Category Archives: Allgemein

Kinder können sich nach der Trennung ihrer Eltern nicht zweiteilen – und das sollen sie auch nicht

“Das doppelte Lottchen” von Erich Kästner erschien 1949 und war eines der ersten, welches Scheidung thematisierte und die Perspektive von Kindern darauf in den Mittelpunkt rückte. In einer Szene des Buches sagt Lottes Lehrerin zu Frau Körner (Luises und Lottes Mutter), dass verheiratete Frauen ihre Männer zu wichtig nähmen. Dabei sei nur eines wesentlich: das Glück der Kinder! Worauf Frau Körner antwortet: “Glauben Sie, dass meine Kinder in einer langen, unglücklichen Ehe glücklicher geworden wären?” Fast siebzig Jahre später ist ebendiese Frage noch immer brandaktuell. Nicht nur in Online-Foren gibt es hitzige Diskussionen darüber, was gut für Kinder ist, wie schmerzhaft eine Trennung ihrer Eltern, ob Scheidungskinder anders durch das Leben gehen und Beziehungen führen als Menschen, deren Eltern zusammenbleiben, und natürlich – wie sich Eltern nach der Trennung verhalten sollten, wer die “Schuld” trägt am Nicht-Kontakt zwischen einem Elternteil und den Kindern usw. Ich möchte für diesen Zusammenhang ein Buch vorstellen, das sich an Väter richtet und dafür plädiert, dass diese Verantwortung für ihre Kinder übernehmen – auch nach der Trennung. Das Buch heißt “Stark und verantwortlich – Ein Ratgeber für Väter nach Trennungen”, ist von den Autoren Eberhard …  Mehr lesen »

Mediation im Planen und Bauen

Jetzt gibt es das erste Buch zu diesem Mediationsbereich, das zugleich der Auftakt einer neuen Schriftenreihe ist. Gerne möchte an dieser Stelle über beides berichten. Die Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation“ kennen Sie voraussichtlich, denn über dieses Fachblatt habe ich bereits letzte Woche berichtet. Jetzt gibt es eine Schriftenreihe zugehörig zu dieser Fachzeitschrift, die sich dem zunehmenden Bedarf an Methoden und Verfahren zum Konfliktmanagement von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen widmet. Mediation in Planen und Bauen, diese Fachgruppe des Bundesverbandes gibt es seit langem. Mediationsverfahren in diesem Bereich gibt es auch eine ganze Menge. Bauvorhaben wie „Stuttgart 21“ und andere haben Bürgerinnen und Bürger verstärkt zur Partizipation geworben und herausgefordert. Planungs- und Bauprozesse sind eng mit den Interessen von Nutzern und Betroffenen verflochten. Ganz klar ist, es gibt unterschiedliche Interessen und Vorstellungen. Aber wie kann Partizipation in solchen Prozessen gut gelingen? Wie kann eine gute Einigung in solchen Prozessen gefunden werden? Das Buch „Einvernehmlich planen und bauen“ ist von Experten aus dem Bauwesen und der Mediationsbranche geschrieben und bietet einen praxisorientierten Zugang zur Thematik. Zugegeben, Mediation in diesem Bereich ist nicht mein Schwerpunkt, aber dennoch habe ich das Buch mit großem Interesse und …  Mehr lesen »

Lehrer-Eltern-Konflikte

In Schule gibt es viele und vielfältige Konflikte. In Berliner Schulen werden Konfliktlotsinnen und Konfliktlotsen, Streitschlichter und Streitschlichterinnen ausgebildet, also Schüler_innen, die den Streit zwischen anderen Schüler_innen schlichten. Über die Konfliktbearbeitung zwischen Lehrkräften und Eltern wird selten in den Schulen nachgedacht. Von Lehrerseite aus sind es immer die Eltern, die nerven und mangelndes Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit zeigen. Von Elternseite aus sind es immer die Lehrkräfte, die falsche Entscheidungen treffen, ungerecht sind und entmutigend handeln. Was tun? Der erste Schritt ist, über Eltern-Lehrer-Konflikte nachzudenken. Das Buch “Lehrer-Eltern-Konflikte systemisch lösen” tut genau dies. Das von Inge Maria Mandac geschriebene Buch aus dem Carl-Auer Verlag zeigt im ersten Teil, wie Lehrkräfte klar und gelassen Konfliktgespräche führen können, und im zweiten Teil, wie Konflikten präventiv vorgebeugt werden kann. Das Buch baut auf der Grundlage der Gewaltfreien Kommunikation auf, gibt viele Hinweise und Tipps zu Kommunikation und Konfliktbearbeitung für Lehrkräfte in Lehrer-Eltern-Konflikten und bindet interessante Beispiele aus dem Schulalltag ein. Besonders interessant sind die Vorschläge für Elternabende zur Thematik Kommunikation / Konfliktmanagement im zweiten Teil des Buches. Nach dem Elternabend „Sich kennenlernen“ könnte es in einem zweiten Elternabend um das Thema „Grundsätze zum …  Mehr lesen »

Roma-Schulmediation

Gerne berichte ich von Zeit zu Zeit über Projekte aus dem Umfeld von Gewaltprävention und Mediation in Berlin. So habe ich kürzlich von dem Projekt “Roma-Schulmediation“ erfahren. Dieses Projekt unterstützt die Zusammenarbeit von Schulen mit Roma-Familien. Ausgebildete Schulmediator_innen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen zusammen, um diese in den Regelschulbetrieb einzubringen. Die Schüler_innen bekommen Unterstützung im Unterricht, Gesprächsbegleitung und auch in der Konfliktschlichtung spielen die Mediator_innen eine Rolle. Die Mediator_innen arbeiten nicht nur mit den betroffenen Schüler_innen und ihren Familien sondern auch eng mit den Lehrer_innen und Sozialarbeiter_innen zusammen und sollten als neutrale Vermittlungspersonen agieren. Die Schulmediator_innen sprechen deutsch und romanes und/oder eine der Sprachen der Länder, aus denen meist ein Großteil der Roma-Familien kommen (z.B. serbokroatisch, rumänisch, etc.). Im Mai 2000 begann das Projekt und zeigt seitdem Erfolge: Mehr Kinder werden eingeschult und nehmen – soweit es weitere Umstände zulassen – regelmäßiger am Schulalltag teil. Auch gibt es eine konkretere und direktere Auseinandersetzung mit Diskriminierung gegenüber Roma-Familien. Das Projekt begann in zwei Grundschulen und konnte durch die Zusammenarbeit mit der Ausländerbeauftragten des Landes Berlin ausgearbeitet werden, konzentriert sich bis jetzt jedoch hauptsächlich auf den Bezirk Mitte. Seit 2005 gab es …  Mehr lesen »

2014

  Am Jahresanfang 2014 möchte ich mich gerne für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken bei: meinen Blogleserinnen und Lesern meinen Coachees meinen Medianden meinen Studentinnen und Studenten meinen TrainingsteilnehmerInnen aus den vielen Seminaren und Trainings den Autorinnen und Autoren, mit denen ich im intensiven Austausch war den Buchverlagen, mit denen ich zusammenarbeiten konnte meinen Kolleginnen und Kollegen Christa D. Schäfer Januar 2014

Traumatisierte Kinder,

das ist ein Thema, das auch in diesem Blog durchaus seinen Platz finden muss. Berlin, April 2011 Zwei bislang unbekannte Halbwüchsige (Alter: ca. 11 bis 14 Jahre) rauben einem Elfjährigen auf einem Spielplatz am Halensee dessen Halskette. Anschließend sollen sie ihr Opfer mit einem Messer bedroht haben. Ein Elfjähriger hat im Berliner Bezirk Wedding mit einer Soft-Air-Pistole auf andere Kinder geschossen, um Geld zu erpressen. Später steckt er dann sogar einem Jungen ein brennendes Streichholz in die Nase. Im Berliner Bezirk Lichtenrade geht ein siebenjähriger Junge mit einem abgebrochenen Küchenmesser auf einen neunjährigen Jungen los und verletzt diesen im Gesicht. Die Wunde muss genäht werden. Von 2005 bis 2009 stieg die Zahl der Gewalttaten, bei der unter 14-Jährige die Tatverdächtigen sind, von 1440 auf 1789 Fälle. Die meisten Fälle davon sind Körperverletzung aus, die sich von 1170 Taten auf 1480 erhöht haben. Laut Polizeistatistik 2010 ist die Gesamtzahl der von Kindern begangenen Straftaten im Vergleich zu 2009 gesunken. 2009 gab es 5730 tatverdächtige Kinder, 2010 waren es nur noch 5360, davon 273 unter acht Jahren. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist es gut möglich, dass Gewalt unter Kindern zu …  Mehr lesen »

Was haben die Alexander-Puschkin-Schule,

die Mildred-Harnack-Schule, die Gutenberg-Oberschule, die Fritz-Reuter-Schule, die Oberschule am Rathaus und alle weiteren Sekundarschulen und Gymnasien aus Berlin Lichtenberg gemeinsam? Sie haben jetzt BuddYs … Unter dem Motto „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen“ übernehmen Schülerinnen und Schüler jetzt in Projekten und im Unterricht Verantwortung für sich und andere. Solche buddY-Projekte gibt es bisher in den Oberschulen von Niedersachsen, Hessen, Thüringen, in OWL und einigen Schulen Hamburgs. In Berlin gibt es in vielen vielen Grundschulen ebenfalls buddY-Projekte. Die Randow-Grundschule in Berlin Lichtenberg ist im Oktober 2010 sogar buddY-Schule des Monats geworden. An dieser Schule gibt es ein wunderbares Pausenbuddy-Projekt, bei dem die STOPP-Regel eine wichtige Rolle spielt. Im Juni 2010 fand die erste Lichtenberger Kinderkonferenz statt, bei der sich BuddYs aus den Grundschulen zu wichtigen Fragestellungen ausgetauscht haben. Jetzt wurde am 6. Oktober 2010 eine Projektvereinbarung zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem Bezirksamt Lichtenberg, der Regionalen Fortbildung Lichtenberg, dem Kontaktlehrerzentrum Lichtenberg, den teilnehmenden Projektschulen der Region und dem buddY e.V. geschlossen. Damit ist der Startschuss für die Lichtenberger Oberschulen gefallen. Da ich die Lichtenberger LehrerInnen und SozialpädagogInnen über ein Jahr lang vorbereitet, trainiert und gecoacht habe, …  Mehr lesen »

Streitschlichter-Stückchen

Soll ich Ihnen verraten, was ich zu Weihnachten bekommen habe? Leckere Streitschlichter-Stückchen! Das ist ein gigantischer Schoko-Torrone-Riegel zum gerechten Teilen mit 20 Stückchen für einen oder mehrere Streitfälle. Man kann den Riegel als Talking Stick verwenden (nach indianischem Vorbild) und nach gelöstem Streit die Schokolade gerecht teilen. Da hat die Firma Hussel eine super Idee mit den Streitschlichter-Stückchen gehabt. Und besten Dank auch an Kathrin Warneke für das Soul Food Sortiment und ihre Ideen für die Seelennahrung … Christa D. Schäfer Wollen Sie wissen, was Schokolade und Impulskontrolle mit interpersonaler Intelligenz und sozialer Kompetenz zu tun haben?

Berliner Präventionstag 2009

Am 10. November hat der 10te Berliner Präventionstag stattgefunden. Der Präventionstag wird jährlich von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt durchgeführt. Die Landeskommission lobt zum Anlass des Tages auch Preise für beispielhafte Projekte in Berlin aus, dieses Jahr zum Thema „Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention“. „Mit dem Berliner Präventionspreis der Landeskommission Berlin gegen Gewalt würdigen wir vorbildliche Projekte im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention. Er ist ein wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung der Prävention in unserer Stadt und zur Unterstützung von Projekten. Ohne das Engagement für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben der Projekte, der Träger, der Institutionen und Netzwerke im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention sowie unserer Sponsoren wäre Berlin weniger lebenswert. Unsere Botschaft lautet deshalb: Prävention ist eine Investition in die Zukunft. Prävention lohnt sich. Alle können sich engagieren. Es geht um unsere Stadt.” so der Vorsitzende der Landeskommission, Staatssekretär Thomas Härtel. Dieses Jahr ging der erste Preis an die Paul-Braune-Schule für ihr Projekt “Förderung des sozialen Miteinanders als präventive Maßnahme von Gewalt“. Den von der Initiative Schutz vor Kriminalität gestifteten Sonderpreis erhielt das Projekt “Denkzeit-Training für aggressiv-auffällige Schüler“ der Denkzeit-Gesellschaft e.V. Herzlichen Glückwunsch sagt Christa Schäfer