Wenn Lukas haut

Montag, 8. Februar 2016 7:04

Was tun bei Kindern, die zuschlagen? Was tun bei aggressiven Kindern? Schon lange beschäftige ich mich intensiv mit Fragestellungen dieser Art. Und ich bin natürlich bei weitem nicht die einzige Person, die diese Fragen stellt. Privatpersonen, Erziehungsratgeber, die großen Medien etc. haben viele Meinungen dazu, durchaus auch oft sehr widersprüchliche. Viele Eltern, ErzieherInnen und SozialpädagogInnen werden jeden Tag vor diese Frage gestellt und überlegen sich Handlungsstrategien, probieren aus, scheitern, versuchen andere.

Ein wirklich hervorragendes Buch ist 2011 zu genau dieser Problematik im Carl-Auer Verlag erschienen: “Wenn Lukas haut. Systemisches Coaching mit Eltern aggressiver Kinder” von Anton Hergenhan. Zunächst erläutert der Autor, was “systemisch” bedeutet (u.a. nicht Schuldfragen stellen, sondern darauf achten, was geschieht und des Kindes Ziel mit seinem Verhalten ist). Er widerspricht der gängigen Ansicht, dass das Elternhaus allein für das aggressive Verhalten der Kinder verantwortlich sei. An konkreten Beispielen legt er dar, wie Arbeit mit aggressiven Kindern und ihren Familien aussehen kann.

Ein Schlüssel für die Arbeit mit aggressiven Kindern und Jugendlichen sowie den Umgang miteinander sind Beziehungen.

Im gleichnamigen Kapitel, welches gewissermaßen das Herz des Buches darstellt, nimmt Hergenhan die Biographie von aggressiven Menschen unter die Lupe und schaut, welche Konsequenzen sich daraus u.U. für ihr gegenwärtiges Handeln ergeben können:

“Menschen, die sich aggressiv verhalten, fühlen sich in ihren Beziehungen wahrscheinlich hilflos und unglücklich. Nicht selten hat diese Hilflosigkeit in der Vergangenheit ihre Wurzeln. Aggressionen sind sehr oft Hilflosigkeitsakte und resultieren aus Lernerfahrungen, nach welchen der Aggressor von heute das Opfer von gestern verkörpert. Es ist wahr: Viele Schläger sind Geschlagene, ohne Zweifel. Eltern, die ihre Kinder ohrfeigen, erzählen mir durchweg, dass sie selbst von ihren Eltern Ohrfeigen erhielten. Und nicht selten höre ich den stereotyp wiederkehrenden Satz: ‘Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet!’
Oft habe ich den Eindruck, dass diese Satz die Aggressionen von früher bagatellisiert, um die von heute zu rechtfertigen: Wenn mir selbst keine Ohrfeige geschadet hat, dann darf ich meinen Kindern auch hin und wieder eine klatschen, so mutet mich diese moralische Entlastungslogik an. Wie dem auch sei: An Menschen, die sich aggressiv verhalten, ist sehr oft selbst aggressives Unrecht begangen worden.
Meine Praxiserfahrung informiert mich noch über ein anderes Phänomen: Nicht nur die Aggressionsopfer von gestern verhalten sich heute aggressiv. Auch Nichtgeschlagene können zu Schlägern werden.” (Hergenhan: Wenn Lukas haut. S.86)

Hergenhan reflektiert auch das Dilemma mit dem pädagogischen Umgehen der von Kindern ausgehenden Gewalt:

“Als ich meine Arbeit vor fast 20 Jahren aufnahm, war ich unsicher. Sollte ich Attacken von Kindern hinnehmen angesichts der Tatsache, dass es ihnen seelisch nicht gut ging? Ich kannte ja die Akte eines jeden Jungen sehr genau und wusste, was Kinder-und Jugendpsychiater in ihren Biographien als ‘pathogen’ (Leid verursachend) diagnostiziert hatten. ‘Verständnisvolle’ Toleranz also angesichts kindlicher Gewalt?”   (ebenda, S.90)

In diesem Zusammenhang schildert der Autor eine Situation in der Vergangenheit mit Kurt (9 Jahre), der ihm mit der Faust in die Nieren schlug. Hergenhan hatte damals die Überzeugung, dass “auszurasten” keine Option sei für einen Psychologen und bemühte sich um “Souveränität”. Heute ist seine Reaktion auf kindliche Aggression anders:

“Ich habe in den Jahren meiner Arbeitspraxis mit der scheinbar fachmännisch abgeklärten Bereitschaft, ‘über’ den Gewaltakten der Kinder zu stehen, ganz schlechte Erfahrungen gemacht. [...] Von fachlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass ich mich mit meiner unechten Souveränität an meinem Arbeitsauftrag vorbeimogelte. Und der hieß wie die Überschrift unseres Kapitels ‘Beziehungen lernen’. Das Delikate: Der Lernende war zuerst und vor allem ich selbst! Ich musste lernen, wie Beziehung mit Kindern gelingen konnte, die sich aggressiv verhielten.”   (ebenda, S.90 f)

Praktisch sieht das folgendermaßen aus:

“Ich habe Schmerzen, ich bin wütend. Laut schreie ich:
A.H.: Du hast mir wehgetan! Dazu hast du kein Recht. Ab zu den Hausaufgaben!
Laut bin ich geworden. Das idealisiere ich an dieser Stelle nicht. Meine Wut und der Schmerz in der Nierengegend bestimmen den massiven Stil meiner Reaktion. So wenig ich daraus eine Empfehlung konstruiere (‘Werden Sie laut!’), so wenig kritisiere ich mich dafür. Ich bin wütend und haben Schmerzen, mir kommt die Galle hoch. Das darf Kurt gern miterleben. [...] Schmerz und Wut sind wichtige Reaktionsfaktoren – kein Nachteil, sondern authentische Botschaftler akuter Wirklichkeit, die auch der Junge detailliert zur Kenntnis nimmt.”   (ebenda, S.91 f)

Es geht also darum, Grenzen zu setzen, da diese ein elementarer Teil von Beziehungen darstellen:

“Beziehungen lernen wir mit den Kindern gemeinsam, wenn wir sie, die Beziehung, für etwas Wertvolles halten. Genau das vermitteln wir den Kindern, indem wir zeigen, wann und wie eine gute Beziehung in Gefahr gerät.”   (ebenda, S.92)

und:
“Kurt will, so unterstelle ich jedem Kind, eine Beziehung, die wertvoll ist, und in der darum nicht jeder machen kann, was er will. Eine wertvolle Beziehung dultet keine Niveaulosigkeit, wenn sich die aufeinander beziehenden Personen einander wertschätzen! Und das wird Kurt unmissverständlich mitgeteilt.”   (ebenda, S.94 f)

Auch wenn ich noch mehr zu diesem und den anderen Kapiteln schreiben könnte – ich belasse es nun erst einmal dabei und hoffe, ich habe Sie neugierig machen können, so dass Sie Sich selbst von der Praxisnähe, den Erkenntnissen und der lösungsorientierten Sprache überzeugen! Wer mit aggressiven Kindern systemisch arbeitet, für den wird dieses Buch eine wahre Fundgrube sein. Ein ideales Buch, um sich noch weiteres Wissen zu Aggressivität bei Kindern und vorallem Jugendlichen anzueignen und Verhaltensweisen besser zu verstehen und ihnen vor allem besser begegnen zu können.

Zusammenfassend: Was macht dieses Buch so besonders? In den Worten des Autors:

“Wenn jemand liest, man muss mit Eltern, die sich gegen die Beratung wehren, wertschätzend umgehen, man muss den Widerstand mit hineinnehmen in die kooperative Atmosphäre, in die kooperative Klimatik, dann ist das recht und schön. Aber was das nun heißt … Was sagt man denn da, das ist die entscheidende Frage. Was sagen Sie zu einem Vater, der sagt ‘Lassen Sie mir doch meine Ruh mit Ihren Psychosprüchen, ich hab Sie satt’ – Was sagt man denn darauf? Und vor allem: Wie nimmt man diesen Widerstand auf, um ihn fruchtbar zu nutzen? Das präzise konkretisierende in diesem Dialog habe ich noch nie gelesen.“

Hier können Sie ein kurzes Video zu „Wenn Lukas haut“ sehen, in dem Hergenhan sein Buch vorstellt, und aus dem die eben genannten Worte kommen.

Mehr zum Umgang mit Aggressionen im Schulbereich …
und zum Zusammenhang von sozialer Akzeptanz, Angst und Aggression …

Alles Gute und einen gelingenden, zugleich wertschätzenden als auch grenzsetzenden Umgang mit Aggressionen wünscht Ihnen Christa Schäfer

Thema: Gewalt, -prävention, -intervention, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0)

Über große und kleine Monster

Montag, 1. Februar 2016 22:25

Monster können sehr wirklich für Kinder sein. Wie oft werden sie abends beim Schlafengehen unter dem Bett vermutet. Oder hinter dem Duschvorhang, im Schrank oder im Keller … Manchmal sind die Monster für Kinder aber andere als diejenigen, von denen Erwachsene es glauben: nicht aus den Träumen und nicht einfach die Manifestation einer entwicklungsbedingten Phase, die im Alter von 2 bis 3 Jahren häufig auftritt, weil Kinder Angst haben und noch nicht zwischen Phantasie und Realität unterscheiden können. Manchmal sind die Monster so viel näher, als wir denken.

Das zeigt eine finnische Kampagne aus dem Jahr 2012. In dem von zahlreichen Preisen ausgezeichneten Video sieht man mehrere Monster aus der Perspektive der Kinder. Da taucht der Tod auf, ein Zombie und ein riesiger Hasenkopf, der Anzug trägt. Es gibt auch einen unheimlichen Clown, einen beängstigenden Weihnachtsmann und eine Person, die eine weiße furchteinflößende Maske trägt. Die Kinder starren vor sich hin, wenden den Blick ab, zucken zusammen, schauen irritiert …
… auf ihre Eltern.

Am Ende erscheint der Schriftzug: “How do our children see us when we’ve been drinking?” (Wie sehen unsere Kinder uns, wenn wir betrunken sind?) Die Kampagne ist von Fragile Childhood, einer finnischen Organisation, welche den Alkoholmissbrauch von Eltern thematisiert und betroffene Kinder und ihre Familien unterstützt. Studien zufolge wird jedes vierte Kind in Finnland durch den Alkoholkonsum seiner Eltern körperlich und/oder psychisch geschädigt. In Deutschland ist es jedes sechste Kind, das sind 2,65 Millionen Kinder. Und in dieser Zahl sind nur die amtlich erfassten Abhängigen enthalten. Sie sind also keine Ausnahme oder Randgruppe.

Um keine Missverständnisse zu erwecken – es geht nicht darum, hin und wieder mal eine Flasche Bier oder ein Glas Wein oder Sekt zu trinken. Es sind Eltern gemeint, die ein Alkoholproblem haben – vor allem aber stehen die Perspektive der (mittlerweile teilweise erwachsenen) Kinder im Vordergrund:

  • “I can remember learning in school not to drink and drive and then have to get in the car with my drunk dad after every family function.” (Alias Ano) “Ich kann mich daran erinnern, in der Schule zu lernen, nicht betrunken Auto zu fahren und dann nach jeder Familienfeier mit meinem betrunkenen Vater ins Auto steigen zu müssen.”
  • “Only at adult age I came to realise why Santa smelled funny.” (Alias A) “Erst als Erwachsene kam ich zur Erkenntnis, weshalb der Weihnachtsmann so seltsam roch.”
  • “For me it took a long time to find out why I liked my mother more in the mornings instead of evenings” (Alias Moominmamma 51 yrs) “Ich brauchte lange um herauszufinden, weshalb ich meine Mutter morgens lieber mochte als Abends.”
  • “If your kid looks at you funny the next day and you forgot what you said to him, kick the booze und love the kid.” (Alias Amanda) “Wenn dich dein Kind am nächsten Tag seltsam anschaut und du vergessen hast, was du zu ihm sagtest, tritt den Schnaps zur Seite und liebe das Kind.”

Das Video und die erwähnten Bilder und Zitate finden Sie hier …
Mehr zu Fragile Childhood …
und mehr zu Kindern in alkoholbelasteten Elternhäusern in Deutschland …

Nicht selten brechen Kinder aus Alkoholikerfamilien den Kontakt mit ihren Eltern oder einem Elternteil als Erwachsene ab – hier mehr über verlassende Kinder …

Doch diese sehr ernste Thematik ist nicht alles, was ich heute mit Ihnen teilen möchte. Es gibt noch deutlich mehr zu Monstern und Perspektiven zu sagen. Gerne möchte ich deshalb das das Kinderbuch “Ich komm dich holen!” vorstellen. Es wurde von Tony Ross geschrieben, heißt im Original “I’m Coming to Get You!” und erschien 2015 im Carl Auer Verlag.

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Das Buch wurde bereits 1984 mit dem Deutschen Jugendbuchliteraturpreis ausgezeichnet, war allerdings etwa 25 Jahre lang nicht mehr im Handel erhältlich. Es ist für Kinder ab 3 Jahren geschrieben und eine wahre Perle unter den zahlreichen Kinderbüchern! Zwei Handlungsstränge laufen parallel aufeinander zu: die von einem furchterregenden Ungeheuer, das Angst und Schrecken auf anderen Planeten verbreitet, und die von Tommy auf der Erde, der große Angst vor Ungeheuern hat.

Während das Monster ein Bananenvolk verspeist und den Planeten frisst (bis auf den Kern und die Pole), bekommt Tommy eine Geschichte über ein Monster vorgelesen und fürchtet sich. Das Ungeheuer im fernen All erblickt Tommy auf seinem Radarschirm und macht sich auf den Weg zur Erde, um Tommy zu holen. “Ich komm dich holen!”, brüllte es. Tommy sucht währenddessen das gesamte Haus und alle Verstecke nach Ungeheuern ab.

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Am nächsten Morgen, als Tommy nicht mehr an Monster denkt, stürzt sich das Ungeheuer mit Gebrüll auf ihn … und muss feststellen, dass es Tommy nicht einmal bis zu den Schnürsenkeln reicht!

 

 

 

 

 

 

 

Besonders lohnend sind auch die Hinweise für Eltern, Vorlesende und Erziehende am Ende des Buches. In diesen stellt der Autor die Handlung vor einen entwicklungspsychologischen Hintergrund und erklärt, wie Kinder im Spiel sinnlich reflektieren können, was sie erleben, anstatt ausgeliefert zu sein.

“In welcher Geschichte oder welchen Geschichten (es sind ja meist viele, die zur Auswahl stehen und individuell gemischt werden können) und mit welchen Rollen sich jeder von uns sieht, hängt zu einem guten Teil von der Lebensgeschichte ab und davon, wie sie erzählt wird. Auch das gilt für Erwachsene wie Kinder.” (Ross: Ich komm dich holen!)

Dieses Buch bietet einen Gesprächseinstieg, um sich mit Kindern über ihre Ängste zu unterhalten – größere wie kleinere, mehr oder weniger reale. So können Kinder u.U. thematisieren, was sonst nicht sagbar ist. Es kann auch darüber gesprochen werden, was Erwachsene tun, wenn sie Angst haben. Und es bietet einen schönen Perspektivenwechsel an: Wer ist größer, die Angst oder ich? Wie groß lasse ich meine Angst sein? “Ich komm dich holen!” ist wunderschön und witzig illustriert, mit kräftigen Farben und einzigartiger Mimik der Charaktere. Der Humor ist bezaubernd und der Blickwechsel eine Freude und Überraschung!

Um noch einmal auf das Monstervideo vom Beginn zurückzukommen – Kinder, deren Eltern (oder ein Elternteil) ein Alkoholproblem haben, können nicht einfach die Perspektive wechseln, und schon ist alles gut. Aber auch für sie geht es um Ängste und Perspektiven, und Fragile Childhood arbeitet daran (wie auch deutsche Initiativen, z.B. Nacoa), dass Kinder aus suchtbelasteten Familien Widerstandkräfte entwickeln und in die Stärkung ihrer Sichtweisen gehen können.

Ich wünsche Ihnen, Ihrem inneren Kind und all den Kindern, die Monster sehen, dass die Ungeheuer kleiner werden.
Christa Schäfer

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Risiken und Schutzfaktoren bei Trennungs- und Scheidungskindern

Montag, 25. Januar 2016 12:53

Scheidungskinder. Welche Assoziationen kommen Ihnen spontan, wenn Sie diesen Begriff hören und an Kinder denken, deren Eltern sich getrennt haben?

Falls Sie unglückliche Kinder, Verhaltensauffälligkeiten und Beziehungsprobleme im späteren Leben der Kinder vor Augen haben, sind Sie nicht allein. Ohne eine wissenschaftliche Studie dazu vorstellen zu wollen: Mein Eindruck ist, dass Medien ein Bild von Scheidungskindern als “Krisenkindern” entwerfen, und die meisten Personen eher traurige und negative Folgen damit verbinden.

Dass es auch anders sein kann, wird durch die Arbeit mancher JournalistInnen und AutorInnen deutlich. Die Sachbuchautorin Monika Czernin hat zum Beispiel das Buch “Glückliche Scheidungskinder” veröffentlicht. So sei nicht das Familienmodell entscheidend darüber, wie glücklich Kinder seien, sondern ob und wie stark ihren Bedürfnissen Beachtung geschenkt werde. Und zweieinhalb Jahre nach der Scheidung kann es sein, dass Scheidungskinder ebenso wenig Verhaltensauffälligkeiten zeigen wie jene, deren Eltern zusammengeblieben sind. Hier können Sie den ganzen Artikel über Glückliche Scheidungskinder lesen:

10 Tipps zur Trennung mit Kind und was es bei einer Scheidung zu beachten gibt

Oft wird von “Scheidungskindern” gesprochen, wenn der passendere Ausdruck eher “Trennungskinder” sein sollte. Denn die Situation für Kinder, deren Eltern nicht miteinander verheiratet waren und sich trennen, unterscheidet sich nicht maßgeblich von den Kindern, deren Eltern über eine Heiratsurkunde verfügen und sich dann scheiden lassen.

Die Wirtschaftsmediation. Familie.

Gerne möchte ich Ihnen hier und heute einen Artikel aus dem Magazin “Die Wirtschaftsmediation” vorstellen. Es ist ein Fachmagazin für Wirtschaft und öffentliche Verwaltung und wird von Gernot Barth und Bernhard Böhm herausgegeben. Die Spezialausgabe 4/2015 ist dem Thema Familie gewidmet und enthält eine ganze Reihe von spannenden und aussagekräftigen Artikeln zu diesem Thema. SEHR LESENSWERT !!
Bestelllink zu „Die Mediation – Familie heute“

Der Artikel “Scheidungsfolgen für Kinder – Risiken und Schutzfaktoren”, geschrieben von Diplompsychologe Wolfgang Jaede, stellt zunächst vor, dass mittlerweile ungefähr jede dritte Ehe geschieden wird und die Scheidungsforschung konstatiert, dass eine Trennung bzw. Scheidung nicht automatisch hohe Folgeschäden für die Kinder bedeuten, und Kinder aus Scheidungsfamilien keine grundsätzliche Benachteiligung gegenüber den Kindern aus Ursprungsfamilien erfahren. Der Autor plädiert dafür, die Situation der betreffenden Kinder differenziert zu betrachten und sowohl ihren Belastungen und Risiken als auch ihren Bewältigungsmöglichkeiten und ihrem Schutzumfeld Beachtung zu schenken.

Risikofaktoren sind unter anderem: Elternkonflikte, Triangulierung und Koalitionsdruck (die Auslagerung des Konflikts auf die Kinder), Einschränkung der Erziehungsfähigkeit, Sorge um das Wohlergehen der Eltern und Armutsrisiko. Da schon viel über Konflikte der Eltern und das Hineinziehen der Kinder in diese Schwierigkeiten geschrieben wurde, möchte ich mich an dieser Stelle auf andere Faktoren konzentrieren.

Sorgen um das Wohlergehen der Eltern
“Eine Trennung und Scheidung geht oft einher mit Erschöpfungszuständen und psychischen Belastungen der Eltern selbst, die sich in Hoffnungslosigkeit und depressiven Verstimmungen, nicht selten auch suizidalen Gefährdungen äußern können. Dies kann zu verstärkten Ängsten der Kinder und einer überfordernden Verantwortungsübernahme für die Eltern führen, wobei die Kinder ihre eigenen Entwicklungsbedürfnisse zurückstellen (‘Parentifizierung’).”   (Jaede in: Die Wirtschaftsmediation)

Armutsrisiko
“Vor allem Alleinerziehende erleben nach einer Scheidung belastende finanzielle Engpässe, die sie selbst unter Stress setzen und auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen einschränken. Dies beeinträchtigt deren Selbstwertgefühl vor allem dann, wenn sie sich gegenüber anderen Gleichaltrigen als benachteiligt erleben.” (Jaede in: Die Wirtschaftsmediation)
Anmerkung von mir: 95% der Alleinerziehenden sind Frauen, daher ist Armut nicht nur eine Frage der sozialen Stellung, sondern auch der Geschlechtszugehörigkeit.

Wie Sie wissen, ist mir immer auch der Fokus darauf wichtig, was gut läuft und welche Ressourcen es gibt. Daher an dieser Stelle noch einige der im Artikel von Wolfgang Jaede genannten Schutzfaktoren und Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder, deren Eltern sich getrennt/geschieden haben:

  • konfliktreduzierende und -deeskalierende Beratungsangebote für Scheidungseltern wie Mediation, Scheidungs- und Trennungsberatung
  • Gruppenangebote für Eltern zur Stärkung ihrer Kommunikations-und Erziehungsfähigkeit und zur Gestaltung ihrer Beziehung zu den Kindern
  • Gruppenangebote für Kinder zur Trennungs- und Scheidungsbewältigung
  • finanzielle und strukturelle Unterstützung von Alleinerziehenden
  • Stärkung der Selbstkontrolle und Selbstwirksamkeit der Kinder, Förderung ihrer Ressourcen und aktiven Bewältigungs- sowie emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten.

Der hier vorgestellt Artikel ist erkenntnisreich für Menschen mit und ohne Kinder, für zusammengebliebene und getrennte Eltern. Denn: Familie geht uns alle an.

Wenn ich Ihr Interesse für diese Ausgabe der „Wirtschaftsmediation“ geweckt habe, kann ich Ihnen gleich noch einen weiteren sehr lesenswerten Artikel aus der Zeitschrift ans Herz legen: “Familienmodelle nach der Scheidung: Wechselmodell, Residenzmodell, Nestmodell” mit praktischen Tipps für getrennt lebende Eltern und Vor- sowie Nachteilen der jeweiligen Modelle.

Eine gut gelingende Entwicklung für alle Kinder
wünscht sich Christa Schäfer

Übrigens: Freitag dieser Woche gibt es Zeugnisse in Berlin.

Lesen Sie hier weitere Blogartikel zur “Wirtschaftsmediation”:
Führung
Humor

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Helpies zur Gewaltfreien Kommunikation

Dienstag, 12. Januar 2016 22:18

Vor einiger Zeit habe ich in einem Seminar Ina Rodewald kennen gelernt. Schon damals war sie total begeistert von der Gewaltfreien Kommunikation. Und ich freue mich, dass sie diesen Weg weiter gegangen ist und Inas HELPIES entwickelt hat. Ich habe die HELPIES vor mir, 21 liebevoll gestaltete Karten mit den wichtigsten Inhalten aus der Gewaltfreien Kommunikation. GfK-Anfänger können mit diesen Karten das Wichtigste für die Hosentasche mitnehmen und GfK-Profis haben ein Kompendium der wichtigsten Gedankeninhalte zum Nachschauen.

Liebe Ina, wie war dein Weg zur Gewaltfreien Kommunikation?
I.R.: Meine Kinder haben mich auf den Weg gebracht. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Vor circa 8 Jahren hatte ich einen großen Streit mit meinem damals 13-jährigem Sohn. Ich war sehr unglücklich darüber, und erzählte einer Freundin davon. Diese schlug mir vor, es mit GfK zu probieren. Bis dahin hatte ich noch nie davon gehört, und war neugierig. Kurz darauf besuchte ich mein erstes GfK Einführungsseminar. Meine Beziehung zu meinen Kindern hat sich sehr verändert seitdem.Ich habe eine viel größere Lebensqualität auch in allen anderen Bereichen erfahren. Danach habe ich eine Intensiv-Ausbildung in Heidelberg gemacht. Als mir klar wurde, dass GfK das Herz einer Mediation ist, habe ich ein Mediationsstudium an der EHV absolviert. Seitdem halte ich Seminare, Modulreihen und führe auch Coachings und Mediationen durch.

Helpies_Gefuehle
Wann hattest du die Idee die Karten zu entwickeln, und wofür sind sie gedacht?
I.R.: Ich halte regelmäßig einen Kurs mit Modulen. Das sind einzelne in sich abgeschlossene Lerneinheiten der wertschätzenden Kommunikation. Mein Freund, der langjährige Seminarerfahrung hat, fragte mich, ob ich nicht etwas entwickeln könnte, das ganz kurz und knapp wiedergibt, was die Teilnehmer auf jeden Fall aus jedem Modul dauerhaft mitnehmen möchten. Die Idee gefiel mir und insbesondere meinen Teilnehmern, weil sie nach jedem Modul ein bis zwei Karten erhielten. So konnten sie das Erlernte direkt in ihren Alltag integrieren. Nach einigen Brainstorming-Sitzungen fanden wir den Namen. Die große Herausforderung bestand darin, jedes Thema auf das Wesentliche zu konzentrieren und es in möglichst klaren Worten wiederzugeben. Die Karten sind für alle Lernenden der GfK gedacht und für alle Lehrenden, weil es viel effizienter ist, mit den Karten Seminarinhalte zu vermitteln

Hat die Gewaltfreie Kommunikation dich ein Stück weit verändert
- und wenn ja, wie?

I.R.: Ja, die GfK hat mein Leben sehr bereichert. Ich habe es geschafft, aus meiner “selbst-gewählten Opferrolle” herauszufinden, authentisch zu sein, mich nicht zu verbiegen, mir selbst gegenüber mehr Wertschätzung zu geben und mit anderen Menschen empathisch verbunden zu sein. Zudem habe ich meine gutbezahlte Festanstellung aufgegeben und widme mich nun hauptberuflich der Verbreitung der wertschätzenden Kommunikation.

Hast du ein Erlebnis mit den Karten, das du gerne mit uns teilen möchtest?
I.R.: Ja, sogar schon viele. Eines hat mich besonders gefreut. Eine Teilnehmerin meines Kurses hatte oft Streit mit ihrem pubertierenden Sohn (kommt dir das bekannt vor?). Eines Tages ging es wieder los: Ping Pong Ping ..! da rief sie STOP, ging ins Nebenzimmer, schaute sich die HELPIES an. (Mein Ärger, Selbst-Empathie und die 4 Schritte). dann ging sie zurück und versuchte ihrem Sohn wirklich zuzuhören. Danach hatten sie, wie sie freudestrahlend berichtete “das beste Gespräch seit Monaten”. Nun sagen ihre Kinder öfter “Mama, hol die HELPIES!” Wunderbar, nicht wahr?

Du sprichst der Verbreitung der Wertschätzenden Kommunikation!
Gibt es die HELPIES auch in anderen Sprachen?

I.R.: Da ich selbst dreisprachig bin (Deutsch, Englisch, Spanisch) habe ich die englische Ausgabe bereits fertig gestellt und bin gerade dabei eine amerikanische Druckerei zu suchen. Ich habe auch schon einen Distributor in den USA gefunden, der sie von dort aus vertreiben wird. Das ist für das erste Vierteljahr 2016 geplant. Danach werde ich eine spanische Ausgabe publizieren. Gerade weil die wertschätzende Kommunikation in Spanien bzw Südamerika noch nicht so verbreitet ist, möchte ich dort mit den HELPIES dazu beitragen, GfK bekannt zu machen. Frage mich gerne noch mal zu den Sprachen in einem halben Jahr, dann kann ich dir sicherlich weitere Neuigkeiten berichten. Wertschätzende Kommunikation mit HELPIES around the globe! Ein großer Traum wird wahr werden. :-)

Liebe Ina, allerbesten Dank für dieses Interview,
und hier der Link zu den HELPIES

(einfach auf das rote Wort klicken)

Inas Helpies, empfohlen von: Dr. Christa Schäfer

Und hier einige Helpies zum Kennenlernen:

Helpies_nein

Helpies_ja_nein

Helpies_nein_nein

Thema: Interviews, Kommunikation, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Jede Kita ist besser als keine Kita

Montag, 4. Januar 2016 5:51

Viel ist bereits über Berliner Kitas geschrieben und gestritten worden. Und sicherlich gibt es auch viele Baustellen. Doch gerade weil ich immer so viel mehr von Baustellen höre als Lob, freute mich ein im Dezember gesichteter Tagesspiegelartikel ganz besonders. Dieser stellt den neuesten Einschulungsbericht für etwa 30.000 Berliner Fünfjährige vor. Dem Bericht zufolge hat die Kita einen großen und überaus positiven Einfluss darauf, wie erfolgreich Kinder später in der Schule werden. Während der soziale Status der Eltern natürlich von großer Bedeutung ist für die “Schulkarriere” von SchülerInnen, tritt die Kita nicht dahinter zurück – beides hält sich überraschenderweise die Waage. Bei Kindern sozial schwach gestellter Eltern wirkt sich der Kita-Besuch ausgleichend aus. Auch andere gängige Einflussfaktoren für Erfolg bzw. Misserfolg in der Schule sind nicht so gewichtig wie der Besuch einer Kita für Kinder.

Der leitende Kinderarzt vom Gesundheitsamt Mitte Matthias Brockstedt sagt über die Ergebnisse: “Jede Kita ist besser als keine Kita.” Nun will sich die Berliner Koalition dafür einsetzen, dass nicht nur der Kita-Besuch kostenlos sein soll, sondern auch der Besuch in der Krippe. Darüber hinaus ist vorgesehen, den Personalstand der Kitas in den nächsten Jahren zu verbessern. Nachlesen können Sie den ganzen Artikel inklusive einer interaktiven Berliner Karte hier …

Aber um noch einmal auf die Baustellen in Kitas zurückzukommen: eines der großen Probleme stellt sicherlich der Stress dar, mit dem die Erzieherinnen tagtäglich, Woche um Woche, Monat um Monat und Jahr um Jahr konfrontiert sind. Es gibt einen erhöhten Förderbedarf bei Kindern und der Verwaltungsaufwand nimmt bei gleichzeitigem zunehmenden personellen Engpässen zu. Folgen sind das überdurchschnittlich hohe Auftreten von psychische Belastungen bei Kita-Erzieherinnen, Burn-Out, negative mentale und emotionale Reaktionen, körperliche und psychische Symptome und die gravierenden Ergebnisse für die Gesundheit.

Zu diesem Thema habe ich etwas Interessantes entdeckt, das “Anti-Stress-Buch für Erzieherinnen”. Von Gabriele Kubitschek geschrieben und 2012 im Don Bosco Verlag erschienen, ist es eine Praxisanleitung für gestresste Erzieherinnen. Dieses Buch schlägt eine Reihe von Möglichkeiten vor, um dem Stress zu begegnen, ohne krank zu werden: Selbstfürsorge, Entspannungsübungen, das Stärken von persönlichen Ressourcen, das Lernen von Delegieren und von Grenzen setzen. Eine auch sehr schöne Methode ist, Entspannungsübungen gemeinsam mit Kindern zu machen. Neben diesen Ideen werden aber auch andere Stolpersteine thematisiert, von denen ich einen mit Ihnen teilen möchte:

“Blockaden durch überholte Rollenbilder
‘Frauen sind stets geduldig und verständnisvoll’, ‘Ein echter Mann zeigt keinen Schmerz und sagt, wo es langgeht.’ ‘Ein richtiges Mädchen spielt gerne mit Puppen, Jungen interessieren sich nur für Autos.’ Oft beeinflussen uns überholte, unreflektierte Rollenbilder und die zugrunde liegenden Erwartungen wirken sich auf unser Handeln aus. Was ist weiblich, was männlich? Was gehört zu mir als die Person, die ich bin? Feste Rollenbilder und die damit verbundenen Erwartungen schränken uns in unserer freien Entscheidung darüber ein, was wir für ein erfülltes und glückliches Leben anstreben und brauchen. Diese meist unbewusst ablaufenden inneren Vorstellungsbilder sind als Muster schon früh in der Kindheit angelegt worden. Doch ist es nie zu spät, sich diese Mechanismen bewusst zu machen und sie aufzuweichen, die eigene Verantwortung zu ergreifen und Schritt für Schritt neue Wege zu beschreiten.”   (Kubitschek, Gabriele: Anti-Stress-Buch für Erzieherinnen, S. 27 )

Ich freue mich, wenn ich Sie neugierig gemacht habe – nicht nur die Erzieherinnen unter Ihnen. Denn auch andere Berufsgruppen in der sozialen Arbeit können von diesem Buch profitieren, da Tipps und Entspannungsmethoden nicht auf Kita-Personal beschränkt sind. Das Buch bietet interessante Ansätze und Methoden für Erzieherinnen. Es ist leicht und schnell zu lesen. Auch dass Frau Kubitschek aus eigener Erfahrung schreibt, bereichert ihre Wegvorschläge aus dem Stress-Labyrinth.

Falls Sie weiterlesen möchten über das Lösen von Problemen im Kita-Bereich, finden Sie hier einen Artikel zur Kommunikation in der Kita und hier zur Teamarbeit in der Kita

In jedem Fall hoffe ich, dass der Personalstand in den Kitas bald steigt, damit Erzieherinnen nicht nur individuell den Stress mit selbstoptimierendem Verhalten auffangen müssen. Zudem wird das sicherlich die Kinder in ihrem Entwicklungsstand noch weiter bringen und gar noch erfolgreicher in der Schule machen – wie möglicherweise ein weiterer Bericht eines Tages aufzeigen wird …

Bis dahin hoffen Sie mit mir
Christa Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0)

Ich wünsche Ihnen für 2016

Freitag, 1. Januar 2016 14:55

Schon wieder neigt sich das Jahr seinem Ende zu. Ich kann kaum glauben, dass auch 2015 bereits wieder vorüber ist. Derzeit denke ich an meine Vorsätze und Wünsche, die ich für dieses Kalenderjahr hatte, und was sich für das folgende verändert hat…
Doch was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?

Ich habe kürzlich ein sehr außergewöhnliches Buch gefunden, das ich an dieser Stelle gern mit Ihnen teilen möchte. Es heißt “Konflikte haben zwei Seiten. Impulsgeber für den Beruf”, ist von Sabine Krause verfasst und 2015 im verlag modernes lernen erschienen. Es ist ein Buch ohne Wort und umfasst 50 Piktogramm-Paare, die klare Botschaften haben, und diese verständlich auf den Punkt (bzw. ins Bild) bringen. Zu jedem im Buch vorkommenden Thema gibt es zwei Buchseiten. Diese beschreiben das breite Spektrum von beruflichen Konfliktthemen. Und zu jedem Thema gibt es eine Eskalationsseite und eine Deeskalationsseite. Dabei ist die blaue Buchseite die “Gefahr” (Eskalationsseite) und die grüne Seite die “Chance” (Deeskalationsseite) des Themas.

Das Buch spricht in Bildern. Daher werde ich auch nicht so viele Worte verlieren und lieber die Bilder für sich sprechen lassen.

Kommunikation

Kommunikation

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Kommunikationswege sich nicht in Vereinzelungen verlieren, sondern dass sie gemeinsam und von allen getragen werden.

Konflikte

Konflikte

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass in Konflikten die Türen nicht geschlossen werden, sondern geöffnet bleiben, so dass auch weiterhin Kommunikation stattzufinden vermag; und dass im Konfliktverhalten Positionen, Argumente und Meinungen nicht immer weiter und ins Leere gegeneinander laufen, sondern dass ein Austausch möglich ist, in welchem sich beide Seiten aufeinander beziehen und zu einem Punkt gelangen, mit dem beide leben können.

Humor

Humor

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht nur halb lächeln und halb traurig sind; dass Ihr Humor nicht von Traurigkeit durchzogen ist oder nur die Mundwinkel nach oben zieht – sondern dass Ihr Lächeln von Herzen kommt und auch in Ihren Augen zu finden ist. Ich wünsche Ihnen viel Humor für das neue Jahr, denn sich selbst nicht so ernst zu nehmen und über sich und anderes lachen können, erleichtert Vieles und ist in jedem Fall gut für Ihre Gesundheit!

Vision

Vision

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Visionen nicht eingesperrt sind, sondern Luft zum Atmen und möglicherweise sogar Fliegen haben. Dass Sie sich nicht verschließen vor Visionen, die von außen kommen, und dass Ihre eigenen Visionen nicht allein Raum bei Ihnen finden.

Dies sind meine Interpretationen. Natürlich können Sie das Buch auch für eigene Reflexionen nutzen. Das schöne an diesem Büchlein ist es ja, dass es nicht vorschreibt, sondern für jede und jeden andere Assoziationen und Bedeutungen beinhalten kann.

Als Anregung: Wenn Sie sich auf ein Gespräch vorbereiten möchten, das u.U. von Konflikten geprägt sein kann, blättern Sie das Buch durch. Spüren Sie bei einem bestimmten Bild eine Verbindung, können Sie sich beispielsweise fragen: Was regt mich an, was gibt mir einen Denkanstoß? Wie kann ich dies übersetzen in die mir bevorstehende Situation oder in mein Alltagsverhalten mit Konflikten im Allgemeinen?
Auch nach dem betreffenden Konflikt ist es eine Möglichkeit, das Büchlein daraufhin durchzugehen, wie die Auseinandersetzung gelaufen ist oder was das Thema war: Welche Anreize oder Stimuli können mir für meine Reflexion hilfreich sein?

Mit diesem Buch haben Sie einen feinen kleinen Ideengeber in den Händen, der Sie bei Kommunikationsschwierigkeiten unterstützt, und mit dem Sie neue Impulse für Handlungen und Wege aus Sackgassen erhalten können.

In diesem Sinne:
Ich wünsche Ihnen für 2016, dass Ihre Visionen grün sind!
Dr. Christa D. Schäfer

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Pädagogische Arbeit mit Flüchtlingskindern

Dienstag, 29. Dezember 2015 12:36

Weltweit sind ca. 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Nur ein Bruchteil davon kommt nach Europa. In den vergangenen Monaten waren geflüchtete Menschen in den deutschen Medien ein großes Thema. Die Bericht erfolgen oft dramatisierend und es wurde oft der Eindruck vermittelt, dass Deutschland eines der Länder ist, das am meisten Flüchtlinge aufnimmt.

Nach Angaben des Bundesinnenministerium (BMI) kamen 2015 bis Ende September 577.000 Menschen nach Deutschland. Schätzung nach werden es in 2015 fast 1 Million Menschen sein, die hier Asyl suchen. Eine unvorstellbare Zahl von vielen vielen Einzelschicksalen.

Ein Drittel bis die Hälfte der geflüchteten Menschen sind Kinder und Jugendliche. Viele Kinder und Jugendliche kommen mit ihren Eltern und gelten dann als „Begleitete Flüchtlingskinder“. Sie werden mit ihren Familien zusammen in Gemeinschaftsunterkünften eingegliedert. Andere Kinder kommen ohne ihre Eltern und sind damit „Unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche“. In Berlin sind 2015 ungefähr 4.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung angekommen. Ein Zahl, die schier unglaublich erscheint. Die meisten unbegleiteten Kinder und Jugendliche sind Jungen, nur ca. 5 bis 10 % sind Mädchen. Nach der Erstaufnahme bzw. einer Clearingphase kommen die Kinder und Jugendlichen in Kitas und Schulen in Berlin.

In Kitas werden die Kinder in den normalen Gruppenablauf integriert, in Schulen gibt es die sogenannten Willkommensklassen. Während es im November noch 575 Willkommensklassen gab, ist diese Anzahl in der Zwischenzeit auf 639 Willkommensklassen in Berlin angestiegen. Die Schülerinnen und Schüler lernen Deutsch und finden in diesen Klassen den Anschluss an das deutsche Schulsystem. Keine einfache Aufgabe!!

Da stellt sich die Frage, auf welchen fachlichen Hintergrund die Pädagogische Arbeit mit Flüchtlingskindern beruht und wo sich PädagogInnen Unterstützung für Ihre Arbeit holen können …

Statistisch gesehen haben 38,8% der kriegserlebten Menschen posttraumatische Belastungssymptome, und bei Kindern könnte diese Zahl noch höher sein. Das bedeutet nicht, dass alle geflüchteten Kinder ein Trauma haben – doch es macht für mich deutlich, dass es mehr Fachliteratur zu traumatisierten geflüchteten Kindern geben muss, denn da steckt die Expertise noch “in den Kinderschuhen”!

Aus diesem Grund war ich hocherfreut, das Buch “Pädagogische Arbeit mit Migranten- und Flüchtlingskindern. Unterrichtsmodule und psychologische Grundlagen” aus dem Beltz Verlag in den Händen zu halten. Sarah Inal und Hubertus Adam haben 2013 mit dieser Veröffentlichung ein Novum geschaffen – nicht nur beim Beltz Verlag.

Unterteilt ist das Buch in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Part umfasst Migration und Flucht, psychische Belastung und Traumatisierung sowie Kindesentwicklung und Coping. Der Praxisteil stellt Methodiken vor wie z.B. das Arbeiten mit Ritualen und Unterrichtsentwürfe für Kinder und Jugendliche. Damit bietet das Buch sowohl Theorie als auch Praxis.

Der Teil zu Traumatisierung im Kindes- und Jugendalter hat mich ganz besonders interessiert. Die Erkenntnisse waren traurig. Denn traumatisierte Erfahrungen erschüttern das Vertrauen des Kindes oder des Jugendlichen in die Welt im Allgemeinen und die Unangetastetheit der eigenen Sicherheit und psychischen Integrität. Dies kann sich weitreichend auswirken:

“Schwere Belastungen vor und nach Migration oder Flucht können die Entwicklungskontinuität einer Person unterbrechen und ihre Fähigkeit zur Alltagsbewältigung, Beziehungsaufnahme und Zukunftsplanung zerstören (…). Derartige Erfahrungen nehmen – insbesondere bei Kindern – Einfluss auf:

  • neurobiologische Prozesse: zum Teil dauerhafte Veränderungen der Regulation von Neurohormonen (z.B. Katecholamine, Serotonin, Glukokortikoide und endogene Opioide) sowie Veränderungen von Hirnstrukturen mir negativen Effekten auf das Lernen, auf die Fähigkeit, sich an etwas zu gewöhnen, auf die Fähigkeit zur Reizdiskriminierung und auf die Sprachentwicklung (expressiv und rezeptiv)
  • Prozesse der Entwicklung: Beeinflussung der psychomotorischen Entwicklung der Persönlichkeitsentwicklung
  • Prozesse in der Gestaltung von Beziehungen: Beeinflussung der Fähigkeit, mit dem Verlust, von Beziehungen umzugehen bzw. neue aufzunehmen, der Fähigkeit, dem eigenen Leben einen Sinn zu geben, und der Fähigkeit, Hilfe von anderen anzunehmen
  • soziokulturelle und politische Prozesse: Effekte aus dem Zusammenhalt von Gesellschaften durch ständiges Misstrauen als Folge von Gewaltherrschaft (Atomisierung der Gesellschaft)”

(Adam, Hubertus; Inal, Sarah: Pädagogische Arbeit mit Migranten – und Flüchtlingskindern. Unterrichtsmodule und psychologische Grundlagen. Weinheim und Basel: Beltz 2013 , S. 30)

Neben diesen gravierenden Prozessen gibt es aber doch auch Einiges, das Potential hat für positive und konstruktive Veränderungen, zum Beispiel ist für die Prävention von Störungen, die nach Belastungen auftreten können, die Nähe einer Bezugsperson relevant. Dabei sind intakte Familienstrukturen sowohl für die Verarbeitung der traumatisierenden Ereignisse immens wichtig als auch für den post-traumatischen Verlauf.

Wie viel mehr könnte zu diesem Buch noch gesagt werden … Doch ich hoffe, Sie versuchen es selbst einmal beim nächsten Stöbern im Bücherladen oder wenn Ihnen das Buch im Internet über den Weg läuft. Es ist für alle zu empfehlen – und natürlich ganz besonders für LehrerInnen der Grundschule und weiterführenden Schule, PädagogInnen und anderes Personengruppen, die mit geflüchteten und migrantisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Ich wünsche mir in jedem Fall, dass auch über die Expertise dieser Veröffentlichung noch weitere Bücher zu ebendiesen Themen folgen werden. Nötig ist es – und “Pädagogische Arbeit mit Migranten- und Flüchtlingskindern” geht mit gutem Beispiel voran!

Viele Erkenntnisse beim Lesen
wünscht Christa Schäfer

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Glück

Dienstag, 22. Dezember 2015 7:36

Was bitte schön ist Glück?
Gerne möchte ich heute ein wenig mit Ihnen gemeinsam darüber nachdenken.

„Es gibt viel Glück auf der Welt, aber man muss Glück haben. Keiner weiß, ob es ihn trifft. Wir sind Kinder, und Spiel oder Streit liegen stets nahe beieinander.“ (Edward Morgan Forster, engl. Schriftsteller 1879-1970)

„Glück ist die schärfste Beleidigung des menschlichen Verstandes. Man kann es nicht planen, man kann es nicht pflegen und man kann keinen finden, der es einem beibringen könnte. Man kann einzig und allein darauf hoffen.“ (Max Gunther, Sachbuchautor)

„Wir können unser Glück und Unglück sehr wohl beeinflussen – was beruhigend ist, wenn man sich im Leben, wie so häufig, den Launen des Zufalls ausgeliefert fühlt. Zwar beherrscht das Glück unser Leben nicht direkt, aber es wirkt sich auf fast alles aus, was wir tun.“ (Richard Webster in seinem Buch „365 Wege um das Glück anzuziehen“)

Welcher der Definitionen stimmen Sie zu?

Ich glaube, dass wir das Glück bzw. die Geschicke unseres Lebens zu einem Teil selber beeinflussen können und habe mich darum für das Buch „365 Wege um das Glück anzuziehen“ interessiert. Beeindruckt hat mich eine Übung zum Positiven Denken. „Pechvögel“ können anfangen zu denken wie „Glückspilze“. In vielen Fällen liegt der wahre Grund für das weit verbreitete Unglücklichsein im Inneren des Menschen. Positives Denken hilft. Konzentration auf’s Positive anstatt auf’s Negative verändert langfristig sogar die Gehirnstruktur. Die Fokussierung auf das Positive lässt Veränderungen in vielen Lebensbereichen folgen.

Eine Übung zur Kraft des positiven Denkens

„Setze dich am Abend vor dem Zubettgehen ruhig in einen bequemen Sessel, schließe die Augen und entspanne dich. Atme zehn Mal langsam und tief durch und denke dann über den zu Ende gehenden Tag nach. Denke an die Menschen, mit denen du zu tun hattest und wie du auf sie reagiert hast. Denke an die Enttäuschungen, die du heute erlebt hast, aber auch an die Erfolge. Wenn du die wichtigsten Ereignisse des Tages erfasst hast, atme dreimal tief durch und öffne dann die Augen. Denke noch ein paar Minuten darüber nach, was gerade in dir vorging. Hast du in deinem Körper irgendetwas gespürt, als du den Tag noch einmal hast Revue passieren lassen? Warst du wegen etwas, an das du gedacht hast, angespannt oder wütend?
Stehe auf, strecke dich und gehe vielleicht ein, zwei Minuten in der Wohnung umher. Setze dich wieder hin, schließe die Augen, atme zehn Mal langsam und tief durch und gehe deinen Tag noch einmal durch. Gib dieses Mal jedoch allen Ereignissen eine positive Tendenz. Wenn dir zum Beispiel jemand auf dem Weg zur Arbeit die Vorfahrt genommen hat, warst du bei der Erinnerung daran wahrscheinlich angespannt. Wünsche nun dieses Mal dem Betreffenden einfach alles Gute. Führe dir wieder vor Augen, dass der Fahrer nicht die Macht hat, deine Gedanken zu beeinflussen. Du hast selbst zugelassen, dass du wütend wurdest. Wenn du nun das Erlebnis noch einmal nachempfindest, dann lasse deine Negativität vergehen und erlebe dich ruhig und entspannt statt wütend und frustriert. Gehe deinen Tag weiter durch und gib allem, was geschehen ist, eine positive Wendung. Wenn du fertig bist, atme dreimal tief durch und öffne die Augen.“
(Webster, R.: 365 Wege um das Glück anzuziehen. S. 31)

Vielleicht haben Sie Lust, diese Übung im neuen Jahr in Ihren Tagesablauf mit einzubauen?

Wer Glück sucht, kann im Buch „365 Wege …“ von Richard Webster aus dem Aquamarin Verlag viele Wege finden, dem Glück näher zu kommen. Der Weg kann über Glücks-Wörter über Glückssteine bis zu Glücksbringern gehen. Das Glück selber in die Hand nehmen bedeutet zu schauen, in welchem Bereich des Lebens man glücklicher sein möchte und hieran zu arbeiten. Einfache Schritte um nichts dem Zufall zu überlassen sind da äußerst hilfreich (wenngleich auch manchmal ein wenig esoterisch) …

Neulich hörte ich im Radio, dass Deutschland das Land sei, in dem viel Angst herrsche. Dieses Gefühl wird sogar die „German Angst“ genannt. Es gibt Hypothesen darüber, woher dies kommen könnte. Eine Idee ist, dass dies mit dem Klima und dem Erntezyklus in Deutschland zusammen hängt, aber das ist bei Gelegenheit sicherlich mal einen anderen Artikel wert …

Übrigens: Glück ist keine Emotion …

Buchverlosung von “365 Wege zum Glück”

Weihnachten_in_Berlin

Ja, und dann habe ich heute noch etwas ganz Besonderes für Sie. Ich möchte Ihr Glück gerne ein wenig herausfordern! Da bald Weihnachten ist, verlose ich zwei Buchexemplare von „365 Wege um das Glück anzuziehen“. Möchten Sie gewinnen? Dann überlegen Sie bitte, wo in Berlin das Bild mit der nebenstehenden Weihnachtsstimmung aufgenommen wurde. Und wenn Sie es wissen, dann schreiben Sie bis spätestens 31.12.2015 eine Mail an: weihnachtsraetsel@chschaefer.de. Vergessen Sie in der Mail bitte nicht Ihren Namen und Ihre Adresse anzugeben.

Die beiden glücklichen GewinnerInnen erhalten Ihren Buchgewinn Anfang des Jahres und alle Teilnehmenden erhalten zukünftig unseren Newsletter. Ich wünsche Ihnen viel Glück für die Verlosung !!

„Viel Glück“ oder auch „Good luck“
wünscht Christa Schäfer

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Selbstcoaching

Montag, 14. Dezember 2015 7:58

Professionelles Coaching setzt auf die Entwicklung individueller Lösungskompetenzen beim Coachee. Der Coachee bestimmt das Ziel. Der oder die Coach verantwortet den Prozess, bei dem der Coachee neue Erkenntnisse gewinnt und Handlungsoptionen entwickelt. Der Coach unterstützt bei der Reflexion, bei Entscheidungen, der Suche von Handlungsoptionen und vielem mehr.

Selbstcoaching ist Coaching ohne Coach. Es unterstützt, das eigene Denken und Verhalten zu entwickeln und im Gefühlsbereich neue Wege zu beschreiten. Stefanie Demann beschreibt in ihrem Buch „Selbstcoaching“ dazu viele Tools. Der Prozess sollte mit einem Selbstcheck beginnen, und erst danach – so Demann – kann man sich ein Ziel setzen und an diesem Ziel arbeiten.

Der drei-Minuten Selbstcheck

Der Drei-Minuten-Selbstcheck schaut beispielsweise nach einer momentanen Situation. Für diese Übung setzen oder legen Sie sich an einen ruhigen Ort. Schließen Sie die Augen. Atmen Sie ruhig weiter. Was spüren Sie?

Ruhe? Nervosität? Frieden? Erschöpfung? Entspannung? Anspannung? Zufriedenheit? Rastlosigkeit? Glück? Trauer? …

Bitte bewerten Sie die aufkommenden Gefühle nicht. Es gibt mit dieser Übung kein richtig und kein falsch. Gerne können Sie die Übung von Zeit zu Zeit wiederholen, um damit ein besseres Gespür für sich selbst zu bekommen. Als Selbstcoachingtool dient die Übung dazu, mit Ruhe in den Prozess des Selbstcoachings starten zu können.

Edition Forsbach – Coaching & Mee(h)r

Zum Thema Selbstcoaching hielt ich kürzlich ein weiteres interessantes Buch in den Händen, es stammt aus der Edition Forsbach – Coaching & Mee(h)r. Dr. Beate Forsbach ist eine gute Bekannte und Kollegin von mir. Sie hat vor vielen Jahren ihre Dissertation über Musik in der Schule geschrieben. In der Zwischenzeit kann sie auf 14 eigene Bücher zurückblicken. Das hat sie auf die Idee gebracht ihren eigenen Verlag zu gründen und als Verlegerin tätig zu werden.

Coaching in Minutenschnelle

Das Buch, das ich aus ihrer Edition in den Händen hielt, ist das Buch „Coaching in Minutenschnelle. Wie Sie Ihre Lösung selber finden“ von Stéphane Etrillard. Dieses Buch will zur Selbstreflexion anregen und gibt Coaching-Impulse zu verschiedenen Themen, von „Identität und Individualität“ über „Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein“ zu „Stärken und Fähigkeiten“ und vielem anderem mehr. Besonders haben mich natürlich die Kapitel „Kommunikation und Einfühlungsvermögen“ sowie „Emotionen und Intuitionen“ interessiert. Das Buch regt zur Selbstreflexion an, ist eine Quelle der Inspiration und gibt jede Menge Impulsen für Zukünftiges.

Coaching in Minutenschnelle enthält eine Fülle von Affirmationen. Dies sind selbstbejahende Sätze, die wir verinnerlichen können, um unsere Gedanken „umzuprogrammieren“. Affirmationen bieten einen praktischen Weg zu Wachstum und Veränderung und sind damit eine Möglichkeit im Selbstcoaching zu arbeiten.

Und da dies hier ein Mediationsblog ist, möchte ich gerne heute für meine Leserinnen und Leser aus dem Kapitel „Coaching-Impulse für bessere Kommunikation und mehr Einfühlungsvermögen“ zitieren. Vielleicht nehmen Sie diese Affirmationen in das nächste Jahr mit …

Kommunikation und Einfühlungsvermögen für 2016

„Gelingende Gespräche beflügeln, motivieren zu weiteren Handlungen. Sie sparen Zeit und Energie. Misslungene Gespräche kosten den letzten Nerv. Führe gelingende Gespräche und – wenn es nicht geht – tausche die Gesprächspartner aus.
Es ist nicht immer so, wie es dir scheint. Aus einem anderen Blickwinkel sieht es vielleicht schon ganz anders aus.
Wenn du glücklich sein willst, konzentriere Dich auf das, was Dir wichtig ist, schenk den Menschen, die Dich wertschätzen, Deine volle Aufmerksamkeit, nimm Dir Zeit für sie. Halte vor allem auch Menschen konsequent von dir fern, die Dich durch ihre negative Haltung Deinem Ziel, glücklich zu sein, keinen Schritt näher bringen. (…)
Viele Menschen leben zusammen, nur sie führen weitestgehend ein getrenntes Leben. Die Herausforderungen der heutigen Zeit sind enorm hoch für jeden einzelnen von uns. Wenn Du in einer Beziehung lebst, sprich regelmäßig mit Deinem Partner (…) oder Deiner Partnerin, unternimm regelmäßig etwas mit ihm oder mit ihr, bevor Ihr Euch auseinanderlebt und es zu spät für eine gemeinsame Beziehung ist. (…)
Mit einem einzigen ermutigendem Wort kannst Du einen Menschen auf eine wunderbare Reise schicken, deren Ziel Du selbst noch nicht ahnst. Worte bewegen. (…)“
(Etrillard, Stéphane: Coaching-Impulse. Fehmarn: Edition Forsbach 2015)

Interessiert an sechs Minuten Selbstcoaching täglich?

In diesem Sinne:
Seien Sie achtsam
und bewegen Sie durch Worte …

Dr. Christa D. Schäfer

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Schon jetzt was Gutes für 2016

Donnerstag, 3. Dezember 2015 20:26

Für die Adventszeit habe ich mir dieses Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ich möchte Ihnen gerne einige Bücher und Materialien vorstellen und ausgewählte Übungen mitgeben, die Ihnen im neuen Jahr nützlich sein können. Es sind nur noch 4 Wochen bis zum Jahreswechsel, und darum geht es heute los mit dem Thema Ressourcenförderung.

Ressourcen entdecken

Letzte Woche schrieb ich zum Thema Resilienz und Kommunikation. Heute möchte ich gerne über Ressourcen schreiben.

In der Psychotherapie sind Ressourcen innere Potentiale eines Menschen. Sie betreffen z. B. Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse, Geschicke, Erfahrungen, Talente, Neigungen und Stärken, die oftmals gar nicht bewusst sind. Diese können als Kraftquellen genutzt werden, um einen Heilungsprozess zu fördern. Der ressourcenorientierte Ansatz baut auf Untersuchungen auf, dass traumatische Erlebnisse von Personen mit Zugang zu ihren Ressourcen relativ gut verarbeitet werden konnten. Erstmals soll die systemische Familientherapie den ressourcenorientierten Ansatz verfolgt und integriert haben. Coaching, Mediation und Supervision arbeiten ressourcenorientiert.

Es kann unterschieden werden zwischen persönlichen, sozialen, materiellen und spirituellen Ressourcen. Persönliche Ressourcen können sein: Geduld, Frustrationstoleranz, Hartnäckigkeit oder auch Flexibilität … Soziale Ressourcen können sein: Der gute Kontakt zur Familie, ein guter Freund … Materielle Ressourcen können sein: Geld oder Raum … Spirituelle Ressourcen: Mein Glaube an das Gute im Menschen …

In kleinen oder größeren Krisenzeiten ist es sinnvoll, sich seiner Ressourcen bewusst zu werden und sie zu aktivieren und zu stärken. Da kann es hilfreich sein, die Sichtweise zu wechseln, etwas Neues auszuprobieren, einen neuen Blick einzunehmen. Auftretende Probleme können so oft einfacher und konstruktiver gelöst werden.

Auch oder gerade für Kinder sind Ressourcen heute immens wichtig. Deshalb gibt es jetzt das Kartenset Ressourcenübungen für Kinder und Jugendliche aus dem Beltz Verlag, das auf 60 einzelnen Karten je eine Ressourcenübung vorstellt. Auf der Kartenvorderseite ein nettes Bild, auf der Rückseite die Beschreibung der Übung. Die Übungen können niedrigschwellig im Familienkontext, im Kitabereich oder in der Schule eingesetzt werden. Sie sind allerdings auch für ein therapeutisches Setting hervorragend geeignet.

Die Karten unterstützen durch ihre einfache und dennoch klare Spache dabei, eine Ressource zu nutzen und einen Perspektivwechsel geschehen zu lassen. So können Ressourcen schnell, wirksam und nachhaltig aktiviert werden. Die Übungen heißen: Baum, Bilderrahmen, deine inneren Helfer, Eiswürfel, Fernbedienung, Position of Power, Regenbogen, Schutzkreis, Tresor, Vorbeifahrender Zug usw. usw. Das Kartenset ist nicht nur ein großer Fundus für Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene brauchen von Zeit zu Zeit Ressourcenübungen. Gerne möchte ich Ihnen deshalb folgende Übung aus dem Kartenset mitgeben:

Dein Krafttier

„Schließe deine Augen und überlege dir, welches Tier für dich für Kraft, Mut, Selbstbewusstsein, Stärke oder eine andere positive Eigenschaft steht. Es kann ein Tier sein, das es gibt, oder ein Fantasietier oder ein Tier, das sich aus unterschiedlichen Tieren zusammensetzt.
Wenn du nun das Tier gefunden hast, das lauter positive Eigenschaften verkörpert, stell es dir ganz genau vor. Wie groß ist es, welche Farbe hat es und wie fühlt es sich an? Wenn du das Tier jetzt ganz genau vor Augen hast, überlege dir, warum es für dich für all diese positiven Eigenschaften steht. Vielleicht sind es die Bewegungen oder das Auftreten an sich, die Körpergröße … Denk mal darüber nach.
Jetzt stell dir vor, wie du ganz dicht an dein Tier herangehst. Berühre es und werde für einen Moment eins mit ihm. Spürst du, wie all seine Kraft oder Gelassenheit auf dich übergehen? Genieße dieses Gefühl und nimm al die positiven Eigenschaften deines Krafttieres mit, wenn du dich wieder von ihm trennst. Wenn du magst, kannst du deinem Krafttier einen Namen geben. Vielleicht gibt es dein Krafttier auch als kleine Spielzeugfigur, dann kannst du es tatsächlich mitnehmen.
Von nun an ist dein Krafttier dein ständiger Begleiter. Wann immer du das Gefühl hast, du verlierst deinen Mut oder bist total gestresst, werde wieder eins mit deinem Krafttier und tanke neue Kraft und Energie oder nimm es mit in eine für dich schwierige Situation. Wenn du es brauchst oder wenn du Lust hast, es bei dir zu haben, rufe es zu dir. Das Gute ist, dass keiner dein Krafttier sehen kann und du es immer dabei hast.“
(Gräßer, Hovermann: Ressourcenübungen für Kinder und Jugendliche. Beltz Verlag)

Und hier noch die Übung “Baum”

Ressourcenübung_Baum_V

Ressourcenuebung_Baum_R

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wann immer Sie die Kraft verlieren, nutzen Sie die Unterstützung Ihres Krafttieres auch in 2016. Herzliche Grüße und viel Kraft wünscht Ihnen
Christa Schäfer

Auch Oups kennt das Krafttier
und die Ressource, eine kleine Auszeit nehmen zu können …

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