lernen, da sie sich länger und ausdauernder mit einem Lerngegenstand auseinander setze können und ausgeprägtere Interessen haben. Menschen mit geringer Frustrationstoleranz sind im Leben häufig benachteiligt, da sie mit Niederlagen schlechter umgehen können und ihre Motivation, neue Herausforderungen zu suchen, allmählich sinkt. Sie neigen zu Vermeidungsverhalten.

Der Begriff der Frustrationstoleranz wurde 1938 von Saul Rosenzweig geprägt, er meint die Fähigkeit langfristig psychische Spannungen zu ertragen, die aus der Nichtbefriedigung von Triebwünschen kommen. Nach Rosenberg geht eine geringe Frustrationstoleranz mit einer Ich-Schwäche einher. Forschungen sagen auch aus, dass ängstliche, leicht verletzliche Persönlichkeiten mit einer geringen Frustrationstoleranz überdurchschnittlich häufig zu verstärktem Alkoholkonsum neigen und einen hohen Aggressionspegel haben. Je stärker die Frustrationstoleranz ausgeprägt, desto weniger sind aggressive Verhaltensformen zu finden.

Es kann bei hoher Frustrationstoleranz nicht darauf geschlossen werden, warum die Person die Frustration besser erträgt. Der Grund kann sein, dass sie die erlebte frustrierende Situation durch die entsprechende Erwartung zukünftiger Bedürfniserfüllung ausgleichen kann (sie also Belohnungsaufschub erlernt hat), oder sie kann andererseits einfach daher rühren, dass die Person die dargebotene Situation von vorneherein schon als nicht so frustrierend erfährt.

Frustrationstoleranz wird vor allem in der Kindheit erworben und ist bis zu gewissem Maße auch später noch trainierbar. Die Frustrationstoleranz ist ein Mechanismus der Selbstregulation des Menschen. Das Trainieren der Frustrationstoleranz geht unter Berücksichtigung des Realitätsprinzips mit der Einübung von Belohnungsaufschub und Belohnungsreduktion einher.

Viele Elternratgeber geben Hilfestellung, wie das Üben der Frustrationstoleranz gelingt. Für den Kita- und Schulbereich habe ich jetzt ein Büchlein entdeckt, das 50 Übungen zur Steigerung der Frustrationstoleranz bereit hält. Dieses von Rosemarie Portmann geschriebene und im Don Bosco Verlag herausgegebene Buch stellt „Spiele“ vor, die zum Nachdenken über Frust anregen, das Verlierenlernen üben, für mehr Geduld sorgen, das Selbstbewusstsein stärken und helfen, den Frust zu überwinden. Mit 5 € ist dies „Hosentaschenbuch“ super geeignet für Erzieherinnnen und Erzieher im Kitabereich und Pädagogisches Fachpersonal in der Schule. Die Übungen können schnell gesichtet und problemlos in den Gruppe einsetzen werden.

Besonders gut hat mir beispielsweise die Übung „Countdown“ gefallen, die ich Ihnen hier gerne vorstellen möchte:

Auch kleine Kinder wissen sicher schon, was ein Countdown ist. Bei einem Raketenstart wird heruntergezählt, die Rakete fliegt erst bei der letzten Zahl los. Die Kinder können zunächst „Raketenstart“ spielen.
Ein Countdown kann den Kindern aber auch helfen, nicht sofort loszustürmen oder loszupoltern. Den Kindern wird eine Frage gestellt oder sie werden gebeten eine Aufgabe zu erfüllen, die sie annehmen oder ablehnen können. Aber bevor sie antworten, müssen sie zunächst ruhig abwarten bis die Spielleitung von 30 (bei sehr ungeduldigen und/oder jüngeren Kindern zunächst auch weniger) im Sekundentakt rückwärts runtergezählt hat. Wer es schafft abzuwarten, kann belohnt werden, z.B. mit Gut-Punkten, die bei einer bestimmten Menge gegen einen „Preis“ eingelöst werde.
Im Laufe der Zeit sollen die Kinder lernen, die „Countdown-Methode“ auch selbständig anzuwenden, indem sie wortlos „innerlich“ zählen – und dann erst reagieren.
(Portmann, Rosemarie: Die 50 besten Spiele zur Frustrationstoleranz, S. 37)

Geben wir unseren Kindern also mehr Frustrationstoleranz mit auf den Weg, damit ihre Vorhaben einfacher gelingen!
Christa D. Schäfer

 

Weitere Bücher mit Übungen / Spielen zu den Themen:
Kennenlernen und Gruppenentwicklung
Aggression
Entspannung

Thema: Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Werte

Montag, 15. September 2014 8:00

Achtsamkeit o Achtung o Anteilnahme o Dankbarkeit o Ehrlichkeit o Einfühlungsgabe o Einzigartigkeit o Ermutigung o Familie o Freiheit o Freundlichkeit o Freundschaft o Geborgenheit o Gemeinschaft o Gerechtigkeit o Glauben o Herzlichkeit o Hilfsbereitschaft o Humor o Kindheit o Kreativität o Neugierde o Spielen o Staunen o Toleranz o Verlässlichkeit o Vertrauen o Wertschätzung o Zeit o Zumutung

30 Werte, dargestellt durch hochwertigen A4-große Bilddrucke, auf der Rückseite versehen mit einem Zitat und einem kurzen Text, der zu weiterführenden Gesprächen, Diskussionen und Reflexionen anregt. Wow, dieses Material werde ich fortan gerne in meinen Seminaren empfehlen und in meinen eigenen Coaching- und Supervisionssitzungen sowie in meinen Trainings nutzen.

Die von Margit Franz herausgegebenen Bildkarten zum Thema Werte aus dem Don Bosco Verlag lassen sich im Kollegium in Kita, Grundschule usw. gut einsetzen, sie sind für die Elternarbeit als Gesprächsanlass von unschätzbarem Wert und können natürlich auch ReferentInnen, Lehrkräften und anderem pädagogischem Fachpersonal Unterstützung für vielfältige Gesprächssituationen bieten. Sicherlich haben Sie auch gleich selbst eine Idee zum Einsatz dieser Karten.

Gerne möchte ich Ihnen hier eine Bildkarte ausführlich vorstellen, einen Wert, der sowohl in der Pädagogik als auch in der Konflktbearbeitung äußerst wichtig ist, das VERTRAUEN.

Vertrauen_1   Vertrauen_2

 

Wenn Sie auf das Bild klicken, so wird das Bild größer und Sie können die Schrift auf der Wertekarte gut lesen.

  • Wo ist Ihnen der Wert des Vertrauens in der Pädagogik zuletzt aufgefallen und deutlich geworden?
  • Was verbinden Sie mit dem Wert des Vertrauens in Bezug auf das Verfahren der Mediation?

Vertrauen ist ein Wert, der nicht nur in der Pädagogik eine große Rolle spielt. Er ist auch in der Mediation unabdingbar: Das Vertrauen der Medianden in den Mediator, dass er den Prozess schon gut leiten wird. Das Vertrauen des Mediators oder der Mediatorin in die Medianden, dass sie ihr Bestes für die Mediationsgespräche geben. Das Vertrauen der Medianden untereinander, das sicherlich am Anfang des Mediationsgespräches noch nicht da ist, aber mit zunehmender Zeit in der Mediation aufgebaut werden soll / aufgebaut wird. Und schließlich das Vertrauen aller in den Prozess der Mediation als eine gute Möglichkeit Konflike zu klären.

Kürzlich habe ich übrigens in diesem Blog postkartengroße Bildkarten zum Thema Biografiearbeit vorgestellt, die ebenfalls für verschiedene Gesprächsanlässe nützlich sein können.

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schulmediation | Kommentare (0)

Der neue Schulz von Thun kommt noch diese Woche …

Dienstag, 9. September 2014 10:49

Damit meine ich das Buch, das Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun zusammen im Dialog verfasst haben. Es heißt „Kommunikation als Lebenskunst. Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens“ und erscheint am 12.09.2014 im Carl-Auer Verlag. Hier im Blog die Buchvorstellung bereits vorab ganz exklusiv für meine Leserinnen und Leser …

Die großen Fragen
Die konkreten Fragen
Die letzten Fragen
- so heißen die drei großen Kapitel

Das Kommunikationsquadrat
Maximen der Verständlichkeit
Teufelskreis und Beziehungsdynamik
Das Ideal der Stimmigkeit
Kommunikation mit dem inneren Menschen
Wertequadrat und Menschenbild
- so lauten die Unterkapitel des ersten großen Kapitels

Wer jetzt denkt, das kenne ich doch schon alles, der hat sich geirrt.

Friedemann Schulz von Thun steht in der Tradition der humanistischen Psychologie, in der Tradition von Paul Watzlawick, Carl Rogers, Reinhard Tausch, Ruth Cohn und vielen anderen. Das Buch „Kommunikation als Lebenskunst“ ist in Dialogform geschrieben. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen spricht mit dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Mal geht es humorvoll zu, mal ganz ernst. Die Lust an der Debatte ist stets zu spüren. Zunächst werden die zentralen Methoden der Kommunikationstheorie vorgestellt, dann geht es um konkrete Fragen in der Anwendung und abschließend wird das Buch mit Gedanken über das Glück und den Tod beendet.

Das Kommunikationsquadrat bzw.
die vier Ohren und die vier Schnäbel

Das Modell, das von den sechs Schulz von Thuns Modellen das Bekannteste ist, ist eindeutig das Kommunikationsquadrat. Vielleicht haben Sie sich schon immer gefragt, wie Schulz von Thun auf die vier Ohren und vier Schnäbel gekommen ist. Das und vieles mehr ist in dem Buch zu lesen. Hier im folgenden ein kleiner Buchauszug.

vier_ohren_vier_schnaebel

PÖRKSEN fragt beispielsweise: Aber suggeriert nicht auch ihr eigenes Modell die Durchschaubarkeit und Steuerbarkeit von Kommunikation? Ist diese Suggestion nicht auch ein Erfolgsgrund? Frei nach dem Motto: Hier haben wir eine Äußerung: nun zerlegen wir diese Äußerung in vier Elemente und ordnen sie der richtigen Ebene zu. Und wenn wir sie erfolgreich zerlegen und analytisch zerbröselt haben, wissen wir, was eigentlich los ist und können das Undeutliche, Rätselhafte, Diffuse einer zwischenmenschlichen Begegnung erfolgreich zurückdrängen, einordnen, domestizieren. Ihr eigenes, verborgenes Axiom der Kommunikation hieße dann, dass derjenige, der Kommunikation analysiert und alle in ihr enthaltenen Botschaften expliziert, glücklich wird. Kurz und knapp: Klarheit und Wahrheit sind der Weg zum Glück.

SCHULZ VON THUN: Um Himmels Willen, nein! Es besteht wohl die Gefahr, dass mein Kommunikationsquadrat als eine Aufforderung missverstanden wird, möglichst alle vier Botschaften stets explizit zu formulieren, das Implizite jederzeit und möglichst umfassend deutlich zu machen. Das kann in manchen Momenten eines verqueren oder schwierigen Gesprächsverlaufs eine heilsame Option sein – gut, wer es dann kann! Aber als gültige Norm würde das Gebot zur vierdimensionalen Explizitheit das menschliche Miteinander zumindest sehr umständlich machen, wenn nicht sogar plump und grell um alle Feinheiten berauben. Zur wahren Meisterschaft gehört auch die Kunst der indirekten Kommunikation, die es ermöglicht, das eigentlich Gemeinte zwischen den Zeilen so anklingen zu lassen, dass der andere dies an sich heranlassen kann, ohne gleich reagieren zu müssen.

PÖRKSEN: Aber wozu dient das Kommunikationsquadrat, wenn nicht zur Aufhellung und Einordnung dessen, was passiert?

SCHULZ VON THUN: Ich habe einmal geschrieben, dieses Modell soll helfen, kommunikativ musikalisch zu werden, aber nicht als Richtschnur für die richtigen, korrekten Töne dienen. Wenn ich die Harmonielehre studiert habe, wenn ich weiß, welche Prinzipien da wirksam sind, dann kann ich besser komponieren und improvisieren. Das ist ein ganz zentraler Punkt: Das Kommunikationsquadrat hat den Zweck, die eigene Sensibilität zu steigern und im Bedarfs- und Konfliktfall die Analyse zu ermöglichen und das gerade Mitschwingende in Worte zu fassen – aber ich schlage kein ideales Kommunikationsschema vor. (Pörksen, Schulz v. Thun: Kommunikation als Lebenskunst. Heidelberg: Carl Auer 2014, S. 32f.)

„Kommunikation als Lebenskunst“ regt zum Nachlesen und/oder Nachdenken an. Das Buch ist ein absoluter Lesespaß sowohl für diejenigen, die sich erstmalig mit der Kommunikationspsychologie befassen, als auch für diejenigen, die sich bereits gut damit auskennen. Die einen erhalten durch das Buch einen ersten Einblick, die anderen steigen in die Tiefe der Kommunikationstheorie ein.

Abschlussvorlesung Schulz von Thun in Hamburg 2009

Christa D. Schäfer

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Die Generation Y

Montag, 8. September 2014 8:53

Y

 

So werden sie genannt, die heute 15 bis 30-Jährigen. Die Shell Jugendstudien haben gezeigt, dass sie sehr leistungsorientiert sind und gute Abschlüsse in Schule und Ausbildung erhalten. Allerdings stellen Sie stets die Frage nach dem „Warum“ …

 

 

Klaus Hurrelmann hat zusammen mit dem Journalisten Erik Albert ein Buch zum Thema „Die heimlichen Revolutionäre. Wie die Generation Y die Welt verändert“ herausgebracht. Das im Beltz Verlag erschienene Buch rückt die Generation Y ins Zentrum. In ihrer Jugend hat diese Generation viele Krisen erlebt: den 11. September, den Beinahe-Zusammenbruch des Weltfinanzsystems, Klimakatastrophen und vieles mehr. Die Überwindung dieser Krisen gibt ihnen Zuversicht für die Zukunft.

Hurrelmann ist der Ansicht, dass die Generation Y die Bildung und Arbeit revolutionieren wird. Sie sind die Egotaktiker. Kein Job, der bis zur Rente reicht, sondern lebenslanges Lernen für immer neue Jobs. Der Job als Broterwerb war gestern, der Job heute steht für Selbstverwirklichung und so etwas wie den Sinn des Lebens. Keine starren Hierarchien und festen Bürozeiten, sondern Projektarbeit. Kein passives Lernen mehr, sondern Methodenvielfalt und Produktivität. Auch Lehrkräfte und AusbilderInnen müsse sich umstellen und ihre Rolle verändern, der Generation Y ihren Raum lassen, zu LernbegleiterInnen und BeraterInnen werden. Die Rolle als Coach ist gefragt.

Die Beobachtung des Wandels bleibt spannend,
sie ist täglich in unseren Schulen und an den Ausbildungsstätten zu sehen.
Die Generation Y ist revolutionär.

In Berlin gibt es am 10.09.2014 ab 18:00 Uhr eine Buchlesung zu diesem Buch in der Hertie School. Anmeldung sind möglich unter: events@hertie-school.org

Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Schule in Berlin | Kommentare (0)

Mediation mit Living Puppets

Montag, 1. September 2014 19:59

Vor einiger Zeit lernte ich Nicole Buch kennen, eine junge Mediatorin, die mit Living Puppets in der Mediation arbeitet und viel Erfolg damit hat. Ich fragte Nicole Buch, ob sie in diesem Blog über ihre Arbeit berichten würde. Sie hat zugesagt und gibt uns im Folgenden einen Einblick in Ihre Arbeit. Besten Dank, liebe Nicole, sagt Christa

Nicole_Buch_mit_Living_Puppets

Die meisten Lehrer und Schüler finden Konflikte in der Schule ermüdend und fühlen sich überfordert. Mediation kann helfen und Spaß machen. Wie soll das gehen?

In meiner Position als ehemalige Stufenleiterin einer Realschule wurde ich oftmals während eines Konflikts zwischen Schülern um eine einvernehmliche Lösung bemüht. Die Lösung des Konflikts in der Schule wird heute durch den Einsatz von pädagogischen Maßnahmen/Ordnungsmaßnahmen beispielsweise entsprechend der „Verordnung zum Hessischen Schulgesetz“ in der „Verordnung über das Verfahren bei Ordnungsmaßnahmen“ geregelt.

Hier setzt meine Inspiration an. Ich wollte nicht mehr nur auf der Basis von Maßnahmenkatalog und Regeln entscheiden, denn hier bleiben die Gefühle, Bedürfnisse und Ängste der Schüler im Abseits. Der Auslöser des Konflikts bleibt ungeachtet im Raum stehen. Konflikte verstärken sich. Schüler und Lehrer fühlen sich oftmals überfordert. Verhaltensmuster wie Ausbruch von Aggression, Unruhe, Unsicherheit oder Rückzug sind oftmals die Folge.

Mediation – die Kunst Konflikte zu lösen. Kommunizieren – Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, das alles noch mit einer Lehrerin, die nicht nur Fachlehrerin, sondern auch noch Stufenleitung ist und alles dem „Direx“ erzählt, das geht gar nicht. Die beiden Schüler formulierten das so: „Frau Buch, das ist alles neu, wir können Ihnen nicht alles erzählen, sie sind hier der Chef.“ Ich musste also nach einer anderen Form der Mediation suchen, aber was war schülergerecht, einsetzbar für Jungs zwischen zwölf und vierzehn Jahren, pubertär, alles kritisch sehend, außer sich selbst, keine leichte Aufgabe.

Die Recherche nach schülergerechten Methoden blieb für mich erfolglos, erst einmal. Doch im Anblick meiner Stofftiere kam mir die Idee mit den Living Puppets, die bespielbaren Puppen einzusetzen. Puppen, die bereits in der Psychotherapie und der Heilpädagogik , wie auch bei der Behandlung von Demenzkranken eingesetzt wurden, also warum nicht in der Mediation? Ein Experiment – für mich ein neuer Weg – mit Puppen und zwei neugierigen Schülern, die so gemeinsam den Konflikt bearbeiten wollten. Für mich eine neue Methode – für die Schüler eine Chance.

Die Mediation mit den Puppen verlief nach einem „normalen Mediationsmuster“, mit einem gemeinsamen formulierten Memorandum. Wir bespielten die Puppen, waren eins mit den Puppen, einzig die Puppen waren aktiv – eine andere Welt war geschaffen, eine „Traumwelt“, eine „Erzählwelt“, eine „Mediationswelt“. Die Mediation verlief in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre. Nach Aussage der Schüler vereinfachte der Einsatz der Living Puppets den Konflikt zu bearbeiten, Gefühle und Bedürfnisse zu formulieren, denn dort saßen nicht „Frau Buch“ und „nicht der Mitschüler“, sondern dort saßen die Puppen „Lene“, „Hanna“ und „Erik“.

Meine These:
Durch den Einsatz der Living Puppets erhalten die Schüler die Möglichkeit Gefühle und Gedanken auf eine andere Person (hier die Puppe) zu übertragen. Den Schülern gibt es die Gelegenheit ihre eigenen Gedanken mitzuteilen, die sie bedrücken und beschäftigen. Die Puppe gibt Ihnen die Chance ihre eigenen Gedanken mitzuteilen ohne die Konfliktpartei direkt ansprechen zu müssen. Die Puppe gestattet im Puppenspiel die Erarbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen.

Meine Erkenntnis aus dem Experiment Living Puppets in der Mediation:
Durch den Einsatz der Living Puppets erhalten die Schüler die Möglichkeit Gefühle und Gedanken auf eine andere Person (hier die Puppe) zu übertragen. Den Schülern gibt es die Handhabe ihre eigenen Gedanken mitzuteilen, die sie bedrücken und beschäftigen. Die Puppe gibt den Schülern die Chance ihre eigenen Gedanken mitzuteilen ohne die Konfliktpartei direkt ansprechen zu müssen. Die Puppe gestattet im Puppenspiel die Erarbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen. Puppen haben eine beseelende, bezaubernde Wirkung. In ihren unterschiedlichen Erscheinungsbildern öffnen sie den Schülern verschlossenen Welten, regen die Fantasie und den Spieltrieb an. Gudrun Gauda vermutet, dass „das… in erster Linie an dem Abbild des Menschen liegt, da viel hineingelegt werden kann an Persönlichkeit, an Charakter und Verhaltensweisen. Puppen sind wie Menschen eben auch so, wie wir Menschen uns (gerade jetzt) selbst“ gern hätten (Quelle: Gudrun Gauda: „Theorie und Praxis des therapeutischen Puppenspiels“, 2007, S.7).

Puppen können in dem Mediationsprozess ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen, sie können bei der Aufarbeitung folgende Problematik helfen:

  • projizieren von Problemen auf die Puppe
  • Identifikation mit der Puppe
  • Aggressionsbewältigung durch die Puppe.

Puppen arrangieren in der Mediation einen besonderen Begegnungsraum in den verschiedenen Mediationsphasen. Sie helfen Konfliktparteien Zugang zur Mediation und zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu finden, sich frei zu äußern ohne Angst vor Konsequenzen. Sie fördern letztendlich die Vertrauensbildung.

Der Schüler kann alle seine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse in die Puppe projizieren, die er selbst nicht auszudrücken vermag, die er sich wünscht oder die ihm fehlen. Er darf lachen, weinen, aggressiv sein, leise oder laut sein… . In diesem Moment übernimmt die Puppe eine beschützende Rolle, wenn die Puppe dabei ist, fühlt sich der Schüler sicher und geborgen. In dieser Mediation spiegelt der Schüler sein inneres Erlebtes auf die Puppe. Die Puppe übernimmt eine Stellvertreterfunktion.

Die Mediation mit Puppen – nicht nur eine Methode für Schüler – auch für Erwachsene, schüchterne zurückgezogene Persönlichkeiten. Die Living Puppets sind für mich zu einem elementaren Kommunikationsgegenstand und ein wesentlicher Bestandteil, in der Mediation einsetzbar.

Dieser Artikel richtet sich an alle MediatorInnen die experimentell, innovativ und offen für Neues sind.

Living Puppets bauen Brücken und helfen persönliche Täler zu überwinden.
* “vertrauliche Geschäftsgrundlage in der Entwicklung” *

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Die Schule geht wieder los in Berlin

Montag, 25. August 2014 7:20

Einige Zahlen zum Schuljahr 2013/14 in Berlin:

Es gibt 696 öffentliche Schulen.
349 weitere sind in freier Trägerschaft.
30.090 Schulanfängerinnen und Schulanfänger starten.

Insgesamt sind 21.186 Lehrerstellen an den öffentlichen Schulen besetzt.
2.673 Neueinsteiger kommen in die Schule.
Knapp 15 % sind davon Quereinsteiger, haben also keine Lehrerausbildung.
Mehr als die Hälfte der Quereinsteiger haben allerdings schon einmal pädagogisch gearbeitet.

Zahlen über Zahlen, und Schulkennerinnen und -kenner können sich das Dahinter in den Berliner Schulen vorstellen …

Alle, die heute wieder in den Schulalltag einsteigen, möchte ich zu einigen Gedanken über das Thema „Lernen in Schule“ anregen (und auch natürlich alle anderen). Für diese Schuleingangsgedanken habe ich mir die Bildkarten zur Biografiearbeit aus dem DON BOSCO Verlag Verlag in die Hand genommen und möchte Ihnen drei Karten als Anregung für das neue Schuljahr mitgeben.

Bildkarte_Biografiearbeit_01

Lernen

Man kann nicht nicht lernen.

Welche formalen Aus-/Fortbildungen haben Sie durchlaufen?
Welche Fähigkeiten und Haltungen hat das Leben sie gelehrt?
Welche Lernsätze würden Sie jüngeren Menschen mit auf den Weg geben?

Bildkarte_Biografiearbeit_03

Achterbahn

Mein Leben – die Schule – eine Achterbahn?
Kurven, Anstiege, Gefälle
Mal sich ganz leicht fühlen.
Mal schwer in den Sitz gepresst werden.
Lustvoller Nervenkitzel ?!

Bildkarte_Biografiearbeit_02

Abenteuer

Mein Leben – die Schule – ein Abenteuer?
Welche Prüfungen haben Sie schon bestanden?
Welche stehen Ihnen bevor?
Wer oder was stärkt Sie?
Woran orientieren Sie sich?

Die Bildkarten „Mein Weg ist mein Weg“ sind Karten, die ich im Coaching und Training sehr gerne einsetze. Jeder Mensch hat ein inneres Bild davon, wie sein Lebensverlauf bisher ausgesehen hat, und die meisten haben auch einen Wunsch für den zukünftigen Lebensweg. Die Bildkarten aus dem Don Bosco Verlag zeigen Symbole für diese Lebensbilder: eine Achterbahn, einen Knoten, einen Berg, den Auf- oder Abstieg, das große Meer und viele andere. Durch diese Visualisierung kann leichter über bisherige Lebenserfahrungen gesprochen werden. Pläne für Lebensentwürfe können zunächst bildlich erfasst und dann in die Tat umgesetzt werden. Die entsprechenden Fragen zum jeweiligen Bild (obige Fragen zu den Bildern sind leicht abgewandelt) befinden sich auf der Rückseite der Bildkarte. Ein kleines booklet, das das Kartenset ergänzt, bietet vielfältige Ideen spielerischer Art, mit den Karten umzugehen. Ob zur Selbstreflexion oder zum Austausch mit anderen, stets entdeckt man mit den Karten neue Ideen, neue Wege, neue Gedanken.

Ihnen ein gutes neues Schuljahr bzw. einen schönen „Restsommer“ wünscht Christa D. Schäfer

Und hier geht es zu einer Geschichte über eine erfolgreiche Lehrerin aus dem Buch Hühnersuppe für die Seele …

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