Beiträge vom August, 2008

Handykosten: manchmal ein dickes Konfliktthema in der Familie

Montag, 25. August 2008 7:45

Im Familien- und Erziehungsalltag ist besonders wichtig, gute und vielfältige Fähigkeiten zur Kommunikation zu beherrschen!

Im Alltag gibt es oft täglich vielfältige Konflikte und Probleme gemeinsam zu lösen: Die 11jährige Tochter kommt zu spät vom Spielplatz zurück, der 15jährige Sohn hilft nie den Tisch abzuräumen und die 8jährigen Zwillinge lassen ihre durch einen Regenguss nass gewordenen Anziehsachen einfach mitten im Flur liegen. Mitunter gibt es derartige Situationen in den Ferien sogar häufiger als in der Schulzeit. Ja, und wer kennt solche unangenehmen Zwischenfälle im Familienleben nicht … ?

Ein weiteres Problem, das immer wieder auftritt, sind zu hohe Handykosten. Obwohl Telefonieren mit dem Festnetz natürlich viel billiger wäre und viele Jungendliche heute mit Skype über Internet sogar mit anderen Skype-Benutzern schon kostenfrei telefonieren könnten, steigen die Handykosten bei vielen Kindern und Jugendlichen ins Unermessliche. Das kann schnell in eine Kostenfalle und sogar in die Überschuldung führen. Nun ist die Frage, wie können Eltern am Besten mit ihren Kindern darüber sprechen, ohne dass diese gleich dicht machen?

“Schau hin!“ ist eine Initiative u.a. des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der neue Medienratgeber von „Schau hin!“ gibt Eltern viele Tipps rund um den kindgerechten Medienkonsum mit auf den Weg. Auf S. 17 und 18 können Sie dort beispielsweise auch lesen, wie das gemeinsame Gespräch zwischen Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und Kindern bzw. Jugendlichen in der Handykostenfalle am besten funktioniert, welche Gesprächsregeln Sie unbedingt einhalten und welche Worte Sie am besten vermeiden sollten.

Interessierte können den 36 Seiten umfassenden Medienratgeber ab 1. August unter service@schau-hin.info kostenfrei bestellen oder auch herunterladen.

Und wer es etwas ausführlicher haben möchte, der kann gerne in mein Buch zur Stärkung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit von Eltern Kommunikations- und Konfliktfähigkeit von Eltern schauen.

Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung | Kommentare (0) | Autor:

Kennen Sie schon die „Allee der Missverständnisse“?

Montag, 18. August 2008 7:59

Die befindet sich momentan in der Ausstellung Missverständnisse – Stolpersteine der Kommunikation in Berlin im Museum für Kommunikation.

„Missverständnisse sind alltägliche Phänomene, die in den unterschiedlichsten Lebensbereichen vorkommen. Jeder hat schon Erfahrungen mit Missverständnissen gemacht, sei es zwischen Männern und Frauen, zwischen Erwachsenen und Kindern oder in ganz anderen Zusammenhängen. Viele Missverständnisse haben keine weiteren Konsequenzen – häufig bemerken wir sie auch gar nicht. In manchen Fällen sind die Folgen allerdings drastisch.“ so der Werbetext zur Ausstellung.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit Ursachen, Formen und Folgen von Missverständnissen. Cartoons und Werbeclips zum Thema werden genauso gezeigt wie Homonyme (Wörter mit Doppelsinn).

Also, falls Sie sich für das Thema Kommunikation interessieren und in Berlin sind: Die 3 € Eintritt für diese Ausstellung lohnen wirklich, und im Katalog (28 €) kann man auch zu Hause nochmals alles nachlesen.

„Richtiges Auffassen einer Sache und Missverstehen der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus.“ (Franz Kafka)

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor:

Mobbingmotive von SchülerInnen

Montag, 11. August 2008 9:01

Warum mobben Schülerinnen und Schüler?

Natürlich gibt es hierzu sowohl Untersuchungen als auch Fachliteratur, und wahrscheinlich hat auch jede Lehrerin und jeder Lehrer ihre bzw. seine eigene Meinung dazu. Gut beschrieben sind die Mobbingmotive für Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren in dem Buch „Und wenn ich zurückhaue?“ von Elisabeth Zöller, die selbst 17 Jahre als Lehrerin am Gymnasium gearbeitet hat.

Zöller hat unter dem Motto „Bücher gegen Gewalt“ verschiedene Bücher für Kinder und Jugendliche zum Thema veröffentlicht, mal aus der Perspektive eines Opfers, mal aus der Täterperspektive. Die Bücher unterscheiden sich grundlegend in der Art, wie auf Gewalt und die Gewalttätigen reagiert wird. Ihr Plädoyer „Bücher gegen Gewalt. Gewaltprävention und -intervention durch Bücher“ zeigt interessante und treffende Einblicke zum Thema Gewalt unter Schülern, die sie in ihren Büchern je mit berücksichtigt hat.

In dem Buch „Und wenn ich zurückhaue?“ aus dem Carlsen Verlag wird die Geschichte von Krissi erzählt, der seit kurzem jeden Morgen mit Angst in die Schule geht. Krissi geht in die fünfte Klasse und Tag für Tag lauern ihm Bossy und Henny aus der siebten mit ihren Schlägerkids auf. Leider hat Krissi in seinen Eltern und seiner Schwester keine Ansprechpartner für sein Problem. Und auch Olaf, sein neuer Freund, scheint zunächst nicht einzugreifen. Dann aber ergreift Olaf die Initiative; Krissi haut nicht zu sondern haut ab, und der Klassenlehrer Herr Weidlich geht die Situation mit Mut und großer sozialer Kompetenz an.

Weidlich führt mit den SchülerInnen der Klasse ein Gespräch über die Klassensituation und das Mobbing, und was sagen da die Schülerinnen und Schüler, warum Bossy und Henny und die anderen den Krissi mobben? „Die wollen doch alle nur bei den Großen Eindruck machen. Die wollen zeigen, wie toll sie sind.“ „Sonst sind die doch ganz schöne Mickerlinge.“ „Die können einen nur zu mehreren treten, dann fühlen sie sich toll.“ Und wie spiegelt das Herr Weidlich? „Ihr meint also, dass eigentlich nur welche, die sich sonst ganz schön klein fühlen, auf andere gehen, weil sie sich dann besser fühlen?“

Wenn LehrerInnen mit Ihren Schülerinnen und Schülern weiteren Motiven von Mobbern auf die Spur kommen wollen, ist dieses Buch genau das richtige. Wenn Sie sich für eine Definition zum Thema Mobbing sowie für verschiedene Methoden zum Thema „erste Hilfe bei Mobbing“ interessieren, dann sollten Sie sich auch meinen Artikel zum Thema Gehört Mobbing unter Schülern zu den Aufgaben von Schulmediation? lesen.

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Internationaler Weltkongress der Psychologie in Berlin zum Thema “Gefühl”

Montag, 4. August 2008 8:08

Vom 21. bis 25. Juli hat in Berlin der 29. Internationale Weltkongress der Psychologie stattgefunden. Rund 8.600 Psychologen haben im Berliner ICC rund 100 Vorträge und 450 workshops besucht. Viele neue Forschungsergebnisse und Trends in der Therapie von psychischen Erkrankungen und Problemen wurden ausgetauscht.

Das Thema „Gefühl“ ist dabei ein Aspekt, der über alle vorgestellten Studien am meisten relevant war. „Wir befinden uns definitiv in einem Zeitalter der Emotionen“, so Klaus Scherer (Emotionspsychologe an der Universität Genf) zum Auftakt des Kongresses am 21.7.2008.

Emotionen als solche geben uns Ziele und bereiten unseren Körper, unser Gehirn und unsere Psyche darauf vor, diese Ziele zu erreichen. Im Gegensatz zu Reflexen (starren Reiz-Reaktions-Abläufen) geben uns Gefühle jedoch die Möglichkeit, unser Verhalten auf konkrete Situationen abzustimmen. Gefühle hören nicht auf den Verstand. Dennoch ist unser Verstand schließlich der „Apparat“, der uns dabei behilflich sein kann, die Ziele der Gefühle zu verwirklichen.

„Die bislang mit Abstand am genauesten untersuchte Emotion ist die Angst. Zum einen hat das medizinische Gründe: Angststörungen gehören mit Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Zum anderen lässt sich die Angst, im Gegensatz zu Gefühlen wie etwa Stolz oder Scham, relativ einfach experimentell studieren.“ – so Bas Kast im Berliner Tagesspiegel in einem längerem Artikel zum Thema Die Geschichte der Angst. Angst ist ein Gefühl, das unseren Vorfahren das Überleben sicherte und heute nach wie vor eine schützende Funktion übernimmt: Angst warnt und macht wachsam.

Ein weiteres Thema auf dem Weltkongress der Psychologie betraf das Thema Kinder- und Jugendgewalt sowie dessen Vorbeugung, ebenfalls in einem Tagesspiegel-Artikel mit dem Titel Mit Kobolden gegen Gewalt nachlesbar. Nach Ansicht der Fachleute sollten Gewalt vorbeugende Programme bereits im Kindergartenalter begonnen werden. Aber auch im Jugendalter gibt es gerade für Schulen interessante Präventions- und Interventionsmöglichkeiten im Konfliktfall. Interessant auch die auf dem Kongress hervorgehobene Tatsache, dass Mädchen heutzutage ebenfalls aggressiv handeln, allerdings zu einem früheren Zeitpunkt damit aufhören als Jungen.

Benötigen Sie aktuell eine Schulmediation? Dann rufen Sie mich an und wir suchen gemeinsam nach Lösungswegen!

Christa Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Konfliktberatung, Konfliktprävention, Schulmediation | Kommentare (0) | Autor: