Beiträge vom Juli, 2008

Wozu braucht eine Mediatorin oder ein Mediator einen Businessroman?

Montag, 28. Juli 2008 8:18

Natürlich zur erfolgreichen Existenzgründung im Mediationsbereich!

Die Anzahl der in Berlin ausgebildeten bzw. arbeitenden MediatorInnen ist in der Zwischenzeit recht hoch. Alleine vom Bundesverband Mediation ist eine große Anzahl von MediatorInnen und AusbilderInnen für Mediation in Berlin anerkannt. Jährlich kommen viele dutzende Ausbildungsabsolventen dazu – und aus jedem Ausbildungsjahrgang gibt immer einige, die sich beruflich im Mediationsbereich selbständig machen wollen. Davon schaffen manche den Weg in ein erfolgreiches Unternehmen, andere scheitern recht schnell.

Das Buch “Die 7 Sünden beim Gründen“ aus dem Verlag Books on Demand ist für solche Situationen so etwas wie ein Geheimtipp. Den Autoren Reinhard Rossmann, Daniel Schandl und Thomas Fuchs gelingt es, komplizierte Unternehmensfragen in sieben Punkten einfach zusammenzufassen. Das Ganze liest sich wie ein Märchen aus 1001 Nacht, es ist wunderbare Unterhaltung, und es zeigt, dass die Spielregeln, die Konkurrenzfragen und die Anfängersünden für kleinasiatische Teppichhändler die gleichen sind wie für jeden Neuunternehmer in anderen Branchen. Im Buch begleiten wir Bara auf seinem Weg vom naiven Anfänger zum erfolgreichen Geschäftsmann. Natürlich kommen die fachlichen Informationen nicht zu kurz, und da sollten die sich in der Gründung befindlichen MediatorInnen genau hinschauen.

Als kleine Kostprobe die ersten zwei Todsünden im folgenden, die weiteren können natürlich im Buch oder auf der Internetseite zum Buch nachgelesen werden.

„1. Wer nicht schafft, im eignen Tun das Anders-Sein zu finden, wird in der Masse untergehen und vom Markt verschwinden!“ „2. Wem der Weg des Geldes bleibt verborgen, erntet letztlich nur Frust und Sorgen!“

Weitere nützliche Internetseiten zum Thema:
www.Existenzgruender.de
www.gruenderstadt.de

Falls Sie gerade dabei sein: Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Gründungsphase!

Da ich selber ausbilde und die Gründerphase bereits durchlaufen habe, können Sie sich bei Fragen zur Selbständigkeit in der Mediationsbranche natürlich auch gerne an mich wenden.

Christa Schäfer

Thema: Konfliktmanagement, Literaturempfehlungen, Wirtschaftsmediation | Kommentare (0) | Autor:

Mediation um die Bäume am Berliner Landwehrkanal

Montag, 21. Juli 2008 23:26

Seit gut 10 Monaten gibt es ein Mediationsverfahren um die Bäume am Landwehrkanal. Das Ufer des Kanals ist in 5 Berliner Bezirken marode, am Ufer stehende Bäume droh(t)en in den Kanal zu stürzen. Deshalb wurden letztes Jahr bereits viele Bäume gefällt und weitere gestützt, um der Gefahr vorzubeugen.

Ein Mediationsforum ist das zentrale Gremium dieses Mediationsverfahrens. Es ist zusammengesetzt aus Betroffenen und Entscheidungsträgern. Neben diesem Mediationsforum gibt es öffentliche Veranstaltungen und das Gläserne Büro im Foyer des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin am Mehringdamm 129. Das Mediatorenteam besteht aus Beate Vosskamp und Stefan Kessen.

Am 19. November 2007 hat das erste Mediationsforum stattgefunden; hier sitzen unter anderem Baumschützer und das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin zusammen. Jetzt im Juli 2008 gab es die neunte Sitzung des Mediationsforums. Die Initiative zur Rettung des Grüns am Landwehrkanal hat gefordert, einen Masterplan für die Sanierung der maroden Ufer aufzustellen und das Bundesverkehrsministerium einzuschalten.

Der Tagesspiegel hat in einer kurzen Notiz am 21.07.2008 darüber berichtet. Wer weitere Informationen über diese Mediation einholen möchte, den verweise ich an die offizielle Webseite zur Landwehrkanal-Mediation.

Hoffentlich geht diese Umweltmediation gut aus – sowohl zugunsten der Sicherheit auf dem Kanal, als auch zugunsten der vielen Bäume an unserem schönen Berliner Landwehrkanal… Ein Spaziergang am Kanal unter Bäumen lohnt sich hier wirklich…

Christa Schäfer

Thema: Gemeinwesenmediation, Konflikte, Konfliktmanagement, Mediationsverfahren, Umweltmediation | Kommentare (1) | Autor:

Gewaltfreie Kommunikation im Podcast

Montag, 21. Juli 2008 8:22

Markus Sikor und Gerhard Rothhaupt haben nun bereits den zweiten Podcast zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ produziert und ins Netz gestellt. Sowohl Interessierte als auch Kenner der Gewaltfreie Kommunikation erhalten interessante Informationen über diese von Marshall Rosenberg begründete Kommunikationsform.

In Form einer lockeren Unterhaltung gibt es lehrreiche Hinweise beispielsweise zu den Themen „Bewerten“ und „Gleichheit/Gleichwertigkeit“.

Natürlich geht es nicht darum, nicht zu bewerten. Vielmehr wird von Sikor und Rothhaupt der Unterschied zwischen lebensfeindlicher Bewertung (egal ob diese positiv oder negativ ausfällt) und lebensdienlicher Bewertung (ist das gut für mich, erfüllt es meine Bedürfnisse, wie weit erfüllt es meine Bedürfnisse) erläutert. Sie führen aus, dass die Fähigkeit zum Bewerten zentral für unser Überleben war und deshalb ein so schneller Prozess geworden ist. Sie weisen weiter darauf hin, dass lebensfeindliche Bewertungen uns nichts Gutes tun; neuere Forschungen haben das nachgewiesen und emotional kompetente Menschen können das gut nachvollziehen.

“Urteilen ohne zu bewerten ist die höchst Form menschlicher Intelligenz”, so erfährt man in diesem Podcast. In diesem Sinne einen großen Dank den beiden Podcastautoren.

Gerne können Sie uns Beispiele zu selbst erlebten lebensfeindlichen oder lebensdienlichen Bewertung als Kommentar geben.

Hier finden Sie weitere Empfehlungen von mir zu lesenswerten Blogs und Webseiten zu Mediation.

Christa Schäfer

Thema: Kommunikation | Kommentare (1) | Autor:

Gehört Mobbing unter Schülern zu den Aufgaben von Schulmediation?

Montag, 14. Juli 2008 8:28

„Ich will nicht in diese Schule gehen. Ich will da einfach nicht mehr hin. Da stehen schon diese blöden Typen. Verdammt, jetzt haben sie mich gesehen. Am liebsten würde ich wegrennen. Nur wozu? Die kriegen mich ja doch. Wenn ich doch nur unsichtbar wäre oder tot …“, so beginnt das Buch mit dem Titel „Motiv: Angst“ von Antje Szillat. Es ist ein Buch über Mobbing in der Schule und erzählt eine authentische Geschichte in einer jugendfreundlichen Sprache.

Dan Olweus, der ein Buch über „Gewalt in der Schule“ geschrieben hat, definiert Mobbing unter Schülern folgendermaßen: „Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler und Schülerinnen ausgesetzt ist.“ (Olweus, Dan: Gewalt in der Schule: was Lehrer und Eltern wissen sollten – und tun können. Bern u.a.: Huber Vlg 1996. S. 60)

Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit dem Thema vertraut machen wollen, finden in der Berliner Anti-Mobbing-Fibel eine schnelle „erste Hilfe“ zum Thema Mobbing in der Schule. Hier wird beispielsweise beschrieben, dass sich Mobbing in folgenden 4 Phasen vollzieht: Es werden zunächst Gemeinheiten platziert, das Mobbing wird möglich durch Möglichmacher, es kommt zu destruktivem Handeln und schließlich erfolgt der Ausschluss des bzw. der Gemobbten aus der Gemeinschaft. Neben weiteren wissenswerten Hinweisen sind in der Fibel Fragebögen zu finden, mit denen ein erster Einblick über die verdeckten Vorgänge innerhalb von Klassenstrukturen gewonnen werden kann. Dann werden verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten vorgestellt, wie beispielsweise die Klassenmediation, die Farsta-Methode, das Staffelrad und No Blame Approach. Diese 2005 von Walter Taglieber verfasste Berliner Anti-Mobbing-Fibel ist kostenfrei herunterladbar.

Was aber können Schüler tun, die Mobbing sehen oder selber gemobbt werden? Hinsehen, Ansprechen, Einmischen und dadurch die Mitverantwortung übernehmen, das können all diejenigen, die Mobbing sehen und entdecken. Und sich anderen anvertrauen, das ist die beste „erste Hilfe“ für diejenigen, die selbst ausgegrenzt, bedroht und gemobbt werden. Wer sich als Jugendlicher näher für das Thema interessiert, kann beispielsweise nachschauen auf dem Schüler-Mobbing Weblog, einem Projekt der Gutenbergschule Riederich.

Ja, und abschließend kann ich nur sagen: Natürlich gehört das Einschreiten bei Mobbing zu den Aufgaben von Schulmediation. Es muss allerdings entschieden werden, ob SchülermediatorInnen den Fall übernehmen können, ob eine in Mediation ausgebildete Lehrkraft der Schule sich diesem Vorfall annimmt, oder ob externe Hilfe von einer Spezialistin der Schulmediation aus Berlin geholt wird.

Gibt es einen Mobbingfall in ihrem Schulumfeld oder haben Sie Erfahrung mit Mediation in Mobbingfällen an Schulen? Ich würde mich über eine Rückmeldung von Dir / Ihnen sehr freuen!

Christa Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktmanagement, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Mobbingbearbeitung, Schulmediation, Systemischer Ansatz | Kommentare (8) | Autor:

Knut bald vor Gericht

Samstag, 12. Juli 2008 9:55

so stand es in den Berliner Tageszeitungen am 10.07.2008. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass Knut etwas verbrochen hat – damit ist vielmehr gemeint, dass es keine gütliche Einigung zwischen dem Berliner Zoo und dem Zoo in Neumünster gibt bezüglich des Streits um das Geld, das durch Knut eingenommen wurde.

Jetzt gibt es erst einmal eine Auskunftsklage aus Neumünster, um zu erfahren, was Knut dem Berliner Zoo eingebracht hat. In der nächsten Stufe würde dann auf Zahlung geklagt, so Peter Drüwa, der Zoodirektor des Zoos in Neumünster. “Es gibt jedoch keinen Auskunftsanspruch, weil es auch keinen Zahlungsanspruch gibt”, so Joachim Gabler, der Anwalt des Berliner Zoos. Die Auskunftsklage wird gerade zugestellt, so die Information des Tagesspiegels.

Hier hatte ich schon mal zum Streit und zur möglichen Mediation um Knut geschrieben. Die Chance auf Mediation scheint jetzt aber leider verspielt zu sein.

Christa Schäfer

Thema: Konflikte, Wirtschaftsmediation | Kommentare (0) | Autor: