Beiträge vom April, 2010

Konfliktmanagement in der Familie: nur noch wenige Seminarplätze frei

Mittwoch, 28. April 2010 20:45

In der Familie miteinander sprechen?
Das kann und macht doch wirklich jede(r)!

Ob allerdings die Gespräche in guter Atmosphäre stattfinden und Eltern und Kinder, oder Großeltern, Stiefmütter, Stiefväter, Halbgeschwister und andere Familienmitglieder dann zufrieden aus den Gespräche rausgehen, das ist eine andere Sache.

Und damit dies öfters passiert, bietet das MediationsZentrum Berlin unter der Leitung von Christa D. Schäfer und Jutta Richter jetzt erneut einen Kurs an zum Thema “Familiengespräche gut führen“. Der Kurs wird durch die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin gefördert und ist für die Teilnehmer kostenfrei.

In dem Kurs wird verstärkt Wert auf den Prozess des Problem- bzw. Konfliktlösens in der Familie gelegt. Neben dem Aktiven Zuhören und den Ich-Botschaften werden die Förderung der emotionalen Intelligenz sowie Methoden zur Regelsetzung betrachtet, um zu einem guten Familiengespräch zu kommen.

Haben Sie viele Probleme und Konflikte in der Familie?
Knallt es öfters bei Ihnen im Familienkontext?
Oder interessiert Sie, wie gute Familiengespräche laufen können?

Falls Sie all dies interessiert, und Sie zusätzlich in Berlin wohnen und ein Mal monatlich einen langen Vormittag investieren können, so melden Sie sich bei uns an (tel 23 00 32 39). Am 18. Mai geht’s los, es sind noch einige wenige Plätze frei!

Falls Sie nicht in Berlin wohnen und sich dennoch für dieses Konzept interessieren, so schauen Sie in das Buch zum Thema “Kommunikations- und Konfliktmanagement für Eltern“ oder mein neuestes Buch zum Thema “Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“.

Übrigens kommt eine Unzufriedenheit in der Familienkommunikation mitunter auch daher, dass die berühmten „Kommunikationsblocker“ in der Kommunikation genutzt werden. Diese Blocker gibt es natürlich nicht nur im Familienumfeld, aber da sind sie meiner Meinung nach besonders häufig vertreten …

Gerne weise ich an dieser Stelle auch darauf hin, dass Sie mich für Vorträge bzw. Kurzworkshops oder Weiterbildungen für Erzieher bzw. Eltern im Kita- und Schulbereich anfragen können.

Die Theorie der Kommunikationsblocker stammen von Thomas Gordon, der auch Kommunikationssperren oder „Die typischen Zwölf“ oder „Das dreckige Dutzend“ dazu sagt. Gordon versteht darunter folgende Verhaltensweisen von Eltern ihren Kindern gegenüber:

  1. Befehl, Anweisung, Forderung
  2. Warnung, Drohung
  3. Moralisieren, Predigen
  4. Rat geben, Lösungen anbieten
  5. Unterweisen, Belehren, Fakten anbieten
  6. Beurteilen, Beschuldigen, Kritisieren
  7. Schmeicheln, Loben
  8. Beschimpfen, lächerlich machen
  9. Interpretieren, analysieren
  10. Besänftigen, mitfühlen
  11. in Frage stellen, verhören
  12. Rückzug, ablenken, Themenwechsel

Natürlich sind diese Verhaltensweisen nicht ganz und gar „schlecht“, und sie können auch durchaus in der ein oder anderen Situation gut angebracht sein. Wenn jemand jedoch ein Problem oder einen Konflikt hat, so sind diese Umgangsformen äußerst unangebracht …

Manche dieser 12 Kommunikationsblocker sind auch unter Erwachsenen sehr beliebt. Wenn Sie mögen, so nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit, gehen Sie die 12 Punkte durch und formulieren Sie für jede dieser Verhaltensweisen einen typischen Satz. Schauen Sie, ob Sie eine dieser Verhaltensweisen gerne nutzen. Vielleicht gibt es auch eine Verhaltensweise, die Sie nur einer bestimmten Person gegenüber gerne nutzen? Und vielleicht haben Sie in der letzten Zeit festgestellt, dass Ihre Kommunikation mit einer bestimmten Person oft stockt – dann schauen Sie bitte besonders gut hin, ob ein Kommunikationsblocker mit im Spiel ist.

Und übrigens: Es gibt Kommunikationsexperten, die sagen, auch Ratschläge sind Schläge! Denken Sie daran: Wer das Problem hat, der hat auch die Lösung. Es gilt sie nur zu finden …

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

Kinderrechte und Soziales Lernen

Montag, 26. April 2010 8:28

Alle Menschen haben Rechte. Auch Kinder und Jugendliche haben Rechte. Dazu gibt es seit 1989 ein weltweit gültiges Grundgesetz: die „Konventionen über die Rechte des Kindes“ der Vereinten Nationen. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat die 10 wichtigsten Kinderrechte zusammen gestellt und setzt sich für deren Durchsetzung ein. Deutschland hat am 5. April 1992 diesem Dokument zugestimmt und sich verpflichtet, die festgelegten Kinderrechte einzuhalten und durch Gesetze und Verordnungen zu verwirklichen.

Lehrer können beispielsweise Tipps und Ideen für einen Projekttag zum Thema Kinderrechte auf der Seite Juniorbotschafter herunterladen.

Die 10 Grundrechte sind:

  1. Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht.
  2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit.
  3. Das Recht auf Gesundheit.
  4. Das Recht auf Bildung und Ausbildung.
  5. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung.
  6. Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln.
  7. Das Recht auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens.
  8. Das Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung.
  9. Das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause.
  10. Das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Bei allen Projekten, das Thema Kinderrechte betreffend, ist natürlich jeweils eine große Portion Soziales Lernen drin.

Im Don Bosco Verlag gibt es ganz frisch “Die 50 besten Spiele zu den Kinderrechten“ von Rosemarie Portmann. Zu jedem der 10 Grundrechte findet man dort fünf leicht umzusetzende Spielideen für Kinder im Alter zwischen 4 und 10 Jahren, die Anlass für eine Sensibilisierung oder eine Diskussion zum Thema Kinderrechte sein können, natürlich aber auch viel Spaß beim Spielen machen …

Stellvertretend für alle anderen Spiele möchte ich hier die neunte Übung: „Eine kleine Freunde“ aus dem Bereich des zweiten Grundrechtes „Kinder haben das Recht gesund zu leben, Geborgenheit zu finden und keine Not zu leiden“ zitieren:

„Die Kinder sollen erfahren, was anderen Kindern gut tut. Dabei sollen sie merken, dass sich die Kinder über unterschiedliche Dinge freuen und wie sie einem Kind eine kleine Freude machen können. Alle Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind wirft einem anderen einen Ball zu und fragt z.B.: „Freust du dich, wenn ich dir meine Lieblings-(Bilder)Buch leihe?“ Sagt das Kind nein, wirft es den Ball zurück und das fragende Kind macht einen neuen Vorschlag. Nimmt das Kind den Vorschlag an, wirft es den Ball einem anderen Kind zu und fragt bspw.: „Freust du dich, wenn ich mit dir Fußball spiele?“ Nach und nach sollen alle Kinder einmal erfreut werden sowie Freude schenken. Die Vorschläge sollen ernst gemeint sein und in eine tatsächliche Freude umgewandelt werden, z.B. bei einem Tag der Freude im Kindergarten oder in der Schule.“

In Berlin erhielten Anfang 2010 die Kinderrecht Verfassungsrang. Das Abgeordnetenhaus stimmte mit den Stimmen von SPD, Linken, CDU und Grünen einer Gesetzesänderung zu. Die Landesverfassung wird damit im Artikel 13 um den Passus ergänzt, dass jedes Kind ein Recht habe „auf Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung und auf den besonderen Schutz der Gemeinschaft vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung“. Dies ist als politische Willensbekundung zu sehen, hat jedoch keine Konsequenzen.

Seit Anfang 2010 leite ich übrigens in Berlin Tiergarten/Süd ein Projekt, das neben der Demokratieerziehung von Kindern und Jugendlichen auch die Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren fördern will: den KiJuRa Tiergarten. Aktuelle Informationen dazu stets auf dem Blog zum KiJuRa.

Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Eine Friedenspfeife für Berliner Konfliktlotsen

Montag, 19. April 2010 6:14

Acht Gruppen von Berliner Konfliktlotsen boten am 16. April im Theater des Westens eine Performance. Sie nahmen am Wettbewerb im Bereich Gesang, Tanz und Schauspiel teil, der vom Theater des Westens in Kooperation mit dem Bundesverband Mediation durchgeführt wurde. In meinen Artikeln “Mit der Friedenspfeife ins Theater des Westens“ und “Die Friedensspeife hat großen Anklang gefunden“ berichtete ich bereits darüber. Das vorgegebene Thema der künstlerischen Darbietungen: „Konflikt gewaltfrei lösen“.

Die Aufregung war groß und die Vorführungen wirklich erstklassig. Von Liedaufführungen durch Konfliktlotsen aus der Grundschule bis zur Tanzeinlage von Oberstufenschülern war alles dabei. Und zum Schluss wurden natürlich drei Siegergruppen prämiert, die der Jury am Besten gefallen haben. Die Jury bestand neben Vertretern des Theaters aus Sosan Azad (Vorsitzende der Regionalgruppe Berlin des Bundesverbandes Mediation), Raed Saleh (Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin und Mitbegründer des Spandauer Kinder- und Jugendprojektes „Stark ohne Gewalt“), einem amtierenden Konfliktlotsen des Campus Rütli und der Begründerin der Konfliktlotsenidee Ortrud Hagedorn.


Los ging es mit der Ludwig Cauer Grundschule und dem Lied „Konfliktlotsen sind einfach Zauberei“.

Die Fichtelgebirge-Grundschule schloss sich an mit einem Rap zum Thema „Überall gibt es Regeln. In der Schule gibt es Regeln. Auf dem Fußballplatz gibt es Regeln. In der Familie gibt es Regeln. Überall gibt es Regeln.“

Die Grundschule am Arkonaplatz gingen mit dem Lied „Wir sind die Konfliktlotsen vom Arkonaplatz und führen die Gespräche Satz für Satz“ an den Start.


Einen Sketch gaben die Schüler der Ernst-Abbe-Oberschule zum Besten. Getränke Bob, der Getränke Mediator leitete die Mediation zwischen Cola Zero und Orange Fantastic. Gegenseitige Beleidigungen hat die beiden zur Mediation geführt. Cola Zero war sehr traurig darüber, dass er als Diabetiker beschimpft wurde und Orange Fantastic hat sich darüber aufgeregt, dass sie immer auf ihr Gewicht angesprochen wird. Schließlich hat die gemeinsame Lösung ergeben, dass aus Cola und Orange Spezi wird. Das war wahrlich eine erfolgreiche Mediation, die Getränke Bob da abgeliefert hat …

 

Die Rixdorfer Grundschule schloss sich mit einem Lied an, das den Refrain trug: „Frieden zu schließen, du hast es in der Hand.“ In vier Sprachen war der Refrain zu hören und das Lied schloss mit den Worten „undl jeder, der was ändern will, fängt am besten bei sich selber an …“ Da kann man nur zustimmen.


„Das Spiel der Farben“, davon berichtete die Thalia Grundschule. Früher, so hört man, haben die Farben sich heftig gestritten, wer wohl die Schönste und Beste sei. Jede Farbe konnte Gründe nennen, warum sie ausgerechnet die Auserwählte sei. Doch nach dem Streit und der gelungen Mediation wurde dann der Regenbogen erfunden, der die Farben vereint und etwas wunderbares Neues hervorbringt!

 

Mit dem Campus Rütli und dem Rap „Streitschlichter spielen bei uns an der Schule eine ganz große Rolle“ gab es noch einmal fetzige Musik zu hören.


Und was für’s Auge bot der Tanz „Der Außenseiter“ der Menzel-Oberschule. Die Tanzgruppe überzeugte sowohl mit fetzigen, als auch mit emotionalen, lyrischen und einfühlsamen Tanzeinlagen. Aus schwarz und weiß wurde bunt, aus einem Gegeneinander wurde ein Miteinander, aus Streit wurde Versöhnung – wunderbar!

 

Wer gewonnen hat, möchten Sie jetzt wahrscheinlich wissen. Alle haben gewonnen, so meine Meinung, denn alle haben das Thema der Streitschlichtung an ihrer Schule vorangebracht. Vom künstlerischen Standpunkt her hat die Fichtelgebirge Grundschule den dritten Platz erhalten, die Menzel-Oberschule den zweiten Platz (und einen workshop im Theater des Westens dazu) und der erste Platz ging an die Ludwig-Cauer Grundschule. Herzlichen Glückwunsch von mir an alle Preisträger und Mitwirkenden des Wettbewerbs !!

Ach ja, und wenn Sie sich fragen, was denn wohl das Theater des Westens bewogen hat, die Konfliktlotsenidee zu unterstützen? Wahrscheinlich hat das mit Uschi zu tun, die in dem Musical „Der Schuh des Manitu“ stets zwischen dem Apatschen-Häuptling Abahachi und seinem Blutsbruder Ranger vermitteln muss, wenn die beiden sich streiten. Für die Vermittlung steht bei den Apatschen die Friedenspfeife, und die erhielten auch die ersten Sieger des Konfliktlotsen-Wettbewerbs.

Ich hoffe, dass sich auch nächstes Jahr wieder ein Unterstützer findet, der eine Ehrung der Konfliktlotsenarbeit in Berlin ermöglicht. Bis dahin gute Arbeit allen Konfliktlotsinnen und Konfliktlotsen, allen Streitschlichterinnen und Streitschlichtern in Berliner Schulen.

Christa D. Schäfer

Thema: Schule in Berlin, Schulmediation, Veranstaltungen | Kommentare (1) | Autor:

Die Schule als Problem- und Konfliktfeld

Montag, 12. April 2010 9:38

Probleme und Konflikte sind normal und es wird sie immer geben.
Wichtig ist hingegen, wie mit ihnen umgegangen wird.
Schön wäre ein konstruktiver und kreativer Umgang …

Das sind einige meiner Standardsätze in der Konfliktlotsen- und Mediationsausbildung sowie in den Kursen zum Runden Tisch in der Familie. Jetzt habe ich ein Buch in die Hände bekommen, das voll von Problemen und Konflikten zum Thema Schule ist. “Ungehorsam im Schuldienst“, so heißt das Buch von Reinhard Stähling und Barbara Wenders aus dem Schneider Verlag Hohengehren.

Gehorsam war bzw. ist in den meisten Schulen noch immer oberstes Erziehungsziel. Da klingt es paradox, von PädagogInnen als “ungehorsam” zu sprechen.

Die Autoren des Buches interessierte, was hinter den Kulissen von Schulen passiert, wo „ungehorsame“ Lehrerinnen und Lehrer bei der Veränderung von Schule erfolgreich waren. Und es ist ihnen gelungen zu zeigen, dass gute Pädagogik geradezu Ungehorsam herausfordert, so resümiert Astrid Kaiser in ihrem Vorwort zum Buch. Da müssen pädagogische Handlungsspielräume ausgeweitet werden und Zivilcourage gegen bürokratische unpädagogische Richtlinien stehen. Mut und der Wille, für Kinder und Jugendliche einzugestehen, wird so zur absoluten Voraussetzung für dieses Handeln. Ein wunderbares Buch ist daraus entstanden, dem ich viele Leser wünsche.

Über ein Kapitel, das mich besonders berührt hat, möchte ich hier berichten. Wenn Kinder nicht in die Norm passen, ein Exkurs über den Widerstand gegen gymnasiale Selbstverständlichkeiten – so heißt die Ausführung. Barbara Wenders erzählt von Nelly, die von Geburt an eine Spastik hat, dagegen aber meist schon mehrere Gedankengänge weiter ist, wenn die anderen Kinder und Jugendlichen ihrer Klasse gerade zu denken beginnen. Das hat ihr geholfen, eine „normale“ Schule besuchen zu können, doch hatte Nelly immer das Gefühl, besser sein zu müssen als alle anderen, um in der Schule bestehen zu können. Von den ganzen Schwierigkeiten eine Schule zu finden, in dieser Schule in Ruhe arbeiten zu können und sich dort mit ihrem Dreirad als Fortbewegungsmittel bewegen zu können, möchte ich gar nicht berichten. Ich möchte lediglich einige Sätze Nellys zitieren, die sie am Ende ihrer Schulzeit rückblickend sagt:

„Auf so einer Schule, wie meine Grundschule eine war, wäre ich gerne länger geblieben. Dort gab es den Klassenrat, da haben wir gelernt, dass wir alle die gleichen Rechte haben. Auch ich durfte mich, im Gegensatz zur weiterführenden Schule, über meine Lehrer beschweren. Im Klassenrat haben wir gelernt, dass niemand bloßgestellt werden darf, dass jeder, der Hilfe braucht, sie auch bekommt. Für mich war nach ganz kurzer Zeit klar, dass ich immer jemanden hatte, der mir die Türen aufhielt. Dieser Dienst war im Klassenrat geregelt worden, und er funktionierte so selbstverständlich wie jeder andere Dienst auch.

Dann gab es auch noch Treppen vor dem Eingang. Wie sollte ich mit meinem Dreirad dort hinauffahren können? Die Schulleiterin hat vermutlich gegen Bauvorschriften verstoßen, als sie einfach Holzbohlen dorthin legte. Ich kam jedenfalls barrierefrei in die Schule. Als eines Tages ein anderes Kind mir drohte, mich von der Rampe zu stürzen, wusste ich, das kann ich im Klassenrat klären. Und es wurde geklärt.“ (Buch S. 75)

Eine überzeugendere Empfehlung für den Klassenrat kann es meiner Meinung nach doch gar nicht geben! Ich habe eine Praxishilfe zum Thema Klassenrat geschrieben, die Sie kostenfrei herunterladen können und nach der Sie einfach und unkompliziert den Klassenrat einführen können. Falls Sie ein Trainingseinheit zum Klassenrat buchen möchten, auch dies biete ich in einer Ein-Tages und Drei-Tages-Variante in Ihrer Schule oder in meinen Berliner Räumlichkeiten an – hier ein Bericht zu meinem Klassenratstraining in Wolfsburg

Ich hoffe darauf, dass viele Klassen den Klassenrat ebenso wie Nelly als Klärungsort für ein friedlicheres Schulleben kennenlernen … Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Admiralbrücke ist neuer Mediationsfall in Berlin

Sonntag, 11. April 2010 16:03

Die Admiralbrücke ist in der Zwischenzeit recht bekannt. Sie liegt in Berlin Kreuzberg, ist für den Verkehr gesperrt und seit einigen Jahren recht beliebt. Bei warmem Wetter wird auf der Brücke gechillt und gefeiert. Nachdem es sich zunächst nur Berliner dort gemütlich gemacht haben, wird der Ort in der Zwischenzeit sogar in ausländischen Reisemagazinen als Geheimtipp gehandelt. Die meisten Anwohner finden das allerdings gar nicht gut.

Wir haben es hier in diesem Fall mit einem Großgruppenkonflikt im Gemeinwesen zu tun. Nach dem Vorbild der Konfliktmoderation am Brüsseler Platz in Köln soll die Problem- und Konfliktlage an der Admiralbrücke bearbeitet werden.

Vorige Woche berichtete der Berliner Tagespiegel bereits über die Problemlage an der Admiralbrücke, jetzt ist ein zweiter Artikel zur zukünftigen Konfliktmoderation um die Admiralbrücke unter der Überschrift: “Jetzt ist Feierabend“ erschienen.

Man darf gespannt verfolgen, was eine Mediation, in der Presse wird dazu auch gerne das Wort „Konfliktschlichtung“ genutzt, bewirken kann …

Christa D. Schäfer

Thema: Gemeinwesenmediation, Konfliktmanagement, Mediationsverfahren | Kommentare (0) | Autor:

Es wird ein spannender 15. Deutscher Präventionstag,

Dienstag, 6. April 2010 21:49

der am 10. und 11. Mai im Berliner ICC stattfindet. Bereits im November letzten Jahres berichtete ich das erste Mal über Rahmeninformationen zum Präventionstag 2010.

Jetzt ist das Programm des Präventionstages online einsehbar.

Über 300 namhafte Referentinnen und Referenten befassen sich mit dem großen Themengebiet der Prävention. Über 200 Vereine, Initiativen und Institutionen aus Berlin und ganz Deutschland sind mit einem Stand vertreten. Neben den ganz Großen wie beispielsweise der Bundespolizei und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es Ausstellungsstände von A wie ADHS Selbsthilfegruppe Neubrandenburg bis Z wie Zweikampfverhalten e.V. Auch das MediationsZentrum Berlin, das schwerpunktmäßig im Bereich der Nachbarschafts-, Stadtteil- und Gemeinwesenmediation arbeitet, ist mit einem Stand vertreten. Es gibt sogar einen Vortrag zur Gemeinwesenmediation; Dr. Franziska Becker von der Konfliktagentur im Sprengelkiez hält ihn mit dem Titel: Mediation und Prävention in sozialen Brennpunkten.

Die Anmeldegebühr beträgt für Berliner je Tag 45 € oder für beide Tage zusammen 65 €, Anmeldungen sind ab jetzt möglich.

Und das Grußwort von Klaus Wowereit, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin zum Kongress lautet:

„Der deutsche Präventionstag hat in seiner 15jährigen Geschichte vieles bewirkt, vor allem hat er die richtigen Partner zusammengebracht. Zum ersten Mal tagt er in Berlin, der deutschen Hauptstadt. Ich lade Sie alle herzlich ein, unter dem Motto „Bildung – Prävention – Zukunft“ Weichen für die künftige Präventionsarbeit zu stellen.“

Also bis dann beim Kongress sagt
Christa D. Schäfer

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Herzensübungen und Soziales Lernen

Samstag, 3. April 2010 10:30

Oups

Zu Ostern möchte ich Ihnen gerne von Oups erzählen. Oups, das ist das kleine Wesen oben auf dem Bild, das auf einem fernen Stern lebt, dem „Planet des Herzens“. Dort sind Liebe, Freiheit und kreative Gestaltungskraft sehr wichtig, und dies bringt er uns auch mit auf die Erde, in die Schulen und Kindergärten.

Eines Tages kommt Oups nämlich uns besuchen und erlebt ganz direkt, was auch Kinder auf der Erde erleben. Da erfindet er mit viel Freude am Spiel die Oups-Übungen, die andere Kinder dazu einladen mit dem Herzen „zu denken“.

Mit dieser kleinen Geschichte werden die Oups-Herzensübungen eingeleitet, ein wunderbares Set an Übungen für den vorschulischen sowie den Grundschulbereich zur Entwicklung der emotionalen und sozialen Handlungskompetenz und der Förderung des Selbstwertgefühls. Die Übungen liegen in Form von Spielkarten vor, in vielfältiger Weise können Kinder mit den Karten alleine, mit ihren Eltern, mit Freunden oder ihrer ganzen Kindergartengrupp bzw. Schulklasse arbeiten.

Stellvertretend für die vielen wunderbaren Übungen von Brigitte Heynen und Conny Wolf möchte ich Ihnen die Übung von Oups und seinem Krafttier hier vorstellen:

„Oups besucht wieder einmal seine 100 % sichere Wiese. Geht umher und genießt diesen schönen Ort. Heute ist ein ganz spezieller Tag. Heute will er sein Krafttier rufen. Er geht zu seinem Lieblingsplatz, schließt die Augen und bittet mit dem Herzen, dass genau das Tier zu ihm komme, welches ihn in der nächsten Zeit als Beschützer und als Krafttier begleiten möchte. Dann kommt der Augenblick, wo er spürt: Jetzt ist es da. Er öffnet die Augen und schaut und freut sich. Sein Krafttier und er sind Freunde und das ist ein gutes Gefühl. Er und sein Krafttier sprechen miteinander, spielen miteinander, kuscheln miteinander.

Immer wenn Oups sein Krafttier mit dem Herzen sieht, weiß er, dass er nicht allein ist.“

Na, wenn das keine märchenhafte und meditative Mutmach-Geschichte ist. Leider habe ich derzeit kein Projekt zur Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen im Kindergarten bzw. Kitabereich, dorthin würde ich die Karten nämlich sofort mitnehmen …

Übrigens habe ich fast genau vor einem Jahr von Oups und dem Fair-play-Büchlein berichtet. Auch das Schatzbuch des Lachens könnte Sie interessieren … oder der Artikel Man sieht mit dem Herzen

Ein schönes Osterfest 2010 wünscht Ihnen
Christa D. Schäfer

Ach ja:
“Mit unseren Augen entdecken wir das Schöne, mit unserem Herzen die Wunder.“

Thema: Emotionale Intelligenz, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (2) | Autor: