Monthly Archives: April 2012

Mediation, Supervision und Coaching

MediatorInnen benötigen von Zeit zu Zeit Supervision, um einen Fall gut (bzw. besser) bearbeiten zu können. Manche MediatorInnen nutzen auch ein Coaching, um Entscheidungen für ihren Beruf (beispielsweise zum Berufsfeld) besser treffen zu können. Und natürlich können MediatorInnen auch selber Mediation bei Kolleginnen und Kollegen in Anspruch nehmen, um Konflikte zu klären. Was ist eigentlich das Trennende und Verbindende zwischen den Formaten Mediation, Supervision und Coaching? Hiernach gefragt erkläre ich natürlich gerne den Sachverhalt und empfehle zudem ein Buch, das sich dieser Thematik widmet. Es stammt von Annegret Böhmer und Doris Klappenbach und trägt den Titel „Mit Humor und Eleganz. Supervision und Coaching in Organisationen und Institutionen.“ Mediation Die Grundgedanken der Mediation haben eine Jahrhunderte lange Tradition. Die vier wichtigsten Elemente sind das Hinzuziehen eines vermittelnden unparteiischen Dritten, der Einbezug aller Konfliktparteien, die außergerichtliche Ebene und die Freiwilligkeit sowohl des Verfahrens als auch der Annahme des Ergebnisses. Diese Grundelemente kann man in zahlreichen Vorläufern und Varianten der Konfliktvermittlung in vielen Ländern, Kulturen und Zeiten finden. (Böhmer, Klappenbach 2007, S. 24) Supervision Supervision ist eine Beratungsform, die sich zuerst in der Sozialarbeit entwickelt hat und heute zur Qualitätssicherung in allen sozialen, …  Mehr lesen »

Übungen für Mobbing-nahe bzw. Mobbing-gefährdete Klassen

In letzter Zeit war ich öfters in Klassen eingeladen, in denen es erste Anzeichen von Mobbing gab. Mit diesen Klassen habe ich dann einen Tag lang mehrere Anti-Mobbing-Übungen gemacht. Schade, dass derartige Übungen nicht besonders bekannt sind in Schulen. Um das zu ändern, möchte ich hier mit Ihnen eine meiner Standardübungen für die Klassenstufen 5 bis 8 teilen. Die Übung heißt „In-Group“, und es ist eine Übung, die verdeutlicht, dass es in Gruppen oft einen bestimmten „Code“ gibt. Beim ersten Durchführen wissen die SchülerInnen oft nicht, worauf die Übung abzielt – die Wirkung und das Ergebnis ist mitsamt der Auswertung am intensivsten. Beim zweiten und dritten Mal macht die Übungen den SchülerInnen viel Spaß, regt jedoch die TeilnehmerInnen eher dazu an, Detektiv zu spielen um den Code herauszubekommen. Zielsetzung: SchülerInnen können erfahren, wie sich Mobbing anfühlt / SchülerInnen erkennen, dass es einen Code (ungeschriebene Regeln) in Gruppen gibt / SchülerInnen denken über Gruppen und deren Code nach Sozialform: Kreisgespräch Dauer: 20 bis 45 Minuten Material: keines notwendig Vorbereitung: kaum Ablauf: Es werden drei SchülerInnen gefragt, ob sie ein „Experiment“ mitmachen wollen; diese SchülerInnen werden dann gebeten, kurz vor die Türe …  Mehr lesen »

„Mit dem Fetten verliern wa!“

„Wir spielen heute Basketball.“ Einige Jungen der 8a jubelten. Basketball hatte im Jahr 2011 unter Jugendlichen den gleichen Stellenwert wie zu meiner Zeit als Schüler. so Stephan Serin in seinem neuen Buch „Musstu wissen, weiss Du“! Ich hatte im März das Glück, an der Premierenfeier und der ersten Lesung zu diesem Buch teilzunehmen und war wieder ganz angetan von der „schnoddrigen Sprache“ Serins, das Berliner Schulwesen im Allgemeinen und seine Erfahrungen im Besonderen zu beschreiben. Hier passend zu diesem Blog ein kleiner Einblick, wie Serin als Vertretungslehrer im Fach Sport 2011 versuchte, seinen Achtklässlern Denkanstöße zum Sozialen Lernen zu geben: „Die Kapitäne sind Ferdinand und Kevin.“ Nach einem Blick ins Notenbuch hatte ich mich für die beiden entschieden. Sie standen in Sport auf einer Fünf. Ich wollte ausbrechen aus der Gewohnheit, die Mannschaften von den besten Schülern zusammenstellen zu lassen. Nach dieser Tradition wären die Jungen, die am schlechtesten in diesem Fach waren, wieder als Letzte gewählt worden. Ich wusste das aus eigener Erfahrung. (…) Die Mannschaftsführer Ferdinand und Kevin würden jetzt sicherlich vollkommen anders vorgehen – als Außenseiter würden sie weitere schlechte Sportler aus der Klasse nicht ausgrenzen. Im …  Mehr lesen »

Çocuk Haklari – Kinderrechte

Alle Menschen haben gleiche, universelle, unteilbare und unveräußerliche Rechte. So steht es in den Menschenrechten, die die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) 1948 beschlossen hat. In diesen Rechten wurde jedoch nicht bedacht, dass Kinder besonderen Schutz und besondere Rechte benötigen. Darum wurde 1959 eine Erklärung der Kinderrechte aufgeschrieben, die schließlich 1990 als UN Kinderrechtskonvention angenommen wurde und inzwischen von 193 Staaten anerkannt ist. Deutschlands Zustimmung jährt sich am Gründonnerstag zum zwanzigsten Mal. Unabhängig von diesem Jubiläum ist Ende des letzten Jahres auf Initiative des Kinder- und Jugendrates (KiJuRa) Tiergarten Süd in Kooperation mit der DeGeDe ein kleines Heft entstanden, das die wichtigsten Kinderrechte zusammenfasst. Die begleitenden Bilder unterstützen die knapp gehaltenen Gesetzestexte und laden Kinder wie Erwachsene zu Gesprächen und Diskussionen ein. Eine weitere Besonderheit ist die Übersetzung der ausgewählten Paragraphen ins Türkische und Arabische. Immerhin gibt es im Moment ca. 200.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre mit Migrationshintergrund in Berlin. Das entspricht etwa 43% aller Kinder und Jugendlicher in Berlin. Der größte Teil dieser Kinder hat dabei einen türkischen oder arabischsprachigen Hintergrund. Eine gute Entscheidung also die Kinderrechte in unserer Stadt dreisprachig zu verbreiten. Kinderrechte gelten für alle …  Mehr lesen »