Drolerien in Brandenburg

Sonntag, 20. April 2014 11:06

Drolerien sind derb-lustige, grotesk überzeichnete Darstellungen von Menschen, Fabelwesen und Tieren aus dem Mittelalter.

Drolerie Dom BB

Drolerie Dom BB

Drolerie Dom BB

Drolerie Dom BB

Dom BB

Im Dom von Brandenburg an der Havel finden sich wunderbare Drolerien aus dem 15. Jahrhundert, Im Hohen Chor sind die im Gewölbe an der Decke gezeichneten grotesken Köpfe gleichzeitig Ummalungen von Diffusionskanälen, die Schadwasser aus den Gewölbezwickeln ableiten. Praktisch und wundersam. Übrigens wird der Dom nächstes Jahr 850 Jahre alt.

Dom Brandenburg/Havel

Ein friedfertiges und sonniges Osterfest 2014 wünscht Ihnen
Christa Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Soziales Lernen | Kommentare (0)

Berlin hat Lehrermangel

Montag, 14. April 2014 21:18

Jetzt werden auch Quereinsteiger als Bewerber zugelassen. 5.600 Bewerber haben sich gemeldet. Davon haben 2.300 eine Lehrerausbildung, die anderen sind zunächst fachfremd. Von der Filmautorin über den Tierarzt bis zu Polizisten und pensionierten Piloten reicht das Spektrum derjenigen, die als Quereinsteiger demnächst in Berliner Schulen arbeiten wollen. Viele kommen aus der „Not“ heraus zu dem Gedanken, Lehrer werden zu wollen, andere wollen sich beruflich verändern oder sind neu nach Berlin gezogen. Was das wohl mit den Schulklassen und der Berliner Schullandschaft macht?

Berlin braucht Lehrer, das ist eindeutig. Dieses Jahr gibt es 1.700 Stellen zu besetzen. In den nächsten Jahren wird diese Zahl stetig wachsen, da viele Lehrerkräfte in Rente gehen.

Nachdem die Bewerbungsfristen vorüber sind und entschieden ist, wer in die Berliner Schullandschaft eintreten darf, wird es dann wieder Castings geben, in denen Schulen und Bewerber zusammenkommen und sich finden können. Ich werde berichten.

Heute möchte ich noch gerne über eine kreative Kampagne informieren, die Mecklenburg-Vorpommern gestartet hat, um Lehrerinnen und Lehrer zu finden. In München habe ich in einem Restaurant folgende drei Postkarten gefunden, mit denen MeckPom für den Schuldienst wirbt.

Lehrermangel Meckelnburg-Vorpommern (Berlin-Mediation-Blog)

Lehrersuche Mecklenburg-Vorpommern (Mediation-Berlin-Blog)

Lehrersuche Mecklenburg-Vorpommern (Mediation-Berlin-Blog)

 

 

 

 

 

 

 

 

Mecklenburg-Vorpommern stellt ein:
Lehrer/in für Geo, Physik und Sonnenbaden
Zwischen Ostsee und Seenplatte werden Ihre Träume wahr: vom Job & vom Leben.

Und auch Berlin wirbt jetzt kreativ um Lehrkräfte und spricht jetzt sogar bayrisch. Neugierig ?!

Viel Spaß im Lehramt allen zukünftigen Lehrkräften
wünscht Christa Schäfer

Zum Zusammenhang zwischen Motivation, Sozialem Lernen und Lernerfolg …

Thema: Schule in Berlin | Kommentare (0)

2014: Mediationskongresse und mehr

Montag, 7. April 2014 6:41

Mediationskongress CfM in Berlin

Am 27. und 28. Juni 2014 findet der 16. Mediationskongress der Centrale für Mediation in Berlin statt. Unter dem Motto “Für jeden Streit das richtige Verfahren” richtet sich der Fokus des Kongresses auf die Vielfalt alternativer Konfliktbeilegungsmethoden.

Bitte schauen Sie unter CfM-Kongress 2014

Mediationskongress von BM, BAFM und BMWA,
das wichtigste Kongressereignis in der Mediationsszene 2014

Am 14. und 15. November 2014 findet der zweite gemeinsame Mediationskongress der drei Verbände: BAFM, BM und BMWA in Ludwigsburg statt. Das Programm ist bereits online. Anmeldungen sind möglich. Johan Galtung wird den Eröffnungsvortrag halten zum Thema: Die Zukunft der Mediation: Vorschläge, Gegenkräfte, Gegengegenkräfte. Zwei Tage gibt es auf dem Kongress spannende Workshops und Vorträge, hier begegnet sich die Mediationsszene Deutschlands. Der Slogan: Mediation – unsere Antwort auf Konflikte. Beteiligung . Qualität . Recht.

Bitte schauen Sie unter Mediationskongress 2014

8. Berliner Mediationstag

Am 9. Mai 2014 findet der 8. Berliner Mediationstag mit Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth statt. Die Frage, warum Menschen in einer bestimmten Art und Weise handeln, und ob wir dies beeinflussen oder sogar verändern können, beschäftigt viele Wissenschaftszweige. In der Neurobiologie gehört Gerhard Roth zu den führenden Vertretern, der diese Fragen vielfach untersucht hat und zu spannenden Erkenntnissen gekommen ist. Roth wird beim Berliner Mediationstag wichtige Ergebnisse seiner Forschung aufzeigen und darlegen, was bei Entscheidungsprozessen in unserem Gehirn passiert.

Bitte schauen Sie unter 8. Berliner Mediationstag

Bericht zum 4. Berliner Mediationstag mit Johan Galtung, bitte schauen Sie unter 2010/03/29/4-berliner-mediationstag-friedensforscher-johan-galtung/

Berliner Mediationswerkstatt 2014

Diese Veranstaltung gibt MediatorInnen und KonfliktmanagerInnen die Möglichkeit, Methoden der Konflitarbeit genauer kennen zu lernen und zu erproben. Zwei Tage zeigen erfahrene MediatorInnen ihr Handwerkszeug. Diese Jahr findet die Werkstatt zum Schwerpunkt „Arbeit mit Gruppen und Teams“ statt. Nach einem Einführungsvortrag von Eberhard Stahl gibt es am 9. und 10. Oktober zehn 2 ½ stündige Workshops.

Bitte schauen Sie unter Berliner Mediationswerkstatt

Mediationsmesse München

In München gibt es dieses Jahr die erste Mediationsmesse. Sie findet am 13. Mai 2014 im IHK-Forum München statt. Das Motto: Motto: An Konflikten wachsen – die weite Welt der Mediation. Die Veranstalter: Bundesverband Mediation – Regionalgruppe München in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern und der MediationsZentrale München

Bitte schauen Sie unter Mediationsmesse München

Kennen Sie weitere Mediationsereignisse?
Fragt Christa Schäfer

Thema: Veranstaltungen | Kommentare (0)

Was ist Mediation?

Dienstag, 1. April 2014 14:30

Mediation ist ein Verfahren, bei dem zwei oder mehr in einen Konflikt verwickelte Personen zusammenkommen, um die Beilegung des Konflikts mit Hilfe einer unparteiischen dritten Person zu erarbeiten. MediatorInnen gehen strukturiert und dennoch prozessorientiert vor. Das Verfahren wird an verschiedenen Qualitätskriterien gemessen.

Mediation ist:
freiwillig
vertraulich
eigenverantwortlich
interessens- und bedürfnisorientiert
zukunfts- und lösungsorientiert
fragt nicht nach einem Schuldigen
produziert keine Gewinner und Verlierer

ausführlicher …

Derzeit bilde ich über das Institut für Mediative Kommunikation und Diversity-Kompetenz“, angesiedelt an der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie (INA gGmbH) der Freien Universität Berlin (in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Hochschulverband) Mediatorinnen und Mediatoren in verschiedenen Städten Deutschlands aus. Im Wintersemester 2012/2013 und im Sommersemester 2013 habe ich an der FU Berlin Studierende im 120stündigen Basismodul Mediation ausgebildet. Am Ende dieses Basismoduls sind Plakate zum Motto “Was ist Mediation?” entstanden.

Lange Zeit haben diese Plakate nun bei mir gelagert. Jetzt möchte ich sie hier im Blog in den folgenden Wochen der Öffentlichkeit vorstellen. Natürlich bedanke ich mich recht herzlich bei allen Studentinnen und Studenten für die gemeinsame intensive Arbeit und die Möglichkeit zum Abdruck der Plakate. Ihnen, sehr geehrte Leserinnen und Leser des Blogs wünsche ich viel Spaß beim Betrachten / Interpretieren / Assoziieren zu den Plakaten.

Mediation als Achterbahn

Mediation mit Herz

Weitere Plakate zur Frage “Was ist Mediation” demnächst …

Plakate zur Gewaltprävention im Stadteil hier …

Christa D. Schäfer

Thema: Mediationsverfahren | Kommentare (0)

Thema Burnout

Montag, 24. März 2014 10:46

Vor Selbstausbeutung schützen
10 Tipps zum Nein-Sagen

Das sind zwei Kapitel, die ich neulich in einem Buch gelesen habe, und die mich seitdem sehr beschäftigt haben.

Der Titel des Buches, aus dem diese Kapitel stammen, lautet: “Bin ich hier der Depp? Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen“. Es stammt von Martin Wehrle, einem deutschlandweit bekannten Karriere- und Gehaltscoach. In dem Buch schildert Wehrle diffizile und heftige Geschichten aus Firmen und Institutionen, die Arbeitnehmer in einen Strudel von Ausbeutung und Burnout bringen (können). In diesem Zusammenhang haben mich insbesondere die im Buch geäußerten handfeste Tipps interessiert, die Wehrle zum Schutz vor Selbstausbeutung und zum Nein-Sagen-Lernen gibt. Deshalb möchte ich diese Tipps auch meinen Blogleserinnen und Bloglesern nicht vorenthalten.

Selbstausbeutung

beginnt oft mit Glaubenssätzen, die man an sich selber richtig, beispielsweise: Ich muss fehlerfrei arbeiten. Ich muss schnell sein in der Erledigung meiner Arbeiten. Ich muss perfekt sein.

Wehrle zeigt einen Weg, aus diesen Glaubenssätzen herauszukommen. Kann ich diese Glaubensssätze loslassen, so kann ich auch fürsorglicher mit mir selber umgehen und lebe gesünder.

10 Tipps zum Nein-Sagen

Es gibt Menschen, die können nicht Nein sagen und ersticken in einem Arbeitsberg. Gut zu wissen, dass Nein-Sagen-Können im beruflichen Umfeld vor Burnout schützt. Wie aber kann ich gut Nein sagen? Da gibt es sicherlich ganz verschiedene Wege. Martin Wehrle schlägt folgende Möglichkeiten vor:

  1. Seien Sie klar, mental und verbal
  2. Nehmen Sie sich Zeit, ehe Sie antworten
  3. Berufen Sie sich auf Prinzipien
  4. Decken Sie Manipulationsversuche mit Humor auf
  5. Hören Sie das Interesse, nicht die Position
  6. Zeigen Sie auf, warum Ihr Nein dem anderen nützt
  7. Berufen Sie sich auf gemeinsame Maßstäbe
  8. Spielen Sie eine gesprungene Schallplatte
  9. Erzeugen Sie nützlichen Nebel
  10. Definieren Sie den Preis für ihr „Ja“

Natürlich ist die Arbeit an beiden Themen nicht so einfach, wie es klingt …

Allerdings: Wenn man am Rande einer Überforderung oder einer Überlastung steht, so sollte man sich auf den Weg begeben. Ob alleine, mit Coach oder in Therapie, glücklicherweise gibt es heutzutage verschiedene gut wirkende Wege, die den Weg aus einem (drohenden) Burnout unterstützen.

Ich empfehle das Buch „Bin ich hier der Depp“ all denjenigen, die auf heitere Art und Weise ein Arbeitsleben in der Überlastung überdenken möchten. Gut „Nein“ sagen kann man natürlich auch mit der Methode der Mediativen Kommunikation. Und natürlich drücke ich Ihnen als meinen Leserinnen und Lesern die Daumen für ein „gesundes Arbeitsleben“ …

Yoga für ManagerInnen und MediatorInnen ?!
Hinweise zur Selbsttfürsorge hier …

Ganz klar gibt es Verbindungslinien zwischen burnout und Konfliktbearbeitung,
aber dazu bei Gelegenheit mal einen extra Artikel hier im blog …

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Plakate zur Gewaltprävention

Donnerstag, 20. März 2014 23:09

Seit einigen Jahren bin ich an der KHSB (Katholischen Hochschule Berlin) als Lehrbeauftragte tätig. Im Rahmen des Seminars “Sozialpädagogisches Handeln im Gemeinwesen” haben meine Studierenden im letzte Semester Plakate entworfen, die der stadtteilbezogenen Gewaltprävention dienen sollen. Da viele Plakate super gut und aussagekräftig sind, möchte ich sie hier der Öffentlichkeit vorstellen. Gerne möchte ich die Vorstellung der Plakate auch mit dem Aufruf verbinden, in der Nachbarschaft und im Stadtteil aufeinander zu achten und Gewalt zu verhindern …

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Besten Dank an meine Studentinnen und Studenten aus dem letzten Semester für die wunderbaren Plakate und das interessante gemeinsame Seminar sagt Christa Schäfer

Gewaltprävention in Grundschulen durch Empathietraining mit Babys …

Thema: Gewalt, -prävention, -intervention | Kommentare (0)

Wirtschaftsmediation

Montag, 17. März 2014 8:36

Das Thema Wirtschaftsmediation habe ich bisher in diesem blog etwas stiefmütterlich behandelt, das soll aber nicht so bleiben, zumal ich jetzt endlich ein Buch entdeckt habe, das ein echtes Juwel zum Thema darstellt …

Dorothea und Kurt Faller haben ein Buch geschrieben zur „Innerbetrieblichen Wirtschaftsmediation“. Sie leiten das Thema ein, indem sie berichten, dass Übergänge stets den Spirit zu etwas Neuem enthalten, in Zeiten des Übergangs allerdings immer die Risiken und Unannehmlichkeiten im Vordergrund zu stehen scheinen. Die späte Erfassung und Bearbeitung von Konflikten behindert eine kreative Lösungssuche, und zu einer gelingenden Konfliktbearbeitung und Lösungssuche im Wirtschaftsumfeld möchte das Buch gerne beitragen.

Eine der Stärken des Buches liegt darin, dass es die Grundlagen der systemischen Wirtschaftsmediation klar, strukturiert und komprimiert darstellt. Innerbetriebliche Konfliktbearbeitung wird als Element der Organisationsentwicklung gesehen. Der Wirtschaftsmediator sollte deutlich machen, dass Mediation eine „dienende Disziplin“ im Unternehmen darstellt. Der Mediator / die Mediatorin sollte mit Achtung und Respekt an seine / ihre Aufgabe gehen, damit ein Klima der gemeinsamen Verantwortung für die Lösung des Konflikts entstehen kann.

Besonders fasziniert haben mich die Kapitel, in denen Dorothea und Kurt Faller auf die Pre-Mediation (Vor-Phase) eingehen und einen Werkzeugkasten für die innerbetriebliche Konfliktberatung vorstellen, der aus 12 Techniken besteht.

Grafik_Medius-Werkzeugkasten

Jede dieser Techniken wird dargestellt, schrittweise erläutert, mit Verlaufsgrafiken versehen und mit einem Beispiel ergänzt. Beeindruckend! Damit wird das Buch zu einem Werk, das für WirtschaftsmediatorInnen zu einem Art Kompendium werden kann. Man erfährt die Vielfältigkeit der Konfliktbearbeitungsmöglichkeiten in Betrieben, kann stets nachschauen und sich verschiedener Methoden versichern und letztlich diejenige auswählen, die am Besten zur Bearbeitung des Konflikts passt. Damit ist das Buch sowohl für Mediationsanfänger geeignet, die sich über die Wirtschaftsmediation erkundigen möchten, als auch für Mediationsprofis, die der Mediation angrenzende Formate der Konfliktbearbeitung kennen lernen wollen.

Übrigens wird auch Edgar Schein mit seiner „Prozessberatung für die Organisation der Zukunft“ in dem Buch zitiert, mitsamt der zehn Punkten für die helfende Haltung des Beraters, also auch des Mediators:

  1. Versuche stets zu helfen
  2. Verliere nie den Bezug zu der aktuellen Realität
  3. Setze dein Nichtwissen ein
  4. Alles, was du tust, ist eine Intervention
  5. Das Problem und seine Lösung gehören dem Kunden
  6. Geh mit dem Flow
  7. Das Timing ist entscheidend
  8. Sei konstruktiv opportunistisch und arbeite mit konfrontativen Interventionen
  9. Alles liefert Daten; Fehler wird es immer geben, sie sind die wichtigste Quelle neuer Erkenntnisse
  10. Teile im Zweifelsfall das Problem mit anderen

Besten Dank für dieses Buch
sagt Christa Schäfer

Kennen Sie schon die Zeitschrift “Die Wirtschaftsmediation“?

Auch die neue Ausgabe der Zeitschrift „Spektrum der Mediation“, jetzt herausgegeben im Wolfgang Metzner Verlag, widmet sich dem Thema Werte, Wandel und Erfolg in Unternehmen

Thema: Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Wirtschaftsmediation | Kommentare (0)

Passend zur ITB – ein Taxifahrer als Problemlöser

Montag, 10. März 2014 7:52

Taxifahrer haben es nicht einfach. Berliner Taxifahrer sind auch manchmal nicht einfach. Dennoch sind sie meist viel besser als ihr Ruf. Am Freitag hatte ich auf dem Weg zum Flughafen beispielsweise einen sehr kompetenten und empathischen Taxifahrer. Passend dazu, und passend auch zur Berliner ITB ein Zitat aus einem Buch, das “schräge” Taxigeschichten erzählt. Cordula Weidenbach hat sich in Berlin, München und anderen Städten auf die Suche nach solchen Geschichten begeben und diese unter dem Titel “Ohne Gurt kostet 50 extra!“ im Heyne Verlag herausgegeben. Ein Buch mit teilweise skurrilen Geschichten, das dennoch die Ernsthaftigkeit des Berufs verdeutlicht und die Problemlösefähigkeiten aufzeigt, die Taxifahrer mitunter besitzen müssen …

Zitat

“In Berlin findet jährlich die ITB (die Internationale Tourismus-Börse Berlin) statt. Auf dieser Weltleitmesse der Tourismusindustrie treffen sich nationale und internationale Gäste. Oftmals veranstalten Aussteller oder Hotelketten für das Fachpublikum auf dem Gelände noch Partys, um das Messegeschäft zu versüßen. So kann man ungezwungen bei einem Glas Sekt bestehende Kontakte pflegen oder neue Geschäftsbeziehungen knüpfen.

Der junge blonde Fachbesucher in Anzug und Mantel, der gegen 23.00 bei Matthias vor dem Messegelände ins Taxi stieg, kam offensichtlich gerade von so einer Party.
„Hello Taxi!“, sagte er beim Einsteigen. Er war so groß, dass er auf dem Beifahrersitz mit dem Kopf gegen das Autodach stieß. Matthias vermutete, dass er aus Skandinavien stammte.
„Where I can take you?“, fragte der Taxifahrer den Mann leicht irritiert.
„Sogn“, rülpste der Fahrgast. Er hatte neben seiner starken Fahne auch üblen Mundgeruch, der leicht an abgestandenes Tulpenwasser erinnerte. Matthias fuhr los und ließ das Fenster etwas nach unten, um den Geruch entweichen zu lassen. Da ihm beim besten Willen nicht einfiel, was oder wo Sogn sein sollte, fragte er erneut: „Where to?“
„To Sogn, please“, wiederholte der Fahrgast mit der schlechten Mundflora.
Matthias überlegte. Kurz darauf fragte er: „Is it a restaurant or a bar or a club where you want to go?“
„No restaurant. You must know Sogn it is in the North!“, sagte der Skandinavier und lehnte sich dabei so weit zu ihm, dass er fast die Nase des Taxifahrers berührte. Matthias verabscheute es, wenn Taxigäste den Distanzabstand nicht einhielten. Glücklicherweise klemmte sich der Fahrgast danach wieder unters Autodach.
Der Taxler orientierte sich erstmals grob in Richtung Norden und versuchte es weiter: „I don’t know, where Sogn is. Can you spell it?“
Verständnislos blickte der Skandinavier den Fahrer an, als ob dieser ihn gerade nach dem Weg zum Brandenburger Tor gefragt hätte.Dann kam er ihm wieder unangenehm nahe und buchstabierte: „S-O-G-N“!

„Ich kann das echt nicht ausstehen, wenn ein Fahrgast kein eindeutiges Ziel angibt und man als Fahrer Ratespielchen machen darf“, erzählte Matthias. „Aber der Mann wirkte gar nicht so betrunken, ich hatte eher das Gefühl, als ob der selbst nicht genau wusste, wohin er musste, oder es wirklich nicht besser beschreiben konnte … Ich hab auch versucht, ihm eine Adresse zu entlocken aber das hat auch nicht geklappt.“

„Where are you from?“, versuchte der Taxler seinem Ziel näher zu kommen.
„Norway“, hauchte der Passagier.
Matthias versuchte zwar ihn so wenig wie möglich zum Sprechen zu bringen, da ihm von dessen Mundgeruch schon ganz übel war, aber irgendwie musste er ja zum Ziel gelangen. Außerdem wurde er langsam, aber sicher sauer. „I can’t go to Sogn – if I don’t know where it is! You have to tell me a street or a place where to go.“
Der Norweger schüttelte den Kopf: „I can’t believe it! You are a taxi driver! It is in the North – Sogn Student Village, it is big!“
In diesem Augenblick platzte dem Taxler der Kragen, und er brüllte den Skandinavier an: „I don’t know damn Sogn in the North of Berlin! You can get off here now and go with another Taxi“!
Mit großen Augen blickte ihn der Fahrgast an: „What! Berlin!? We are not in Oslo?“
Matthias war fassungslos. Er hätte niemals gedacht, dass man nach einer Messeparty einen derartigen Filmriss haben könnte. Nachdem der Norweger nun wusste, in welcher Stadt er sich befand fiel ihm auch wieder ein, in welchem Hotel er wohnte. Dort angekommen entschuldigte sich der Skandinavier mindestens dreimal und verschwand dann kleinlaut durch die Drehtür.”

Weidenbach, Cordula: „Ohne Gurt kostet 50 extra!“ Die schrägsten Taxigeschichten. München: Heyne 2013. S. 19 – 22

Thema: Konflikte, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

Yoga für MediatorInnen

Montag, 3. März 2014 6:43

Schon wieder so ein Thema, bei dem man sich fragt, wo der Zusammenhang zur Mediation ist. Aber langsam, lassen Sie mich das erklären …

MediatorInnen haben keinen leichten Job. Manchmal werde ich gefragt, wie ich das aushalte ständig mit den Konflikten anderer Leute zu tun zu haben. Zugegeben, manche Mediationsfälle berühren mich innerlich sehr, andere sind eher unspektakulär, wieder andere sind lösungsorientiert, emotional, laut, leise, wie auch immer …

Als wichtig empfinde ich es, sich einerseits mental gut auf die Medianden vorbereiten zu können und andererseits nach getaner Mediation professionell abschalten zu können. Zu diesen Zielstellungen habe ich jetzt ein Buch gefunden, was perfekt zum Thema passt. Es ist kein Buch, dass Mediatoren direkt anspricht, es ist jedoch ein Buch, das Office Yoga ® für Körper, Geist und Seele vorstellt.

Das Buch stammt von Sébastien Martin, einem Banker, der sich in einer Lebenskrise dem Yoga zugewandt hat und dadurch Körper, Geist und Seele in Balance gebracht hat. Er hat dazu Übungen aus dem klassischen Hatha-Yoga auf die Situation vor dem Schreibtisch übertragen. Alle Übungen sind in normalen Büroklamotten zu managen, also auch vor oder nach einer Mediationssitzung.

Mediatorinnen und Mediatoren werden sicherlich durch manche Kapitel und Übungen des Buches besonders angesprochen, beispielsweise durch die Hinweise zum „richtigen Atmen“ und durch die Übungen für mehr Flexibilität und gesünderes Arbeiten. Coaches werden das Kapitel über die Glaubenssätze, die Entkräftung und Auflösung von Glaubenssätzen mögen. Und Trainer werden voraussichtlich das Kapitel zum Umgang mit Stress bzw. die Atemübungen als Erstes lesen wollen.

Damit auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser von dieser Buchvorstellung profitieren können, möchte ich Ihnen gerne eine Atemübung aus dem Buch vorstellen:

Nehmen Sie eine bequeme Position Ihrer Wahl ein und sorgen Sie dafür, dass Sie die nächsten 5 Minuten ungestört bleiben.

Schließen Sie die Augen. Beobachten Sie für einige Atemzüge lediglich Ihren Atem, ohne ihn zu bewerten oder verändern zu wollen. Entspannen Sie mit jeder Ausatmung nacheinander Ihre Gesichtsmuskeln, Ihren Unterkiefer und Ihre Schultern.

4-4-4-4-Technik:
Atmen Sie jetzt für vier Zähler ein (zählen Sie während der Atmung von 1 bis 4), halten Sie den Atem für vier Zähler an, atmen Sie für vier Zähler aus, halten Sie den Atem wieder für vier Zähler an. Beginnen Sie von vorne und machen sie die Übung dreimal.

4-4-6-4-Technik:
Danach atmen Sie für vier Zähler ein, halten für vier Zähler den Atem an und atmen für sechs Zähler vollständig aus (Lunge völlig leer) und halten wieder für vier Zähler. Wiederholen Sie auch diese Übung dreimal. Konzentrieren Sie sich auf eine gleichmäßige Atmung und auf die Zählung.
Quelle: Martin, Sébastien. Office Yoga.Freiburg: Kreuz Vlg. S. 91f

Und was machen Sie, um fit für eine bevorstehende Mediation zu sein?!

Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir uns streiten?

Viele gelingende Mediationen wünscht Ihnen
Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen | Kommentare (1)

Das 1×1 des fairen Streitens in der Familie

Montag, 24. Februar 2014 11:03

Freitag 17 Uhr, es ist Februar und bereits dunkel. Ich gehe durch die Straßen, weil ich noch ein Geburtstagsgeschenk einkaufen will und auch noch Lebensmittel für’s Wochenende brauche. Vor mir geht eine Mutter mit ihrem ca. 5jährigen Sohn. Der Sohn zetert und mault. Die Mutter fängt an immer lauter zu sprechen. Der Junge fängt an zu jammern, er will etwas, ich kann die Situation nicht vollständig erfassen. Die Mutter ist anscheinend genervt, sie spricht immer lauter und heftiger. Der Sohn jammert. Dann der Ausspruch der Mutter: „Du bist so was von ungezogen. Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, dann setzt’s was.“ Der Sohn hört nicht auf.

Ich gehe weiter und begegne einer Familie, die ebenfalls zwei Kinder hat. Die Eltern sind mit ihrem Sohn, ca. 5 Jahre alt, und ihrer Tochter, ca. 3 ½ Jahre alt, unterwegs. Vater und Mutter schieben jeweils einen Buggy. Das Mädchen sitzt drin, der Junge läuft neben seinem Buggy her. Anscheinend ist auch noch der Großvater dabei, er läuft gemächlich nebenher. Auch hier hat der Sohn anscheinend ein „Problem“. Auch er jammert und ist weinerlich, die Sitution ist angespannt. Und was sagt hier die Mutter? Sie sagt: „Ich verstehe dich, das würde mich auch ärgern.“ Und der Großvater ergänzt: „Ja finde ich auch. Aber das kriegen wir schon hin.“ Der Junge beruhigt sich.

Zwei Situation mit ähnlicher Ausgangslage, die für die jeweiligen Jungen jeweils total unterschiedlich ausgehen. Was die beiden Jungen wohl für ihr weiteres Leben „lernen“?

Kommunikation ist der Schlüssel zu jeder guten Beziehung. Das gilt besonders für die Beziehungen innerhalb der Familie. Es lohnt sich daher, einmal einen prüfenden Blick auf das eigene Kommunikationsverhalten zu werfen: Drücke ich mich meinem Kind gegenüber klar und verständlich aus? Kann ich zuhören, wenn mein Kind mir etwas sagen will? Verhalte ich mich in Konfliktsituationen fair und respektvoll gegenüber meinem Kind?
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 15

Interessieren auch Sie sich dafür, die Kommunikation mit Ihrem Kind zu verbessern? Dann kann ich Ihnen gerne ein Buch empfehlen, das derzeit beste deutsche Buch zu Thema „Kommunikation mit Kindern“. Rita Steininger hat sich mit dem Thema des fairen Streitens innerhalb der Familie beschäfigt. Sie schreibt im ersten Teil ihres Buches über das Hören im Konflikt, das Sprechen im Konflikt, Gefühle im Konflikt, Grenzsetzung, Regelerstellung, Mediation und den Familienrat. Der zweite Teil ihres Buches widmet sich speziellen Streitigkeiten im Familienrahmen, dem Selbständig werden, dem Thema Verantwortung übernehmen, dem Umgang mit Emotionen, dem Geschwisterstreit, Lernstress, der Pubertät und vielem mehr.

Das Buch stellt die derzeit aktuelle Theorie und Diskussion zu den Themen vor, es lebt von den vielen Beispielen, die die jeweiligen Themen illustrieren, und es gibt handfeste Expertentipps, auf die Eltern im Alltag zurückgreifen können.

Ich freue mich, dass meine Bücher „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ sowie „Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ als Fachliteratur Eingang in dieses Buch gefunden haben. Und ich gratuliere Ihnen, sehr geehrte Frau Steininger, sehr herzlich zu diesem gelungenen Buch !!! Ich drücke die Daumen, dass so viele Eltern wie möglich dieses Buch in die Hände bekommen. Es ist ein „must have“ im Kommunikationsbereich der Familie …

Und passend zu den Situationen, die ich am heutigen Nachmittag erlebt habe, möchte ich hier gerne noch einen Absatz aus dem Buch „Das 1×1 des fairen Streitens“ zitieren:

Wichtig: Kinder wollen sich zugehörig fühlen
Eines ist für die Eltern-Kind-Kommunikation besonders wichtig zu wissen: Auch Kinder hören bevorzugt auf dem Beziehungsohr! Das heißt, dass bestimmte ( vor allem kritisierende) Äußerungen der Eltern bei ihnen sehr schnell zu Zweifeln und Ängsten führen können: Ist Papa böse auf mich? – Hat mich Mama noch lieb?
Wenn Sie bei Ihrem Nachwuchs Anlass zur Kritik sehen, sollten Sie deshalb immer sorgsam darauf achten, dass Sie nur das (Fehl-)Verhalten Ihres Kindes beanstanden, niemals aber seine Persönlichkeit infrage stellen. Kinder brauchen mehr als alles andere die Bestätigung: „Meine Eltern lieben mich, so wie ich bin – auch wenn ich Fehler ache.“ Das Gefühl der Zugehörigkeit ist für ihre Entwiclung enorm wichtig. Vermeiden Sie deshalb herabsetzende Du-Botschaften wie diese: „Du bist so was von ungezogen!“ Oder: „Du bringst mich zur Verzweiflung!“
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 28.

GUTE KOMMUNIKATION FÄNGT IN DER FAMILIE AN !!!
Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Literaturempfehlungen | Kommentare (0)

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