Beiträge vom Juni, 2009

Die Stimmen unserer Kinder

Montag, 29. Juni 2009 5:12

… so heißt ein fantastisches Projekt, das die Journalistin und Autorin Sandra Schuster-Böckler gestartet hat. Nach dem Amoklauf von Winnenden hat sie sich einen tieferen Einblick in die Erwartungen, Bedürfnisse, Wünsche und Nöte von Kindern und Jugendlichen gewünscht. Deshalb geht sie jetzt in Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, freie Schulen und auch Eliteinternate. Dort wird sie mit einem Fragebogen Kinder und Jugendliche befragen und herausfinden, was diese bewegt und was sie brauchen. Irgendwann entsteht daraus ein Buch über die Stimmen unserer Kinder, aber das dauert noch eine Weile.

Auf die Frage „Vor wem hast Du Respekt?“ antwortete beispielsweise ein 14jähriger Schüler: „Vor Menschen, die in ihrem Leben etwas erreicht haben.“ Und auf die Frage „Vor wem oder was hast Du Angst?“ antwortete eine 15jährige Schülerin: „Die Prüfung nicht zu schaffen, keine Freunde zu haben, meine Familie zu verlieren.“

Auch das Nachdenken über den tragischen Amoklauf von Winnenden muss zur Schule dazu gehören. Wer als Schüler nachgedacht hat über Verzweiflung, wer Freundschaft und Respekt im Schulalltag erlebt, für den ist der Schritt zu einer Verzweiflungstat weit.

Vielleicht denken Sie zu wissen, was ich im Interview mit Frau Schuster-Böckler auf die Frage „Glauben Sie, dass man alle Kinder erreichen kann? Auch die, denen angeblich nicht mehr zu helfen ist“ geantwortet habe – Sie können es jedoch auch auf der dortigen Seite nachlesen.

Deshalb darf, soll und muss auch das Nachdenken über die eigenen Gefühle, Ziele, Wünsche und Träume zur Schule dazu gehören! Nur wer fühlen kann, kann auch mit-fühlen, und nur wer Träume hat, lebt stabil im hier und jetzt.

Vor kurzem habe ich mit einem 13jährigen Schüler seine „Lebenslinie“ erarbeitet: Wie alt möchtest du werden? Was möchtest du in 10 Jahren erreicht haben, was in 25 Jahren, was in 50 Jahren, was am Lebensende? Was hast du in deinem bisherigen Leben mitbekommen, damit du diese Ziele erreichen kannst? Was fehlt dir noch an Fähigkeiten, um diese Ziele zu erreichen? Wie kannst du es schaffen, dass du dir diese Fähigkeiten erarbeitest? – Für den Schüler war dies eine der interessantesten Unterrichtsstunden des Schuljahres, wie er mir hinterher erzählte. Er hat sich Ziele gesetzt und arbeitet jetzt daran.

Natürlich dürfen Prozesse des Nachdenkens, des sozialen Lernens und der Kreativität das fachliche Lernen nicht verdrängen – aber sie müssen eine Berechtigung im Haus des Lebens und Lernen, also in der Schule haben!

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Konfliktprävention, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Die Sache mit den verschiedenen Sichtweisen oder: Der Effekt von Erwartungen

Montag, 22. Juni 2009 8:54

Die Mediation bekommt Unterstützung durch die Verhaltensökonomie.

Dan Ariely, Professor für Verhaltensökonomie, untersucht in seinem fantastischen Buch „Denken hilft zwar, nützt aber nichts. Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen“ die verborgenen Kräfte, die unsere Entscheidungen im Großen wie im Kleinen lenken.

Im neunten Kapitel dieses Buches berichtet Ariely darüber, dass ein und dieselbe Situation zwei verschiedene Sichtweisen herausfordern kann. Diesen Gedankengang kennen wir ja aus unseren Mediationssitzungen zur Genüge.

Ariely geht mit Kollegen der Antwort auf dieses Phänomen nach und verbindet es mit der Fragestellung, wie eine einmal gewonnene Einstellungen unsere Sicht im folgenden trüben kann. Dazu führte er am MIT in Boston verschiedene Untersuchungen durch. Es ging zunächst um verschiedene Biersorten, die dort im Pub ausgeschenkt wurden. Das Bier A war ein Budweiser, das Bier B ein mit wenigen Balsamico-Essigtropfen versetztes Budweiser. Die Studenten bekamen zunächst je ein kleines Glas dieser Biere und konnten sich entscheiden, von welchem sie eines kostenlos nachordern wollten. Diejenigen Studenten, die nicht wussten, dass Bier B mit Balsamico-Essig versetzt war, wählten überwiegend dieses Bier als das für sie besser schmeckende. Die Studenten, die vorher Informationen über die Art der Biere erhielten, wählten durchgehend Bier A als dasjenigen, von dem sie weiter trinken möchten. Ariely zieht den Schluss, dass, wenn man jemandem sagt, dass etwas ekelhaft schmecken könnte, er aller Wahrscheinlichkeit nach das bestätigen wird – nicht weil er so empfindet, sondern weil er es so erwartet.

Wenn wir also im voraus annehmen, dass etwas gut ist, wird es im Allgemeinen auch gut sein, und wenn wir denken, es ist schlecht, wird es auch schlecht sein. Doch wirken sich diese Einflüsse lediglich auf unser Urteil aus oder verändern sie auch die physiologische Erfahrung selbst?

Hierzu gab es eine dritte Untersuchungsreihe: Ariely schenkte verschiedenen Studenten Bier aus, das mit Balsamico versetzt war, und teilte ihnen dies mit, nachdem sie das erste Mal probiert und sich ein Urteil gebildet hatten. Interessanterweise schmeckte diesen Studenten das Bier besser als den Studenten, die schon vor dem Probieren von dem Essig wussten und es schmeckte ihnen genauso gut, wie es den Studenten geschmeckt hatte, die nichts von dem Essig wussten. Das Wissen um den Essig hat also tatsächlich den Geschmack beeinflusst. Wer durch den Essig einen schlechteren Geschmack erwartete, der bekam diesen auch.

Erwartungen prägen nicht nur den Biergeschmack, sondern unser ganzes Leben. Erwartungen führen auch zur Entstehung von Stereotypen. Stereotypen sind Kategorisierungen von Informationen mit dem Ziel, Erfahrungen vorherzusehen. Die Erforschung von Stereotypen zeigt, dass wir besondere Erwartungen an eine Gruppe haben, die wir mit einem Stereotyp belegt haben. Und die Forschung zeigt auch, dass die auf eine spezielle Weise kategorisierten Menschen selbst ihr Verhalten ändern, wenn sie sich des Etiketts bewusst werden, das ihnen aufgedrückt wurde.

Prozesse der Vorurteilsbildung geschehen in allen Lebensbereichen und sind Hauptursache für die Eskalation in nahezu allen Konflikten. Ariely schreibt zur Möglichkeit einer gelungenen Konfliktlösung: „Wenn es nicht möglich ist, unsere Vorurteile abzulegen und unsere bisherigen Erfahrungen zurückzustellen, sollten wir wenigstens einräumen, dass wir voreingenommen sind. Dann sind wir vielleicht in der Lage, den Gedanken zu akzeptieren, dass zur Lösung eines Konflikts im Allgemeinen eine neutrale dritte Partei notwendig ist, die die Regeln und Vorschriften für die Auseinandersetzung festlegt. Wir sind in unserer Sicht gefangen, was uns zum Teil blind macht für die Wahrheit; eine dritte Partei ist nicht mit unseren Erwartungen behaftet.“ (Ariely, S. 211).

Natürlich lohnt sich dieses Buch nicht nur wegen der unterstützenden Gedanken zur Methode der Mediation. Vielmehr sind die darin beschriebenen Experimente stets spannend aufbereitet, dargestellt und zeigen oft erstaunliche Ergebnisse. Leserinnen und Leser können sich an vielen Stellen wiedererkennen, über sich und ihre rationalen / irrationalen Entscheidungen nachdenken sowie sich und ihre Umwelt dadurch ein wenig mehr verstehen.

Wer über die Arbeiten von Dan Ariely auf dem Laufenden bleiben möchte, der sollte öfters mal schauen unter: http://www.predictablyirrational.com.

Auf allen Gebiet der Mediation ist die Sache mit den verschiedenen Sichtweisen gut zu erkennen, in der Gemeinwesenmediation meinem Gefühl nach oft besonders deutlich.

Christa D. Schäfer

Thema: Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren | Kommentare (0) | Autor:

Schlägerei zwischen zwei Großfamilien

Donnerstag, 18. Juni 2009 6:49

In Berlin Mitte (Tiergarten) gab es mal wieder eine Schlägerei zwischen zwei zerstrittenen arabischen Großfamilien, die mit Stühlen und Holzlatten aufeinander los gingen. Ca. 25 Männer und Frauen waren an dieser gewaltsamen Auseinandersetzung beteiligt, rund 100 Polizeibeamte schritten ein und trennten die Kämpfenden. Es gab einige Leichtverletzte. Mehr zum Vorfall lässt sich derzeit nicht in Erfahrung bringen.

Christa Schäfer

Thema: Gemeinwesenmediation, Konflikte, Konfliktmanagement, Nachbarschaftsmediation, Stadtteilmediation | Kommentare (3) | Autor:

Die Wunderfrage und das Wunscherfüllungsbuch

Montag, 15. Juni 2009 6:38

Mediatorinnen und Mediatoren lernen in ihrer Ausbildung den Unterschied zwischen geschlossene Fragen und offenen Frage kennen.

Geschlossene Fragen lassen sich meist mit einem Wort beantworten, oft mit „ja“ oder „nein“, und sind deshalb nicht so sehr „ergiebig“. Beispiele für geschlossene Fragen sind: „Hast du ihn geschlagen?“ oder „Warst du einkaufen?“ Für den Mediationsprozess bieten sich geschlossene Fragen so gut wie nie an.

Offene Fragen ermöglichen eine große Bandbreite an Antwortmöglichkeiten. Sie erfragen Vorgänge, Meinungen, Wünsche und fangen an mit: Wie? Was? Wann? Wo? Wer? Offene Fragen fördern die Beziehungen zwischen den Gesprächspartnern. Beispielsweise sind folgende Frage offen: „Was ist passiert?“ „Was hat dich am meisten geärgert?“ Die Voraussetzungen für Empathie und Wertschätzung ist durch offene Fragen gut gegeben. In der Mediation sind diese Fragen die wohl am meisten verwendeten.

Fragen mit Warum? stellen eine weitere Fragekategorie dar, die meist ungünstig ist, da der Gefragte dann das Gefühl bekommt, sich rechtfertigen zu müssen. Er glaubt dann oft, dass er „beschuldigt“ wird. Im Schulkontext werden Warum-Fragen gerne genutzt, beispielsweise: „Warum hast du ihn geschlagen?“ „Warum hast du den Müll hingeworfen?“ In der Mediation sollten Warum-Fragen tunlichst vermieden werden.

Eine weitere gezielt einzusetzende Fragemöglichkeit stellt die Wunderfrage dar. Steve de Shazer, der Begründer des lösungsorientierten Ansatzes in der Systemischen Therapie, hat erstmals über diese Frageart geschrieben und sie gezielt angewendet. Bei dieser Frageart wird die Lösung und nicht das Problem fokussiert. Eine Wunderfrage kann an exponierter Stelle auch in der Mediation eingesetzt werden.

Sie kann beispielsweise lauten: „Angenommen, Sie treffen sich am Samstag mit ihrer besten Freundin. In der Nacht vorher ist ein Wunder passiert und das Problem, weswegen Sie heute hier sind, ist gelöst – einfach so. Da das Wunder aber über Nacht passiert ist, wissen Sie dies nicht. Was wird Ihrer Meinung nach das erste Anzeichen sein, welches Sie darauf hinweist, dass sich etwas verändert hat und welches Sie ihrer besten Freundin berichten können?“

Natürlich kann der Umgang mit der Wunderfrage durch Nachfragen präzisiert werden: Was genau wäre anders? Wie würden Sie sich anders verhalten? Gab es in letzter Zeit schon einmal einen Moment, der fast wie ein Wunder war? Was könnten alle miteinander tun, um ein klein wenig Wunder schon jetzt Wahrheit werden zu lassen?

Die Einfälle, die auf die Wunderfrage hin geäußert werden, sind meist positive Zukunftsfantasien. Der Mediant bzw. die Mediantin wird in der Fantasie angeregt, sich Änderungsmöglichkeiten vorzustellen. Dadurch wird die tatsächliche Einleitung von realen Veränderungsschritten erleichtert. Der lösungsorientierte Prozess in der Mediation wird dadurch stark vorangetrieben und es scheint klar, dass die Frage sich gut für den Übergang zur Phase der Lösungssuche eignet.

Wunder haben mit Wünschen zu tun.

Und auch das Äußern von Wünschen ist, wie MediatorInnen wissen, wichtig für den Mediationsprozess. In diesem Sinne kann man sich von dem wunderbaren Wunscherfüllungsbuch anregen lassen. Das Wunscherfüllungsbuch ist ein wunderbar gestaltetes Buch mit viel Platz zum Einschreiben von Wünschen. Und über die Kraft des Wünschens steht dort geschrieben: Wünsche nur, was dich selbst betrifft. Überlege dir, was du dir wünschen willst. Trau dich. Schreibe die schönen Wünsche in dieses Buch. Streiche auch Wünsche durch. Hake erfüllte Wünsche ab.

Dieses magische Buch kann ein wenig wie die Wunderfrage wirken. Jeder Wünschende formuliert seinen Wunsch und sein Ziel. Dadurch entsteht Klarheit, es kann Veränderung geschehen und es können Prozesse in Gang gebracht werden. Eine wahrhaft wunderbare Idee, dieses Wunscherfüllungsbuch.

Wenn Lehrerinnen und Lehrer mit Wünschen arbeiten möchten, so bietet sich dieses Buch förmlich an. Natürlich können sie jedoch die Schüler auch nach dem Vorbild dieses Buches eigene einfache Wunschbücher gestalten lassen und hierdurch einen Reflexionsprozess anregen sowie soziales Lernen ermöglichen.

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Mediation für Roma-Familien in Berlin

Dienstag, 9. Juni 2009 17:54

Vor einigen Wochen sind mehrere Roma-Familien aus Rumänien mit einem Touristenvisum nach Berlin eingereist. Zunächst haben sie ihre Nächte im Görlitzer Park unter freiem Himmel verbracht. Dann zogen sie in das Künstlerhaus Bethanien in Kreuzberg, campierten in den frisch renovierten Räumen einer demnächst öffnenden Kindertagesstätte und besetzten anschließend die Kreuzberger St. Marien-Liebfrauenkirche.

Am 30.05.09 stand im Berliner Tagesspiegel folgende Überschrift zur Kreuzberger Situation: „Im Bezirk regiert das Prinzip Runder Tisch: Statt Konflikte zu lösen, wird moderiert ohne Ende. Weshalb es manchmal etwas länger dauert, bis Probleme geklärt sind.“

Die Senatsverwaltung für Soziales sieht die Bezirke in der Pflicht zur Problemlösung, da diese für die Unterbringung ausländischer Obdachloser zuständig seien. Die Bezirke selber sehen keine Berührungspunkte mit ihren Zuständigkeiten und sehen den Senat in der Pflicht.

Die rumänischen Familien haben keinerlei Ansprüche auf Sozialleistungen, da sie weder eine Arbeitserlaubnis, noch einen festen Wohnsitz in Deutschland haben. Eine Rückkehrhilfe für die Rumänen könnte zur Verfügung gestellt werden. Eine Abschiebung könne es nicht geben, da die Familien ein Touristenvisum haben.

In der Zwischenzeit sind die 110 Roma in einem Asylbewerberheim in Spandau untergebracht. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hatte die Aufnahme dort veranlasst und das von der AWO geführte Heim bangte bei Aufnahme der Roma-Familien, ob Senat oder Bezirk für die Kosten der Unterbringung aufkommen. Das Unterbringungsangebot war befristet bis letztes Wochenende.

Gespräch mit Vertretern der rumänischen Botschaft endeten mit dem Hinweis der Diplomaten, man sehe sich gegenüber den Roma-Familien nicht in der Pflicht und sei auch nicht in der Lage, deren Aufenthalt zu finanzieren.

Bereits letzte Woche sind Mediatoren zum Einsatz gekommen. Zitat aus dem Tagesspiegel vom 04.06.09 dazu: „Das Angebot in Spandau sei bis zum Ende der Woche befristet (…) Morgen sollen Mediatoren zum Einsatz kommen, um den rumänischen Familien diesen Umstand noch einmal zu verdeutlichen.“ Mit der in diesem Blog genutzten Definition von Mediation kann dieses Vorhaben nur wenig zu tun haben.

Romani Rosi, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, forderte den Senat auf, für eine menschenwürdige Unterkunft der Roma-Familien zu sorgen. Demokratische Staaten hätten eine besondere Verantwortung gegenüber Minderheiten wie den Roma, die dem nationalsozialistischen Terror ausgesetzt gewesen seien.

Klaus Wowereit, der Berliner Bürgermeister, hat bisher zur Problematik geschwiegen, er vertraut darauf, dass die mit dem Problem befassten Stellen eine Lösung finden werden. Am Montag befasste sich der Innenausschuss mit dem Problem, Innensenator Körting forderte die Roma zur Rückkehr in ihr Heimatland auf.

In der Zwischenzeit verdienen sich die Roma-Familien Geld mit dem Scheibenwischen von Autoscheiben oder mit Betteln. Es gibt immer mehr Beschwerden gegen Mitglieder aus dem Roma-Clan, die bei diesen Arbeiten aggressiv vorgehen sollen. Die Roma selber äußern den Wunsch, in Deutschland dauerhaft bleiben zu können.

„Die Gespräche mit den Mediatoren – in Berlin lebende Roma – werden nach Angaben der Senatsverwaltung täglich weitergeführt, um den Familien klarzumachen, dass sie nur vorübergehend im Flüchtlingsheim bleiben können. Auf das Angebot, sich bei den zuständigen Bezirksämtern zu melden, um weitere Möglichkeiten zu klären, seien die Roma bisher nicht eingegangen.“ – so der neuste Stand, berichtet im Tagesspiegel vom 09.06.09.

Christa Schäfer

Thema: Gemeinwesenmediation, Konflikte, Konfliktmanagement, Mediationsverfahren | Kommentare (1) | Autor:

Aus Hühner-Bruno wird Super-Bruno

Montag, 8. Juni 2009 8:34

Hühner-Bruno ist kein Huhn, sondern eine Landtaube, eine ziemlich dicke Landtaube sogar. Brunos Taubenvater ist gestorben und seine Taubenmutter muss sehen, dass sie seinen kleinen Bruder groß bekommt.

Was hat denn diese Beschreibung in diesem Blog zum Thema „Mediation und Konfliktberatung in Berlin“ zu suchen? Nun, ganz einfach. Die Geschichte von Bruno Taubendödel, so wie er auch am Anfang des Buches genannt wird, hat viel mit sozialem Lernen zu tun. Ein Dödel ist ein Tollpatsch, und das ist auch Bruno. Er ist dick, bewegt sich kaum, hat Probleme mit dem Fliegen, mag sich weder waschen noch pflegen und wird von den anderen Tauben ausgelacht und gemobbt. Dann ist er auch noch Schuld am Unfall seiner einzigen Freundin Tilly, die sich dabei den Flügel bricht. Da Tilly die Nächte in Altdorf mit einem gebrochenen Flügel nicht überstehen würde, verlassen Tilly und Bruno das Dorf und begeben sich auf Wanderschaft. Dabei erleben beide weitere Abenteuer und Bruno fängt an sich so zu verändern, dass er schließlich als Super-Bruno wieder nach Altdorf zurückkehren kann.

Das Buch “Bruno Taubendödel“ von Alexandra Flemming ist hervorragend zur Förderung der sozialen Handlungkompetenz von kleinen Kindern (Kindergarten und erste Schuljahre) geeignet; es ist eine fantastische Vorlage zum Modellernen.

Durch das Lernen am Modell (auch Beobachtungslernen oder Nachahmungslernen genannt) können kleine Kinder Brunos Situation reflektieren und seine Erfahrungen auch auf ihre Lebenswirklichkeit anzuwenden versuchen. Das bedeutet, dass Kinder durch das Vorlesen oder selber Lesen der Geschichte das Verhalten und die Verwandlung von Bruno wahrnehmen und auf ihr eigenes Verhalten projizieren und anwenden. Dabei können sie neue Verhaltensweisen aufbauen, und zwar Verhaltensweisen, die sie bisher nicht in ihrem Repertoire hatten. Voraussetzung dafür ist, dass verschiedene Prozesse ablaufen: Das Kind muss der Geschichte positive Aufmerksamkeit schenken, die Geschichte im Gedächtnis ablegen und sie später erinnern und gemäß des dadurch angeregten Lernprozesses agieren können.

Eine weitere gut zum Modellernen geeignete Geschichte für Grundschulkinder trägt den Namen „Und wenn ich zurückhaue“. Erste Informationen dazu auch hier im Blog.

Und denken Sie daran: Kinder brauchen viele Geschichten, denn aus jeder guten Geschichte können sie etwas “mitnehmen” für ihr Leben!

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Literaturempfehlungen, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (1) | Autor:

Coaching für Lehrer

Dienstag, 2. Juni 2009 7:28

Viele Lehrerinnen und Lehrer haben Probleme und Konflikte in ihrem schulischen Umfeld. Nehmen diese überhand, so ist es äußerst hilfreich, ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Coaching im Schulbereich – das ist bisher noch ein relativ unübliches Thema. Dennoch: Warum sollten Lehrer nicht in ein Coaching gehen, wenn sie über sich, ihren Unterricht, ihren Umgang mit Konflikten oder das System in ihrer Schule nachdenken wollen? Leider gibt es bisher noch wenige spezielle Coachingangebote für Lehrer – aber jetzt, wo das Thema Bildung wieder GROß geschrieben wird, wird sich dies in den nächsten Jahren sicherlich ändern.

„Coaching ist die lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen, vorwiegend im beruflichen Umfeld, zur Förderung der Selbstreflexion sowie der selbstgesteuerten Verbesserung der Wahrnehmung, des Erlebens und des Verhaltens. Der Coach begleitet den Klienten bei der Realisierung eines Anliegens oder der Lösung eines Problems. Ziel des Coachings im beruflichen Kontext ist vor allem die Verbesserung der Lern- und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Ressourcen des Klienten.“ – so definiert wikipedia den Coachingbegriff.

Die Lehrerin bzw. der Lehrer bleibt im Coachingprozess Experte für ihre / seine Probleme und Lösungen, der Coach ist Experte für den Weg zum Finden der Lösungen.

Benötigt eine Lehrkraft ein Coaching zum Thema Unterrichtsoptimierung, Planung, Unterrichtsstrategien, Impulsgebung und ähnliches, so ist er gut bedient mit dem Buch „Coaching für Lehrer“ von Friedel Schardt. Hier erhält er Hinweise zur Unterrichtsplanung, zum Agieren im Unterricht sowie zur Unterrichtsreflexion. Hier findet man übrigens auch interessante Hinweise zum Thema Sprache im Unterricht sowie über Kommunikation im Unterricht als mögliche Quelle von Unterrichtsstörungen.

Benötigt eine Lehrkraft ein Konfliktcoaching, möchte sie über Konflikte bzw. Unterrichtsstörungen in seiner Klasse nachdenken bzw. überlegen, wie er das Konfliktpotential in seiner Klasse minimieren kann …, so ist der Weg zum Coach sicherlich lohnenswert. Gut ist es in diesem Fall, wenn der Coach sich im Schulbereich auskennt und die Situation realistisch sehen kann.

Falls Sie ein derartiges Coaching brauchen, wenden Sie sich an mich als Fachfrau für Konfliktberatungen, Konfliktprävention, Konfliktmanagement, Unterrichtsstörungen und Schulentwicklung. Ich helfe gerne.

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor: