Die Geschichte mit der gelben Tüte

Montag, 27. Juli 2015 15:01

Ein Mann sitzt mit einer schwarzen Tüte auf einer Parkbank. Ein Mädchen mit einer gelben Tüte setzt sich neben ihn. Sie fragt ihn, warum er eine schwarze Tüte habe und darin nur schlechte Sachen (Alpträume, Unglück, Schmerz und schlimme Erinnerungen) enthalten seien, und sie erzählt von ihrer gelben Tüte, in der alle glücklichen Sachen aus ihrem Leben festgehalten sind. Ihre schwarze Tüte schmeiße sie jede Woche weg. Der Mann ist erstaunt, und als ihn das Mädchen verlässt, findet er neben sich eine gelbe Tüte mit der Erinnerung an das Gespräch darin. Er freut sich, macht sich auf den Weg und schmeißt seine schwarze Tüte in den Müll. (Hans-Uwe L. Köhler: Hau eine Delle ins Universum. S. 163)

Die Geschichte stammt aus dem Buch „Hau eine Delle ins Universum – Wie alles gelingt, was Ihnen wichtig ist“ von Hans-Uwe L. Köhler, erschien 2014 im Ariston Verlag. In dem Buch geht es darum, die eigene Motivation und den Antrieb zu finden, um dem Leben einen positiven Weg zu geben.

Da passt die Geschichte wirklich wunderbar. Sie ist kurz, einfach und sehr verständlich. Die Botschaft ist, sich nicht an den schlechten Erinnerungen und Erlebnissen festzuhalten, denn dies führt oft dazu, keinen Schritt vorwärts machen zu können. Wie sieht es aber mit der Botschaft aus, die schlechten Erinnerungen einfach wegzuwerfen? Oft ist es doch gerade so, vergangene Ereignissen zunächst erst einmal gedanklich zu bearbeiten, sei es im Coaching, in Therapie, Supervision oder Mediation.

Coaching zur Bearbeitung von schlechten Erinnerungen? Da werden vielleicht manche LeserInnen staunen. Ja, im Coaching können tatsächlich aus hinderlichen Glaubenssätzen neue fördernde Glaubenssätze werden.

Mediation zur Bearbeitung von schlechten Erinnerungen? Das werden sich vielleicht auch einige LeserInnen dieses Artikels fragen. Ja, in Mediation kann über Erinnerungen gesprochen werden und eine „Regulierung“ oder ein „Neuanfang“ für eine Beziehung gefunden werden. Da geht es weniger um die Vergangenheit, sondern vielmehr um Zukünftiges (natürlich, ganz klar, oft unter Einbeziehung von vergangenen Erfahrungen).

Unabhängig davon ist es dennoch sehr wichtig, positive Ereignisse und Gefühle zu „sammeln“, um Motivation und ein positives Grundgefühl entstehen und aufrecht erhalten zu lassen. Die positive Runde im Klassenrat zeigt dies im Schulkontext sehr deutlich.

Haben wir nicht oft das Negative zuerst im Sinn, wenn wir an die vergangene Woche oder den vergangenen Tag denken? Dann braucht es schon ein wenig Anschubs, um beim Positiven zu landen …

Hans-Uwe Köhler betont in seinem Buch „Hau eine Delle ins Universum“ immer wieder, dass es wichtig ist, die Hindernisse, die sich innerpsychisch aufgebaut haben, aufzubrechen und mit positiven Glaubenssätzen und Motivationen zu ersetzen. So können negative Erfahrungen abgelöst und ein neuer Antrieb gefunden werden. Dazu stellt er Lösungsansätze vor, spricht durch Geschichten oder eigene Erlebnisse. Ihm geht es darum, den Leser_innen Mut zu machen, wieder einen positiven Lebensweg einzuschlagen. Keinesfalls zeigt das Buch einen Weg in Richtung „besser-höher-weiter“. Es zeigt den Weg ein wenig tiefer in sich selbst, ein wenig langsamer auf dem Weg und ein wenig lässiger im Umgang mit den möglichen Beschwernissen auf dem Weg.

Machen auch Sie mit und
werden Sie ein klein wenig „positiver“ durch folgende Übung:
Suchen Sie sich ein kleines wohl aussehendes Büchlein und legen Sie dies mit einem kleinen Stift zusammen neben ihr Bett. Abends nehmen Sie sich bitte diese Büchlein zur Hand. Überlegen Sie drei positive Aspekte, die der vergangene Tag hatte. Schreiben Sie diese in Ihr Buch. Darin sammelt sich im Laufe einer Woche, eines Monats, eines Jahres eine ganze Menge an. Resümieren Sie am 31.12. des Jahres, was sich alles im Jahr getan hat.

Sein eigenes Leben zu hinterfragen, impliziert auch Veränderungen anzustreben. Wir alle starten als Optimisten und Chancensucher ins Leben – so Köhler – und verlieren im Leben im Laufe der Zeit die Wahrnehmung für das Glück und die Kraft, Entscheidungen für unser eigenes Leben zu treffen.

Suchen Sie Ihr Glück,
befreien Sie sich selbst,
steigen Sie aus aus der Geisterbahn
und lachen Sie die Welt an !

Nur das Beste wünscht Ihnen
Christa Schäfer

Lesetipp: Glück ist keine Emotion, oder: Hektors Reise …

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Lehrergeschichte mit „Wehmut“ am Ende

Dienstag, 14. Juli 2015 10:23

„Mit meinem grauen Anzug bin ich hier eindeutig overdressed, stelle ich fest, als ich mich in der Mensa umschaue. Eine verbindliche Kleiderordnung gibt es halt nicht mehr, nicht einmal bei der feierlich gedachten Verleihung der Abiturzeugnisse.Da sitzen vereinzelt dunkel gekleidete Kopftuchträgerinnen, daneben coole Jungs in verschlissenen Jeans, nicht mal rasiert heute Morgen. Schüler mit feinen Sakkos neben überschminkten, schmuckbeladenen Schwestern in kurzen Röcken. Einige Kollegen haben sich fein gemacht, andere, gerade aus dem Unterricht gekommen, tragen die üblichen Lehrer Cordjeans.
Wir sitzen in unserer wenig feierlichen, etwas heruntergekommenen und notdürftig mit Blumen aufgehübschten Mensa und haben eben der ziemlich quietschigen Schulband gelauscht, die sich mühsam an einem getragenen Pop-Lied abarbeitete. Trotzdem war der Applaus frenetisch, eine Gelegenheit, wieder einmal zu pfeifen und zu johlen. So richtig feierlich kriegen wir es einfach nicht hin. Nicht hier in Kreuzberg.
Die neue Rektorin hält jetzt, immer wieder gestört durch Verspätete, ihre Rede. Vom neuen Aufbruch spricht sie, vom Wandel zur Gemeinschaftsschule und dem Konzept des individualisierten Lernens, von der kommenden Inklusion. Der neue Geist sei schon überall zu spüren.
Es ist meine letzte Abiturfeier. Vor 28 Jahren wurden hier die ersten Abiturzeugnisse ausgegeben, und ich habe seither viele Reden von Aufbruch und Neuanfang gehört, deshalb kann ich ich einer gewissen Skepsis nicht erwehren: Mein Blick fällt auf die wenigen jungen Kollegen. Einige scheinen ja sehr engagiert zu sein. Aber werden sie wirklich die Wende schaffen? Wer sie „von oben“ die versprochene Unterstützung bekommen? Wird sich ein neues Team finden, das diesen Neuanfang entschlossen vorantreibt? …“
(A. Johann: Rock’n'Roll und Ramadan. S.286 f.)

Das sind Gedanken von Albrecht Johann, einem Berliner Lehrer, der 34 Jahre lang an einer sogenannten „Brennpunktschule“ im Bezirk Kreuzberg unterrichtet hat. Er erzählt in seinem Buch Rock ‘n’ Roll und Ramadan Unterhaltsames und Nachdenkliches aus dem bunten Alltag seiner Schule. Das ist für die Leserschaft interessant und herausfordernd zugleich. Johann begann seine Lehrerkarriere am 11. Dezember 1977 in einer Gesamtschule. Schnell merkte er, dass Schüler so etwas wie Wesen von einem anderen Stern sein können. Da wird in Vertretungsstunden gespielt, da toben die Schülerinnen und Schüler über Tisch und Bänke und es ist an „echtes“ Unterrichten kaum zu denken.

Albrecht Johann Rock'n' Roll und RamadanDer Junglehrer Johann lernt schnell, sich in Schule zu behaupten. Seine Gedankengänge und Lernerfolge sind im Buch nachzulesen: „In meinem Unterricht merke ich täglich, wie wenig praxistauglich unsere naive Vorstellung ist, man müsse einfach nur nett zu den Schülern sein. Dazu kommen persönliche Defizite …“ (ebenda, S. 17)

Von da aus geht die Reise weiter und schnell kommt der Johann in seinem Beruf fest an. Der Lehrer Johann wird eine Lehrerpersönlichkeit. Er arbeitet und kämpft in der Schule, im Umgang mit seinen Schülerinnen und Schülern. Er erzieht und bildet seine Schülerschaft, bezieht KollegInnen, Eltern und Schulleitung in seine Gedanken und Arbeit mit ein. Später dann sagt er über die Berliner Schule: „Berlin muss sparen, aber das kostet seinen Preis. In den Schulen liegen die Nerven blank. Hetze und Genervtheit prägen zunehmend den Alltag, der Krankenstand steigt und damit auch die Anzahl der Vertretungsstunden. Dabei laufen gleichzeitig die kräftezehrenden Reformen an. Jahrzehntelang haben wir fast unbeachtet vor uns hinwerkeln können, aber seit dem Pisa Schock rotiert die Bildungsverwaltung und kehrt in den Schulen das Unterste zuoberst, bloß kosten darf es nichts. Fast wöchentlich finden wir Gedanken, Entwürfe, Erlasse, Ausführungsvorschriften, Ergänzungen und Erläuterungen zu Reformen im Fach, die verstanden, diskutiert und umgesetzt werden müssen. Alles wird umgekrempelt. Ein ungeheurer Kraftakt.“ (ebenda, S. 205)

Der mit Wehmut überschriebene erste Absatz dieses Artikels beschreibt die letzte Abiturfeier, die Johann an seiner Schule erlebt, und zugleich auch seinen Weg aus der Schule heraus in die Zeit „nach der Schule“ – auch Rente genannt. Viel ist passiert in der Laufbahn des Lehrers Albrecht Johann, viel ist passiert in der Berliner Schullandschaft der vergangenen Jahrzehnte. Super, dass dies alles nachzulesen ist in dem Buch Rock’n Roll und Ramadan. Ein Buch, das als Ferienlektüre für Lehrerinnen und Lehrer bestens geeignet ist !!

Schöne Ferien wünscht
Christa Schäfer

Lehrergeschichten von Hildegard Monheim …

Lehrergeschichten von Frau Freitag …

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I am proud to present you: Die partizipative Schule. Mit innovativen Konzepten zur demokratischen Schulkultur

Sonntag, 12. Juli 2015 13:35

In Schulen wächst das Bedürfnis nach Methoden und Konzepten, mit denen sie Gewalt vorbeugen, Probleme lösen und Konflikte bearbeiten können. Ziel der Implementierung partizipativer Methoden ist es, den Wert von Schule als Lern- und Lebensort zu steigern. Das soziale Klima an Schulen wird dadurch nachhaltig gestärkt, das Lernverhalten der Schüler verändert sich positiv und Lehrer und Schüler gestalten ihre Schule gemeinsam.

Mein neues Buch „Die partizipative Schule. Mit innovativen Konzepten zu einer demokratischen Schulkultur vermittelt kompakt die Grundlagen der partizipativen Schulentwicklung als Voraussetzung für demokratische Strukturen. Im praktischen Teil profitiert der Leser anhand zahlreicher Praxisprojekte von Anregungen und Erfahrungsberichten und findet außerdem Unterstützung für die Umsetzung an der eigenen Schule. Ergänzt wird das Buch durch zahlreiche exklusive Online-Materialien.

Ende letzten Jahres geschrieben,
Anfang diesen Jahres gesetzt und gedruckt,
jetzt erhältlich !!

Das Buch eignet sich hervorragend als Ferienlektüre für die anstehenden Sommerferien, denn dann können Sie nach den Ferien mit neuen Ideen in das neue Schuljahr starten. Es ist geeignet für Schulleitungen, Lehrkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und viele weitere an Schule Beteiligte.

Gerne können Sie Ihre Eindrücke zum Buch hier im Blog, auf amazon oder auch persönlich bei mir rückmelden.

Und natürlich können Sie bei mir anfragen für:

  • Beratung für Schulentwicklung
  • Coaching für Schulleitungen und Lehrkräfte
  • Mediationen für Konflikte in Schulen
  • Moderation für Studientage, Zukunftswerkstätten, Open Space Veranstaltungen und World-Cafés
  • Projektbegleitung für Programme zur demokratischen Schulkultur
  • Training für pädagogische und kommunikative Themen

Lassen Sie uns in Verbindung bleiben.
Ich freue mich auf Sie.
Dr. Christa D. Schäfer

 

Sie können das Buch bestellen,
indem Sie auf folgenden Link klicken:

Thema: Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Schule in Berlin, Soziales Lernen | Kommentare (0)

Newsletter – schon entdeckt ?!

Sonntag, 12. Juli 2015 13:02

Hallo an alle Leserinnen und Leser dieses Blogs,

gerne möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieser Blog jetzt über einen Newsletter verfügt. Melden Sie sich (in der Spalte rechts) mit Ihrer E-Mail Adresse, Ihrem Vor- und Nachnamen an. Sie erhalten dann monatliche Informationen und Neuigkeiten aus dem Bereich zwischen Pädagogik und Mediation direkt in Ihr Postfach. So verpassen Sie keinen Blogartikel mehr und sind immer auf dem Laufenden …

Ich freue mich auf Sie
sagt Dr. Christa D. Schäfer

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Teamarbeit in der Kita. So geht’s!

Montag, 29. Juni 2015 19:54

Erzieherinnen, Erzieher, Pädagogisches Fachpersonal, Leitungsteam und Verwaltung/Büro/Küche bilden in Kitas mehr oder weniger ein Team. Das kann ein gut funktionierendes oder ein weniger gut funktionierendes Team sein. Eigentlich gehören auch die ElternvertreterInnen dazu, und natürlich auch die MitarbeiterInnen des Trägers. Man kann als jemand, der in Kita tätig ist, verschiedenen Teams zugehörig sein. Und von dem Erfolg der Teams hängt im Großen und Ganzen auch der Erfolg der Kita ab. Ist das ErzieherInnenteam zerstritten, so können meist keine für die Kita und alle MitarbeiterInnen guten Entscheidungen getroffen werden. Wird der Koch vom Verwaltungsperson angefeindet, so wird er nicht gerne zur Arbeit kommen und vielleicht irgendwann sogar kündigen. Gibt es im Leitungsteam Spannungen, so „schaukelt“ die Kita vielleicht zwischen zwei Polen hin und her. Und will die eine Gruppenerzieherin lieber basteln und die andere eher offene Arbeit, so sollten diese beiden Erzieherinnen sich einigen können.

Gute Teamarbeit ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit mit den Kindern. Das ist einfach gesagt, aber wie kommt man eigentlich zu guter Teamarbeit?

Dazu braucht es einiges Grundwissen. Ich führe seit Jahren in Kitas Leitungscoachings, Teamsupervision und Mediationen durch und bin in der Entwicklung von Kitas tätig. Aber natürlich können Sie auch aus einen Buch wichtige Infos herauslesen. Dazu möchte ich Ihnen gerne ein wunderbares Buch empfehlen: Das Buch “Teamarbeit in der Kita“ aus dem Don Bosco Verlag.

Hier in Kürze der Buchinhalt:
Selbstcheck: Wie sieht unsere bisherige Teamarbeit aus?
7 Strategien, wie wir ein erfolgreiches Team werden:
Teamformen und ihre Einsatzmöglichkeiten
Teamstrukturen
Teambuilding und Teamentwicklung
Teampflege und Teamtraining
Teambesprechung
Moderation, Kreativitäts- und Feedbacktechniken
Teamdynamik und Teamkonflikte

Jedes Kapitel wird mit einem Praxisbeispiel aus einer Kita eingeleitet, gibt wichtige theoretischen Input, Übungen und Ideen. Auf knappen 92 Seiten erfährt man knackig und in Kürze alles, was zum Thema „Teams in einer Kita“ wichtig ist. Grafiken und Listen vervollständigen den guten Überblick über die verschiedenen Themenfelder.

Und als kleinen Appetizer für Sie hier eine
Übung zur Stärkung des Wir-Gefühls im Team:
Immer schön auf dem Teppich bleiben.

Teamgeist muss gepflegt werden. Eine Übung für kleine Teams, die viel Spaß macht, aber schon eine gewisse Vertrautheit miteinander voraussetzt. Gefragt sind bei diesem Spiel vor allem Geschick und eine funktionierende Gruppendynamik: Alle Mitglieder des Teams stehen auf einem Teppich, der nun komplett gewendet werden muss. Aber Vorsicht: Beim Umdrehen darf keiner den Boden außerhalb des Teppichs berühren oder gar auf andere Gegenstände ausweichen.

Arbeiten Sie an Ihrem Team
und pflegen Sie es !!

Zum Thema „Kommunikation unter Erzieherinnen“ gibt es übrigens das Buch “Das Kommunikationsbuch für Erzieherinnen“

Deutsches Inklusionsforum für die Kita

Und im Herbst gibt es wieder in verschiedenen deutschen Städten auf dem Deutschen Inklusionsforum für die Kita verschiedene Vorträge zur Thematik. Die drei Vorträge:

  1. Konzeptionelle Ausrichtung der Kita: Pädagogische Ansätze, Barrierefreiheit und Teamentwicklung (Karsten Häschel)
  2. Rechtsanspruch und rechtssicherer Umgang mit Inklusion: Antworten auf die häufigsten Fragen (Judith Barth)
  3. Konflikte in einer inklusiven Kita: Wie Sie ruhig bleiben und die richtigen Worte finden (Dr. Christa D. Schäfer)

Melden Sie sich jetzt bereits an, damit Ihr Platz sicher ist …

Herzliche Grüße
von Christa D. Schäfer

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Nachtrag “Konflikte in Berlin”

Donnerstag, 11. Juni 2015 11:20

Kaum hatte ich den letzten Artikel zum Thema “Konflikte im Frühsommer in Berlin” online, da hörte und las ich von einer neuen Schlägerei in Berlin, wieder eine Massenschlägerei, der Titel:

Hochzeitsfeier endete in Schlägerei

Im Bezirk Tempelhof endete in der Nacht zu Montag vom 7.6. zum 8.6.2015 eine Hochzeitsfeier in einer Massenschlägerei. Bisher gab es keinerlei Information, wodurch der Streit ausgelöst wurde. Die in einem Festsaal  feiernden Gäste stammten vornehmlich aus Bosnien-Herzegowina. Zwei Männer schienen in Streit miteinander geraten sein und prügelten heftig aufeinander ein. Die Polizei wurde gerufen und wollte die beiden Männer trennen. Daraufhin wurden sie von Gästen mit Flaschen, Gläsern und Stühlen beworfen. Mehrere Gäste und zwei Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt. Sieben männliche Gäste kamen in die Gefangenensammelstelle der Polizei.

Hier eine Videoimpression:
Hochzeitsfeier endete in Schlägerei

Was ist eigentlich derzeit in Berlin los ??!!
fragt sich kopfschüttelnd Christa Schäfer

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Konflikte in Berlin, im Frühsommer 2015

Montag, 8. Juni 2015 7:03

28. Mai 2015, zwei Spielplätze in Berlin Prenzlauer Berg

Im Prenzlauer Berg werden in den letzten Wochen immer wieder Rasierklingen auf Kinderspielplätzen gefunden. Oft sind sie hochkant und knapp unter der Sandoberfläche versteckt. Wer macht so etwas? Der oder die Täter werden von der Polizei wegen versuchter Körperverletzung gesucht.

3. Juni 2015 auf einem Spielplatz in Berlin Moabit

Zwei Frauen, beide aus unterschiedlichen arabischen Großfamilien stammend, geraten auf einem Kinderspielplatz in Streit miteinander und lösen eine Massenschlägerei auf dem Spielplatz aus. Warum ist unklar. Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung. Ein Unbeteiligter geht dazwischen und will schlichten. Es gelingt ihm nicht. Immer mehr Familienangehörige mischen sich in den Streit mit ein. Die Auseinandersetzung mündet in einem handfesten Gemenge. Schließlich sorgen 90 Polizisten dafür, dass die 70 Familienangehörigen beider Familien voneinander ablassen.

Einen Tag später, am 5. Juli 2015, diesmal in Berlin Neukölln

Mehrere kleine Jungs streiten sich um 21.25 Uhr auf einem Spielplatz an der Neuköllner Grenzallee. Erwachsene mischen sich ein. Es entstehen zwei Lager, die miteinander im Streit liegen. Insgesamt 50 Personen, allesamt Angehörige zweier aus Rumänien stammenden Familien sind an dieser Schlägerei auf dem Neuköllner Spielplatz beteiligt.

Als die Polizei eintrifft, findet sie einen 30jährigen Mann mit einer blutenden Platzwunde auf dem Bürgersteig liegen. Er gibt an, von vier Männern mit Messern und Gewehr bedroht und mit einer Flasche geschlagen worden zu sein. Bei den Ermittlungen stellt die Polizei fest, dass der Mann zuvor eine schwangere Frau in deren Wohnung geschlagen haben soll.

Alle Jahre wieder

Immer mal wieder gibt es – vorzugsweise im Juni – Schlägereien zwischen Großfamilien in Berlin. Ob’s das jetzt für dieses Jahr war, oder ob noch was kommt ?!

fragt sich Christa D. Schäfer

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Was gibt es in den meisten Schulen zur Genüge? Stress

Dienstag, 2. Juni 2015 11:35

Der_spirituelle_NotfallkofferKürzlich habe ich mal im spirituellen Notfallkoffer nachgeschaut, was man in diesem Fall für sich persönlich ändern kann. Das Buch „Der spirituelle Notfallkoffer“ empfiehlt Erste-Hilfe-Maßnahmen „für die Seele“. Das von Katharina Ceming und Christa Spannbauer herausgegebene Buch aus dem Trinity Verlag greift verschiedene Themen auf. Es werden Hinweise gegeben für den Weg zur inneren Balance, zur Gelassenheit und zu einem erfüllten Leben. Das Buch basiert auf Weisheitstraditionen aus Ost und West, bietet kurze Erklärungen zu verschiedenen Entwicklungsthemen und darauf aufbauend einfache Körperübungen aus dem Yoga, dem Qigong und der Atemtherapie – gut zur Selbstreflexion und zur Durchführung von ersten Maßnahmen.

Hinweise zum Stressabbau

Es ist gut, sich Stressoasen zu schaffen, in die man sich immer wieder einige Zeit zurückziehen kann, und sei es auch nur für ein paar Minuten. Die Wahl der Mittel zur Stressreduzierung ist sehr individuell, sie reicht von Bewegung über völlige Ruhe bis zu Musik und Entspannungstechniken.

Natürlich nützt auch die Stressanalyse. Was stresst mich, und warum verharre ich in dieser Situation? Kann ich keine Grenze ziehen, weil ich Angst vor Zurückweisung habe? Oder suche ich mir die Anerkennung ausschließlich in der Außenwelt? Manchmal meinen wir, wenn wir irgendetwas nicht mehr tun oder wenn wir etwas verändern bricht die Welt zusammen. Das ist ein Glaubenssatz, der unbedingt überprüft werden sollte!

Es hilft die Bewusstmachung:
Weshalb tue ich etwas, und für wen?
Was würde passieren, wenn ich es nicht mehr so machen wie bisher?
Was würde ich dadurch verlieren?

Es gibt nichts Wertvolleres als den Moment, in dem ich gerade lebe. Nichts kann mich zwingen, etwas zu tun, das ich nicht mit innerer Zustimmung tun möchte. Es sind meine Gedanken, die bestimmen, wohin die Reise meines Lebens geht.

Eine Erste-Hilfe-Atemübungen zur Stressreduktion ist die Hummel-Atmung

  • Die Hummel-Atmung (Brahmari) ist eine einfache und zugleich hochwirksame Atemtechnik au dem Hatha Yoga. Sie dient der Entspannung und Beruhigung.
  • Begeben Sie sich für die Meditation an einen ungestörten Ort, nehmen Sie eine aufrechte Meditationshaltung Ihrer Wahl ein und schließen Sie die Augen.
  • Atmen Sie in und erzeugen Sie beim Ausatmen einen Summton wie das Summen einer Hummel.
  • Sie können diese Übung unterstützen, indem Sie die Ohren mit den Zeigefingern verschließen. Dadurch können Sie die Schwingungen im Schädel besonders stark spüren.
  • Werden Sie ganz eins mit der Klangvibration und lassen Sie diese Ihren Kopf und den ganzen Körper erfüllen.
  • Wiederholen sie dies 9 mal.

Sie werden bereits nach den ersten Atemzügen wahrnehmen, wie beruhigend diese Übung für Ihren Geist ist. Täglich für einige Minuten ausgeführt hilft sie, mentale Spannungen zu beseitigen und erhöhten Blutdruck zu senken. Im Hathapradipika, dem Grundlagenwerk des Hatha Yoga, steht geschrieben:
„Durch fortgesetztes Üben entsteht Glückseligkeit im Herzen“.
(Ceming; Spannbauer: Der spirituelle Notfallkoffer. S. 103)

Warum diese Übung nicht mal im Schulstress einsetzen …
oder in der Vorbereitung einer wichtigen Mediationssitzung …
empfiehlt Christa Schäfer

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Wann ist eine Pädagogik systemisch?

Dienstag, 26. Mai 2015 9:14

Vor längerer Zeit habe ich in diesem Blog bereits ein Buch vorgestellt, das systemisches Wissen für Coaching, Mediation und Pädagogik zur Verfügung stellt. Ebenfalls habe ich an anderer Stelle bereits einiges zur Systemischen Pädagogik berichtet …

Hier_fuehle_ich_mich_wohlJetzt habe ich ein wunderbar praxisorientiertes Buch zur Systemischen Pädagogik entdeckt, es ist das Buch „Hier fühle ich mich wohl“ von Erika Gollor aus dem Carl-Auer Verlag. Die systemische Pädagogik wird kurz und gut nachvollziehbar erklärt. Das Buch enthält viele Situationsbeispiele, mit denen die systemische Pädagogik erläutert wird. Viele Übungen (zur sozialen Kompetenzerweiterung und zum systemischen Verständnis) ergänzen den Text. Sowohl für diejenigen gut geeignet, die sich erstmals mit dem Thema auseinander setzen, als auch für diejenigen, die vertiefende Erkenntnisse und besonders praxisrelevante Hinweise zur systemischen Pädagogik suchen !!

Sehr gefällt mir die von Erika Gollor geprägte Definition für die systemische Pädagogik:

„Allgemein lässt sich sagen, dass systemische Pädagogik die Anwendung von systemischen Sichtweisen in der pädagogischen Praxis ist. Die systemische Sichtweise ist eine vernetzte Sichtweise. Sie blickt ‘weit’ auf das Kind. Das heißt, sie sieht das Kind nicht nur als Einzelperson, sondern als einen Teil der verschiedenen Systeme, in die es eingebunden ist: Familie, Klasse, Freundeskreis … Dabei ist der Einfluss wechselseitig.Der Einzelne beeinflusst das System und umgekehrt. Das bedeutet, dass nichts bleibt, wie es ist. Sowohl der Einzelne als auch das System verändern sich ständig, in gegenseitiger Abhängigkeit.“ (Gollor: Hier fühle ich mich wohl. S. 14)

Zu den Grundordnungen eines Systems zählt Erika Gollor:

  1. Zugehörigkeit: In Systemen gelten gewisse, in der Tiefe wirksame Grundordnungen. Eine davon ist das Recht auf Zugehörigkeit. Das Kind braucht die Sicherheit, dass es zur Gemeinschaft gehören kann und darf.
  2. Reihenfolge des zeitlichen Eintritts: Jedes Mitglied einer Gemeinschaft ist gleichwertig. Dennoch gibt es im Systemischen den Vorrang des Früheren vor dem Späteren. Diejenigen, die früher in die Gemeinschaft eintreten, haben mehr Rechte, aber auch mehr Pflichten.
  3. Vorrang der Gruppe: Die Gruppe hat Vorrang vor dem Einzelnen. Verlangt das Verhalten eines Gruppenmitglieds eine Entscheidung, so hat der Schutz der Gruppe Vorrang.
  4. Stärken erkennen, Ressource nutzen: Lehrer sehen leicht Fehler, Schwächen und Probleme – beim Kind und auch bei sich selbst. Die systemische Sichtweise lenkt den Blick hingegen auf die Ressourcen und Fähigkeiten, die jeder in sich trägt. Diese zu stärken und auf ihre Kraft zu vertrauen, tut allen gut.
  5. Der Blick auf die Lösung: Probleme gehören zum Alltag eines Pädagogen. Der systemische Blick sucht nach Lösungen, statt an den Problemen hängen zu bleiben.
  6. Die Verbundenheit des Kindes mit seinem Familiensystem: Aus der Verbundenheit mit der Familie müssen sich Kinder so verhalten, wie sie es tun. Dies ist unbewusster Ausdruck einer tiefen Liebe und Treue zu den Eltern. Das Wissen darum hilft im pädagogischen Alltag.
  7. Wertschätzung und Achtung der Eltern: Kinder haben innerlich immer ihre Eltern dabei, wenn sie in die Schule kommen. Widersprechen Werte in der Schule bestimmten Werten aus dem Elternhaus, so verwirrt das die SchülerInnen und bringt sie in innere Konflikte. Die systemische Sichtweise hilft, dieses Dilemma zu mildern.

Leider ist die systemische Pädagogik, also die Verbindung zwischen systemischen Gedankengängen und der Pädagogik heutzutage immer noch ziemlich unbekannt. Geht man in eine Schule und fragt dort nach systemischer Pädagogik, so erntet man meist ungläubige Blicke. Manche PädagogInnen fragen sogar, ob man im Rahmen der systemischen Pädagogik mit den SchülerInnen in der Schule Familien- oder Systemaufstellungen macht.

Aber das ist natürlich nicht der Fall. Vielmehr nutzt man die systemischen Gedanken für die Haltung und das Agieren als Pädagogin/als Pädagoge. Im Buch „Hier fühle ich mich wohl“ findet man deshalb neben einleitenden theoretischen Gedanken auch Kapitel zu den Themenfeldern: „Leiten und führen“ (die Rolle des Pädagogen), „Ich gehört dazu“ (das Bedürfnis nach Zugehörigkeit), „Wir gehören zusammen“ (Gemeinschaftsgefühl stärken), „Ich weiß um meinen Platz“ (Rangordnung einhalten), „Ich kann, ich bin“ (Stärken erkennen, Ressourcen nutzen), „Ich komme nicht allein in die Schule“ (die Eltern gehören dazu), „Herausforderungen im Schulalltag“ (systemische Herangehensweise) und „Hier komme ich nicht mehr weiter“ (Grenzen von Pädagogen).

Ärger- und Freuderunden

Es gibt viele Übungen, die auch von Lehrkräften durchgeführt werden können, die keine systemische Ausbildung genossen haben. Ich denke hier beispielsweise an die von Erika Gollor vorgeschlagenen „Ärger- und Freuderunden“. Diese Übung genügt dem Grundsatz „Wir gehören zusammen. Gemeinschaftsgefühl stärken“. Einmal in der Woche sollte innerhalb einer Schulklasse eine Ärger- und einmal eine Freuderunde abgehalten werden. Beide Runden dauern ca. 10 bis 15 Minuten und können gut unabhängig voneinander durchgeführt werden (bsp. die Ärgerrunde am Donnerstag und die Freuderunde am Freitag). Es gibt spezielle Regeln:

  • Alles, was – speziell in der Ärgerrunde – gesagt wird, unterliegt der Schweigepflicht.
  • Das Kind, an das sich der Ärger oder die Freude richtet, wird mit Namen angesprochen.
  • Die Gesprächspartner schauen sich an.
  • Keine Beschimpfungen und Beleidigungen.
  • Ich-Botschaften nutzen.
  • Das angesprochene Kind nimmt nicht Stellung, es kann lediglich sagen, dass es ihm leid tut.

Diese Übung kann bereits in Vorschulgruppen, auf jeden Fall aber ihn Grundschulklassen durchgeführt werden. Sie ist eine wunderbare Vorübung zum Klassenrat. Und auch für Klassen, die den Klassenrat nicht einführen wollen, bieten sich Ärger- und Freuderunden an, um das Soziale Klima in der Klasse zu verbessern.

Besten Dank für diese wunderbare Übung !!
sagt Christa Schäfer

 

Weitere Literaturhinweise:

Systemisches Wissen für Pädagogik und Mediation

Einführung in die systemische Pädagogik

Der systemische Lehrer

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Rabattmarken, Gummiband und Racket im Umgang mit Gefühlen

Montag, 18. Mai 2015 8:55

Leben heißt Emotionen zu erfahren.

7 Emotionen hat Paul Ekman durch seine Forschungen als universal und kulturübergreifend gleich in ihrem Ausdruck identifiziert: Ärger, Angst, Ekel, Freude, Trauer, Überraschung, Verachtung. Jede Emotion ist eine Energiequelle.

4 Basisemotionen bilden je eine Obergruppe, denen viele Emotionen zugeordnet werden können: Angst, Wut, Traurigkeit, Freude. Jede Gruppe von Gefühlen hat eine besondere „Funktion“.

Angst
‘“Die Angst ist das Gefühl,
das uns zur Flucht animiert,
um einer Gefahr zu entkommen.“
(Nunge; Mortera: Gefühlsbalance. S. 23)

Wut
„Wut ist das Gefühl, das uns bereit macht, anzugreifen und zu kämpfen
bzw. uns einer Bedrohung zu stellen oder gegen etwas anzugehen.“
(ebenda, S. 33)

Traurigkeit
„Die Traurigkeit ist die Emotion,
die mit dem Gefühl der seelischen Betäubung einhergeht,
das wir empfinden, wenn wir einen geliebten Menschen
oder ein wertvolles Objekt verloren haben.
Zu dieser Reaktion gehört vor allem der Rückzug in sich selbst.“
(ebenda, S. 48)

Freude
„Freude ist das Gefühl, das uns dazu drängt,
unser Wohlgefühl, unser Vergnügen mit anderen zu teilen.
Sie ist ein starker Motor, setzt aber eine gewisse Öffnung,
ein Zugehen auf andere voraus.“
(ebenda, S. 66)

Kommen Erwachsene mit ihren Gefühlen nicht gut zurecht, so liegt es oft daran, dass Gefühle in der Kindheit durch die Erziehung „verfälscht“ worden sind. Meist hat diese(r) Erwachsene nicht gelernt, „gut“ mit bestimmten Gefühlen umzugehen. Das kann natürlich „nachgelernt“ werden, ist aber nicht so einfachen …

GefuehlsbalanceDie obigen Zitate entstammen dem Buch „Gefühlsbalance“ von Olivier Nunge und Simonne Mortera aus dem Scorpio Verlag. Die beiden schauen mit der Transaktionsanalyse (TA) auf das Thema Gefühl und geben Informationen, Erfahrungen und Tipps weiter, die unterstützen, belastende Emotionen loszulassen und im Alltag besser mit Gefühlen umzugehen.

Die Transaktionsanalyse stellt drei Modelle vor, auf welche Weise Gefühle an ihrem authentischen Ausdruck gehindert werden.

Das Sammeln von Gefühlen (Rabattmarken)
Wir neigen dazu, Emotionen zu sammeln, bis sie sich aufstauen. Dann kann ein einziger Satz oder eine einzige Geste „die Bombe zum Platzen bringen“. Je nach Menge der gesammelten „Rabattmarken“ gibt es dann unterschiedlich große Gefühlsausbrüche.

Reaktive Gefühle (Gummiband)
Hierbei geht es um unangemessene Gefühle, die sich auf jede der vier oben benannten Emotionen beziehen können. Ein aktuelles Ereignis ruft uns die Erinnerung an ein ähnliches Ereignis in der Vergangenheit wach. Haben wir die Situation damals als unangenehm erlebt und bisher keine Möglichkeit, das Problem auf seelischer Ebene auf zufriedenstellende Weise zu lösen, so schleppen wir das alte ungute Gefühl weiter mit uns mit und es wird in jeder vergleichbaren Situation wieder ausgepackt. Ein unsichtbares Gummiband zieht uns in einer bestimmten Situation quasi zurück in die Vergangenheit.

Racket (Ersatz- oder Maschengefühle)
Ersatzgefühle sind Emotionen, die an Stelle einer realen, tiefer liegenden Emotion treten. Das ursprüngliche Gefühl bleibt verborgen, weil es vielleicht anfangs unerwünscht oder sogar verboten war. Ein neues Gefühl tritt an die Stelle des ursprünglich erlebten Gefühls. Mithilfe dieser „Manipulation“ kann Aufmerksamkeit erlangt werden, ohne das ursprüngliche Gefühl zu benennen.

Das Buch „Gefühlsbalance“, dem ich diese Gedanken entnommen habe, zeigt zunächst die vier Basisemotionen, bespricht dann die Verfälschungen und erläutert anschließend die drei von der Transaktionsanalyse benannten Zusammenhänge von Gefühlen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Damit ist dieses kleine Geschenkbändchen ein guter erster Einstieg zum Thema Emotionen, interessant geschrieben für jederfrau und jedermann.

Einen intensiven Einblick in das Thema Gefühle gibt es beispielsweise über die Mimikresonanz und das Buch “Gefühle sehen. Menschen verstehen“

Dr. Christa D. Schäfer

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