Circle

Montag, 27. April 2015 8:45

Die Kraft des Kreises

Der Klassenrat in der Schule findet im Stuhlkreis statt. Was passiert dort, und kann man dieses „Redeprinzip“ auf den Wirtschaftsbereich ausweiten? Kann man Business-Meetings und Business-Sitzungen im Stuhlkreis stattfinden lassen?

Was ist der Vorteil von Circles?
Welche Rollen gibt es?
Wie funktionieren Meetings und Gespräche in Circles?
Gibt es auch Circles in Paarbeziehungen und in der Familie?

Wow, ich habe diesen Artikel mit ganz vielen Frage begonnen, Fragen, die mir durch den Kopf gingen, als ich das Buch „Circles: Die Kraft des Kreises“ in die Hand bekam. Die beiden Autorinnen Christina Baldwin und Ann Linnea haben sich in diesem Buch, herausgegeben im Beltz Verlag, ausführlich mit dem Peer Spirit Circle Process – kurz Circle – auseinander gesetzt. Ein Prinzip, das viel mehr enthält als nur eine bestimmte Anordnung von Stühlen.

Peer Spirit Circle Process

Christina Baldwin und Ann Linnea hatten die intuitive Überzeugung, dass der Kreis sowohl uralt als auch universell ist. Naturvölker nutzten den Kreis, um Entscheidungen für den ganzen Stamm zu treffen. Nordamerikanische Stammesälteste nutzten den Kreis und schätzten ihn auf sozialer und geistiger Ebene. Der Kreis war für manche Kulturen Organisationsprinzip, schien als Sprache der Naturvölker jedoch nicht zur vorherrschenden westlichen Kultur zu passen.

Baldwin und Linnea schauten, wie Circles in unserer modernen Welt funktionieren können. 1996 erschien die erste Version ihres Werkes „Calling the Circle. The First and Future Culture“. Damit war der erste Schritt getan, den Kreis in die moderne Kultur zurückzurufen und zur erneuten Anwendung zu bringen:

Das war zu jener Zeit, in der auch das World-Café, das Open Sace und die Methode der Zukunftskonferenz entwickelt wurde. In jeder dieser „Methoden“ sitzen Menschen zusammen, sprechen miteinander und erachten ihre gegenseitigen Stimmen als wertvoll. Jede dieser Methoden geht von Respekt und Wertschätzung aus. Jedes Ereignis hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Der Archetyp des Kreises ist im Raum präsent. In einem Kreis können große Ideen von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommen, alle Beiträge werden gleichwertig aufgenommen. Im Jahr 2000 kam die Arbeit von Baldwin und Linnea nach Europa und fing auch an hier zu wirken. Vier Mal waren beide bereits in Deutschland, mehrmals auch in anderen europäischen Ländern.

„Nach mehr als 20 Jahren Erfahrung haben wir den weitreichenden Nutzen dieser Arbeit gesehen und sind nun überzeugt, dass die Wiedereingliederung des Kreises den Prototyp für eine neue Kultur liefert: eine Kultur der Kreativität, der Zusammenarbeit und des Gesprächs.“ (Baldwin/Linnea: Circle, S. 14)

Vom Ursprung des Kreises

„Der Mann ist nass bis auf die Haut und zittert vor Kälte. Mit einem erlegten Kaninchen über der Schulter läuft er eilig durch die Abenddämmerung. Die Frau neben ihm bleibt trotz des schwindenden Lichts immer wieder kurz stehen, um einige Blätter zu sammeln oder eine Wurzel mit dem Fuß frei zu scharren und in einen Lederbeutel zu stecken, den sie um die Taille gehängt hat. So folgen sie dem Pfad, der sie hoffentlich an einen Ort führt, an dem sie freundliche Aufnahme, Wärme und Gesellschaft für die Nacht finden. …“ Beide finden ein Feuer, an dem bereits andere Männer und Frauen sitzen, erzählen, sich wärmen und zusammen essen. Das Feuer ist die Mitte, gibt Sicherheit, Wärme und Nahrung. (ebenda, S. 30)

Hat sich Sprache als soziales Instrument parallel zur Nutzung von Feuer und zur Ausdifferenzierung von Handwerkszeugen entwickelt?

Der Kreis als Archetyp des Gruppenprozesses

„Der Weg des Kreises ist eine praxisorientierte Methode, soziale Partnerschaften neu zu etablieren und eine Welt zu schaffen, in der wahrhaftige Kooperation zu optimaler kompetenter hierarchischer Führung anregt. Ein Anführer braucht ein Ratsgremium, das ihm die Dorfmeinungen zu Gehör bringt. Ein Präsident braucht ein Kabinett, ein Trainer ein Team, ein Lehrer Schüler. Die Älteren brauchen junge Leute. Und Meetings brauchen dringende Veränderung.“ (ebenda, S. 39)

Gespräche und Sitzungen im Kreis etablieren eine neue Gesprächskultur. Allein durch Sprechen und Zuhören können dringend notwendige Veränderungen bewirkt werden. Die Gesprächskultur im Kreis stellt einen sozialen Paradigmenwechsel dar, der überall, jederzeit und in jeder beliebigen Gruppe stattfinden kann. Er funktioniert über eine Intelligenz, die Herz und Verstand in Einklang bringt, setzt auf das Gemeinschaftsprinzip und sucht nach Möglichkeiten, wie sich jede und jeder einbringen kann.

Der Kreis hat eine feste Struktur:
Auftakt und Einladung
Die Kreismitte einrichten
Vereinbarungen
Check-in
Intention
Drei Prinzipien
Drei Praktiken
Rollen
Check-out

Der Kreis hat drei Prinzipien:
Führung im Wechsel
Gemeinsame Verantwortung
Vertrauen in die Ganzheit

Der Kreis hat drei Praktiken:
Aufmerksam zuhören
Absichtvolles Reden
Auf das Wohlergehen der Gruppe achten

Es gibt verschiedene Rollen:
Der Gastgeber mit temporärer Führungsrolle
Der Achtgeber
Der Schreiber

Die Arbeit im Kreis hat drei Grundformen:
Die Redeobjekt-Runde
Die Gesprächsrunde
Schweigen

Die Entscheidungsfindung funktioniert über:
Konsens und Abstimmung

Circle können sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext abgehalten werden.

Sie interessieren sich für ein Beispiel zu einem Circle?
Hier das Beispiel eines Circles im Rahmen eines konfliktgeladenen Gespräches.

„Die Geschäftsleitung lud alle Franchisenehmer zu einer Konferenz von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag ein. So etwas hatte es noch nie gegeben. 140 von ihnen sagten ihre Teilnahme zu. Der schwierigste Teil war ein Dialog mit der gesamten Gruppe am Samstagnachmittag über den Konflikt der in Bezug auf die neuen Statuten entstanden war. Wenn ein Kreisprozess in großen Gruppen stattfindet, muss der Gastgeber äußerst kreativ vorgehen. Der Unterschied ist etwa so groß wie zwischen der Organisation einer Dinnerparty und einem professionellen Catering: Bedeutend mehr Planung ist erforderlich, um sicherzustellen, dass die Qualität des Engagements von Dauer ist. Doch wenn jede Stimme persönlich zu Wort kommen soll – und in diesem Fall war dies eine conditio sine qua non -, dann kann der Kreis auch für die Diskussion in einer großen Gruppe erweitert werden.
Matthias und Jutta entwarfen eine Kreismitte, die für die Gruppe besonders relevant war. Sie bestand aus einer etwa 90 Zentimeter hohen Pyramide aus 16 roten Boxen. Die oberste Box symbolisierte den Zweck des Unternehmens (einschließlich des Franchisesystems). Die vier Boxen in der Mitte repräsentierten seine Werte und die neun an der Basis symbolisierten die Firmenziele. Die Gruppe hatte im Laufe der Konferenz schon mit Zweck, Werten und Zielen gearbeitet und kannte deshalb die Bedeutung der Boxen. Dann arrangierten Matthias und Jutta 140 Stühle in vier konzentrischen Kreisen wie Jahresringe an einem Baumstamm darum herum.“ (ebenda, S.

Wenn ich Sie mit meiner Begeisterung für die Circles „angesteckt“ habe, dann finden Sie in dem 281 Seiten starken Buch „Circle: Die Kraft des Kreises. Gespräche und Meetings inspirierend, schöpferisch und effektiv gestalten“ von Christina Baldwin und Ann Linnea aus dem Beltz Verlag viele weitere Beispiele und natürlich Beschreibungen, wie Circles zum Laufen gebracht werden können. Sehr empfehlenswert !! Wer weiß, vielleicht – oder besser hoffentlich – gibt es in ein paar Jahren auch in Deutschland viele Circles in privaten und geschäftlichen Kontexten.

Ach ja, Sie kennen meine Praxisbroschüre zum Klassenrat?

Dr. Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0)

Hat das Herz einen Verstand?

Dienstag, 21. April 2015 9:00

Der Coach, Bewusstseinsforscher, Weisheitslehrer und Buchautor Ruediger Schache sagt „Ja“. Ich sage „Hm …“ Was sagen Sie?

Ruediger Schache spricht in seinem Buch „Herzverstand“ davon, dass es eine intensive Beziehung zwischen Herz und Verstand gibt. Ein böses Wort kann ein Herz treffen, eine Sorge es erdrücken, ein Verlust es zerreißen. Eine kleine Blume im Sonnenstrahl kann ein Herz öffnen, aufblühen lassen und vielleicht sogar heilen. Das Herz kann Einfluss auf die Gedanken nehmen, so wie die Gedanken Einfluss auf das Herz nehmen.

„Im Herzen sitzt die Seele. Und diese Seele sendet und empfängt mithilfe des Herzens. Sie ist im ständigen Kontakt mit der Welt um sie herum …“ (Schache: Herzensverstand, S. 74)

Schache zeigt 4 Schlüsselfragen zum Herzverstand auf, die Menschen auf dem Weg zur Vergrößerung ihres Potentials führen können. Außerdem schreibt er über wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neurobiologie, die belegen, wie groß die Kraft des HERZENS in Wahrheit ist. Er zeigt beispielsweise, dass das Herz seiner Ansicht nach eine eigene Intelligenz besitzt. Viele Beispiele von Menschen, die eine Herztransplantation erlebt haben, belegen seiner Ansicht nach die Verbindung zwischen dem früheren Herzbesitzer und dem jetzigen. Unglaubliche Geschichten lassen sich dort finden. So hatte die Amerikanerin Claire Sylvia nach ihrer Herztransplantation Durst auf Bier und Hunger auf Menüs der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken, obwohl sie vorher diese Lebensmittel nie mochte. Der sieben Monate alte Carter erhielt das Herz des 16 Jahre alten Jerrys, und Carter erkannte im Alter von 5 Jahren inmitten einer Menschenmenge die Eltern von Jerry, obwohl bisher weder seine Eltern diese Menschen kannten, geschweige denn bis dahin jemand wussten, von wem das Spenderherz stammte.

„Zusätzlich zur Herz-Verstand-Verbindung verfügt das Herz auch über ein eigenes, autarkes neuronales Netzwerk, das tatsächlich, genau wie ein Gehirn, Kurzzeit- und Langzeiterinnerungen speichern kann. Man könnte es als ‘Herzgehirn’ bezeichnen. Fast schon eine eigene Persönlichkeit.“ (ebenda, S. 44)

Was bedeutet das Herz für PädagogInnen und MediatorInnen?
Diese beiden Berufsgruppen sollten meiner Meinung nach „das Herz auf dem rechten Fleck“ haben. Sie sollten das Herz anderer berühren und ein klein wenig öffnen können. Und sie sollten auch an ihr eigenes Herz denken.

Für mich persönlich hängt das Herz stets mit dem Thema Gefühl zusammen. Herz ist rot und Wärme und Zuneigung und Freundschaft und Liebe. Auch wenn Marshall Rosenberg sagt, Liebe ist ein Bedürfnis.

„Das Herz ist ein halber Prophet.“ (Jüdisches Sprichwort)

„Das wahre Wissen kommt immer aus dem Herzen.“ (Leonardo da Vinci)

Meinen Blogartikel zu diesem anregenden Buch möchte ich gerne mit einer Übung des Autors aus dem Buch beenden, sie heißt „Den Herzstand aktivieren – Eine Vorstellung ins Herz nehmen“:

„Ihr Herz ist direkt mit Ihrem Verstand verbunden. Beide kommunizieren ständig miteinander, sie gleichen sich ab. Diese Tatsache können Sie nutzen, wenn Sie wichtige Fragen haben.
Stellen Sie sich eine Szene in Ihrer Zukunft vor so wie sie sein könnte, falls Sie sich für etwas entscheiden. Zum Beispiel dafür, dass Sie in zehn Jahren noch in dieser Firma arbeiten. Oder dass Sie in zwanzig Jahren noch mit dieser Person zusammenleben. Oder dass sie eine bestimmte Ausbildung machen und dann in dem Beruf arbeiten.
Nur als Fantasiebild. Gelingt Ihnen diese Vorstellung?
Es kann sein, dass Sie allein bei dem Versuch der Vorstellung abbrechen und sagen: ‘Nein. Ich kann es nicht mal richtig denken.’ Dann haben Sie einen guten Hinweis.
Falls es Ihnen gelingt, ein Bild zu erzeugen, schicken Sie dieses Bild vom Kopf hinunter ins Herz. Als könnten Sie es mit einer unsichtbaren Hand vorsichtig umschließe und nach unten schieben. Wie fühlt sich das Herz an, wenn das Bild in ihm ist? Wird es traurig? Eng? Trostlos? Das wäre ein Hinweis, dass dieses Bild nicht mit der Zukunft übereinstimmt, die für Ihr Herz richtig ist. Oder wird es freudig? Kommt das wissende Gefühl auf, dass es ‘gut’ ist? Oder ist es einfach friedlich? Das wäre die Antwort, weiter dranzubleiben.
Sich eine Szene möglichst gut vorzustellen, sie dann ins Herz zu nehmen und zu fühlen, was sie dort auslöst, ist vor allem für Menschen mit bildlicher Vorstellungskraft und feinem Selbstgespür eine wertvolle Methode der Herzbefragung.“ (ebenda, S. 96)

Versuchen Sie es doch mal.
Bei mir funktioniert es …
Christa Schäfer

Ein Gedicht zur Verbindung zwischen Herz und Gesicht …

Thema: Emotionale Intelligenz, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (2)

Kommunikation in der Kita

Montag, 13. April 2015 7:23

In den letzten Jahren habe ich mich verstärkt um Kommunikation und Konfliktmanagement in verschiedenen Bereichen der Pädagogik gekümmert. Da war natürlich auch der Bereich der Kita (Kindertagesstätten) bzw. der Kindergärten ein ganz wichtiger. Neben Mediationen, Supervisionen und Leitungscoaching habe ich 2014 in München, Köln und Berlin Vorträge zur „Kommunikation und zum Konfliktmanagement in einer Inklusiven Kita“ im Rahmen des Deutschen Inklusionsforums für die Kita gehalten. 2015 gibt es im Oktober und November wieder die Möglichkeit diese interaktiven Vorträgen zu hören.

Bei Trainings zu Elterngesprächen in Kita empfehle ich gerne das Buch „Klare Worte finden“ von Ulrike Lindner, das aus dem Verlag an der Ruhr stammt und auf hervorragende Art und Weise das Thema Elterngespräche aufgreift.

Jetzt möchte ich hier sehr gerne „Das Kommunikationsbuch für Erzieherinnen“ (und Erzieher) empfehlen. Das Buch bringt daas Thema mal in ganz anderer Art und Weise auf den Punkt. Die Autorin Ursula Friederikje Rücker betrachtet verschiedene Wahrnehmungstypen und deren bevorzugte Kommunikationsstile, sehr interessant !! Bisher hatte ich mir erst am Rande dazu Gedanken gemacht, dass jeder Wahrnehmungstyp einen unterschiedlichen Kommunikationsstil pflegt, und das Wissen um diese Typen auch in Kitas den Alltag miteinander vereinfachen könnte.

Kommunikationsbuch für Erzieherinnen

Die Autorin des Kommunikationsbuches für Erzieherinnen gibt Hinweise zum visuellen, auditiven und kinästhetischen Wahrnehmungstyp. Jeder Typ wird mit seinen Merkmalen vorgestellt, es wird geschaut, wie die Begegnung und das Gespräch mit einem Elternteil dieses Wahrnehmungstyps vonstatten gehen kann, wie die so geprägte Fachkraft gut kommuniziert und wie man Kinder in diesen Wahrnehmungs- und Kommunikationsmustern gut abholen kann. Der weitere Teil des Buches beschäftigt sich mit den Stichworten Anerkennung und Wertschätzung als Grundlage für Beziehung und Kommunikation und schließt einigen gut einsetzbaren Übungen zu den Kommunikationsstilen in Kita.

Wahrnehmung gestaltet Kommunikation
Ich glaube, das größte Geschenk das ich von jemandem bekommen kann, ist, dass er mich sieht, mir zuhört, mich versteht und mich berührt. Das größte Geschenk, das ich einem andern Menschen machen kann, ist, ihn zu sehen, ihm zuzuhören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren. Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind. (Virginia Satir)

Zum visuellen Wahrnehmungstyp und seinem Kommunikationsstil
Die Buchautorin Ursula Friederikje Rücker beschreibt, dass Menschen mit einer ausgeprägten visuellen Wahrnehmung meist sehr auf ihr eigenes persönliches Aussehen achten. Sie beziehen sich in Gesprächen auf ihre visuellen Eindrücke und nutzen gerne ihre Körpersprache um etwas zu verdeutlichen. Im wahrsten Sinne des Wortes machen sich diese Menschen ein „Bild“ von der Welt. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Visuelle Menschen werden ärgerlich, wenn sie das Gefühl haben, übersehen zu werden.

Wortfamilien und Redewendungen zum visuellen Wahrnehmungstyp:
großartig, kleinkariert, sehen, zeigen, schleierhaft, düster, strahlend, einleuchtend, veranschaulichen, Überblick, Ansicht, Vision, Perspektive …

„Ich sehe das so“, „mir scheint“, „eine Vision haben“, „anderer Ansicht sein“, „das sieht gut aus“, „ich finde“, „der blinde Fleck“, „etwas einsehen“, „rosa Brille“ …

Begrüßung und Verabschiedung:
„Wie schön, Sie zu sehen“
„Auf Wiedersehen“
„Wir sehen uns“

Offene Fragen, die im Gesprächsverlauf hilfreich sein können:
„Konnten Sie ein Bild von .. machen?“
„Das sieht doch ganz gut aus, was meinen Sie?“
„Welcher Ansicht sind Sie?“

Visuell geprägte Eltern
In der Begegnung und im Gespräch mit einem visuellen Elternteil sollten sich Erzieherinnen darüber im Klaren sein, dass diese Menschen scharfe Beobachter sind, sie schauen genau auf Kleidung, Körpersprache und vieles mehr. Es ist gut, visuell geprägten Eltern zu zeigen, dass ihr Kind sich in der Kita wohlfühlt. Man kann einen Rundgang machen, das Elternteil einladen, auf Sehenswertes hinweisen und vieles mehr. Für Konfliktsituationen ist es gut, Dokumente und wichtige Papiere parat zu haben, damit das Elternteil diese einsehen kann.

Visuelle pädagogische Fachkräfte
Sind pädagogische Fachkräfte visuell geprägt, so werden diese besonders Wert legen auf die Gestaltung der Kita und des Gruppenraumes. Sie nutzen Symbole als Orientierung, achten auf Ordnung und zeigen den ihnen anvertrauten Kindern die Welt.

Das aktuell visuelle Kind
Das Seelenleben eines visuellen Kindes kann am ehesten verstanden werden, wenn Sie sich in seiner Welt aufmerksam umsehen. Die Welt des visuellen Kindes ist die Welt der Farben, Formen, Schatten und Bilder. Kreativität ist ein wichtiges Stichwort. Visuelle Kinder setzen sich gerne in Szene, machen Rollenspiele, Pantomime, malen und gestalten gerne. Häufig haben visuell geprägte Kinder ganz genau im Kopf, was sie morgens anziehen möchten und was nicht. Visuell geprägte Kinder versuchten Aufmerksamkeit durch Auffälligkeit zu erregen. Da geht es durchaus manchmal darum eine „Show abzuziehen“. Visuelle Kinder stehen ferner gerne im Mittelpunkt. Sie fühlen sich zurückgesetzt, wenn sie übersehen werden. Genau wie visuell starke Kinder durch visuelle Reize erreicht werden, so lassen sie sich durch visuelle Impulse ablenken.
Unser Schulsystem ist stark visuell ausgerichtet. Dadurch sind visuell geprägte Kinder oft im Vorteil. Dennoch ist es wichtig, auch ihre anderen Sinne zu fördern.

Das soll als kurzer Einblick in diesen Wahrnehmungs- und Kommunikationstyp genügen. Im Buch gibt es natürlich ausführliche weitere Hinweise zu diesem und den anderen Typen.

Und abschließend meine Ideen für drei kleine Reflexionen / Übungen

  1. Welcher Kommunikationstyp sind Sie selber?
  2. Beobachten Sie heute, morgen oder bei Gelegenheit Ihre Arbeitskolleginnen, Kinder oder Eltern aus Ihrer Gruppe. Versuchen Sie herauszufinden, welcher Kommunikationstyp sie sind.
  3. Versuchen Sie bei Gelegenheit einmal, mit jemandem in einem rein visuell geprägten Kommunikationsstil zu reden. Das macht richtig Spaß und kann sogar komisch werden.

Ach ja, und vom Don Bosco Verlag gibt es übrigens auch wunderbare Gefühlskarten für die Förderung der Emotionalen Kompetenz in Kitas, lassen Sie sich inspirieren …

Dr. Christa D. Schäfer

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Der Weg zur Resilienz

Sonntag, 5. April 2015 13:14

Manche Menschen bewältigen Stress, Rückschläge, Frust, Misserfolge, Verluste, Schicksalsschläge besser als andere. Warum? Sie besitzen eine größere Resilienz, eine größere psychische Widerstandsfähigkeit.

Resilienz, die unsichtbare Kraft …

Resilienz ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe des Lebens erlernt. Wodurch? Zuerst natürlich durch eine stabile und sichere Bindung zu einer vertrauten Person in der Baby- und Kleinkindzeit. Es folgen positive Erfahrungen in der Familie und in der Kita, die unterstützen, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen. Eltern und andere Erwachsene zeigen, wie man gut mit Problemen und Konflikten umgehen kann, so dass der Blick auf die Lösungen fällt und nicht an den Schwierigkeiten hängen bleibt. Ein Netzwerk von Freundinnen, Freunden und vertrauten Personen lässt stabile Beziehungen und ein Netzwerk entstehen. Kinder sollten lernen, um Hilfe zu bitten. Eine optimistische Grundhaltung führt dazu, Krisen als vorübergehend anzusehen und den Blick auf die Zukunft zu schärfen. All dies führt zur Resilienz, und die im Kindesalter gelernte Perspektive wird in die Jugend und ins Erwachsenenalter mitgenommen. Natürlich kann man auch als Erwachsene(r) an der Resilienzfähigkeit arbeiten, manche Menschen benötigen dazu lediglich einen kleinen “Anstoß”, andere arbeiten täglich und hart hieran, manche gönnen sich ein Resilienz-Coaching, um wieder „in ihre Mitte“ zu kommen …

Das Jahr 2015 habe ich in diesem Blog mit einigen Yoga-Übungen und besten Wünschen für ein stressfreies Jahr eingeleitet. Ostern möchte ich Ihnen gerne einige Gedanken zum Thema „Resilienz“ mit auf den Weg geben.

Dazu habe ich die 75 Bildkarten zum „Resilienztraining“ von Sylvia Kéré Wellensiek aus dem Beltz Verlag in die Hand genommen. Wellensiek hat verschiedene Bücher zum Thema Resilienz und Resilienztraining herausgebracht. Ihr Human Balance Training (HBT) unterstützt Menschen dabei, realistische Schritte in Richtung Achtsamkeit und einer aufmerksamen Unternehmens- und Führungskultur zu nehmen.

Das DIN A4-große Kartenset enthält Bilder aus Natur, Kunst und Technik. Die Karten unterstützen in Einzelcoachings und Trainings, geben einen Input von außen, können Auslöser für neue Perspektiven sein, wecken Emotionen, regen Kreativität und Inspiration an und schenken Freude am Denken und Fühlen. Dabei gehen diese Bilder tiefer und in andere Gehirnareale als das reine Sprechen. Das booklet zu den Karten stellt verschieden mögliche Arbeitsweisen und Übungen vor. Gerne empfehle ich dieses Kartenset für Coaching- und Trainingssituationen, nicht nur zum Thema Resilienz, sondern auch zu vielfältigen anderen Themen …

Gewöhnlich werden im Coaching Fragen gestellt, und die Bildkarten regen zu Antworten ein, wirken inspirierend und auflockernd. Ich habe es zu Ostern anders gestaltet und geschaut, welche Bilder für mich gut in diese Zeit Anfang April passen. Erst dann habe ich geschaut, welche Achtsamkeitshinweise auf der Rückseite der Karte stehen. Das Ergebnis möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Ich_lebe_meine_Werte_im_Alltag_Wellensiek_Resilienz

„Ich lebe meine Werte im Alltag.“
Sinn- und Werteverständnis

Ich_kann_Liebe_empfangen_und_verschenken_Wellensiek_Resilienz

„Ich kann Liebe empfangen und verschenken.“
Emotionale Balance

Ich hoffe, Sie leben Ihre Work-Life Balance
und können Ostern etwas für Ihre Resilienzfähigkeit tun …

Ein ruhiges und entspanntes Osterfest 2015
wünscht Ihnen Dr. Christa D. Schäfer

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Gelingende Beziehungen halten die Welt zusammen

Montag, 30. März 2015 12:19

Manchmal treffen wir eine Person in der Bahn oder im Flugzeug und spüren gleich eine Sympathie zu dieser Person. Dann unterhält man sich, zunächst über das Wetter, dann vielleicht über die Arbeit oder die Stadt, in der man gerade ist. Und nach 10 Minuten geht man auseinander und hat das Gefühl, etwas Schönes erlebt zu haben. Das könnte der Anfang für eine gelingende Beziehung sein. Am nächsten Tag, in derselben Stadt, trifft man beim Bäcker eine Person, die sich zuerst vordrängelt und dann auch noch um sich herum mit Worten „giftet“ – daraus kann weniger gut eine gelingende Beziehung entstehen.

Beziehungen können lang andauern oder nur ganz kurz sein. Nach der Wikipedia-Definition ist eine Beziehung eine bestimmte Relation zwischen verschiedenen Objekten oder Individuen. Stimmt, Menschen können ja auch zu Tieren, zu Pflanzen oder zu leblosen Gegenständen eine Beziehung aufbauen.

Und weiter heißt es bei Wikipedia zu Sozialen Beziehungen:

„Als Soziale Beziehung (auch Zwischenmenschliche Beziehung) bezeichnet man in der Soziologie eine Beziehung von zwei Personen oder Gruppen, bei denen ihr Denken, Handeln oder Fühlen gegenseitig aufeinander bezogen ist. Soziale Beziehungen sind eine elementare Voraussetzung des Menschen, um gesellschaftlich erfolgreich zu leben. Erlernt er in seinen allerersten Jahren nicht, sie einzugehen (Urvertrauen), so ist er zeitlebens geschädigt. Soziale Beziehungen können positive oder negative Qualitäten haben. Beziehungen, die positive Auswirkungen haben, werden auch als Ressourcen des Individuums angesehen.“

Natürlich kann auch später noch gelernt werden, Beziehungen aufzubauen und gelingen zu lassen. Sowohl PädagogInnen als auch MediatorInnen sollten gelingende Beziehungen leicht aufbauen können. Sowohl Pädagogik als auch Mediation bauen auf gelingenden Beziehungen auf und haben zugleich gelingende Beziehungen als Ziel. Kürzlich entdeckte ich ein Buch von Krista Warnke und Berthild Lievenbrück mit dem Titel „Momente gelingender Beziehungen“ aus dem Beltz Verlag.

Das erste Kapitel des Buches gibt Hinweise auf Fragen wie: Worauf beruht die Qualität einer Beziehung? Welchen Einfluss haben Gefühle auf unser Denken und Handeln? Wie wichtig sind Momente gelingender Beziehung? Im zweiten Kapitel befinden sich Interviews mit dem bekannten Persönlichkeiten wie z.B. dem Familientherapeuten Jesper Juul, dem Hirnforscher Gerald Hüther und der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan. Gespräche über Musik und gelingende Beziehungen sind im dritten Kapitel eingefangen.

„Beim Musikmachen muss man aufeinander hören, man schafft gemeinsam etwas, was mehr ist als das, was der Einzelne kann. Allein das sorgt schon für eine aufmerksame Beziehung. Und was dabei herauskommt, erzeugt Gefühle, eine Ästhetik und ein Form.“ (Magdalena Abrahams in Warnke; Lievenbrück 2015, S. 111)

Und das vierte Kapitel hat sich die Aufgabe gestellt, direkte Hinweise zu einer guten Beziehungskultur und zu Voraussetzungen gelingender Beziehungsmomenten zu geben. Als Pädagogin und Mediatorin bin ich natürlich sehr interessiert an den Hinweisen zu einer guten Beziehungskultur und an den Voraussetzungen für Momente gelingende Beziehungen. Gerne möchte ich deshalb einige Erkenntnisse des Buches “Momente gelingender Beziehung” hier im folgenden mit Ihnen teilen. Es gibt im Buch die Beschreibungen von drei Bausteine, die eine gute Beziehungskultur schaffen und 6 Gruppen von Voraussetzungen für Momente gelingender Beziehungen.

3 Bausteine, die eine gute Beziehungskultur schaffen:

Baustein 1: Aktiv werden
Dies bedeutet, nicht zu warten bis mich jemand anspricht, sondern sich selber einzubringen und gelingende Beziehungen mit zu gestalten. Wahrnehmen, hinschauen, zuhören sind diesbezüglich wichtige Stichworte.

Baustein 2: Denken und Fühlen
Fühlen und Denken sind unmittelbar und untrennbar miteinander verbunden. Es gibt kein Fühlen ohne Denken und kein Denken ohne Fühlen. Gefühle leiten zudem das Denken zu einem großen Teil. Eine Balance zwischen Fühlen und Denken, zwischen zugewandter Wahrnehmung und differenzierender Reflexion ist von großer Bedeutung für gelingende Beziehungen.

Baustein 3: 51 % Prosoziale Einstellungen und Haltungen zulassen
Momente, in denen Beziehungen gelingen, sind von prosozialen Gefühlen getragen, sie sind durch Zugewandtheit, Respekt oder Vertrauen gekennzeichnet. Positive Gefühle verändern den Fokus unserer Aufmerksamkeit und beeinflussen die Art und Weise unseres Denkens und damit den Umgang zwischen Menschen. Wir sind aus neurobiologischer Sicht auf soziale Resonanz und Kooperation angelegte Wesen. Darum lassen sich Beziehungssituationen positiv beeinflussen durch ein kurzes Innehalten, Wahrnehmen, durch Zuwendung und Reflexion der eigenen Gestimmtheit. Negative und positive Erlebnisse mit anderen Menschen werden unterschiedlich im Gehirn abgespeichert: Negative Erlebnisse bleiben haften, positive perlen ab. Werden die positiven Erlebnisse bewusst gemacht, verankern auch sie sich im Gehirn und prägen die Zukunft.

6 Gruppen von Voraussetzungen für Momente gelingender Beziehungen:

Gruppe 1: Offenheit
die anderen wahrnehmen, sich leer machen, neugierig sein, Vorbehalte reflektieren, dialogbereit sein

Gruppe 2: Zugewandtheit
sich anderen gegenüber positiv einstellen, empathisch reagieren, einladen ermutigen und inspirieren, positive Kritikfähigkeit bemühen, angstfreien Raum schaffen

Gruppe 3: Respekt
anerkennend und wertschätzend sein, Achtung zeigen und partnerschaftlich miteinander umgehen, auf Gleichwürdigkeit achten, auf Augenhöhe agieren, die Integrität einer Person nicht verletzen, authentisch sein

Gruppe 4: Mut
Vertrauen schenken, Vertrauensvorschuss geben, risikobereit sein

Gruppe 5: Humor
Humor zulassen, humorvoll sein

Gruppe 6: Zeit
sich Zeit nehmen, entschleunigen

Warum ist dieses Buch für Pädagoginnen und Pädagogen wichtig?
Weil die gelingende Beziehung Voraussetzung für Erziehung ist. Weil der Begriff der Gleichwertigkeit im pädagogischen Bereich leider noch nicht angekommen ist (siehe Buch oder die Gedankengänge von Jesper Juul an anderer Stelle).

Warum ist dieses Buch für Mediatorinnen und Mediatoren wichtig?
Weil der Aufbau von Beziehung für MediatorInnen zum Grundhandwerkszeug gehört.

Gelingende Beziehungen gehören natürlich auch für mich zu meiner Arbeitshaltung
und sind mir ein wichtiges Anliegen in Beratung, Coaching, Mediation und Training.
Dr. Christa D. Schäfer

Eine gute Beziehung sollte man auch zu sich selbst haben,
hier ein Artikel zum Thema Selbstachtung …

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Mediation um den Landwehrkanal in Berlin – Erfolg ?!

Mittwoch, 18. März 2015 22:14

Im Sommer 2008 berichtete ich erstmals hier im Blog über die Mediation um die Bäume am Landwehrkanal in Berlin.

Sechs Jahre dauerte die Mediation. 20 Verbände, Ämter, Anwohner und Vertreter der Binnenschifffahrt tagten in rund 140 Mediationsitzungen, die durchschnittlich je fünf Stunden dauerten. Schließlich fanden die Beteiligten ein Lösungspaket für den Konflikt und unterzeichneten im Dezember 2013 eine Mediationsvereinbarung.

Anuschka Guttzeit, die Mitbegründerin der Initiative „Bäume am Landwehrkanal“, sieht das Mediationsverfahren kritisch. Auf freitag.de berichtete sie über einen Regelbruch im Mediationsverfahren und über diese Mediation als Steuergeldverschwendung einer Bundesbehörde. Lesen Sie selbst …

Christa D. Schäfer

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Gedanken zur Selbstachtung

Montag, 16. März 2015 6:50

Ein junger Indianer streifte allein durch die Wälder. Dabei fand er das Ei eines Adlers. Weil er es aber für ein Präriehuhnei hielt, legte er es ins Nest eines Präriehuhn-Pärchens.
Als der junge Adler schlüpfte, war er von Präriehühnern umgeben. Er lernte laufen wie ein Präriehuhn, gackern wie ein Präriehuhn, fressen wie ein Präriehuhn.
Eines schönen Frühlingstages aber erblickte er etwas ganz Wunderbares: Er sah, wie ein Vogel sich weit in die Lüfte erhob und majestätisch mit dem Wind dahinsegelte. „Was für ein Tier ist das denn?“, fragte der junge Adler, der zwischen Präriehühnern aufgewachsenen war. „Das ist ein Adler, der prächtigste aller Vögel!“ „Es muss wunderbar sein, so anmutig durch die Lüfte gleiten zu können“, träumte der kleine Adler. Aber er war ja kein solch prachtvolles Tier, und so vergaß der kleine Adler seine Träumereien schnell wieder.
Solange er lebte, glaubte er, ein Präriehuhn zu sein.
(Indianermärchen aus Amerika)

Was ziehen Sie aus diesem Märchen für Schlüsse?

Alle Menschen verfügen über ein außerordentlich großes Potential an Fähigkeiten. Manche Menschen sind unglücklich, wissen oder können ihre Potentiale nicht nutzen. Coaching kann helfen, Potentiale zu heben, Selbstachtung aufzubauen und das Leben zu verändern. Mediation kann unterstützen, kurzfristig verloren gegangenes Selbstwertgefühl wieder zu finden.

Definition Coaching (Wortlaut des dvct – Deutscher Verband für Coaching und Training):

„Professionelles Coaching setzt ganz auf die Entwicklung individueller Lösungskompetenz beim Klienten.
Der Klient bestimmt das Ziel des Coachings. Der Coach verantwortet den Prozess, bei dem der Klient neue Erkenntnisse gewinnt und Handlungsalternativen entwickelt. Dabei wird dem Klienten die Wechselwirkung seines Handelns in und mit seinem Umfeld deutlich.
Coaching ist als strukturierter Dialog zeitlich begrenzt und auf die Ziele und Bedürfnisse des Klienten zugeschnitten.
Der Erfolg von Coaching ist messbar und überprüfbar, da zu Beginn des Prozesses gemeinsam die Kriterien der Zielerreichung festgelegt werden.“

Gelesen habe ich das Indianermärchen in dem von Rosette Poletti und Barbara Dobbs geschriebenen Buch „Selbstachtung. Leben in Frieden mit sich selbst“ aus dem Scorpio Verlag. Das Märchen wird im Eingang zum Buch so interpretiert, dass viele Kinder Botschaften erhalten und verinnerlichen haben, die sie daran hindern, sich selbst zu lieben und ihren Stärken zu vertrauen. Das Buch zeigt, wie sich Selbstachtung entwickelt und was Eltern und andere Bezugspersonen eines Kindes tun können, damit dieses ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln kann.

Die Wikipedia Definition zum Begriff Selbstwert lautet:
“Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung, Selbstvertrauen, oder unpräziser: Selbstbewusstsein, Eigenwert, umgangssprachlich auch Ego) versteht die Psychologie die Bewertung, die man von sich selbst hat. Das kann sich auf die Persönlichkeit und die Fähigkeiten des Individuums, die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen.”

Wird einem Kind Anerkennung und Wertschätzung entgegen gebracht, so kann ein Kind „wachsen“, eine eigene Identität entwickeln, kreativ und konstruktiv bleiben sowie Angst- und Schuldgefühle außen vor lassen. Kann ein Kind in die Selbstwertschätzung gehen, so kann es eigene Stärken und auch Schwächen sehen und daran reifen. Auch Erwachsene können Ursachen für Schwierigkeiten erkennen und beschließen, die Verantwortung für ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben, so Ben Furmann.

Nicht nur Eltern in der Verantwortung für das Selbstwertgefühl, auch Kita-Erzieherinnen und -Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Pädagoginnen und Pädagogen sind in der Verantwortung für gute und gelingende Beziehungen.

Das Buch „Selbstachtung“, das mir Anlass für meine Gedanken gab, ist übrigens ein liebevoll gestaltetes kleines Büchlein zum Thema. Es gibt viele und vielfältige Gedankenanregungen, wie Erwachsene Selbstachtung entwickeln können, welche „Werkzeuge“ dazu gut nutzbar sind, und wie die Selbstachtung bei Kindern gefördert werden kann. Von der Arbeit mit Affirmationen über das Auflösen von „schädlichen“ Verhaltensmustern geht die Reise bis zu kreativem Visualisieren und den positiven Botschaften für eine positive Entwicklung. Prima auch als Geschenkbüchlein nutzbar.

Natürlich haben auch sprachliche Elemente einen großen Raum beim Aufbau von Selbstachtung, und da wären wir wieder bei den Mini-Max Interventionen von Manfred Prior …

Und sehr interessant auch die 10 praktischen Tipps für mehr Selbstbewusstsein von Moritz Bauer …

Einen stets wertschätzenden Umgang miteinander wünscht Ihnen und mir
Christa Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Mediation und Kreativität

Montag, 9. März 2015 15:22

Sollte ein Mediator oder eine Mediatorin kreativ sein?
Müssen die Medianden kreativ sein?
Was ist überhaupt Kreativität?

Definition Kreativität

Das Gabler Wirtschaftslexikon gibt dazu folgenden Erklärungen:

Kurzerklärung: „Kreativität bezeichnet i.d.R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln.“

Ausführliche Erklärung:
„Kreativität bezeichnet i.d.R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltender Weise zu denken und zu handeln. Die Bedingungen für Kreativität werden oftmals nach den vier Ps der Kreativität eingeteilt, und zwar nach person (Person), process (Prozess), product (Produkt) und press (Umwelt). Zu den kreativitätsförderlichen Aspekten der Person gehören bspw. Personenmerkmale wie Offenheit für Erfahrung, Verantwortungsgefühl oder hohe allg. kognitive Fähigkeiten. Der Kreativitätsprozess wird meist als typische Abfolge von Problemidentifikation (Erkennen von Problemen), Vorbereitungsphase (notwendige Informationen werden gesammelt), Generierungsphase (mögliche Lösungen werden entwickelt) und Beurteilungsphase (Analyse der Lösungen) beschrieben. Die Aufgabenstellungen in den einzelnen Phasen können durch den Einsatz verschiedener Techniken unterstützt werden (z.B. Brainwriting in der Vorbereitungsphase). Kennzeichnend für kreative Produkte ist, dass sie gleichzeitig neu und angemessen, nützlich oder wertvoll für die Lösung eines Problem sind. Zu den kreativitätsförderlichen Umweltaspekten gehören bspw. das Teamklima für Kreativität und Innovation oder eine qualitativ gute Beziehung zwischen Geführten und Führungskraft.“

Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Kreativität, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/82522/kreativitaet-v7.html

Mihaly Czikszentmihalyi und das Flow-Erleben in der Kreativität

In meiner Studienzeit war der amerikanische Psychologe Mihaly Czikszentmihalyi einer der Top-Experten für das Thema Kreativität. Er beschrieb das Flow-Erleben (engl. für Fließen, Rinnen, Strömen) als das:

„beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit (Absorption), die wie von selbst vor sich geht – auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch oder auch Funktionslust. Der Glücksforscher Mihaly Czikszentmihalyi gilt als Schöpfer der Flow-Theorie, die er aus der Beobachtung verschiedener Lebensbereiche, u. a. von Chirurgen und Exremsportlern, entwickelte und in zahlreichen Beiträgen veröffentlichte. Heute wird seine Theorie auch für rein geistige Aktivitäten in Anspruch genommen.
Flow kann bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens im Bereich zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile) entstehen. Der Flow-Zugang und das Flow-Erleben sind individuell unterschiedlich. Auf der Basis qualitativer Interviews beschrieb Csíkszentmihályi verschiedene Merkmale des Flow-Erlebens.”

In seinem Buch „Kreativität“ schreibt er:

„Kreativität ist so faszinierend, weil sie uns aus dem Alltag heraushebt, weil sie uns das Gefühl gibt, intensiver zu leben als sonst. (…) Das tiefe Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als man selbst, kann man außer durch die Kreativität wahrscheinlich nur durch Sex, Sport, Musik oder religiöse Ekstase erreichen – doch diese Erfahrungen sind nur flüchtig und hinterlassen keine bleibenden Spuren. Aber die Kreativität hinterläßt darüber hinaus ein Ergebnis, das zum Reichtum und zur Komplexität des Lebens in der Zukunft beiträgt.“ (Csikszentmihalyi: Kreativität. Stuttgart: Klett-Cotta 1997. S. 10)

In der Zwischenzeit ist viel über Kreativität geforscht worden. Forschungen haben ergeben, dass Kreativität in jedem Gehirn angelegt ist. Man muss sie hervorzulocken wissen. Aber was kann ich tun, um sie zu locken?

Bas Kast und sein Buch „Plötzlich macht es KLICK!“

Aus mittlerweile unzähligen Einzelbefunden zum Forschungsfeld der Kreativität lassen sich empirisch überprüfbare Grundfaktoren des schöpferischen Denkens herausristallisieren. Bas Kast stellt diese „Erfolgszutaten der Kreativität“ in seinem neuen Buch „Plötzlich macht es KLICK! Das Handwerk der Kreativität oder wie die guten Ideen in den Kopf kommen“ vor. Er hat zwei Jahre damit zugebracht, Hunderte von Studien zum Thema Kreativität auszuwerten, Forschungslabore zu besuchen, Kognitionspsychologen und Hirnforscher zu befragen und Experimente im Selbstversuch zu machen.

Die 10 wichtigsten Strategien kann man in einem Tagesspiegelartikel von Bas Kast nachlesen. Viel interessanter ist es allerdings, das Buch in aller Ausführlichkeit zu lesen. Da kann man nämlich erfahren:

  • wie gegrillter Aal das Denken lockern kann
  • wie ein dickes Adressbuch das Risiko für gute Einfälle erhöht
  • wie Gorillas unsichtbar werden
  • was Wodka, Schläfrigkeit und die Farbe Blau gemeinsam haben
  • wie man den Gruppen-IQ steigern kann
  • wie Steve Jobs’ Ein-Klo-Prinzip funktioniert
  • was der Wert gemeinsamer Kaffee- und Bierpausen ist
  • und viele mehr.

Kreativität ist eine Grundeigenschaft des Gehirns. Warum sind manche Menschen dennoch „kreativer“ als andere? Entsteht Kreativität durch hartnäckiges Üben und Trainieren oder durch plötzlich von irgendwoher kommende Geistesblitze?

Kast zeigt im ersten Kapitel seines Buches, dass Ungewohntes die Phantasie beflügelt. Wer regelmäßig aus dem Alltag „ausbricht“ und das Gehirn mit Ungewöhnlichem konfrontiert, wird kreativer. Ausbrechen aus der Alltagsroutine kann bedeuten: mal etwas anderes zu lesen als sonst, einen anderen Weg zu fahren als den sonst genutzten, andere Menschen kennen zu lernen, exotische Gerichte zu testen und vieles mehr. Auch Auslandsreisen und neue Sprachen erweitern den Horizont. Ein bunter Bekanntenkreis bringt neue Ideen und Verbindungen, die Bandbreite der sozialen Kontakte wird ausschlaggebende Inspirationsformel.

Das zweite Kapitel zeigt, dass mit Entspannung, Loslassen und der Erweiterung der Aufmerksam mehr Ideen kommen. Die Konzentration auf ein Problem führt dazu, dass sich der Blick verengt. Die Verminderung der Konzentration kann zu kreativen Schüben führen, Kast nennt dies „Wenn das Gehirn offline geht“. Menschen die meditieren, kennen den Effekt, dass sich die Aufmerksamkeit erweitert, fokussiert und „Aha-Erlebnisse“ folgen können. Auch Alkohol „erweitert“ die Aufmerksamkeit und lässt die Kreativität wachsen (nur nicht in diesem Zustand Auto oder Fahrrad fahren!). Die Farbe Blau hat eine inspirierende Wirkung. Oft kommen die besten Ideen vor dem Schlafengehen oder beim Aufwachen.

Weitere Kapitel im Buch „Plötzlich macht es KLICK“ zeigen, wie die Kreativität in Teams Einzug halten kann und wie Personen ihre eigene kreative Nische entdecken können. Das Buch ist interessant geschrieben, voller Fakten und Details und vielfältiger Hinweise zum Thema.Für mich als Mediatorin und Pädagogin war dieses Buch absolut gewinnbringend und ich empfehle es gerne weiter. Ach ja, ein Kapitel zum Thema Kreativität bei Kindern und Erwachsenen hat das Buch natürlich auch …

Kreativität in der Mediation

Jede Mediatorin und jeder Mediator benötigt eine große Portion Handwerk und eine gewisse Portion an Kreativität, um verschiedene Fragetechniken, Satzwendungen und Methoden an der jeweils passenden Stelle nutzen zu können.

Das Thema Kreativität in der Mediation gewinnt in der Phase vier allerdings erst richtig an Bedeutung. Zu Anfang der Mediation kommen die Medianden und sind in ihren Gedanken „gefangen“. Der Mediator bzw. die Mediatorin hat deshalb zunächst erst einmal die Aufgabe, in den ersten drei Phasen die Grundvoraussetzungen und eine solide Basis zu schaffen, die zur Kreativität in der Problemlösung der vierten Phase führen kann.

Ob mit der Methode des Brainstormings als Standardmethode für die vierte Phase der Lösungssuche oder das Mindmapping, die Denkhüte von De Bono oder die Kopfstandtechnik, es gibt viele Kreativtechniken, die ich in der Mediation nutzen kann. Vielfältige Bücher geben Hinweise zu derartigen Methoden, die in der Mediation und natürlich auch im Coaching, in der Supervision und im Training eingesetzt werden können. Lesen Sie das Buch „KLICK …“ und experimentieren Sie mit Kreativtechniken im privaten und mediativen Bereich. Beides macht viel Spaß.

Danke an Bas Kast für das unterhaltsame und äußerst lehrreiche Buch „KLICK …“
sagt Dr. Christa Schäfer

 

 

Interessiert an: Mediation und Psychologie –> Welche Kompetenzbereiche MediatorInnen benötigen … Dann bitte auf die rote Schrift klicken, um zum Artikel zu kommen.

Thema: Konfliktmanagement, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren | Kommentare (0)

Jay Rothman in Berlin

Donnerstag, 5. März 2015 12:22

Heute möchte ich möchte gerne auf eine Veranstaltung in Berlin hinweisen. Es handelt sich um den 9. Berliner Mediationstag mit Dr. phil. Jay Rothman. Er ist international bekannt für seine Arbeit in identitätsbasierter Konfliktlösung und Bewertung. 2012 wurde er erster Professor of Conflict Resolution im Graduate Program in Conflict Management, Resolution und Negotiation an der Bar-Ilan Universität, Israel.

Jay Rothman wird den 9. Berliner Mediationstag am 8. Mai 2015 bestreiten. Das Thema des Tages, der sich an interessierte Konfliktmanager, Konfliktmoderatoren, Coaches, Mediatoren, Supervisoren und Berater/innen richtet, steht unter dem Thema

Kreativer Konfliktdialog von Innen nach Außen
Vom Selbst über soziale Beziehungen zur Gesellschaft

Alle Beiträge von Jay Rothman werden simultan übersetzt. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Bundesverband Mediation e.V. (BM) durchgeführt.

Ich kann als Teilnehmerin von einigen zurückliegenden Mediationstagen die Veranstaltung nur wärmstens empfehlen. Alle bisher von mir besuchten Berliner Mediationstage waren thematisch sehr interessant, hier der Hinweis zu den Tagen mit Schulz von Thun und Johan Galtung.

Hier der Link zu einem youtube-Video mit Jay Rothman …

Und hier der Flyer zum 9. Berliner Mediationstag mit Jay Rothman …

Viel Spaß auch beim diesjährigen Mediationstag
wünscht Dr. Christa Schäfer

Thema: Veranstaltungen | Kommentare (0)

Lehrer-Eltern-Konflikte

Dienstag, 3. März 2015 21:27

In Schule gibt es viele und vielfältige Konflikte. In Berliner Schulen werden Konfliktlotsinnen und Konfliktlotsen, Streitschlichter und Streitschlichterinnen ausgebildet, also Schüler_innen, die den Streit zwischen anderen Schüler_innen schlichten.

Über die Konfliktbearbeitung zwischen Lehrkräften und Eltern wird selten in den Schulen nachgedacht. Von Lehrerseite aus sind es immer die Eltern, die nerven und mangelndes Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit zeigen. Von Elternseite aus sind es immer die Lehrkräfte, die falsche Entscheidungen treffen, ungerecht sind und entmutigend handeln. Was tun?

Der erste Schritt ist, über Eltern-Lehrer-Konflikte nachzudenken. Das Buch “Lehrer-Eltern-Konflikte systemisch lösen” tut genau dies. Das von Inge Maria Mandac geschriebene Buch aus dem Carl-Auer Verlag zeigt im ersten Teil, wie Lehrkräfte klar und gelassen Konfliktgespräche führen können, und im zweiten Teil, wie Konflikten präventiv vorgebeugt werden kann.

Das Buch baut auf der Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation auf, gibt viele Hinweise und Tipps zu Kommunikation und Konfliktbearbeitung für Lehrkräfte in Lehrer-Eltern-Konflikten und bindet interessante Beispiele aus dem Schulalltag ein. Besonders interessant sind die Vorschläge für Elternabende zur Thematik Kommunikation / Konfliktmanagement im zweiten Teil des Buches.

Nach dem Elternabend „Sich kennenlernen“ könnte es in einem zweiten Elternabend um das Thema „Grundsätze zum Zusammenwirken definieren“ gehen. Dieser für 90 Minuten geplante Elternabend beschäftigt sich mit Orientierung gebenden Grundsätzen in der „Zusammenarbeit“. Nach den Prinzipien des Kooperativen Lernens (think, pair, share) werden den Eltern zunächst Reflexionsaufgaben zur Einzelarbeit gegeben, anschließend gibt es eine Gruppenarbeit zum Austausch über die einzelnen Meinungen und abschließend die Präsentation der Gruppenergebnisse im Plenum.

In einer Reflexionsaufgabe werden die Eltern beispielsweise nach ihrem Schulerleben als Schülerin und Schüler gefragt: Welches Verhalten von Lehrkräften wurde in der Schulzeit als wohltuend und förderlich erlebt? Welche Übereinstimmung zu drei wohltuenden Verhaltensweisen finden die Eltern in der Gruppenarbeit? Welches Schulerleben haben die Eltern in ihrer Rolle als Eltern: Welches Verhalten von Lehrkräften empfinden sie als wohltuend und förderlich? Welche Übereinstimmung finden sie in der Gruppenphase?

Oder eine andere Reflexionsaufgabe: Wie sehen Eltern ihre Mitwirkungsmöglichkeiten in der Schule? Welche Rollen wollen sie in Schule ausfüllen? Wollen sie Blitzableiter, Beichtvater, Richter, Trainer, Feuerwehrmann, Entwicklungshelfer, Briefträger, Begleiter, Zauberer, Therapeut, Fachmann, Dirigent, Rechtsanwalt, Besserwisser, Krankenpfleger, Gärtner oder was sonst noch sein? In der Einzelarbeitsphase suchen sich die Elternteile drei Berufe aus und formulieren Sätze wie: Ich will … sein, weil … In der Partnerarbeit tauschen sich die Eltern zu ihren Sätzen aus., formulieren ein Fazit und suchen ein Symbol für dieses Fazit. In der Gruppenarbeitsphase stellen sich die Eltern innerhalb der Gruppe ihre Symbole vor, sammeln Gemeinsamkeiten und notieren ein Fazit auf einem Papier. Sie überlegen ferner, welche Rolle sie sich von der Lehrkraft wünschen und wie sie die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern sehen.

All das sind wunderbare Ideen für Elternabende !!

Immer noch sind Elternabende im Schulalltag eher Abende, in denen Lehrkräfte über Neuigkeiten aus der Klassen berichten. Wenige Elternabende bieten eine Interaktion zwischen den anwesenden Personen. Mit den Übungen aus dem hier vorgestellten Buch wird sich das ändern. LehrerInnen und Eltern können ins Gespräch miteinander kommen und eine gemeinsame Basis finden. Es kann eine längst überfällige Partnerschaft zwischen Schule und Elternhaus entstehen.

Ich wünsche dem Buch darum viele LeserInnen und vor allem einen häufigen Einsatz in Schulen, nur Mut.

Das online-Material zu Lehrer-Eltern-Konflikte systemisch lösen ist übrigens auf der Seite des Carl-Auer Verlages einsehbar.

Eine neue Art der Beziehung zwischen Schule und Eltern wünscht sich
Dr. Christa Schäfer

Infos zum Buch „Der systemische Lehrer“, ebenfalls aus der Reihe „Spickzettel für Lehrer“

Und hier geht’s zu meinem neuen Buch zur partizipativen Schule …

Thema: Allgemein, Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schulmediation | Kommentare (0)