Beiträge vom August, 2009

Die Schule neu machen …

Montag, 31. August 2009 7:38

… heißt ein Buch von Rainer Winkel, dem Gründungsdirektor der EGG, der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck. Das Buch ist das wohl geradezu einmalige Dokument einer Schulgründung, in dem nicht nur Erfolge aufgezeigt werden, sondern auch Prozesse des Scheiterns. Und das macht das Buch auch so interessant für diesen Mediationsblog.

Die dort dargestellten Aufgaben im Rahmen einer Schulgründung sind immens. Die vorkommenden Konflikte sind schier überwältigend. Winkel schreibt dazu: Es gab kollegiale Konflikte zwischen den Lehrern bzw. zwischen dem Schulleiter und einigen Lehrern; edukative Konflikte zwischen Eltern und Lehrern; didaktische Konflikte zwischen der wünschenswerten Schul- bzw. Unterrichtsreform und ihrer Machbarkeit; und es bahnten sich Konflikte zwischen dem Schulträger und dem Schulleiter an. Ja, und natürlich sind nicht zu vergessen die Konflikte zwischen den Schülerinnen und Schülern bzw. zwischen Lehrern und Schülern.

Ein Großteil der Konflikte wurde zu Unterrichtsstörungen, ein anderer Teil führte zu Verweisen, ein Fall führte gar zum Schulausschluss. Da heißt es von Lehrer- und Schulleiterseite aus zu warnen, Grenzen aufzeigen, gelbe und auch rote Karten zücken; sodann: die Schäden beseitigen, Konsequenzen wagen, wieder gutmachen; und schließlich: dem Geschädigten die Hand reichen, der Gemeinschaft etwas Gutes tun, in sich das Böse überwinden. „Wir Lehrer müssen wieder lernen, dass dies zusammengehört: das Warnen, das Wiedergutmachen und das Stiften neuen Vertrauens durch eine neue, eine gute Tat.“, so Winkel auf S. 322 dieses Buches.

Ja, und auch über soziale Konflikte muss ein Gründungsdirektor seine Lektion lernen, die da hieß: „Personale Konflikte lassen sich nicht im Medium von Sachlichkeit, von Logik und Beweisführung lösen – überhaupt nicht diskursiv – im Gegenteil: Sie werden auf diese Weise und darin zu noch festeren Knoten gezurrt. Personale Konflikte sind nur personal zu lösen, das heißt im Medium von liebevoller Emotionalität, die freilich so wahr, so echt und so spontan sein muss und das Lachen und das Weinen der kleine L.W. …“ Mein Dank an Prof. Dr. Rainer Winkel für dieses offene Buch, das allen an Schule und Konflikten interessierten Lesern wärmstens empfohlen sei.

Was wäre es doch prima, wenn alle Lehrer kommunikative und mediative Kompetenzen in Ihrer Ausbildung erlernen und Schulleiter diese in jeder Schule erfahrbar machen könnten. Dann würden zwar auch weiterhin Unterrichtsstörungen vorkommen – aber der Umgang miteinander wäre ein humanerer, die Möglichkeiten der gegenseitigen seelischen Verletzung wäre geringer und die Chancen auf gelungene Konfliktlösungen wäre viel höher. Vielleicht werden dann die Ergebnisse der nächsten TALIS-Studie angenehmer als die der letzten …

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Schulmediation, Soziales Lernen, Unterrichtsstörungen | Kommentare (0) | Autor:

Konflikte und Probleme in der Familie gut lösen: Kostenfreie Kurzworkshops in Berliner Kitas und Grundschulen

Montag, 24. August 2009 6:37

In jeder Familie gibt es Probleme und Konflikte, die gelöst werden wollen.
Jeder von uns kennt sicherlich Beispiele über Beispiele …

Da streiten sich die Kinder ständig, brüllen sich an, nehmen sich die Playmobil-Figuren gegenseitig weg und gehen damit der Mutter gewaltig auf die Nerven. Da kommt der Vater abends von der Arbeit nach Hause und anstatt erst einmal alle zu begrüßen motzt er gleich los, warum es so unordentlich ist. Da kommt die Großmutter zu Besuch und das Wohnzimmer sieht noch aus wie eine Rümpelkammer, aber keiner aus der Familie fühlt sich verantwortlich, dort aufzuräumen. Der 7jährige Sohn des Hauses kommt vom Spielplatz und hat sich mit seinem Freund gestritten, seine schlechte Laune lässt er nun an allen in der Familie aus, besonders an seiner 3jährigen Schwester. All das sind Konflikte, die sich massiv auf den Familienfrieden auswirken …

Aber auch Probleme schleichen sich ins Familienleben ein: Die Tochter möchte gerne einen Ballettkurs mitmachen, aber das Geld fließt derzeit nicht so richtig. Die Mutter fängt wieder an zu arbeiten, aber wie wird das demnächst mit dem Haushalt geregelt? Auch solche Probleme sind belastend für nahezu alle Familienmitglieder …

In den letzten Jahren habe ich in vielen Kursen mit Müttern, Kindern, Großeltern und Vätern eine Methode entwickelt, wie Konflikte und Probleme gut gelöst werden können. Dabei ist die Methode des Runden Tisches in der Familie entstanden. Sie lehnt sich fachlich an die Familienkonferenz von Thomas Gordon sowie den Familienrat von Rudolf Dreikurs an. Sowohl mediative Verfahrensweisen wie auch der Problemlöseprozess hatten ihren Einfluss auf diese Methode. Seit Frühjahr 2009 gibt es das Buch zur Methode Zum Runden Tisch in der Familie, gut verständlich und zum Schmökern genauso gut geeignet wie als workbook.

Natürlich können Sie das Buch gerne direkt beim Verlag oder bei amazon erwerben.

Und damit möglichst viele Familien von dieser fantastischen Methode profitieren können, gibt es für Berliner Kitas und Grundschulen von September bis Dezember 2009 sogar die Möglichkeit, eine kostenfreie Veranstaltung zum Thema in Anspruch zu nehmen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei mir.

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Konfliktberatung, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor:

Nachbarschaftsmediation im Fernsehen

Donnerstag, 20. August 2009 22:25

RTL hat fünf Folgen zum Thema Mediation mit dem Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb gedreht. Am 19.08.2009 kam bereits die vierte Folge im Fernsehen, dieses Mal zum Nachbarschaftsstreit (oder soll man sagen zum Nachbarschaftskrieg) zwischen den beiden Familien Kortekamp und Schäferbarthold aus Hillentrupp.

Es geht um eine Kettensäge, eine Ohrfeige sowie unzählige Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdungen. Das Thema Grenze ist ein ganz großes in dieser Mediation, sowohl die räumlich gezogene zwischen den beiden Grundstücken der Mediationsparteien, als auch das der persönlichen Grenze … Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Streit setzen beiden Parteien massiv zu. Ein Schiedsverfahren ist bereits gescheitert. Eine Anzeige bei der Polizei hat auch nichts geändert. Jetzt gelingt die Mediation sogar mit Abschlussvereinbarung.

Wer mal schauen möchte, wie Mediation funktionieren kann, der kann die jeweils neueste Folge der Serie eine Woche lang kostenfrei anschauen, danach kostet das Ansehen der jeweils 45minütigen Sendungen 0,99 Cents.

Hier geht es zu den Fernsehfolgen der Nachbarschaftsmediation.
Viel Spaß beim Zuschauen!

Falls Sie in Berlin eine kostenfreie, auf Spendenbasis basierende Nachbarschaftsmediation suchen, so wenden Sie sich bitte an das MediationsZentrum Berlin. Und falls Sie ein Buch zum Thema Nachbarschaftsmediation suchen …, letztes Jahr ist das erste deutschsprachige Buch erschienen!

Christa Schäfer

Thema: Konfliktmanagement, Mediationsverfahren, Nachbarschaftsmediation | Kommentare (0) | Autor:

TALIS und die Wichtigkeit des Klimas in Schulklassen

Sonntag, 16. August 2009 6:39

In den meisten Ländern verliert jeder vierte Lehrer mindestens 30 % seiner Unterrichtszeit aufgrund von störenden Schülern und den daran anknüpfenden Bemühungen, eine sichere und produktive Lernumgebung zu schaffen. Manche Lehrer kostet dieses Vorhaben sogar über die Hälfte ihrer Zeit. Länderübergreifend befinden sich 60 % der Lehrer an Schulen, deren Schulleiter berichten, dass Störungen im Klassenzimmer das Lernen behindern.

TALIS (Teaching and Learning International Survey der OECD) ist eine internationale vergleichende Studie über die Bedingungen von Lehren und Lernen, die im Juni 2009 die ersten Ergebnisse vorlegen konnte. 23 Länder haben an der Studie teilgenommen, die deutschen Kultusminister hatten sich gegen eine Teilnahme entschieden.

Das Klima in einer Klasse beeinflusst laut TALIS die Ergebnisse und Leistungen der Schüler !!!

TALIS erkennt jedoch auch enge Verbindungen zwischen Faktoren wie positivem Schulklima, Überzeugungen von Lehrern, Kooperationen unter Lehrern, berufliche Zufriedenheit von Lehrern, berufliche Weiterbildung und Umsetzung unterschiedlicher Lehrtechniken.

„Wenn Lehrer effektives Lehren als Fähigkeit sehen, die erlernt werden kann, kann ihnen dieses Gefühl von Selbstvertrauen dabei helfen, Probleme besser zu analysieren und zu lösen. Umgekehrt können diese Lehrer, wenn sie mit einem Gefühl von geringem Selbstvertrauen konfrontiert werden, Selbstzweifel erleben und sich um Beurteilungsthemen Sorgen machen, wenn sich Anstrengungen als nicht erfolgreich erweisen.“

TALIS legt nahe, dass Lehrer, die stärker an beruflicher Weiterbildung teilgenommen haben, eine deutlich höhere Ebene an Selbstvertrauen erlangt haben. Ebenfalls geht die Teilnahme von Lehrern an Weiterbildungen mit der Beherrschung einer größeren Palette an Methoden zum Einsatz im Klassenzimmer einher.

„In zahlreichen Ländern spiegelt sich die Beurteilung und das Feedback, welches Lehrer erhalten, in dem Vertrauen auf ihre eigenen Lehrfähigkeiten wider, in anderen Worten, wenn sie für Ihre Arbeit Feedback erhalten, haben sie mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, den Herausforderungen des Lehrens zu begegnen.“

Interessant sind auch die Untersuchungen bezüglich ihres Rollenschwerpunktes, einerseits der Rolle des Lehrers als Vermittler von Wissen und Anbieter von konkreten Lösungen und andererseits der Rolle des Lehrers als Unterstützer des aktiven Lernens. TALIS hat herausgefunden, dass Lehrer, die sich als Wissensvermittler sehen, mit höherer Wahrscheinlichkeit ein negatives disziplinäres Klima im Klassenzimmer haben (also mehr den Unterricht störende Schüler). Lehrer hingegen, die ihre Rolle eher als Unterstützer wahrnehmen, schülerorientierte Methoden nutzen und eine konstruktivistische Sicht auf das Lehrern und Lernen besitzen, haben mit höherer Wahrscheinlichkeit ein positives disziplinäres Klima im Klassenzimmer (also weniger den Unterricht störende Schüler).

Was sagen diese Ergebnisse von TALIS für das neue Schuljahr?
Na, vereinfacht gesagt: Es ist sehr wichtig, ein gutes Klassenklima zum Lernen zu schaffen. Gute Weiterbildungen, ein gesundes Selbstvertrauen, eine Feedbackkultur, Zusammenarbeit unter Lehrern und eine konstruktivistische Sichtweise sowie die Rollendefinition des Lehrers als Unterstützer helfen jeder Lehrerin und jedem Lehrer, seinen Alltag gut zu bewältigen. Los geht’s!

Christa D. Schäfer

PS: Kennen Sie schon mein Buch zum Thema Unterrichtsstörungen?

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktlösung, Mediationsverfahren, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Berliner Kabarettabend über das Lachen sowie über positive und negative Sozialkompetenz

Montag, 10. August 2009 7:45

„Mein Name ist Lore Schläfer-Tümpel, ich bin honorarfreie Gastprofessorin am Wissenschaftlichen Institut des Lachens (kurz WIdL genannt) und ich möchte Sie dazu beglückwünschen, den Weg hierher gefunden zu haben. Das WIDL ist nach langen Jahren der Evaluierung endlich an unserer Universität etabliert und wir haben damit eine weitere Möglichkeit für unsere Studierenden geschaffen, den Zeitraum zwischen der Beendigung des Studiums und dem Eintritt in die Rente möglichst kurz zu halten.“

- so startet der Kabarettabend von Gerlinde Kempendorff im Theater am Palais, in dem sie die Lachexpertin Frau Prof. Lore Schläfer-Tümpel und auch die Putzfrau Marina Saubermann zu Wort kommen lässt.

„Lachen ist die verlautbarte Emotion Humor. Es kann ein hämisches Lachen sein: negative Sozialkompetenz. Es kann ein herzliches Lachen sein: positive Sozialkompetenz. Positive Sozialkompetenz ist ein Soft Skill in unserer heutigen Ausbildung. Ein weicher Schlüssel zum Erfolg, meine Damen und Herren. Wer weich ist, hat Flüssigkeit in sich, ist geschmeidig, kann sich anpassen und darauf kommt es an. Daraus folgt, wenn die Säfte in uns nicht harmonisieren, äußert sich dies in körperlicher Aggression, entweder in offener Gewalt oder in der Negativseite des Humors: Der Häme.“

- so erklärt Frau Prof. Dr. Lore Schläfer-Tümpel das Lachen in Verbindung zur Sozialkompetenz. Frau Marina Saubermann erklärt uns daraufhin das Lachen der anderen – den Humor hinter und vor dem eisernen Vorhang. Sie erklärt die Geschichte der DDR in Verbindung mit Geschichten, die die Zuschauer zum Nachdenken und Lachen anregen – fantastisch!

Nun, wenn Sie dieses Kabarett gerne sehen möchten, gehen Sie doch ins Berliner Theater im Palais am 18.08., 29.09., 02.10. oder 09.11.09 am Festungsgraben 1 (Karten vorbestellen unter: 201 06 93).

Und hat Gerlinde Kempendorff nicht recht, wenn sie sagt: „Wir haben also eine Verantwortung für das Lachen. Ja, ich sage ganz bewusst: Verantwortung!“

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Ekel und Moral

Montag, 3. August 2009 5:58

Kleinkinder stecken sich mitunter merkwürdige Dinge und sogar Regenwürmer in den Mund, ohne Ekel zu empfinden. Daran erkennt man schon, dass die menschliche Fähigkeit, sich zu ekeln, nicht angeboren ist. Sie wird vielmehr durch Sozialisation in den ersten Lebensjahren gelernt. Deshalb ist Ekel auch kein Instinkt, sondern zählt zu den Emotionen. Vor was man sich ekelt, ist kulturell bedingt, da gibt es zwischen verschiedenen Kulturen große Unterschiede.

Es gibt zwei verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung der Entstehung bzw. Entwicklung von Emotionen. Der erste Erklärungsversuch nimmt an, dass sich die einzelnen Emotionen aus einem undifferenzierten, unspezifischen Erregungszustand des Säuglings allmählich entwickeln. Die andere Erklärung postuliert, dass die “grundlegenden” Emotionen als angeborene neurale Mechanismen von Geburt an als qualitativ unterschiedliche Erlebnisweisen vorhanden sind.

Bleiben wir zunächst beim ersten Erklärungsansatz, der eher lerntheoretisch orientiert ist. Wie wir wissen, reagiert ein Säugling auf jede Art des Unwohlseins mit Weinen. Das acht Monate alte Kind reagiert zwar immer noch häufig mit Weinen, die Mutter ist aber schon in der Lage zu unterscheiden, aus welchem Grund das Kind wohl weint (wenn sie gut „aktiv zuhören“ kann). Die amerikanische Psychologin Katherine M. Bridges fand zusammen mit Rene Spitz in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts heraus, dass zunächst bei Neugeborenen eine allgemeine diffuse und ungerichtete Störbarkeit bzw. Erregbarkeit zu beobachten ist. Aus diesem anfänglichen Erregungszustand entwickeln sich in den ersten Wochen zwei Grundtendenzen emotionalen Verhaltens heraus: Lust und Unlust. Die unlustbetonte Tendenz tritt etwas früher hervor und lässt auch zuerst eine Differenzierung in spezifischere Gefühlsreaktionen wie Angst, Ekel, Wut und Zorn erkennen. (Quelle)

Alle Emotionen gehen mit typischen Mustern von Gesichtsausdrücken einher. Paul Ekman, ebenfalls amerikanischer Psychologe, stellte eine Klassifikation der emotionalen Gesichtsausdrücke auf. Er fand in umfangreichen empirischen Statistiken Beweise für die erbliche Bedingtheit zahlreicher emotionaler Ausdrücke, darunter die von ihm unterschiedenen 7 Basisemotionen: Fröhlichkeit, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung, die kulturübergreifend bei allen Menschen in gleicher Weise erkannt und ausgedrückt werden. Diese, so sagt er, sind mit ihren zugehörigen Gesichtsausdrücke nicht kulturell erlernt, sondern genetisch bedingt. (Quelle)

Man sieht jemandem ja auch wirklich deutlich an, wenn er sich ekelt, dann ist die Nase gerümpft, die Oberlippe hochgezogen, die Mundwinkel hängen herab und die Zunge hängt leicht aus dem Mund heraus. Dazu kommt dann noch der Würgereflex, verstärkter Speichelfluss und Übelkeit mit Brechreiz. Ekel kann verdrängt oder überwunden werden und das Ekelempfinden ist individuell unterschiedlich.

Interessant, was britische Forscher zum Thema Ekel gerade jetzt herausgefunden haben: In ihrer Versuchsanordnung musste sich eine Gruppe von Probanden eine ekelige Filmszene anschauen. Die eine Hälfte der Gruppe durfte sich danach die Hände waschen, die andere Hälfte nicht. Beide Untergruppen sollten anschließend beurteilen, ob es moralisch verwerflich sei, ein gefundenes Portemonnaie zu behalten und falsche Angaben in einem Bewerbungsgespräch zu machen.

Die Untergruppe, die sich die Hände waschen durfte, fand das Verhalten in beiden Fällen moralisch weniger verwerflich. Die Untergruppe, die sich nicht die Hände waschen durften, urteilten moralisch viel strenger. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass diejenigen Personen, die sich „unrein“ fühlen, in moralischen Fragen strenger urteilen! (Quelle für diese Untersuchung: Bild der Wissenschaft, Heft 8/2009, S. 33)

Wenn Sie mögen, lesen Sie bitte auch über den Zusammenhang zwischen Bier und Ekel nach bzw. die Sache mit den verschiedenen Sichtweise oder dem Effekt von Erwartungen …

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor: