Die Kraft der Mitfühlende Kommunikation

Montag, 15. Dezember 2014 6:28

Die Gewaltfreie Kommunikation ist in der Zwischenzeit in Deutschland gut bekannt.

Die Mitfühlende Kommunikation (Compassionate Communication) ist bisher wenig bekannt, hat aber durchaus das Potential, in die gängige und bekannte Kommunikationstheorie aufgenommen zu werden.

Die beiden Hirnforscher Andrew Newberg und Mark Robert Waldman haben die Mitfühlende Kommunikation als hochwirksames Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe zwei Gehirne wie eins zusammenwirken können. Sie haben sich in die Neurologie von Mitgefühl, Kooperation und Vertrauen eingearbeitet und eine neue Art des Gesprächs entwickelt.

Zur „alten Art von Gesprächen“ sagen sie:

„Wir werden zwar mit der Gabe der Sprache geboren, aber Forschungen zeigen, dass wir überraschend ungeschickt in der Verständigung untereinander sind. Oft wählen wir unsere Worte gedankenlos und bedenken die Folgen der emotionalen Wirkung auf andere Menschen nicht. Wir reden mehr, als wir müssen, hören nicht zu und merken es nicht einmal, und häufig entgehen uns die subtilen Signale von Gesichtsausdruck, Körpersprache und Tonfall – Kommunikationssignale, die oft wichtiger sind als die eigentliche Äußerung.
Schuld an dieser mangelnden Kommunikationsfähigkeit ist nicht etwa fehlende Bildung, sondern eher ein unterentwickeltes Gehirn, denn die Hirnareale für soziales Bewusstsein, Empathie und die damit zusammenhängenden sprachlichen Fähigkeiten sind erst im Alter von etwa dreißig Jahren voll ausgebildet. Forschungen haben allerdings ergeben, dass junge wie ältere Menschen die Sprach- und Sozialzentren des Gehirns so einüben können, dass die Kommunikationsfähigkeit effektiv gestärkt wird.“ (Zitat aus Newberg, A.; Waldman, M.R.: Die Kraft der Mitfühlenden Kommunikation. S. 12)

Newberg und Waldman haben zwölf Strategien identifiziert und dokumentiert, mit denen sich die Dynamik jedes Gespräches steigern lässt. Durch die Nutzung der zwölf Strategien können negative Denkmuster unterbrochen und tiefe Empathie und Vertrauen im Hirn des Zuhörers stimuliert werden.

Die zwölf Strategien der Mitfühlenden Kommunikation:

  1. Entspannen Sie sich.
  2. Seien Sie im gegenwärtigen Moment präsent.
  3. Erzeugen Sie innere Stille.
  4. Steigern Sie Ihre Positivität.
  5. Denken Sie an Ihre tiefsten Werte.
  6. Denken Sie an etwas Schönes.
  7. Achten Sie auf nonverbale Signale.
  8. Drücken Sie Ihre Anerkennung aus.
  9. Sprechen Sie in herzlichem Ton.
  10. Sprechen Sie langsam.
  11. Fassen Sie sich kurz.
  12. Hören Sie konzentriert zu.

Gehirnscan-Studien haben gezeigt, dass eine Kombination dieser Strategien Stress, Angstgefühle und Reizbarkeit abbaut und gleichzeitig Gedächtnis sowie kognitive Fähigkeiten verbessert. Es passiert sogar etwas vollkommen Überraschendes: Die Gehirne von zwei Kommunikationspartnern gehen in eine neuronale Resonanz und fangen an, sich aufeinander abzustimmen.

Die Mitfühlende Kommunikation legt ebenso viel Wert auf das Zuhören wie auf das Sprechen. Bewusstes Zuhören unterbricht den eigenen inneren Dialog und setzt Konzentration voraus. Es entsteht eine neue Art von Stille, wodurch die Konzentration auf das Gegenüber steigt und auch subtile Signale des Gegenübers aufgenommen werden können. Das ist nicht einfach, denn das Gehirn will seinen „alten Weg“ nur ungern verlassen.

Um so wichtiger ist es, dass Newberg und Waldman die zwölf Strategien ausführlich vorstellen. Forschungsergebnisse bilden den wissenschaftlichen Hintergrund zur Methode. Viele Übungsvorschläge regen die Leserinnen und Leser des Buches zur Nachahmung und zum Erlernen der Mitfühlenden Kommunikation an. Wer also fernab der allseits bekannten Kommunikationstheorie eine aktuelle und faszinierende Kommunikationstheorie kennen lernen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ich habe das Buch derzeit jedenfalls ganz vorne in meinem Bücherschrank stehen …

Gerne möchte ich hier beispielhaft eine Textpassage aus dem Buch mit Ihnen teilen.

„Wie Gedanken Wirklichkeit werden

Im Zentrum des Gehirns sitzt eine walnussförmige Struktur namens Thalamus. Diese überträgt Sinneseindrücke aus der Außenwelt in die übrigen Teile des Gehirns. Wenn wir uns etwas vorstellen, wird auch diese Information an den Thalamus geleitet. Unsere Forschungen lassen vermuten, dass der Thalamus diese Gedanken und Fantasien genauso verarbeitet wie Klänge, Gerüche, Geschmacksempfindungen, Bilder und Tastempfindungen. Wenn Sie sich also sicher fühlen, dann nimmt der Rest Ihres Gehirns an, Sie seien auch sicher. Wenn Sie aber über imaginäre Befürchtungen oder Selbstzweifel nachgrübeln, dann nimmt ihr Gehirn an, es bestehe womöglich eine wirkliche Bedrohung aus der Außenwelt. Unsere sprachbasierten Gedanken formen unser Bewusstsein, und das Bewusstsein formt die Realität, die wir wahrnehmen. Wählen Sie also Ihre Worte mit Bedacht, denn sie werden so wirklich wie der Boden, auf dem Sie stehen.“ (ebenda, S. 71)

In diesem Sinne: Steigern Sie Ihre positiven Gedanken und wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Christa D. Schäfer

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Mediation, Supervision und Intervision

Montag, 8. Dezember 2014 8:14

Carla von Kaldenkerken ist Supervisorin und Mediatorin. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Supervision und Intervision in der Mediation“ geschrieben, das kürzlich im Wolfgang Metzner Verlag erschienen ist. Nach einer Grundlegung zum Thema „Was ist Supervision“ berichtet das Buch über die Ausbildungssupervision im Rahmen der Mediationsausbildung, den Prozess der Supervision, die Programmelemente von Ausbildungssupervision, die Möglichkeit der Intervision im Rahmen der Mediationsausbildung und vieles mehr. Damit ist das Buch das erste seiner Art, das über die beiden Beratungsformate Mediation und Supervision schreibt. Von Kaldenkerken plädiert für eine gute Nachbarschaft der beiden Formate.

Das Buch richtet sich an angehende MediatorInnen in der Ausbildung, an praktizierende MediatorInnen sowie an MediationsausbilderInnen. Es gibt Anregungen und Empfehlungen für den Einsatz von Supervision im Kontext von Mediationsausbildung und Mediationstätigkeit. „Ohne Supervision können Mediatorinnen und Mediatoren nicht professionell arbeiten.“ so der erste Satz des Vorwortes im Buch. Dies kann ich nur bestätigen.

Eine gute Mediationsausbildung dauert heute ca. 200 Stunden. In der Ausbildung lernt man den Ablauf eines Mediationsverfahrens nebst den wichtigsten Methoden. Es gibt eine Spezialisierung für zwei Mediationsfelder. Immer wieder wird die Mediative Haltung betrachtet, und Rollenspiele bereiten auf Ernstfall vor. Wofür Supervision?

Ausbildungssupervision meint die supervisorische Begleitung von Ausbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmern. Unter fachkundiger Anleitung werden in Einzel- oder Gruppensetting das erste eigene berufliche Handeln sowie die ersten Fälle begleitet. Der Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Identität sowie auf fachlichen Fragen.

Fallsupervision kann regelmäßig oder fallbezogen durch einen Mediator oder eine Mediatorin in Anspruch genommen werden. In Einzel- oder im Gruppensetting stehen hier die aktuell bearbeiteten Fälle im Vordergrund, es geht um die Vergewisserung des eigenen Vorgehens, die Reflexion und Qualitätssicherung.

Die Mediationsverbände haben die Supervision als Bestandteil von Ausbildung und Anerkennung vorgeschrieben. Das Mediationsgesetz misst der Supervision ebenfalls einen großen Wert bei.

Von Kaldenkerken stellt in ihrem Buch Supervision und Intervision in der Mediation sowohl die Ausbildungssupervision und die Fallsupervision als auch die Intervision detailliert vor, dabei geht sie sowohl auf formale als auch auf gestalterische Elemente der verschiedenen Formate ein.

Intervision (auch kollegiale Beratung genannt) ist die Fallberatung ohne externen Berater. Ausbildungen sehen die Bildung von Intervisionsgruppen vor, in denen Rollenspiele, Seminarnach- und -vorbereitungen, kollegialer Austausch und Literaturstudium stattfindet.

In den letzten Jahren werden weltweit viele Mediatorinnen und Mediatoren ausgebildet. Supervision und Intervision gewinnen darum an immer größerer Bedeutung. Das Buch unterstützt, Licht in einen Begriffswirrwar zu bringen und Standards zu setzen. Ich empfehle dieses Buch zumindest allen, die an der Schnittstelle der Formate Mediation und Supervision arbeiten, und natürlich auch allen MediationsausbilderInnen.

Ich freue mich, von Carla von Kaldenkerken für den Bereich Ausbildungssupervision ausgebildet worden zu sein. Supervision für angehende oder ausgebildete MediatorIn gesucht? Gerne können Sie sich an mich wenden.

Christa D. Schäfer

Zur Begriffsdefinition von Mediation – Supervision – Coaching

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Das Empty Nest Syndrom

Donnerstag, 4. Dezember 2014 7:09

Neben dem „Spektrum der Mediation“ lese ich sehr gerne „Die Wirtschaftsmediation. Ein Fachmagazin für Unternehmer und öffentliche Verwaltung“ (herausgegeben von Gernot Barth und Bernhard Böhm).

In jeder Ausgabe dieses Fachmagazins gibt es einen Artikel zum Thema Familie. In der aktuellen Ausgabe „Die Wirtschaftsmediation 4/2014“ gibt es in dieser Rubrik einen spannenden Artikel von Felicitas Römer zum Thema „Und plötzlich ist das Nest leer – was der Auszug der Kinder für Eltern bedeutet.“

Artikel zu diesem Thema sind in Deutschland noch selten. Vor einigen Jahren habe ich in Amerika in einem Buchladen dutzendeweise Bücher zu diesem Thema gesehen. Sogar in Zeitschriften gab es Tipps für Mütter, wie am besten mit dieser Situation umzugehen sei. „Lernen Sie jetzt unbedingt SMS zu schreiben, damit Sie die Verbindung zu Ihrem Kind behalten.“ – war auf der Hilfe-Liste die Nummer 1.

Interessanterweise hatte ich bereits einige Mediation von Familien, die sich in dieser Lebensphase befinden. Immer wieder kamen dabei natürlich die Herausforderungen dieser Lebensphase zur Sprache. Die Loslösung des Kindes führt zu einer Neudefinition der Paarbeziehung, die gelingen – oder eben auch misslingen kann. Es kann eine Befreiung und ein „zweiter Frühling“ stattfinden, oder aber auch das Aufbrechen von alten und nicht gelösten Konflikten. Da tut eine Paarmediation gut und kann vieles klären …

Demnächst mal mehr zu diesem Themenfeld in diesem blog …

„Konfliktkompetenzen. Wie sie sich aus Verstrickungen lösen“ so lautet der Titel der aktuellen Ausgabe der Wirtschaftsmediation. Interessante Artikel warten auf die Leserinnen und Leser: Mediation im öffentlichen Raum – Alibi oder Chance / Mediationskompetenz und Kompetenzmediation / Unternehmen führen und Konflikte grenzüberschreitend lösen – bloß wie? / Pferdegestützte Trainings – wie sie die Konfliktkompetenz von Führungskräften stärken können / Die Lehrlingsmediation in Österreich / und viele weiter mehr

Internetartikel zum Thema „Empty Nest“

Buch von Felicitas Römer: „Ausgeflogen“ (2012)

Zur Internetseite der Wirtschaftsmediation

Mein Artikel zum Thema „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ in der Ausgabe 03/2013 der Wirtschaftsmedition

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern
wünscht Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Auffälliges Verhalten im Jugendalter – Schwerpunkt Jugendkriminalität

Montag, 1. Dezember 2014 7:06

Vor einiger Zeit berichteten wir hier im blog über Auffälliges Verhalten im Kindesalter – Schwerpunkt Aggressivität.

Heute möchten wir das Buch Auffälliges Verhalten im Jugendalter von Wilhelm Rotthaus und Hilde Trapmann aus dem verlag modernes lernen und das Stichwort Jugendkriminalität vorstellen. Auch in diesem Buch werden viele Verhaltensauffälligkeiten benannt, es wird dargelegt wann man von Verhaltensauffälligkeiten und Verhaltensstörungen sprechen kann und muss, es wird erläutert welche bedingenden Faktoren eine Rolle spielen können und wie sie zu beeinflussen sind. Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen können dadurch ein gutes Verständnis für die im Buch besprochenen Verhaltensweisen erlangen. Die Ideen für konkrete Empfehlungen und Maßnahmen sind eine erste Anregung für die pädagogische Praxis im Umgang mit “schwierigen” Jugendlichen.

Kriminalität wird in diesem Buch als Verstoß gegen Gesetze definiert. Im Prozess der „Selbstfindung“ und Individualisierung erproben Jugendliche oft Grenzen normativer Vorgaben, welche schon zu leichten Gesetzesübertretungen führen können. Da sich Jugendliche in einer Entwicklungsphase befinden und in dieser Hinsicht stets ändernden gesellschaftlichen Lebens- und Problemlagen ausgesetzt sind, wurde das Jugendstrafrecht entwickelt, welches eine erzieherische Absicht verfolgt.

Bleibt es bei „Einzeltaten“ wird von einem normalen, temporären und episodenhaften Prozess gesprochen. Bei Mehrfachtäter_innen zeigt sich laut Untersuchungen häufig ein Nebeneinander von mehrfachen Belastungen und Benachteiligungen. Nach diesen Untersuchungen heißt es, dass kriminelles Verhalten nicht aus dem Nichts entsteht, sondern sich über einen längeren Zeitraum entwickelt und ein Mangel an Schutzfaktoren vorhanden ist.

Als provozierende Bedingungen zu kriminellem Verhalten im Jugendalter stellt das Buch unter anderem vor:

  • familiäre Struktur: Wichtig ist, dass Kinder/Jugendliche in einem gefestigten Umfeld aufwachsen. Das heißt, dass sie stete Bezugspersonen haben, auf deren Unterstützung sie bauen können.
  • Wohnsituation: Das Wohnviertel, seine Gestaltung und die daraus resultierenden Beziehungsverhältnisse der Bewohner_innen sind als Faktor für eine kriminelle Entwicklung nachgewiesen.
  • Vorbildverhalten: Jegliche Bezugspersonen (Eltern,Geschwister,etc.) sind Vorbilder für Kinder. Sie identifizieren sich zum Beispiel mit ihren Eltern. Wenn ebendiese ein kriminelles und/oder aggressives Verhalten zeigen und das innerhalb der Familie positive Akzeptanz findet, neigt das Kind dazu, dieses Verhalten nicht differenziert betrachten zu können. Auch wird nicht die Erfahrung gemacht, dass gegensätzliches Verhalten will positivere gesellschaftliche Resonanz hat, als kriminelles Verhalten.
  • Medieneinfluss: Die Fülle an Darstellungen von Gewalt- und Aggressionsverhalten trägt ohne Zweifel zur Erhöhung der Gewalt- und Kriminalitätsbereitschaft von Kindern bei. Durch Medien wird die eigene Hemmschwelle zu kriminellen Taten gemindert.

Weiter heißt es dort: Um an der Kriminalität des Kindes zu arbeiten, ist es wichtig auf die Punkte der Entstehung und Aufrechterhaltung von Auffälligkeiten und Störungen zurückzugreifen. Es ist bedeutsam, das Kind ernst zu nehmen. Auch Einzeltaten sollten nicht leichthin als jugendlicher Leichtsinn abgewunken werden. Es ist wichtig die jeweiligen Situationen zu verstehen, um die Chance gering zu halten, dass Jugendliche zur Wiederholungstäter_innen werden. Die Beobachtung des sozialen Umfeld und der Familienstruktur sind die Grundlage. Auch hier ist es wichtig, dem_der Jugendlichen die eventuelle Angst vor der Zukunft zu nehmen und die Anerkennung der sozialen Umwelt durch andere Aktivitäten und Bestätigungen zu sichern. In der Zusammenarbeit mit Jugendlichen ist bedeutend, die Jugendlichen nach ihren Beweggründen zu fragen und diese gemeinsam zu hinterfragen. Gesellschaftliche Strukturen können so gemeinsam aufgebrochen werden und bieten den Jugendlichen eine Plattform der Kommunikation.

Laut Rotthaus und Trapmann unterstützt eine multisystemische Therapie, um ein erneutes straffällig Werden des_der Jugendlichen zu reduzieren und darüber hinaus das sozialverträgliche Verhalten zu fördern. Die multisystemische Therapie umfasst sechs Elemente, die flexibel angewandt werden können:

  1. Familientherapie, die sich auf eine effektive Kommunikation, systematische Belohnungs- und Bestrafungssysteme und das Problemlöseverhalten in alltäglichen Konflikten bezieht.
  2. Stärkung des_der Jugendlichen und der Eltern, um mit Problemen in Familie, Schule, Freundeskreis und Wohngebiet besser umgehen zu können. Besonders Gewicht wird darauf gelegt, die familiären Ressourcen und adäquates Problemlöseverhalten zu fördern, damit die Beteiligten nicht immer wieder auf alte, untaugliche Verhaltensmuster zurückgreifen.
  3. Den_die Jugendliche ermutigen, mehr Zeit mit solchen Altersgenoss_innen zu verbringen, die keine sozialen Probleme haben, und die Beziehung zu anderen Delinquenten abzubrechen.
  4. Förderung der individuellen Entwicklung einschließlich eines Selbstbehauptungstrainings zum Schutz gegenüber negativen Einflüssen von Altersgenoss_innen.
  5. Zusammenarbeit mit der Schule halten, um Lern- und Hausarbeitsverhalten zu verbessern, sowie die Zeit außerhalb der Schule gut zu strukturieren
  6. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (z.B.: Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Sozialarbeit, Gesundheitsdienst, Erziehungswesen).

Gerne möchten wir diese Liste vervollständigen. Absolut empfehlenswert sind unserer Erfahrung nach die Denkzeit-Trainingsprogramme als psychoanalytisch fundierte, sozialkognitive Einzeltrainings für deviante Kinder und delinquente Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene. Diese Trainingsprogramme sind wissenschaftlich evaluiert und versprechen einen hohen Erfolg. Schauen Sie auf der Webseite der Denkzeit-Gesellschaft und informieren Sie sich …

Christa Schäfer und Atossa Nazeri

Thema: Gewalt, -prävention, -intervention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Auffälliges Verhalten im Kindesalter – Schwerpunkt Aggressivität – und der Zusammenhang zu Methoden der Konfliktlösung

Montag, 20. Oktober 2014 7:38

Im letzten Blogartikel haben wir uns ganz allgemein mit dem Themenfeld “Auffälliges Verhalten im Kindes- und Jugendalter“ beschäftigt. Heute soll es darum gehen, was auffälliges Verhalten überhaupt ist und wie man es zuordnen und verstehen kann. Ferner werden Hinweise zur Situationsänderung einem aggressiven Verhalten im Kindesalter (Grundschulbereich) gegeben.

Auffälliges Verhalten wahrnehmen und bewerten
Was ist überhaupt auffälliges Verhalten? Auffälliges Verhalten wird von einer beobachtenden Person bestimmt. Diese Wahrnehmung ist jedoch subjektiv. Eine rein objektive Wahrnehmung ist nicht möglich, da sich die Wahrnehmung an gesellschaftlichen Normen und Werten festlegt. Wird bei einem Kind eine Verhaltensauffälligkeit oder -störung wahrgenommen, könnte der Rückschluss genauso gut sein, dass der_die Erwachsene „erwartungsauffällig“ und „erwartungsgestört“ sei. Beobachtende Personen neigen dazu, ihre Wahrnehmung als Diagnose darzustellen, selbst wenn sie keine professionelle Ausbildung in diesem Bereich haben. Wird zum Beispiel ein Kind beobachtet und das Verhalten deutet auf eine Konzentrationsschwäche hin, hilft diese „Diagnose“ bzw. Bezeichnung einen ersten Ansatz zu finden, jedoch nicht, das Problem und die Ursachen zu erkennen. Das genannte Beispiel „Konzentrationsschwäche“ fasst vielfältige unterschiedliche Verhaltensweisen zusammen und muss in jedem Fall individuell betrachtet werden.

Auffälliges Verhalten zuordnen und verstehen
Grundlegend ist, dass sich das Verhalten einer einzelnen Person immer auf ihr Umfeld bezieht und davon abhängig ist. Genauso bedeutsam ist, dass generelle Beschreibungen einer Person bzw. ihrer Persönlichkeit (sie ist freundlich, liebenswert, schlecht, gut, aggressiv …) nicht korrekt, sondern lediglich Beschreibungen des Verhaltens in einzelnen Situationen sind. Der definierende Gebrauch von Sprache fördert die Überzeugung, dass dieses Verhalten gar nicht oder nur schwer zu ändern ist und führt vor allem bei Kindern oft zu der Haltung: „Wenn alle sagen, dass ich so bin, kann ich mich ja auch so verhalten“ bzw. „dann brauche ich nicht zu versuchen, mich zu ändern“.

Aggressivität im Kindesalter
Auch aggressives Verhalten ist schwer zu definieren. Aggressive Handlungen zeichnen sich dadurch aus, dass diese zielgerichtet sind. Es sind Reaktionen auf andere Kinder und die eigene Beziehung zu ihnen. Oft folgt eine aggressive Handlung auf eine Situation, die dem Kind als bedrohlich erscheint und dieses sich wehrt bzw. etwas „heimzahlt“. Kommt es jedoch öfter zu Situationen, in denen die Reaktionen übertrieben hart sind, ist es wichtig zu betrachten, welche Faktoren zu diesem Verhalten beitragen.

Ein geringes Selbstwertgefühl gibt dem Kind zum Beispiel nicht genug Selbstsicherheit. Ein geringes Selbstwertgefühl kann in verunsichernden Situationen spontane aggressive Abwehrhandlungen hervorrufen oder dazu führen, dass eine nach außen hin selbstsicherere Fassade aufgebaut wird, die jedoch beim kleinsten Rütteln erschüttert wird. Diese Unsicherheit löst eine Angst aus, die wiederum zu aggressivem Verhalten führt. Wenn Kinder öfter mit solchen Situationen konfrontiert werden, bildet sich schnell aus diesem Abwehrverhalten eine generelle Verhaltenstendenz.

Eine abgeschwächte Version der Angstabwehr ist die Abwehr von Belästigungen. Von Kindern wahrgenommene Belästigungen, Vorwürfe und Vorhaltungen, wie zum Beispiel: „Ich möchte mit dir darüber reden, was du gestern gemacht hast.“ können durch Türschlagen, Schimpfen oder Beschuldigungen abgewehrt werden.

Durch so erlebte Erfolge lernt das Kind. Wird aggressives Verhalten mit einem spontanen und auch kurzfristigen Erfolg in Verbindung gesetzt, rufen ähnliche Situationen unbewusst gleiches Verhalten im Kind hervor, auch wenn dem Kind im Nachhinein bewusst werden kann, dass das Verhalten stark oder/und übertrieben war.

Ein Aspekt, der eine wichtige Rolle spielt, ist das Sich-einfühlen in andere. Durch Einfühlung lernt das Kind Mitleid und vor allem Respekt mit und für andere zu entwickeln. Hierbei spielt das prägende Umfeld die tragende Rolle. Was wird dem Kind zum Beispiel zuhause oder in der Schule vermittelt?

Bedeutsam ist so, die Grundlage einer „gleichwürdigen“ Beziehung einer (erwachsenen) Bezugsperson zum Kind, die durch Respekt, Fairness und Akzeptanz geprägt ist. So können unfaire Situationen umgangen werden, die das Kind provozieren. Alle Pädagoginnen und Pädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, aber auch Eltern und Großeltern sollten an einer derartigen „gleichwürdigen“ Beziehung arbeiten.

Was kann ich tun, um beim Kind ein ausgeglichenes Verhalten zu fördern?
Wertschätzung als Erziehungsbasis
von Akzeptanz, Fairness und Respekt getragene „gleichwürdige“ Beziehung
Kritik am Verhalten, nicht an der Person
das Recht des anderen als Grenze
fairer Interessenausgleich
Grenzen wie gegenüber Erwachsenen
Grenzen als Ich-Botschaften formulieren
Vermeiden aggressiver Modellen
Vermeiden aggressiver Signalreize
Minderung aggressiver Video- und Fernseheinflüsse
aggressive Modelle hinterfragen
ethische Orientierung vermitteln
prosoziales Verhalten fördern
Strafen vermeiden
logische Konsequenzen folgen lassen
Ignorieren aggressiven Verhaltensauffälligkeit
Stoppen aggressiven Verhaltensauffälligkeit
vom Ärger ablenken
Ärger kann man nicht „abreagieren“
Ärgerauslöser umbewerten
gedankliche Umstrukturierung
andere entschuldigen
sich in andere hineinversetzen
beschuldigende Kreisprozesse unterbrechen
Lösungsgespräche führen
zielorientiertes Schlichten von Streit
Konflikte konstruktiv austragen

Womit wir bei der Verbindung zwischen Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter und Konfliktbearbeitungsmöglichkeiten wären …

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Kapitel „Aggressivität“ des Buches Auffälliges Verhalten im Kindesalter von Wilhelm Rotthaus und Hilde Trapmann.

Das Buch ist als Handbuch für Eltern und ErzieherInnen konzipiert. Nach einleitenden Worten zum Thema Verhaltensauffälliggkeiten findet die Leserin und der Leser dort 37 Kapitel zu Auffälligkeiten in Verhaltensweisen von A wie Aggressivität, Angst, Anstrengungsunwilligkeit, Artikulationsstörung, Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung sowie Autistische Störungen bis U wie Ungeschicklichkeit und Unordentlichkeit. Die Kapitel zu den Verhaltensauffälligkeiten werden in drei Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt werden Hinweise gegeben wie ein beobachtetes Verhalten einzuordnen und zu bewerten ist. Im zwischen Abschnitt werden Anregungen gegeben, das ungewöhnliche Verhalten „verstehen“ zu lernen. Im dritten Abschnitt werden „Lösungen“ angeregt und den Erwachsenen Hinweise gegeben, wie sie eine Änderung beim Kind anstoßen können.

Auch die oben benannten stichwortartigen Tipps entstammen dem Buch und können dort in einer erläuternden ausführlichen Version nachgelesen werden. Das Buch ist die Neufassung eines 30 Jahre laufenden Buchklassikers aus dem verlag modernes lernen. Während der Begriff des Auffälligen Verhaltens dieser langen Geschichte des Buches zuzuschreiben ist, wird heute in diesem Zusammenhang eher über Aspekte der Inklusion gesprochen. Dennoch bleibt die Wichtigkeit solcher Bücher unstrittig …

Christa D. Schäfer und Atossa Nazeri

Thema: Konflikte, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Auffälliges Verhalten oder: Der Mensch ist keine Maschine

Montag, 13. Oktober 2014 8:41

Seit meiner Zeit als Lehrerin in einem Berliner Gymnasium beschäftige ich mich mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die „nicht der Norm“ entsprechen. By the way: Gibt es überhaupt jemanden, die oder der „der Norm“ entspricht? Ich habe über Unterrichtsstörungen promoviert und Methoden und Trainings zur Prävention und Intervention von Konflikten erfolgreich etabliert. Die Mediation habe ich im Schulbereich in Grund- und Oberschulen eingeführt. Gewaltprävention und Strategien für Notfallsituationen sind meine Stärke. Seit einiger Zeit sind auch die Demokratiepädagogik und die Inklusion in diesen Reigen mit eingestiegen.

Deshalb haben mich zwei Bücher sehr interessiert, die ich hier und in zwei weiteren Blogartikeln gerne vorstellen möchte. Es handelt sich um die Bücher:
Auffälliges Verhalten im Kindesalter
Auffälliges Verhalten im Jugendalter

In diesen zwei Bänden von Hilde Trapmann und Wilhelm Rotthaus zum auffälligen Verhalten im Kindes- bzw. Jugendalter werden die wichtigsten Verhaltensauffälligkeiten in diesen Altersgruppen behandelt. Wir haben uns in die Kapitel Aggressivität im Kindesalter und Kriminalität im Jugendalter eingelesen und möchte gerne die hervorstechendsten und generell grundlegenden Aspekte dieser Kapitel teilen.

Um ein besseres Verständnis für auffälliges, störendes oder krankes Verhalten zu entwickeln, ist es wichtig zu beachten, dass Menschen nicht wie Maschinen funktionieren. Eine Störung kann nicht einfach so gefunden und durch eine Reparatur oder Ersatzteile behoben werden. Der Mensch hat natürlich ein viel komplexeres System.

Jeder Mensch ist einzigartig und muss deswegen in jeglicher Hinsicht als Einzelfall betrachtet werden. Alle Menschen bilden sich durch die Wechselwirkung ihrer biologischen Voraussetzungen (Genetik) und ihrer Umwelt zu einem einmaligen Individuum. Auch bereits während der Schwangerschaft spielen Ernährung, Alkohol- und Nikotinkonsum, Medikamente, Stress und psychisches Wohlbefinden der Mutter eine Rolle. Nach der Geburt ist die sensitive Wahrnehmung der Eltern sehr wichtig. Die individuellen Bedürfnisse des Kindes müssen erkannt werden, um bestmöglichen Umgang und Verständnis für und mit dem Kind zu entwickeln.

Von Geburt an wird das Gehirn durch Reize geformt. Interessant dabei ist, dass nicht unmittelbar jeder Reiz das Gehirn alleine formt. Eher sind es mehrere Reize zusammen, die das Gehirn formen und strukturelle Veränderungen hervorrufen. Dieses Formen führt dazu, dass gleichartige Umwelteinflüsse im Laufe der Zeit vom selben Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Im späteren Alter (ca. Vorschulalter) entwickelt der Mensch einen sogenannten „inneren Monolog“, ein inneres handlungsbegleitendes Sprechen. Dadurch beginnt das Kind, Handlungen der Menschen im Umfeld zu strukturieren und kann das eigene Verhalten darin einordnen. Hinzu kommt, dass sich die Kinder durch ihr eigenes Verhalten ihre Umwelt schaffen/formen.

Beispiel: Der Gesichtsausdruck eines depressiven Kindes, der als mürrisch gelesen werden kann, führt dazu, andere Mitmenschen abzuschrecken. Die Schlussfolgerung für das Kind wiederum ist: „Keine_r mag mich.“

Um die Wahrscheinlichkeiten einer Störung zu „berechnen“, wurde ein sogenanntes Risikokonzept entwickelt. Dieses Konzept dient dazu, zu ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Störung auftritt, wenn zuvor ein oder mehrere Risikofaktoren beobachtbar waren.

Ausgangspunkt dieses Konzepts ist die Vulnerabilität des Menschen, d.h. die Anfälligkeit einer Person für die Entwicklung einer Störung. Meist entwickelt sich aus einzelnen Faktoren nicht sofort eine Störung. Vielmehr tragen mehrere Faktoren gleichzeitig dazu bei, Störungen zu entwickeln.

Risikofaktoren im Umfeld des Kindes sind Umstände, die in Kindern sogenannte Störungen hervorrufen. Hierbei ist sehr wichtig, dass ebendiese genauso entgegengesetzt wirken und das Kind stärken können. (z.B.: die Trennung zu einer Bezugsperson; Wohn-&Schulwechsel; ständiger Streit in der Familie)

Schutzfaktoren sind Faktoren, die die Risikofaktoren ausgleichen. Sie bewahren den Menschen davor, auffälliges oder gestörtes Verhalten zu entwickeln. (z.B.: eine positive Eltern-Kind-Beziehung; ein stabiles, strukturiertes Umfeld; enge Freundschaften zu Gleichaltrigen)

Verhaltensauffälligkeiten und -störungen können ebenfalls durch die Angst vor Veränderung entstehen. Ein gefestigtes Umfeld kann das Kind zum Beispiel davor bewahren, Angst vor der sich verändernden Zukunft, dem Ungewissen, zu haben.

Der positive Aspekt des auffälligen Verhaltens ist, dass das Kind auf seine Situation aufmerksam macht, was in diesem Sinne als sinnvoll bezeichnet wird. Wichtig hierbei ist jedoch, dass das ein kleiner Gewinn der Verhaltensauffälligkeiten oder -störungen ist.

In Zusammenarbeit mit einem Kind mit Verhaltensauffälligkeiten ist es hilfreich, eine Zukunft auszumalen, in der das Problem geringer oder sogar gar nicht mehr vorhanden ist. Dazu ist es wichtig, Schutzfaktoren auszubauen und das Kind somit zu stärken.

Klar ist, dass sowohl Räume (wie Schule, Kindergarten, Ausbildungsstätte, etc), in denen das Kind sich bewegt, miteinbezogen werden müssen als auch das persönliche Umfeld und gesellschaftliche Strukturen eine große Rolle spielen und es professionelle Unterstützungs-, Beratungs- und Behandlungsangebote gibt, die in Anspruch genommen werden sollten.

Demnächst in diesem Blog mehr zu den Themen:

Auffälliges Verhalten im Kindesalter – Schwerpunkt Aggressivität
Auffälliges Verhalten im Jugendalter – Schwerpunkt Jugendkriminalität

Schauen Sie wieder rein …
sagen Christa D. Schäfer und Atossa Nazeri

Ähnlicher Artikel:
Verhaltensungewöhnliche Kinder im Kita-Alter

Thema: Gewalt, -prävention, -intervention, Literaturempfehlungen | Kommentare (2)

Cybermobbing aktuell – ein Roman mit Leon und Alissa

Montag, 6. Oktober 2014 12:26

Leon

Niemand soll wissen, wer er ist. Er schaut durch die Sehschlitze auf sein Pad und betrachtet sich darin. Zwei Augen in der Dunkelheit. Er macht ein Foto von sich, wie er mit der goldenen Maske auf dem Bett liegt.
„Was soll das? Bist du jetzt völlig durchgedreht?“, dringt die Stimme seiner Mutter herein. Sie steht mit einem Mal über ihm. „Kann das sein? Jetzt liegst du sogar schon im Bett mit dieser dämlichen Maske? Hast du etwa mit dem Ding geschlafen?“
Warum ist seine Mutter nicht in der Schule? Sie gehört nicht in diese Wohnung. Zumindest nicht um diese Uhrzeit.
„Ich bin krank“, erklärt sie, als habe sie seine Gedanken gelesen. Krank sieht sie nicht aus, eher wütend. Er betrachtet sie durch die Maske hindurch. Er atmet und hört seinen eigenen Atem. So fühlt er sich sonst nur, wenn er seinen Motorradhelm trägt. „Korrekturen“, sagt sie weiter. „Ich bekomme die Deutscharbeiten sonst nicht korrigiert. Ich muss den Tag dafür heute in der Schule krankmachen.“ Sie stockt einen Augenblick, dann fragt sie: „Willst du was essen? Rührei?“
Leons Atem unter der Maske ist feucht und warm und riecht ein wenig nach Plastik. Seine Mutter ist eine zierliche Frau mit vollen Lippen. Wäre sie nicht seine Mutter, so wäre sie hübsch. Sie fragt ihn nochmals nach dem Essen, aber er schweigt. Die meisten Fragen erledigen sich von selbst, wenn er schweigt.
Sie verlässt sein Zimmer mit einem „Na, dann nicht.“
Die Tür klickt leise zu, als ob du den Abzug von einer Waffe spannst. Seine Mutter wird zurückkehren. Da ist er sich sicher. Sie kann ihn einfach nicht in Ruhe lassen.
Er sieht auf dem Pad das Foto eines Menschen mit einer goldenen Maske, die breit grinst. Und er zieht die Maske aus. Sein Gesicht schwitzt darunter.
Draußen scheint die Sonne und die Temperatur ist 18,2 Grad. Es ist Ende Juni und der Sommer noch immer verregnet. Aber heute scheint es anders zu sein, jedenfalls sagt das wetter.de. Auf dem Schreibtisch vor seinem Fenster steht der PC im Ruhezustand. Niemals schläft der Rechner – genau wie Leon. Menschen laufen an seinem Fenster vorbei. Sehen kann er nur ihre Umrisse. Die Fensterscheibe ist unten aus milchigem Glas. Lediglich oben in einer Höhe von 1,80 Meter – ist sie klar. So kann keiner von der Straße in sein Zimmer schauen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn er nah bei den Menschen ist und gleichzeitig durch die Scheibe von ihnen getrennt.
Er geht zum Schreibtisch, stützt sich auf seinen Drucker und stellt sich auf Zehenspitzen, schaut hinaus – und blickt in einer erschrockenes Gesicht!
Leon zuckt zusammen. Das Mädchen schaut ihn von draußen ebenfalls an. Zu lange. Sie soll wegschauen!
„Hau ab!“, schreit er gegen das Glas.
Sie geht weiter.

Alissa

„Alissa?!“ Ihre Mutter ruft. Die Decken im Altbau sind hoch, trotzdem bleibt kein Flecken, kein Luftmolekül in dieser Wohnung unberührt von dieser hellen und klaren Stimme. Wenn ihre Mutter ruft, vibriert alles.
„Ja!“, patzt Alissa zurück.
„Ich bin hier!“
„Jaaaaa!“ Alissa wird nicht dorthin gehen wo ihre Mutter ist. Sie möchte mit dieser Stimme nichts zu tun haben.
Es klingelt.
„Machst du bitte mal auf!“
„Neeein!“, schreit Alissa zurück. Sie hat diese ewigen Befehle satt. Trotzdem drückt sie den Summer des Türöffners.
Ihre Mutter kommt aus dem Arbeitszimmer und fragt Alissa: „Hast du geweint?“
„Wenn du so fragst, kennst du doch schon die Antwort, Mama.“
„Schlecht gelaunt?“
„Ne, ich heul aus guter Laune. Das ist mein Trick.“
„Deine schlechte Laune musst du aber nicht an mir auslassen!“
„Dann lass mich einfach in Ruhe!“
Das Klacken der Schritte im Treppenhaus stoppt. Ihr Vater drückt die Türe auf, spürt sogleich die Anspannung im Wohnungsflur und fragt Alissa: „Wieder wegen Felix?“
Ehe Alissa noch etwas sagen kann, will ihre Mutter schon vom Vater wissen: „Hast du keinen Schlüssel?“
„Ich wollte klingeln und gleich meine Lieben sehen, wie sie mich an der Tür sehnlich erwarten“.
„Sehr witzig. Sieh dir mal die Laune deiner Tochter an. Vermutlich hat sie Englisch verhauen.’“
Nein, das hat sie nicht!
Vielmehr war die Vermutung ihres Vaters richtig: Ihr Freund Felix ist der Grund für ihren Frust. Am liebsten würde Alissa losheulen. Aber Wut und Trotz gegen ihre Eltern sind stärker. „Warum müsst ihr euch eigentlich immer gegenseitig anmachen? Wisst ihr, wie mich das ankotzt?“

Dies sind die ersten Seiten des Buches „Weil es nie aufhört“ von Manfred Theisen.

Später im Buch werden Leon und Alissa intensiv miteinander zu tun haben. Leon bastelt an einer App zum Cybermobbing und hat Alissa als seine Testperson auserwählt. Er verwickelt Alissa zunächst in eine geheimnisvolle Beziehung, verbreitet ein Nacktfoto von Alissa über WhatsApp und stalkt sie schließlich. Damit zerstört er sie fast vollständig. Das Bleichmittel für den Suizid hat sie jedenfalls schon gekauft.

Das Buch ist für Jugendliche geschrieben und in der Verlagsgruppe Verlagsgruppe Random House erschienen. Ich habe es auf einer Bahnfahrt in einem Schwung durchgelesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Ein Buch, das unter die Haut geht. Es ist zu wünschen, dass es den Weg in viele Hände findet und in der Schule gelesen wird.

Die Computertechnik betreffend ist das Buch auf dem neusten Stand. Das Thema Cybermobbing wird im Buch deutlich geschildert und geht emotional unter die Haut. Ganz deutlich werden im Buch auch Täter- und Opfer-Struktur herausgearbeitet. Und die Familienverhältnisse von Leon und Alissa kann man ja sicherlich an obigem Zitat bereits erkennen, auch zum Thema Familie lässt das Buch also tief blicken …

Vielleicht ist die ein oder der andere Jugendliche ja nach der Lektüre des Buches vorsichtiger im Gebrauch mit dem Smartphone, mit Facebook, der Cam und WhatsApp. Das wäre zu wünschen.

Weitere Buchbesprechungen zu Romanen von Manfred Theisen hier im Blog unter:

Nerd forever: Im Würgegriff der Schule
Täglich die Angst

Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung | Kommentare (0)

Schwierige Situationen in der Mediation

Montag, 29. September 2014 14:14

Sicherlich ist jeder Mediatorin und jedem Mediator schon einmal eine herausfordernde Situation im Rahmen einer Mediation begegnet. Vielleicht ist eine Mediandin einfach aufgestanden und sprachlos gegangen. Vielleicht hat ein Mediand aggressiv gegenüber dem Mediatorenteam gesprochen. Vielleicht gab es permanente abwertende und überkritische Wortbeiträge dem Verfahren der Mediation gegenüber. Vieles kann passieren. Obwohl ich seit über 13 Jahren Mediatorin bin, begegnen auch mir immer mal wieder Situationen, in denen ich neu denken und entscheiden muss.

In den von mir geleiteten Mediationsaufbauseminaren ist das Thema „Umgang mit schwierigen Situation in der Mediation“ eines der Themen, das ich mit den frisch ausgebildeten Mediatorinnen und Mediatoren bespreche. Leider gibt es bisher kein Buch zum Thema. Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht und geschaut, was es in angrenzenden Gebieten dazu gibt. So bin ich auf da Buch „Schwierige Situation in Therapie und Beratung. 30 Probleme und Lösungsvorschläge“ gestoßen, das von Alexander Noyon und Thomas Heidenreich stammt und im Beltz Verlag herausgegeben wurde.

Das Buch „Schwierige Situationen in Therapie und Beratung“ berichtet von verschiedenen Störungen im Beratungsprozess und zeigt, wie diesen gut begegnet werden kann. Damit ist es ein Buch, das auch im Mediations- und Supervisionskontext sehr nützlich sein kann. Natürlich treffen wir dort nicht auf genau dieselben Schwierigkeiten wie in der Therapie, allerdings: Überschneidungen gibt es schon.

Interessante Aussagen lassen sich in vielen Kapiteln finden. Ich möchte hier vom Kapitel „Schweigen und ‘Ich weiß nicht’“ berichten. Mediation baut auf Kommunikation und Kommunikation ist trotz möglicher Bilder einbeziehenden Methoden immer noch das wichtigste Medium in der Mediation. Was tun? Ein erster Schritt ist, das Schweigen zu lesen.

Es kann ein Schweigen sein, das aussagt:

  • Jetzt ist erst einmal mein Konfliktpartner dran.
  • Ich denke nach.
  • Ich sinne nach (hier geht es eher um die Gefühlsebene).
  • Das ist mir peinlich.
  • Lass uns schweigen.

Das erste ist meiner Erfahrung nach in der Mediation die häufigste Ursache von Schweigen, das letzte die am wenigsten häufige.

Als Mediatorin kann ich unterschiedlich reagieren. Ich kann die Frage nochmal wiederholen, ich kann ihn auffordern zu antworten, oder ich kann ebenfalls schweigen. Ich kann fragen „Was geht gerade in Ihnen vor?“ oder einfach: „Sie schweigen jetzt schon eine Weile …“ Manche Reaktionsweisen sind unangebracht, andere bringen den Prozess voran.

Die im Buch abgedruckte Empfehlungen der Dos and Don’ts zum Schweigen (Noyon; Heidenreich 2013, S. 121) machen großen Sinn auch für derartige Situationen in einer Mediation, Supervision oder Konfliktberatung:

Don’ts:

  • Blinder Aktionismus und überhastetes Reagieren, um das Schweigen schnellstmöglich zu beenden
  • Von Thema zu Thema bzw. Frage zu Frage zu springen, ohne die Potenziale richtig auszureizen
  • Komplizierte, lange und verschachtelte Fragen stellen
  • Ärgerlich reagieren

Dos:

  • Das Schweigen lesen: Beweggründe erkennen und adäquat reagieren: Blickrichtung des Gegenübers beobachten, um das Schweigen besser klassifizieren zu können
  • Eigenes Abwarten kultivieren und persönliche Entspannung finden
  • Einfache Fragen stellen
  • Überlegen, ob eine erhöhte soziale Angst vorliegt, die Ursache für das Schweigen sein kann

Und abschließend möchte ich Ihnen noch einen Gedankengang aus dem vorgestellten Buch mitgeben, der Sie ein wenig für schwierige Situationen in Mediation und Supervision vorbereiten soll:

„Schwierige Situationen sind schwierig!
(…) Erwarten Sie nicht von sich, in einer schwierigen Situation immer sofort eine elegante und leichte Lösung zu finden! Genau darin besteht ja das Wesen einer schwierigen (…) Situation, dass sie den Behandler (Mediator/Supervisor) sehr stark herausfordert und mit den Grenzen seiner Fertigkeit in Berührung bringt. In einer schwierigen Situation nicht sofort – oder vielleicht sogar gar nicht – eine hilfreiche Lösung finden, bedeutet nicht, dass Sie ein schlechter Behandler (Mediator/Supervisor) oder eine schlechte Behandlerin (Mediatorin/Supervisorin) sind. Zum einen hat jeder Berater oder Therapeut, egal wie gut er sein mag, seine Grenzen; zum anderen hat auch unser Handwerkszeug an sich seine Grenzen, die Sie auch durch noch so große Perfektion nicht werden überwinden können.“ (leicht verändert nach Noyon; Heidenreich 2013, S. 12)

Und Sie wissen ja, wir als MediatorInnen haben die Verantwortung für das Meditionsverfahren, die MediandInnen sind die Experten für den Inhalt. Damit dürften Sie ein wenig gewappnet sein für zukünftige schwierige Situationen. Und natürlich gibt es immer die Möglichkeit, als Mediatorin oder Mediator Intervision oder Supervision zur Unterstützung zu nutzen …

Christa D. Schäfer

Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir uns streiten?

Thema: Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren | Kommentare (0)

Frustrationstoleranz fördern

Montag, 22. September 2014 7:51

In der Psychologie versteht man unter Frustrationstoleranz die individuelle Fähigkeit von Menschen, mit Enttäuschungen oder Frustrationen umzugehen. Hat ein Mensch eine geringe Frustrationstoleranz, so wird er eine ihm gestellte Aufgabe rasch abbrechen, wenn diese nicht so schnell und gut gelingt, wie er es möchte. Die Person wird dann eventuell ärgerlich oder reagiert entmutigt beziehungsweise deprimiert. Ein Menschen mit hoher Frustrationstoleranz bleibt hingegen auch in kritischen Situationen geduldig, registriert auch kleinere Fortschritte und arbeitet weiter am Ziel der Aufgabe.

Menschen mit hoher Frustrationstoleranz sind im Leben häufig im Vorteil, weil sie härter an einem Ziel arbeiten ohne schnell aufzugeben. Sie können gut lernen, da sie sich länger und ausdauernder mit einem Lerngegenstand auseinander setze können und ausgeprägtere Interessen haben. Menschen mit geringer Frustrationstoleranz sind im Leben häufig benachteiligt, da sie mit Niederlagen schlechter umgehen können und ihre Motivation, neue Herausforderungen zu suchen, allmählich sinkt. Sie neigen zu Vermeidungsverhalten.

Der Begriff der Frustrationstoleranz wurde 1938 von Saul Rosenzweig geprägt, er meint die Fähigkeit langfristig psychische Spannungen zu ertragen, die aus der Nichtbefriedigung von Triebwünschen kommen. Nach Rosenberg geht eine geringe Frustrationstoleranz mit einer Ich-Schwäche einher. Forschungen sagen auch aus, dass ängstliche, leicht verletzliche Persönlichkeiten mit einer geringen Frustrationstoleranz überdurchschnittlich häufig zu verstärktem Alkoholkonsum neigen und einen hohen Aggressionspegel haben. Je stärker die Frustrationstoleranz ausgeprägt, desto weniger sind aggressive Verhaltensformen zu finden.

Es kann bei hoher Frustrationstoleranz nicht darauf geschlossen werden, warum die Person die Frustration besser erträgt. Der Grund kann sein, dass sie die erlebte frustrierende Situation durch die entsprechende Erwartung zukünftiger Bedürfniserfüllung ausgleichen kann (sie also Belohnungsaufschub erlernt hat), oder sie kann andererseits einfach daher rühren, dass die Person die dargebotene Situation von vorneherein schon als nicht so frustrierend erfährt.

Frustrationstoleranz wird vor allem in der Kindheit erworben und ist bis zu gewissem Maße auch später noch trainierbar. Die Frustrationstoleranz ist ein Mechanismus der Selbstregulation des Menschen. Das Trainieren der Frustrationstoleranz geht unter Berücksichtigung des Realitätsprinzips mit der Einübung von Belohnungsaufschub und Belohnungsreduktion einher.

Viele Elternratgeber geben Hilfestellung, wie das Üben der Frustrationstoleranz gelingt. Für den Kita- und Schulbereich habe ich jetzt ein Büchlein entdeckt, das 50 Übungen zur Steigerung der Frustrationstoleranz bereit hält. Dieses von Rosemarie Portmann geschriebene und im Don Bosco Verlag herausgegebene Buch stellt „Spiele“ vor, die zum Nachdenken über Frust anregen, das Verlierenlernen üben, für mehr Geduld sorgen, das Selbstbewusstsein stärken und helfen, den Frust zu überwinden. Mit 5 € ist dies „Hosentaschenbuch“ super geeignet für Erzieherinnnen und Erzieher im Kitabereich und Pädagogisches Fachpersonal in der Schule. Die Übungen können schnell gesichtet und problemlos in den Gruppe einsetzen werden.

Besonders gut hat mir beispielsweise die Übung „Countdown“ gefallen, die ich Ihnen hier gerne vorstellen möchte:

Auch kleine Kinder wissen sicher schon, was ein Countdown ist. Bei einem Raketenstart wird heruntergezählt, die Rakete fliegt erst bei der letzten Zahl los. Die Kinder können zunächst „Raketenstart“ spielen.
Ein Countdown kann den Kindern aber auch helfen, nicht sofort loszustürmen oder loszupoltern. Den Kindern wird eine Frage gestellt oder sie werden gebeten eine Aufgabe zu erfüllen, die sie annehmen oder ablehnen können. Aber bevor sie antworten, müssen sie zunächst ruhig abwarten bis die Spielleitung von 30 (bei sehr ungeduldigen und/oder jüngeren Kindern zunächst auch weniger) im Sekundentakt rückwärts runtergezählt hat. Wer es schafft abzuwarten, kann belohnt werden, z.B. mit Gut-Punkten, die bei einer bestimmten Menge gegen einen „Preis“ eingelöst werde.
Im Laufe der Zeit sollen die Kinder lernen, die „Countdown-Methode“ auch selbständig anzuwenden, indem sie wortlos „innerlich“ zählen – und dann erst reagieren.
(Portmann, Rosemarie: Die 50 besten Spiele zur Frustrationstoleranz, S. 37)

Geben wir unseren Kindern also mehr Frustrationstoleranz mit auf den Weg, damit ihre Vorhaben einfacher gelingen!
Christa D. Schäfer

 

Weitere Bücher mit Übungen / Spielen zu den Themen:
Kennenlernen und Gruppenentwicklung
Aggression
Entspannung

Thema: Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Werte

Montag, 15. September 2014 8:00

Achtsamkeit o Achtung o Anteilnahme o Dankbarkeit o Ehrlichkeit o Einfühlungsgabe o Einzigartigkeit o Ermutigung o Familie o Freiheit o Freundlichkeit o Freundschaft o Geborgenheit o Gemeinschaft o Gerechtigkeit o Glauben o Herzlichkeit o Hilfsbereitschaft o Humor o Kindheit o Kreativität o Neugierde o Spielen o Staunen o Toleranz o Verlässlichkeit o Vertrauen o Wertschätzung o Zeit o Zumutung

30 Werte, dargestellt durch hochwertigen A4-große Bilddrucke, auf der Rückseite versehen mit einem Zitat und einem kurzen Text, der zu weiterführenden Gesprächen, Diskussionen und Reflexionen anregt. Wow, dieses Material werde ich fortan gerne in meinen Seminaren empfehlen und in meinen eigenen Coaching- und Supervisionssitzungen sowie in meinen Trainings nutzen.

Die von Margit Franz herausgegebenen Bildkarten zum Thema Werte aus dem Don Bosco Verlag lassen sich im Kollegium in Kita, Grundschule usw. gut einsetzen, sie sind für die Elternarbeit als Gesprächsanlass von unschätzbarem Wert und können natürlich auch ReferentInnen, Lehrkräften und anderem pädagogischem Fachpersonal Unterstützung für vielfältige Gesprächssituationen bieten. Sicherlich haben Sie auch gleich selbst eine Idee zum Einsatz dieser Karten.

Gerne möchte ich Ihnen hier eine Bildkarte ausführlich vorstellen, einen Wert, der sowohl in der Pädagogik als auch in der Konflktbearbeitung äußerst wichtig ist, das VERTRAUEN.

Vertrauen_1   Vertrauen_2

 

Wenn Sie auf das Bild klicken, so wird das Bild größer und Sie können die Schrift auf der Wertekarte gut lesen.

  • Wo ist Ihnen der Wert des Vertrauens in der Pädagogik zuletzt aufgefallen und deutlich geworden?
  • Was verbinden Sie mit dem Wert des Vertrauens in Bezug auf das Verfahren der Mediation?

Vertrauen ist ein Wert, der nicht nur in der Pädagogik eine große Rolle spielt. Er ist auch in der Mediation unabdingbar: Das Vertrauen der Medianden in den Mediator, dass er den Prozess schon gut leiten wird. Das Vertrauen des Mediators oder der Mediatorin in die Medianden, dass sie ihr Bestes für die Mediationsgespräche geben. Das Vertrauen der Medianden untereinander, das sicherlich am Anfang des Mediationsgespräches noch nicht da ist, aber mit zunehmender Zeit in der Mediation aufgebaut werden soll / aufgebaut wird. Und schließlich das Vertrauen aller in den Prozess der Mediation als eine gute Möglichkeit Konflike zu klären.

Kürzlich habe ich übrigens in diesem Blog postkartengroße Bildkarten zum Thema Biografiearbeit vorgestellt, die ebenfalls für verschiedene Gesprächsanlässe nützlich sein können.

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schulmediation | Kommentare (0)