Frustrationstoleranz fördern

Montag, 22. September 2014 7:51

In der Psychologie versteht man unter Frustrationstoleranz die individuelle Fähigkeit von Menschen, mit Enttäuschungen oder Frustrationen umzugehen. Hat ein Mensch eine geringe Frustrationstoleranz, so wird er eine ihm gestellte Aufgabe rasch abbrechen, wenn diese nicht so schnell und gut gelingt, wie er es möchte. Die Person wird dann eventuell ärgerlich oder reagiert entmutigt beziehungsweise deprimiert. Ein Menschen mit hoher Frustrationstoleranz bleibt hingegen auch in kritischen Situationen geduldig, registriert auch kleinere Fortschritte und arbeitet weiter am Ziel der Aufgabe.

Menschen mit hoher Frustrationstoleranz sind im Leben häufig im Vorteil, weil sie härter an einem Ziel arbeiten ohne schnell aufzugeben. Sie können gut lernen, da sie sich länger und ausdauernder mit einem Lerngegenstand auseinander setze können und ausgeprägtere Interessen haben. Menschen mit geringer Frustrationstoleranz sind im Leben häufig benachteiligt, da sie mit Niederlagen schlechter umgehen können und ihre Motivation, neue Herausforderungen zu suchen, allmählich sinkt. Sie neigen zu Vermeidungsverhalten.

Der Begriff der Frustrationstoleranz wurde 1938 von Saul Rosenzweig geprägt, er meint die Fähigkeit langfristig psychische Spannungen zu ertragen, die aus der Nichtbefriedigung von Triebwünschen kommen. Nach Rosenberg geht eine geringe Frustrationstoleranz mit einer Ich-Schwäche einher. Forschungen sagen auch aus, dass ängstliche, leicht verletzliche Persönlichkeiten mit einer geringen Frustrationstoleranz überdurchschnittlich häufig zu verstärktem Alkoholkonsum neigen und einen hohen Aggressionspegel haben. Je stärker die Frustrationstoleranz ausgeprägt, desto weniger sind aggressive Verhaltensformen zu finden.

Es kann bei hoher Frustrationstoleranz nicht darauf geschlossen werden, warum die Person die Frustration besser erträgt. Der Grund kann sein, dass sie die erlebte frustrierende Situation durch die entsprechende Erwartung zukünftiger Bedürfniserfüllung ausgleichen kann (sie also Belohnungsaufschub erlernt hat), oder sie kann andererseits einfach daher rühren, dass die Person die dargebotene Situation von vorneherein schon als nicht so frustrierend erfährt.

Frustrationstoleranz wird vor allem in der Kindheit erworben und ist bis zu gewissem Maße auch später noch trainierbar. Die Frustrationstoleranz ist ein Mechanismus der Selbstregulation des Menschen. Das Trainieren der Frustrationstoleranz geht unter Berücksichtigung des Realitätsprinzips mit der Einübung von Belohnungsaufschub und Belohnungsreduktion einher.

Viele Elternratgeber geben Hilfestellung, wie das Üben der Frustrationstoleranz gelingt. Für den Kita- und Schulbereich habe ich jetzt ein Büchlein entdeckt, das 50 Übungen zur Steigerung der Frustrationstoleranz bereit hält. Dieses von Rosemarie Portmann geschriebene und im Don Bosco Verlag herausgegebene Buch stellt „Spiele“ vor, die zum Nachdenken über Frust anregen, das Verlierenlernen üben, für mehr Geduld sorgen, das Selbstbewusstsein stärken und helfen, den Frust zu überwinden. Mit 5 € ist dies „Hosentaschenbuch“ super geeignet für Erzieherinnnen und Erzieher im Kitabereich und Pädagogisches Fachpersonal in der Schule. Die Übungen können schnell gesichtet und problemlos in den Gruppe einsetzen werden.

Besonders gut hat mir beispielsweise die Übung „Countdown“ gefallen, die ich Ihnen hier gerne vorstellen möchte:

Auch kleine Kinder wissen sicher schon, was ein Countdown ist. Bei einem Raketenstart wird heruntergezählt, die Rakete fliegt erst bei der letzten Zahl los. Die Kinder können zunächst „Raketenstart“ spielen.
Ein Countdown kann den Kindern aber auch helfen, nicht sofort loszustürmen oder loszupoltern. Den Kindern wird eine Frage gestellt oder sie werden gebeten eine Aufgabe zu erfüllen, die sie annehmen oder ablehnen können. Aber bevor sie antworten, müssen sie zunächst ruhig abwarten bis die Spielleitung von 30 (bei sehr ungeduldigen und/oder jüngeren Kindern zunächst auch weniger) im Sekundentakt rückwärts runtergezählt hat. Wer es schafft abzuwarten, kann belohnt werden, z.B. mit Gut-Punkten, die bei einer bestimmten Menge gegen einen „Preis“ eingelöst werde.
Im Laufe der Zeit sollen die Kinder lernen, die „Countdown-Methode“ auch selbständig anzuwenden, indem sie wortlos „innerlich“ zählen – und dann erst reagieren.
(Portmann, Rosemarie: Die 50 besten Spiele zur Frustrationstoleranz, S. 37)

Geben wir unseren Kindern also mehr Frustrationstoleranz mit auf den Weg, damit ihre Vorhaben einfacher gelingen!
Christa D. Schäfer

 

Weitere Bücher mit Übungen / Spielen zu den Themen:
Kennenlernen und Gruppenentwicklung
Aggression
Entspannung

Thema: Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Werte

Montag, 15. September 2014 8:00

Achtsamkeit o Achtung o Anteilnahme o Dankbarkeit o Ehrlichkeit o Einfühlungsgabe o Einzigartigkeit o Ermutigung o Familie o Freiheit o Freundlichkeit o Freundschaft o Geborgenheit o Gemeinschaft o Gerechtigkeit o Glauben o Herzlichkeit o Hilfsbereitschaft o Humor o Kindheit o Kreativität o Neugierde o Spielen o Staunen o Toleranz o Verlässlichkeit o Vertrauen o Wertschätzung o Zeit o Zumutung

30 Werte, dargestellt durch hochwertigen A4-große Bilddrucke, auf der Rückseite versehen mit einem Zitat und einem kurzen Text, der zu weiterführenden Gesprächen, Diskussionen und Reflexionen anregt. Wow, dieses Material werde ich fortan gerne in meinen Seminaren empfehlen und in meinen eigenen Coaching- und Supervisionssitzungen sowie in meinen Trainings nutzen.

Die von Margit Franz herausgegebenen Bildkarten zum Thema Werte aus dem Don Bosco Verlag lassen sich im Kollegium in Kita, Grundschule usw. gut einsetzen, sie sind für die Elternarbeit als Gesprächsanlass von unschätzbarem Wert und können natürlich auch ReferentInnen, Lehrkräften und anderem pädagogischem Fachpersonal Unterstützung für vielfältige Gesprächssituationen bieten. Sicherlich haben Sie auch gleich selbst eine Idee zum Einsatz dieser Karten.

Gerne möchte ich Ihnen hier eine Bildkarte ausführlich vorstellen, einen Wert, der sowohl in der Pädagogik als auch in der Konflktbearbeitung äußerst wichtig ist, das VERTRAUEN.

Vertrauen_1   Vertrauen_2

 

Wenn Sie auf das Bild klicken, so wird das Bild größer und Sie können die Schrift auf der Wertekarte gut lesen.

  • Wo ist Ihnen der Wert des Vertrauens in der Pädagogik zuletzt aufgefallen und deutlich geworden?
  • Was verbinden Sie mit dem Wert des Vertrauens in Bezug auf das Verfahren der Mediation?

Vertrauen ist ein Wert, der nicht nur in der Pädagogik eine große Rolle spielt. Er ist auch in der Mediation unabdingbar: Das Vertrauen der Medianden in den Mediator, dass er den Prozess schon gut leiten wird. Das Vertrauen des Mediators oder der Mediatorin in die Medianden, dass sie ihr Bestes für die Mediationsgespräche geben. Das Vertrauen der Medianden untereinander, das sicherlich am Anfang des Mediationsgespräches noch nicht da ist, aber mit zunehmender Zeit in der Mediation aufgebaut werden soll / aufgebaut wird. Und schließlich das Vertrauen aller in den Prozess der Mediation als eine gute Möglichkeit Konflike zu klären.

Kürzlich habe ich übrigens in diesem Blog postkartengroße Bildkarten zum Thema Biografiearbeit vorgestellt, die ebenfalls für verschiedene Gesprächsanlässe nützlich sein können.

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schulmediation | Kommentare (0)

Der neue Schulz von Thun kommt noch diese Woche …

Dienstag, 9. September 2014 10:49

Damit meine ich das Buch, das Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun zusammen im Dialog verfasst haben. Es heißt „Kommunikation als Lebenskunst. Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens“ und erscheint am 12.09.2014 im Carl-Auer Verlag. Hier im Blog die Buchvorstellung bereits vorab ganz exklusiv für meine Leserinnen und Leser …

Die großen Fragen
Die konkreten Fragen
Die letzten Fragen
- so heißen die drei großen Kapitel

Das Kommunikationsquadrat
Maximen der Verständlichkeit
Teufelskreis und Beziehungsdynamik
Das Ideal der Stimmigkeit
Kommunikation mit dem inneren Menschen
Wertequadrat und Menschenbild
- so lauten die Unterkapitel des ersten großen Kapitels

Wer jetzt denkt, das kenne ich doch schon alles, der hat sich geirrt.

Friedemann Schulz von Thun steht in der Tradition der humanistischen Psychologie, in der Tradition von Paul Watzlawick, Carl Rogers, Reinhard Tausch, Ruth Cohn und vielen anderen. Das Buch „Kommunikation als Lebenskunst“ ist in Dialogform geschrieben. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen spricht mit dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Mal geht es humorvoll zu, mal ganz ernst. Die Lust an der Debatte ist stets zu spüren. Zunächst werden die zentralen Methoden der Kommunikationstheorie vorgestellt, dann geht es um konkrete Fragen in der Anwendung und abschließend wird das Buch mit Gedanken über das Glück und den Tod beendet.

Das Kommunikationsquadrat bzw.
die vier Ohren und die vier Schnäbel

Das Modell, das von den sechs Schulz von Thuns Modellen das Bekannteste ist, ist eindeutig das Kommunikationsquadrat. Vielleicht haben Sie sich schon immer gefragt, wie Schulz von Thun auf die vier Ohren und vier Schnäbel gekommen ist. Das und vieles mehr ist in dem Buch zu lesen. Hier im folgenden ein kleiner Buchauszug.

vier_ohren_vier_schnaebel

PÖRKSEN fragt beispielsweise: Aber suggeriert nicht auch ihr eigenes Modell die Durchschaubarkeit und Steuerbarkeit von Kommunikation? Ist diese Suggestion nicht auch ein Erfolgsgrund? Frei nach dem Motto: Hier haben wir eine Äußerung: nun zerlegen wir diese Äußerung in vier Elemente und ordnen sie der richtigen Ebene zu. Und wenn wir sie erfolgreich zerlegen und analytisch zerbröselt haben, wissen wir, was eigentlich los ist und können das Undeutliche, Rätselhafte, Diffuse einer zwischenmenschlichen Begegnung erfolgreich zurückdrängen, einordnen, domestizieren. Ihr eigenes, verborgenes Axiom der Kommunikation hieße dann, dass derjenige, der Kommunikation analysiert und alle in ihr enthaltenen Botschaften expliziert, glücklich wird. Kurz und knapp: Klarheit und Wahrheit sind der Weg zum Glück.

SCHULZ VON THUN: Um Himmels Willen, nein! Es besteht wohl die Gefahr, dass mein Kommunikationsquadrat als eine Aufforderung missverstanden wird, möglichst alle vier Botschaften stets explizit zu formulieren, das Implizite jederzeit und möglichst umfassend deutlich zu machen. Das kann in manchen Momenten eines verqueren oder schwierigen Gesprächsverlaufs eine heilsame Option sein – gut, wer es dann kann! Aber als gültige Norm würde das Gebot zur vierdimensionalen Explizitheit das menschliche Miteinander zumindest sehr umständlich machen, wenn nicht sogar plump und grell um alle Feinheiten berauben. Zur wahren Meisterschaft gehört auch die Kunst der indirekten Kommunikation, die es ermöglicht, das eigentlich Gemeinte zwischen den Zeilen so anklingen zu lassen, dass der andere dies an sich heranlassen kann, ohne gleich reagieren zu müssen.

PÖRKSEN: Aber wozu dient das Kommunikationsquadrat, wenn nicht zur Aufhellung und Einordnung dessen, was passiert?

SCHULZ VON THUN: Ich habe einmal geschrieben, dieses Modell soll helfen, kommunikativ musikalisch zu werden, aber nicht als Richtschnur für die richtigen, korrekten Töne dienen. Wenn ich die Harmonielehre studiert habe, wenn ich weiß, welche Prinzipien da wirksam sind, dann kann ich besser komponieren und improvisieren. Das ist ein ganz zentraler Punkt: Das Kommunikationsquadrat hat den Zweck, die eigene Sensibilität zu steigern und im Bedarfs- und Konfliktfall die Analyse zu ermöglichen und das gerade Mitschwingende in Worte zu fassen – aber ich schlage kein ideales Kommunikationsschema vor. (Pörksen, Schulz v. Thun: Kommunikation als Lebenskunst. Heidelberg: Carl Auer 2014, S. 32f.)

„Kommunikation als Lebenskunst“ regt zum Nachlesen und/oder Nachdenken an. Das Buch ist ein absoluter Lesespaß sowohl für diejenigen, die sich erstmalig mit der Kommunikationspsychologie befassen, als auch für diejenigen, die sich bereits gut damit auskennen. Die einen erhalten durch das Buch einen ersten Einblick, die anderen steigen in die Tiefe der Kommunikationstheorie ein.

Abschlussvorlesung Schulz von Thun in Hamburg 2009

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Die Generation Y

Montag, 8. September 2014 8:53

Y

 

So werden sie genannt, die heute 15 bis 30-Jährigen. Die Shell Jugendstudien haben gezeigt, dass sie sehr leistungsorientiert sind und gute Abschlüsse in Schule und Ausbildung erhalten. Allerdings stellen Sie stets die Frage nach dem „Warum“ …

 

 

Klaus Hurrelmann hat zusammen mit dem Journalisten Erik Albert ein Buch zum Thema „Die heimlichen Revolutionäre. Wie die Generation Y die Welt verändert“ herausgebracht. Das im Beltz Verlag erschienene Buch rückt die Generation Y ins Zentrum. In ihrer Jugend hat diese Generation viele Krisen erlebt: den 11. September, den Beinahe-Zusammenbruch des Weltfinanzsystems, Klimakatastrophen und vieles mehr. Die Überwindung dieser Krisen gibt ihnen Zuversicht für die Zukunft.

Hurrelmann ist der Ansicht, dass die Generation Y die Bildung und Arbeit revolutionieren wird. Sie sind die Egotaktiker. Kein Job, der bis zur Rente reicht, sondern lebenslanges Lernen für immer neue Jobs. Der Job als Broterwerb war gestern, der Job heute steht für Selbstverwirklichung und so etwas wie den Sinn des Lebens. Keine starren Hierarchien und festen Bürozeiten, sondern Projektarbeit. Kein passives Lernen mehr, sondern Methodenvielfalt und Produktivität. Auch Lehrkräfte und AusbilderInnen müsse sich umstellen und ihre Rolle verändern, der Generation Y ihren Raum lassen, zu LernbegleiterInnen und BeraterInnen werden. Die Rolle als Coach ist gefragt.

Die Beobachtung des Wandels bleibt spannend,
sie ist täglich in unseren Schulen und an den Ausbildungsstätten zu sehen.
Die Generation Y ist revolutionär.

In Berlin gibt es am 10.09.2014 ab 18:00 Uhr eine Buchlesung zu diesem Buch in der Hertie School. Anmeldung sind möglich unter: events@hertie-school.org

Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Schule in Berlin | Kommentare (0)

Mediation mit Living Puppets

Montag, 1. September 2014 19:59

Vor einiger Zeit lernte ich Nicole Buch kennen, eine junge Mediatorin, die mit Living Puppets in der Mediation arbeitet und viel Erfolg damit hat. Ich fragte Nicole Buch, ob sie in diesem Blog über ihre Arbeit berichten würde. Sie hat zugesagt und gibt uns im Folgenden einen Einblick in Ihre Arbeit. Besten Dank, liebe Nicole, sagt Christa

Nicole_Buch_mit_Living_Puppets

Die meisten Lehrer und Schüler finden Konflikte in der Schule ermüdend und fühlen sich überfordert. Mediation kann helfen und Spaß machen. Wie soll das gehen?

In meiner Position als ehemalige Stufenleiterin einer Realschule wurde ich oftmals während eines Konflikts zwischen Schülern um eine einvernehmliche Lösung bemüht. Die Lösung des Konflikts in der Schule wird heute durch den Einsatz von pädagogischen Maßnahmen/Ordnungsmaßnahmen beispielsweise entsprechend der „Verordnung zum Hessischen Schulgesetz“ in der „Verordnung über das Verfahren bei Ordnungsmaßnahmen“ geregelt.

Hier setzt meine Inspiration an. Ich wollte nicht mehr nur auf der Basis von Maßnahmenkatalog und Regeln entscheiden, denn hier bleiben die Gefühle, Bedürfnisse und Ängste der Schüler im Abseits. Der Auslöser des Konflikts bleibt ungeachtet im Raum stehen. Konflikte verstärken sich. Schüler und Lehrer fühlen sich oftmals überfordert. Verhaltensmuster wie Ausbruch von Aggression, Unruhe, Unsicherheit oder Rückzug sind oftmals die Folge.

Mediation – die Kunst Konflikte zu lösen. Kommunizieren – Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, das alles noch mit einer Lehrerin, die nicht nur Fachlehrerin, sondern auch noch Stufenleitung ist und alles dem „Direx“ erzählt, das geht gar nicht. Die beiden Schüler formulierten das so: „Frau Buch, das ist alles neu, wir können Ihnen nicht alles erzählen, sie sind hier der Chef.“ Ich musste also nach einer anderen Form der Mediation suchen, aber was war schülergerecht, einsetzbar für Jungs zwischen zwölf und vierzehn Jahren, pubertär, alles kritisch sehend, außer sich selbst, keine leichte Aufgabe.

Die Recherche nach schülergerechten Methoden blieb für mich erfolglos, erst einmal. Doch im Anblick meiner Stofftiere kam mir die Idee mit den Living Puppets, die bespielbaren Puppen einzusetzen. Puppen, die bereits in der Psychotherapie und der Heilpädagogik , wie auch bei der Behandlung von Demenzkranken eingesetzt wurden, also warum nicht in der Mediation? Ein Experiment – für mich ein neuer Weg – mit Puppen und zwei neugierigen Schülern, die so gemeinsam den Konflikt bearbeiten wollten. Für mich eine neue Methode – für die Schüler eine Chance.

Die Mediation mit den Puppen verlief nach einem „normalen Mediationsmuster“, mit einem gemeinsamen formulierten Memorandum. Wir bespielten die Puppen, waren eins mit den Puppen, einzig die Puppen waren aktiv – eine andere Welt war geschaffen, eine „Traumwelt“, eine „Erzählwelt“, eine „Mediationswelt“. Die Mediation verlief in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre. Nach Aussage der Schüler vereinfachte der Einsatz der Living Puppets den Konflikt zu bearbeiten, Gefühle und Bedürfnisse zu formulieren, denn dort saßen nicht „Frau Buch“ und „nicht der Mitschüler“, sondern dort saßen die Puppen „Lene“, „Hanna“ und „Erik“.

Meine These:
Durch den Einsatz der Living Puppets erhalten die Schüler die Möglichkeit Gefühle und Gedanken auf eine andere Person (hier die Puppe) zu übertragen. Den Schülern gibt es die Gelegenheit ihre eigenen Gedanken mitzuteilen, die sie bedrücken und beschäftigen. Die Puppe gibt Ihnen die Chance ihre eigenen Gedanken mitzuteilen ohne die Konfliktpartei direkt ansprechen zu müssen. Die Puppe gestattet im Puppenspiel die Erarbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen.

Meine Erkenntnis aus dem Experiment Living Puppets in der Mediation:
Durch den Einsatz der Living Puppets erhalten die Schüler die Möglichkeit Gefühle und Gedanken auf eine andere Person (hier die Puppe) zu übertragen. Den Schülern gibt es die Handhabe ihre eigenen Gedanken mitzuteilen, die sie bedrücken und beschäftigen. Die Puppe gibt den Schülern die Chance ihre eigenen Gedanken mitzuteilen ohne die Konfliktpartei direkt ansprechen zu müssen. Die Puppe gestattet im Puppenspiel die Erarbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen. Puppen haben eine beseelende, bezaubernde Wirkung. In ihren unterschiedlichen Erscheinungsbildern öffnen sie den Schülern verschlossenen Welten, regen die Fantasie und den Spieltrieb an. Gudrun Gauda vermutet, dass „das… in erster Linie an dem Abbild des Menschen liegt, da viel hineingelegt werden kann an Persönlichkeit, an Charakter und Verhaltensweisen. Puppen sind wie Menschen eben auch so, wie wir Menschen uns (gerade jetzt) selbst“ gern hätten (Quelle: Gudrun Gauda: „Theorie und Praxis des therapeutischen Puppenspiels“, 2007, S.7).

Puppen können in dem Mediationsprozess ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen, sie können bei der Aufarbeitung folgende Problematik helfen:

  • projizieren von Problemen auf die Puppe
  • Identifikation mit der Puppe
  • Aggressionsbewältigung durch die Puppe.

Puppen arrangieren in der Mediation einen besonderen Begegnungsraum in den verschiedenen Mediationsphasen. Sie helfen Konfliktparteien Zugang zur Mediation und zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu finden, sich frei zu äußern ohne Angst vor Konsequenzen. Sie fördern letztendlich die Vertrauensbildung.

Der Schüler kann alle seine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse in die Puppe projizieren, die er selbst nicht auszudrücken vermag, die er sich wünscht oder die ihm fehlen. Er darf lachen, weinen, aggressiv sein, leise oder laut sein… . In diesem Moment übernimmt die Puppe eine beschützende Rolle, wenn die Puppe dabei ist, fühlt sich der Schüler sicher und geborgen. In dieser Mediation spiegelt der Schüler sein inneres Erlebtes auf die Puppe. Die Puppe übernimmt eine Stellvertreterfunktion.

Die Mediation mit Puppen – nicht nur eine Methode für Schüler – auch für Erwachsene, schüchterne zurückgezogene Persönlichkeiten. Die Living Puppets sind für mich zu einem elementaren Kommunikationsgegenstand und ein wesentlicher Bestandteil, in der Mediation einsetzbar.

Dieser Artikel richtet sich an alle MediatorInnen die experimentell, innovativ und offen für Neues sind.

Living Puppets bauen Brücken und helfen persönliche Täler zu überwinden.
* “vertrauliche Geschäftsgrundlage in der Entwicklung” *

Thema: Kommunikation, Mediationsverfahren | Kommentare (0)

Die Schule geht wieder los in Berlin

Montag, 25. August 2014 7:20

Einige Zahlen zum Schuljahr 2013/14 in Berlin:

Es gibt 696 öffentliche Schulen.
349 weitere sind in freier Trägerschaft.
30.090 Schulanfängerinnen und Schulanfänger starten.

Insgesamt sind 21.186 Lehrerstellen an den öffentlichen Schulen besetzt.
2.673 Neueinsteiger kommen in die Schule.
Knapp 15 % sind davon Quereinsteiger, haben also keine Lehrerausbildung.
Mehr als die Hälfte der Quereinsteiger haben allerdings schon einmal pädagogisch gearbeitet.

Zahlen über Zahlen, und Schulkennerinnen und -kenner können sich das Dahinter in den Berliner Schulen vorstellen …

Alle, die heute wieder in den Schulalltag einsteigen, möchte ich zu einigen Gedanken über das Thema „Lernen in Schule“ anregen (und auch natürlich alle anderen). Für diese Schuleingangsgedanken habe ich mir die Bildkarten zur Biografiearbeit aus dem DON BOSCO Verlag Verlag in die Hand genommen und möchte Ihnen drei Karten als Anregung für das neue Schuljahr mitgeben.

Bildkarte_Biografiearbeit_01

Lernen

Man kann nicht nicht lernen.

Welche formalen Aus-/Fortbildungen haben Sie durchlaufen?
Welche Fähigkeiten und Haltungen hat das Leben sie gelehrt?
Welche Lernsätze würden Sie jüngeren Menschen mit auf den Weg geben?

Bildkarte_Biografiearbeit_03

Achterbahn

Mein Leben – die Schule – eine Achterbahn?
Kurven, Anstiege, Gefälle
Mal sich ganz leicht fühlen.
Mal schwer in den Sitz gepresst werden.
Lustvoller Nervenkitzel ?!

Bildkarte_Biografiearbeit_02

Abenteuer

Mein Leben – die Schule – ein Abenteuer?
Welche Prüfungen haben Sie schon bestanden?
Welche stehen Ihnen bevor?
Wer oder was stärkt Sie?
Woran orientieren Sie sich?

Die Bildkarten „Mein Weg ist mein Weg“ sind Karten, die ich im Coaching und Training sehr gerne einsetze. Jeder Mensch hat ein inneres Bild davon, wie sein Lebensverlauf bisher ausgesehen hat, und die meisten haben auch einen Wunsch für den zukünftigen Lebensweg. Die Bildkarten aus dem Don Bosco Verlag zeigen Symbole für diese Lebensbilder: eine Achterbahn, einen Knoten, einen Berg, den Auf- oder Abstieg, das große Meer und viele andere. Durch diese Visualisierung kann leichter über bisherige Lebenserfahrungen gesprochen werden. Pläne für Lebensentwürfe können zunächst bildlich erfasst und dann in die Tat umgesetzt werden. Die entsprechenden Fragen zum jeweiligen Bild (obige Fragen zu den Bildern sind leicht abgewandelt) befinden sich auf der Rückseite der Bildkarte. Ein kleines booklet, das das Kartenset ergänzt, bietet vielfältige Ideen spielerischer Art, mit den Karten umzugehen. Ob zur Selbstreflexion oder zum Austausch mit anderen, stets entdeckt man mit den Karten neue Ideen, neue Wege, neue Gedanken.

Ihnen ein gutes neues Schuljahr bzw. einen schönen „Restsommer“ wünscht Christa D. Schäfer

Und hier geht es zu einer Geschichte über eine erfolgreiche Lehrerin aus dem Buch Hühnersuppe für die Seele …

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schule in Berlin | Kommentare (0)

Schulferien bald vorüber

Freitag, 22. August 2014 18:23

Viele meiner Leserinnen und Leser haben sich gewundert, dass es hier so ruhig war in letzter Zeit. Jetzt sind die Schulferien in Berlin fast vorüber, und ab Montag geht es auch auf diesem Blog wieder weiter mit interessantem Inhalt und klugen Ideen. Schauen Sie wieder rein …

Christa D. Schäfer

Thema: Schule in Berlin | Kommentare (0)

Weißer Smiley auf rotem Hintergrund

Mittwoch, 23. Juli 2014 20:08

Smiley am Haus

Ein Smiley ist die grafische Darstellung eines Gesichtsausdrucks. Ein Smiley wird oft verwendet, um eine bestimmte Emotion wiederzugeben oder sie zu verdeutlichen. Der Begriff wird oft synonym zu Emoticon verwendet, allerdings ist ein Emoticon eine auf Schriftzeichen basierende Darstellung, das Smiley aber in der Regel ein grafisches Objekt.

Wikipedia gibt Auskunft, dass die älteste belegbare Verwendung des Smileys auf den amerikanischen Werbegrafiker Harvey Ball zurückgeht, der im Dezember 1963 zwei Punkte und einen gebogenen Strich in einen gelben Kreis zeichnete. Sein Auftraggeber war eine Versicherungsgesellschaft, die mit den Anstecknadeln das Betriebsklima heben wollte. Ball erhielt für den Entwurf 45 Dollar und ließ das Zeichen rechtlich nicht sichern. Später gründete Ball die World Smile Foundation, die den ursprünglichen Geist des Smileys propagieren soll.

1996 meldete der französische Journalist Franklin Loufrani zunächst in Frankreich ein Geschmacksmuster auf das stilisierte Lächeln an, das mit den ovalen Augen und den im Vergleich zu Balls Entwurf veränderten Proportionen den heute gängigen Varianten am nächsten kommt. Die Grafik habe er nach seiner Darstellung als Auflockerung eines Zeitungsartikels erfunden. Inzwischen ist Loufrani Einkommensmillionär und hält Nutzungsrechte für das Smiley in über 80 Ländern.

Ende der 1980er Jahre machte sich die Musikbewegung Acid House den Smiley zum Erkennungszeichen. Während des „Second Summer of Love“ wurde auch das Rauschmittel Ecstasy populär und sorgte vor allem in den europäischen Medien für eine Hysterie, worauf viele Warenhäuser aus Angst vor Image-Schäden sämtliche Smiley-Artikel aus dem Sortiment nahmen.

Im Jahr 2005 wollte sich Microsoft die Umwandlung von ASCII-Zeichen in Smileys schützen lassen, was nicht gelang.

Die deutschen Verbraucherschutzminister denken seit 2010 darüber nach, ob die Smileys auch als Hygiene-Siegel für Gaststätten dienen können. Die politischen Abstimmungen erfordern jedoch ihre Zeit und die Smileys bilden nur eine Alternative für die Visualisierung.

Gerne möchte ich Ihnen nun zeigen, wo ich den weißen Smiley auf rotem Hintergrund gefunden habe. Kennen Sie ihn bereits? Wissen Sie, wo er zu finden ist?

Image6

Image7

Image8

Image9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie finden den Smiley in Berlin, in der Grunewaldstraße / Ecke Eisenacher Straße

und hier geht’s zum roten Gesicht …

Christa Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz | Kommentare (0)

Auch Sternenmännchen können Emotionen haben

Dienstag, 15. Juli 2014 6:59

In den Schulferien komme ich meist dazu, einige Sachen zu machen, die ich mir schon lange vorgenommen habe. Das geht Ihnen vielleicht genauso. Und schon lange habe ich mir vorgenommen, besser zeichnen zu lernen – nicht richtig zeichnen, sondern eher grafisch zu visualisieren.

Und deshalb meine Fragen an Sie zu Ihrem Arbeitsfeld:
Wie oft verwenden Sie die Möglichkeit zur Visualisierung?
Welche Hilfsmittel nutzen Sie?
Wie visualisieren Sie?
Wo haben Sie visualisieren gelernt?

Ganz ehrlich, am Anfang meiner Freiberuflichkeit vor ca 15 Jahren habe ich mich hauptsächlich auf die Sprache konzentriert. Paraphrasieren, aktiv zuhören, Fragen stellen, dem Gespräch Struktur geben, all das war das Wichtigste für mich als Neueinsteigerin im Feld Mediation / Coaching / Training.

Dann kam relativ schnell die Methode der Visualisierung hinzu. Visualisierungen lagen und liegen mir sehr am Herzen, da ich weiß wie Optisches die Konstruktionen über die Sichtweisen verdeutlichen können. Durch ein Bild kann etwas auf eine andere Art und Weise transportiert werden als in der Sprache, und manche Menschen verstehen einen Sachverhalt sogar erst durch eine Visualisierung oder ein Bild.

Stephan Ulrich, der ein Buch geschrieben bzw. gezeichnet hat zum Thema “Menschen grafisch visualisieren”, gibt Hinweise dazu, warum das Arbeiten mit Bildern bei der Wissensvermittlung und in der Prozessbegleitung so wertvoll ist:

  • Bilder regen die Hirnaktivität mehr an als das Hören eines Wortes.
  • Bilder sprechen anders als Worte sowohl das rationelle, als auch das kreative Denkzentrum an.
  • Der Betrachter eines Bildes ist aktiv, nicht passiv.
  • Konzentration und Aufmerksamkeit werden gesteigert.
  • Kreativität und emotionales Denken werden gefördert.
  • Ideenreichtum und verbaler Austausch werden potenziert.
  • Der Betrachter denkt über die visuellen Grenzen des Bildes hinaus.
  • Das Bild wird in aller Regel vor allen anderen Dingen wahrgenommen.
  • Sprachbarrieren werden durch eine gemeinsame visuelle Sprache überwunden.
  • Die Gedächtnisleistung wird um ein Vielfaches erhöht.
  • Bildhafte Informationsmengen sind komplexer als Wörter und werden Mit einem Blick erfasst.
  • Der visuelle Wahrnehmungskanal ist mit ca. 80 Prozent das mit Abstand wichtigste Lerninstrument des Menschen.

    (Ulrich, Stephan: Menschen grafisch visualisieren. Paderborn: Junfermann 2010. S. 8 – 10)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu visualisieren. Aussagen können zusammengefasst auf Flipchart geschrieben werden. Ich kann Moderationskarten nutzen. Ich kann als Mediatorin selber schreiben. Ich kann meinen Coachee bitten sein Ziel selber aufzuschreiben. Und ich kann sogar Skizzen anfertigen lassen von Situationen oder ich nehme Holzfiguren zur systemischen Verdeutlichung von Beziehungsstrukturen. Jede Möglichkeit der Visualisierung wirkt unterschiedlich, das wird mir immer wieder deutlich.

Visualisieren ist als solches bereits eine Intervention in Beratungsprozessen !!

Lange habe ich mein Augenmerk auf die Visualisierung mit Wort, Schrift und Skizzen gelegt. Erst in letzter Zeit gehe ich den nächsten Schritt, auch Visualisierung in Form von grafischen Zeichnungen zu nutzen und „Männchen“ zu zeichnen. Manche Versuche schlagen da natürlich fehl, aber es gibt immer wieder Flip-Charts, mit denen ich sehr zufrieden bin. Dabei hat mir das Buch von Stephan Ulrich aus dem Junfermann Verlag sehr geholfen. Es zeigt, wie man Menschen darstellen kann, ohne über großes zeichnerisches Talent zu verfügen. Ulrichs Männchen sind Sternmännchen, die besonders geeignet sind, da sie auf der geometrischen Grundfigur eines 5-zackigen Sterns basieren. Das sieht dann folgendermaßen aus:

Stephan Ulrich: Menschen grafisch visualisieren. Paderborn: Junfermann 2010. S. 13

Sternmännchen können übrigens auch Emotionen haben. Das glauben Sie nicht? Dann schauen Sie mal hier:

Stephan Ulrich: Menschen grafisch visualisiseren. Paderborn: Junfermann S. 19

Stephan Ulrich: Menschen grafisch visualisieren. Paderborn: Junfermann 2010. S. 20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versuchen Sie doch auch mal ein jubelndes, winkendes, entspanntes, fragendes, verwirrtes, wütendes, zitterndes oder schlafendes Sternmännchen zu malen …

Ja, und nun wissen Sie, was ich mir für die Sommerferien unter anderem vorgenommen habe. Schöne Ferien wünscht Ihnen Christa Schäfer

Artikel zu GfK visuell
Comic zu GfK in der Schule

Thema: Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren | Kommentare (0)

Ein Aphorismus kann innere Suchprozesse auslösen

Dienstag, 8. Juli 2014 9:59

Ein Aphorismus kann eine alte, rigide Gedankenkette aufbrechen

In letzter Zeit habe ich Verschiedenes zur „Sprache in Mediation, Coaching und Training“ geschrieben. Sie können beispielsweise Blogartikel nachlesen zu den Themen

MiniMax-Interventionen
Metaphern in der Mediation
Die Kraft der Sprache oder die Gewalt in Begriffen

In diesen Zusammenhang gehört auch das Stilmittel der „Aphorismen“, das gut als Methode in Mediation, Coaching und Training genutzt werden kann. Ein Aphorismus fasst einen Wissensbaustein in einen prägnanten Satz, so dass dieser leicht im Gedächtnis haften bleibt. Aphorismen kommentieren und illustrieren ein Thema auf humorvolle, geistreiche, satirische oder auch bissige Art und Weise.

Seit längerem gibt es ein Buch, das fast unzählige Aphorismen zu verschiedenen Themen bereit stellt. Es ist eine Sammlung, die einem zunächst den Kopf schwirren lässt. Es ist aber auch ein wahrer Schatz, der sowohl für Alltagssituationen als auch für vielfältige Beratungssituationen jeweils den passenden Aphorismus bereit stellt. Ich spreche von dem von Bernhard Trenkle geschriebenen Aha!-Handbuch der Aphorismen und Sprüche für Therapie, Beratung und Hängematte.

Zitieren möchte ich die Seiten 146 und 147 zur Thematik

Der Ton macht die Musik

Stress: Wer zart besaitet ist, kann nie die erste Geige spielen. (Gerhard Uhlenbruck)

Wo jeder die erste Geige spielen möchte, geht das beste Orchester flöten. (Werner Mitsch)

Es wollen immer diejenigen die erste Geige spielen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und (anderswo schon) mit Pauken und Trompeten durchgefallen sind. (Gerhard Uhlenbruck)

Ausgerechnet diejenigen wollen immer die erste Geige spielen, die nie den richtigen Ton treffen. (Daniel Bass)

Eine kleine Machtmusik pflegt auf Taktgefühl und guten Ton keinen Wert zu legen. (Garbe alias Annen)

Liebe ist, wenn der Verstand die zweite Geige spielt. (Werner Mitsch)

Wer die erste Geige spielt, sollte Saitensprünge vermeiden. (Kurt Tackmann)

Wenn man den Bogen über die Saite zieht, vibriert der Darm.

Wer dauernd auf die Pauke haut, geht eines Tages flöten.

Die Heimat der Tuba ist Kuba. (Tuba-Wa-Duo)

Naaaaa, ist ein Aphorismus dabei, den Sie besonders mögen?
fragt Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (1)