Beitrags-Archiv für die Kategory 'Familienmediation'

Jugendliche denken über Konflikte in der Familie nach

Montag, 18. Mai 2009 7:16

„Ich in meiner Familie – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, darüber haben sich 150 SchülerInnen zwei Tage lang im Rahmen eines open space im Berliner Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung Gedanken gemacht.

Dabei ging es auch ganz viel um Konflikte in der Familie, nämlich um: Taschengeld, Haushalt, Offenheit in der Familie, ethnische Konflikte, alleinstehende Elternteile, Vernachlässigung in Familien, Integrationsprobleme, Wunschkinder, der Hilflosigkeit gegen Gewalt in Familien, die Rolle von Strafen in der Familie, das betreute Wohnen als letzten Ausweg, und vieles mehr. In manchen Arbeitsgruppen war es eher beschaulicher und nachdenklicher – in anderen Arbeitsgruppen war es richtig voll und es wurde intensiv diskutiert und debattiert. Die Jugendlichen waren froh, endlich einmal über diese Themen sprechen zu können und wünschten sich weitere derartige Veranstaltungen.

Auch ich habe gerne an dem open space teilgenommen und viele Gedankenanregungen von den Jugendlichen mitnehmen können. Besonders ist mir in Erinnerung geblieben, wie ernsthaft die Mädchen und Jungen über die Themen nachgedacht haben, Erfahrungen ausgetauscht haben, Lösungen gesucht haben und Anregungen für die Politik formuliert haben.

Auch das Thema „Rechte von Kindern und Jugendlichen“ hat Wellen geschlagen: Wie lange darf ich denn draußen bleiben? Was für Rechte habe ich? Warum habe ich in der Schule noch nichts über Rechte gehört? Den wenigsten Anwesenden waren die Antworten auf diese Fragen bekannt. Bleibt zu hoffen, dass darauf reagiert wird …

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt hat gut daran getan, dieses Thema auf diesem open space anzubieten. Allen LehrerInnen und SchülerInnen seien sowohl die Methode des open space als auch das Thema empfohlen.

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt führt übrigens immer wieder hochwertige Vorträge und Tagungen zu den verschiedensten Themen durch, demnächst am 16.06.09 beispielsweise zu den Ergebnissen der jüngsten bundesweiten Repräsentativbefragung von 45.000 Jugendlichen durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

Eine Anleitung, um Konflikte in der Familie gut lösen zu können, bietet übrigens mein Buch “Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch in der Familie.”

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung | Kommentare (0) | Autor:

“In einer friedlichen Familie kommt das Glück von selbst.”

Montag, 11. Mai 2009 7:55

Mit diesem chinesischen Sprichwort als Eingangszitat beginnt das erste Kapitel meines neuen Buches “Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch”. Im folgenden eine kleine Leseprobe daraus:

„Die Eltern Sabrina und Frank leben in Harmonie mit ihrer sechzehnjährigen Tochter Meike. Doch in letzter Zeit entwickelt sich langsam ein Konflikt: Meike hört gerne laute Musik und gerät dabei zusehends in Streit mit ihrem Vater. Der arbeitet bei einem Nahverkehrsbetrieb im Schichtdienst. Er hat momentan Frühdienst und würde sich gerne gleich nach seinem Dienst für zwei bis drei Stunden aufs Ohr legen.
Wenn Meike von der Schule nach Hause kommt, ist sie vom Schulstress etwas angespannt und da hilft es ihr, wenn sie die Boxen ganz laut aufdreht. Dass sie dabei ihren Vater stört, kommt ihr gar nicht in den Sinn, ebenso wenig, dass sie ja eigentlich die Kopfhörer benutzen könnte …
Vater Frank fühlt sich in seinem Schlafbedürfnis gestört und so kommt es unweigerlich zu einem kleinen Streit. Meike sieht zwar ein, dass ihr Vater Ruhe braucht, ist aber sauer, weil sie schon wieder nachgeben muss. Deshalb ist der Nachmittag für sie gelaufen, trotzig knallt sie die Türe zu ihrem Zimmer zu.“

Situationen wie diese lassen sich frühzeitig durch nur einen Satz ganz leicht entschärfen – und dann im Gespräch klären. Wie das funktioniert können Sie in meinem neuen Buch nachlesen.

„Ich bin Jana, wohne mit meinem Mann Ahmed in Berlin, und meine Kinder sind 9 und 6 Jahre alt. Seit einiger Zeit kommt Berkai, mein Großer aus der Schule und erzählt von allen möglichen Fernsehserien, die seine Freunde nachmittags schauen. Bisher sind wir ganz ohne Fernseher ausgekommen, waren viel auf Spielplätzen, manche Nachmittage beim Sport, und hatten zu Hause auch immer unseren Spaß mit den vielen Spielsachen der beiden Jungs.
In letzter Zeit kommt unser 9jähriger Berkai jedoch häufiger aus der Schule nach Hause und erzählt von den Fernsehserien, die seine Klassenkameraden nachmittags anschauen. Er möchte die jetzt auch anschauen, und da Berkai diese Serien schauen möchte, will sein Bruder Emre die natürlich auch sehen.
Einerseits verstehe ich ja, dass Berkai in seiner Klasse mitreden möchte, andererseits möchte ich, dass er sich lieber mit kreativen Dingen beschäftigt und nicht so oft vor der „Glotze“ hängt. Also haben Ahmed und ich uns zusammengesetzt und uns überlegt, dass die beiden maximal eine 30minütige Serie am Tag schauen dürfen. Wir Erwachsenen fanden diese Entscheidung gut, aber bei unseren Kindern ist sie nicht gut angekommen. Die konnten sich nämlich nicht auf eine Serie einigen. Während Berkai lieber Pokemon schauen will, fährt Emre total auf SpongeBob ab. Nun schauen sie manchmal hintereinander weg, zuerst der eine und dann der andere. Dabei bleibt der eine dann manchmal bei der Serie des anderen sitzen und umgekehrt. Eigentlich bin ich jetzt nachmittags nur noch dabei auf die Uhr zu schauen, wann die unterschiedlichen Serien anfangen und aufhören und wer gerade schauen darf und wer nicht. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Seit ich jetzt davon gehört habe, dass man Regeln gemeinsam vereinbaren muss, werde ich das jetzt mit meinen Kindern und meinem Mann zusammen versuchen. Hoffentlich klappt das und meine Nachmittage werden wieder ruhiger.“

Ja, auch für diese Konfliktsituation benötigt man das richtige know how, das einfach zu lernen ist und das Sie in meinem neuen Buch „Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ nachlesen können.

Das Buch enthält viele Fallbeispiele aus meiner Arbeit mit Familien. Es bietet fundierte fachliche Inputs, neue Forschungsergebnisse aus dem Bereich sowie als Arbeitsbuch viele Seiten, mit denen Sie selbst IHREN Kommunikations- und Konfliktstil in der Familie überdenken und ändern können. Auch die Mangazeichnungen von Nora Holtmann, die in Beispielen die wichtigsten Kommunikationsregeln nochmals verdeutlicht, sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Das 156 Seiten umfassende Buch kostet 14 €.
Freuen Sie sich mit mir über das Erscheinen des Buches und
bestellen Sie jetzt Ihr persönliches Exemplar zum Subskriptionspreis von 12 €.

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konflikte, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

Wie können (Patchwork-) Familien ständige Konflikte vermeiden?

Montag, 20. April 2009 6:25

Früher war die Welt noch anders: Da gab es die Familie mit Mutter, Vater und mehreren Kindern. Heute gibt es viele verschiedene Arten von Familien, Einelternfamilien / Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Lats (Living apart together) usw.

Das Auseinandergleiten der „alten“ und das Zusammenwachsen der „neuen“ Familie ist meist nicht einfach. Wenn mittels einer Mediation „getrennt“ wurde, ist oft noch einfacher miteinander zu reden. Dennoch gibt es Kränkungen auf allen Seiten. Eine Patchworkfamilie, die auf den Trümmern zweier destruktiver und traumatischer Trennungsgeschehen aufbaut, hat es schwer. Eine Patchworkfamilie, die auf dem Boden weitgehend vorher getrennter und gelöster Beziehungsstrukturen basiert, wird es einfacher haben.

Marguerite Dunitz-Scheer und Peter Scheer haben ein Buch geschrieben über „meine o deine o unsere. Leben in der Patchworkfamilie“. Die beiden Autoren leben jeweils in der zweiten Beziehung zusammen und haben gemeinsam acht Kinder, eben seine, ihre und gemeinsame. Beide Autoren sind Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Psychotherapeuten. Das Buch ist absolut lesenswert: ein Ratgeber nicht nur für neu zusammengewürfelte oder schon länger zusammen lebende Patchworkfamilien mit zahlreichen Beispielen, treffenden Analysen und konkreten Vorschlägen für eine Verbesserungen der Kommunikation und des Miteinanders in Familien.

Die beiden Autoren haben auch für die Kommunikation bzw. für Kommunikationsfallen in Familien einige Grundannahmen formuliert, die für alle Familientypen gelten und die helfen, das Zusammenleben für alle angenehm zu gestalten. Die allermeisten Annahmen sind MediatorInnen für den Mediationsrahmen nur allzu bekannt, sie sollten auch dringend in alle Familienkontexte Einzug halten!

Leben entsteht aus Beziehung, leben heißt Kommunizieren. Wo Menschen, dort Konflikte. In Beziehungen stellen sich Hierarchien (starr oder flexibel) ein. Sie schaffen ein Oben und ein Unten. Kommunikation von oben nach unten wird als Kritik, solche von unten nach oben als Lob empfunden. Eltern sind nicht automatisch oben, Kinder nicht automatisch unten. Oft beherrschen Kinder die emotionalen Kommunikationsmechanismen meisterhaft. Kritik ist immer Reibung, Auseinandersetzung und eine Form von Aggression. Konstruktive Kritik schafft Neues und fördert Kreativität, destruktive Kritik tötet. Täter-Opfer-Konstellationen in Familiensystemen sind nie hilfreich!

Kommunizieren heißt respektvolles Austauschen von Informationen!
Respekt vor den Signalen der anderen!
Aktives Rückhören nutzen!
Ich-Botschaften nutzen!
Respekt vor Grenzen ohne Rückfragen und Bedingungen!
(Dunitz-Scheer, Scheer 2008, S. 84 f.)

Übrigens wird mein neues Buch „Kommunikation in der Familie. Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ auf gut geeignete Methoden der Kommunikation wie beispielsweise das Aktive Zuhören und die Ich-Botschaften genau eingehen und Übungen dazu anbieten. Ich freue mich, auch damit zum Gelingen von friedlichem Zusammenleben in Familien beitragen zu können.

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (2) | Autor:

Was hat das Thema „Entspannung in der Schule“ im Themenbereich Mediation zu suchen?

Montag, 23. März 2009 7:18

Nun, dies ist ein Mediationsblog, und dennoch gehört das Thema Entspannung in der Schule genau hierher. Viele Schulkinder müssen sehr früh aufstehen, zur Schule hetzen, eine Unterrichtsstunde nach der anderen absolvieren, erst Mathe, dann Deutsch, dann Sachkunde, Sport dazwischen, manchmal gibt es zu wenig Pause zum Essen und Trinken, dann in die Aula und das Theaterstück proben … Wer sich als Erwachsener ständig auf andere Themen konzentrieren muss und permanent so ungefähr 25 Personen um sich hat, der weiß, wie energiegeladen diese Tage sind.

Da ist es gut, zumindest ein Mal am Tag eine Quelle der Ruhe zu finden und „herunterzukommen“. Viele Kinder neigen zu Tagträumen, sie sitzen dann da und starren „Löcher in die Luft“. Diese Tagträume sind eine wichtige Pause im (zu) anstrengenden Alltag und sie fördern die psychische und körperliche Integration und Gesundheit. Schule kann/könnte diese Tagträume institutionalisieren! Da hilft schon das Vorlesen einer Geschichte zum Träumen oder eine Fantasiereise, und da ist natürlich eine Entspannungs- und Wohlfühlgeschichte eine wundervolle Methode, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Ich habe dazu ein fantastisches Buch von Daniel Wilk mit einer Vielzahl von Entspannungs- und Wohlfühlgeschichten entdeckt, es heißt „Ein Käfer schaukelt auf einem Blatt“ und ist für Kinder (und Erwachsene) jeden Alters gedacht.

Durch die Entspannung erholt sich der Körper. Das Kind öffnet sich jedoch auch für seine Wahrnehmung in den Bereichen, die in der Geschichte angesprochen werden. Mit den Geschichten wird den Kindern vermittelt, dass es mit seinen Gefühlen nicht alleine ist, Ängste werden reduziert und kreative Ressourcen werden aktiviert. Für jeden Menschen ist es wichtig, sich selbst anzunehmen, die eigenen Gefühle zu spüren und zu akzeptieren. Das Kind lernt sich selbst wertzuschätzen und eigene Grenzen sowie die anderer Menschen zu respektieren und zu schützen. Durch die in der Geschichte verwendeten Formulierungen kann das Kind sogar seine eigenen Ressourcen im Umgang mit der belebten und unbelebten Welt verstärkt erschließen und nutzen.

Dies alles sind unschätzbare Werte für das Kind, die natürlich auch der Suchtprävention und der Gewaltprophylaxe dienen. Eine Entspannungsgeschichte pro Tag und die Lehrer sowie die SchülermediatorInnen haben nicht mehr so viele Konfliktfälle zu bearbeiten wie in anderen Klassen und Schulen. Natürlich können die Geschichten auch zu Hause oder an anderen Orten vorgelesen werden.

So, und jetzt sind Sie sicherlich ganz neugierig, wie die Geschichten aussehen. Hier eine kleine Kostprobe:

„… und während du es dir jetzt hier gemütlich machst und dich dabei erholst, erzähle ich dir etwas über Käfer … es gibt wahrscheinlich manche Käfer, die gerne auf Blättern schlafen … wenn sie müde werden, suchen sie sich ein schönes Blatt, irgendwo im Schatten oder auch in der warmen Sonne, dafür laufen sie ein Weilchen durch den Wald oder über die Wiese, bis sie den richtigen Platz gefunden haben, auf dem sie sich wohl fühlen …

manche Blätter sind ein guter Schlafplatz … sie sind weich und über dem Boden und doch leicht für einen Käfer zu erreichen, er braucht nur am Stamm hochzuklettern …

wenn du magst, kannst du dir jetzt vorstellen, wie es wäre, wenn du ein solcher Käfer wärst … der legt sich auf seinem Platz bequem hin … vielleicht ruhen sich manche Käfer auch im Sitzen aus, wenn das bequemer für sie ist … dabei lehnen sie sich an den nächsten größeren Zweig, damit ihr Rücken und ihr Kopf sich entspannen können, denn es ist auch für einen Käfer wichtig, dass es ihnen gut geht …..“

Entspannungs- und Wohlfühlgeschichten sind ein Mittel der Konfliktprävention und beugen damit auch Gewalt in Schule vor. Das Buch „Ein Käfer schaukelt auf einem Blatt“ ist voll mit wunderbaren Geschichten und ich wünschte, dass viele Grundschullehrerinnen und -lehrer diese Geschichten in den Schulalltag für die Schüler mit einbauen.

Christa Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Schulmediation | Kommentare (0) | Autor:

Der Runde Tisch in der Familie: Seminarplätze frei

Dienstag, 3. März 2009 12:19

Der Runde Tisch in der Familie ist eine Methode zum konstruktiven, kreativen und gemeinsamen Lösen von Problemen und Konflikten innerhalb der Familie.

Der amerikanische Psychologe Thomas Gordon beschreibt das Wesen eines Konfliktes in seinem Buch „Familienkonferenz“ folgendermaßen: „Ein Konflikt ist der Augenblick der Wahrheit in einer Beziehung – ein Test ihrer Gesundheit, einer Krise, die sie schwächen oder stärken kann, ein entscheidendes Ereignis, das vielleicht dauernden Hass, schwelende Feindseligkeit , psychologische Narben mit sich bringt. Konflikte können Menschen trennen oder sie in eine engere und vertrautere Übereinstimmung ziehen …“

Die von mir entwickelte Methode des „Runden Tisches in der Familie“ hat sowohl Ähnlichkeiten mit der Familienkonferenz von Thomas Gordon als auch mit dem Familienrat von Rudolf Dreikurs. Im Unterschied zu diesen beiden Methoden wird beim Runden Tisch jedoch verstärkt Wert auf den Prozess des Problem- bzw. Konfliktlösens gelegt. Neben dem Aktiven Zuhören und der Beherrschung von Ich-Botschaften sind einige Kenntnisse im Bereich der emotionalen Intelligenz sowie zur Regelsetzung Voraussetzungen für die Methode des Runden Tisches.

Mein neues Buch zum Thema „Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch in der Familie“ wird in den nächsten Wochen in den Druck gehen. Falls Sie nicht bis zur Fertigstellung warten wollen, können Sie jetzt bereits an einem Seminar zum Thema teilnehmen. Ein Mal monatlich von März bis November arbeiten wir einen Vormittag mit Interessierten am Thema. Passend zum Erwachsenenkurs wird ein Kinder- und Jugendkurs zum Thema angeboten.

Das Projekt findet unter der Trägerschaft des MediationsZentrums Berlin statt und wird von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin gefördert. Der erste Termin findet schon am 10. März statt. Es sind nur noch wenige Seminarplätze frei.

„Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.“ (Galileo Galilei) Seien auch Sie neugierig und sichern Sie sich Ihren Platz bei uns im Seminar zum Runden Tisch in der Familie!

Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktlösung, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor:

Die VW-Regel in der Kommunikation

Montag, 2. März 2009 5:29

Die Sprache ist ein wesentliches Element in der Mediation. Und zur Sprache bzw. zur Intervention durch Sprache bzw. zu minimalen Interventionen mit maximaler Wirkung ist mir gerade ein fantastisches Buch in die Hände gefallen: Die MiniMax-Interventionen von Manfred Prior aus dem Carl-Auer Verlag.

Dieses Buch richtet sich vornehmlich an Psychotherapeuten, Berater, Supervisoren, Coachs und Organisationsentwickler. Meiner Meinung nach darf bei dieser Aufzählung die Berufsgruppe der MediatorInnen jedoch nicht fehlen!

Die VW-Regel hat meine Mediationsausbilderin bereits in meiner Ausbildung stets betont, allerdings natürlich nicht als solche benannt: „Hinter jedem Vorwurf steckt ein Wunsch!“ Bei Prior in der MiniMax-Intervention Nr. 15 heißt dies: „Aus V mach W.“

Wie oft gibt es Medianten, die sich gegenseitig Vorwürfe an den Kopf werfen: „Nie hilfst du mir im Haushalt …“ oder „Und wenn ich nach Hause komme, dann sitzt du immer vor dem Fernseher oder quatscht mit deinen Freundinnen am Telefon …“ So geht es in manchen Ehen zu, es gibt Vorwürfe über Vorwürfe, und in den allermeisten Fällen tut der Weg in die Mediation, der Weg zu einer Änderung der Kommunikation bzw. der Schritt zur Lösung dieser Kommunikationsstörung gut. Wie anders klingt es hingegen, wenn sie sagt: „Ich wünsche mir, dass du mehr im Haushalt hilfst und zum Beispiel Dienstags das Altpapier in die Tonne bringst.“ Und er könnte dann sagen: „Und ich wünsche mir, dass du mich begrüßt, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und dich mit mir gemeinsam an den Tisch setzt, um die Neuigkeiten des Tages zu besprechen.“ Das klingt doch schon viel anders als die Vorwürfe und wird natürlich – da freundlicher und gezielter formuliert – auch eher angenommen und berücksichtigt.

Übrigens steckt in diesem Beispiel auch die MiniMax-Intervention Nr. 4, denn „immer“ stimmt in den meisten Situationen nicht. Sagt sie: „Immer brüllst er mich an!“, so kann das gar nicht sein. Durch bedacht formuliertes Spiegeln und Fragen kann der Mediator dieses „immer“ auf seine tatsächliche Größe zurückschrauben: „In der Vergangenheit hat er Sie oft angebrüllt. Wann war das letzte Mal, an das Sie sich erinnern können, und was ist da passiert …“ Nach Klärung dieser Situation kann dann der Mediator weitergehen und Situationen erfragen, wann die Kommunikation gut geklappt hat, wie sich dies angefühlt hat, was dieses Gespräch ausgemacht hat usw. Da kommt dann das zu mediierende Paar einer Lösung schon viel näher.

Die MiniMax-Interventionen von Manfred Prior bringen mit einem Mini-Leseaufwand einen maximalen Gewinn für MediatorInnen. Die Reflexion der eigenen Kommunikation in der Mediation wird mit Hilfe der vorgeschlagenen Interventionen riesig spannend. Auch für den Alltag und das tägliche Miteinander in Familie und Beruf kann man diesem Buch viel Gewinnbringendes entnehmen.

Ach, und übrigens sorgt in dem Buch ein kleine Bär mit seiner radikalen Form der deutschen Rechtschreibung für echten Lesegewinn: „’n tolles Buch hap ich da grad inne Finger gekricht!“

Auf der auf der Homepage der Regionalstelle Frankfurt der Milton Erickson Gesellschaft können Sie in das Vorwort sowie in zwei weitere Interventionen hineinschnuppern. Ein MiniMax-Buch für Lehrer ist übrigens gerade in der Entstehung – ich freue mich schon jetzt sehr darauf. Und falls Sie sich für „Fragen in der Mediation“ interessieren, schauen Sie doch hier in diesem Blog auf den entsprechenden Artikel.

Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktlösung, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Systemischer Ansatz | Kommentare (1) | Autor:

Kinder(konflikte) in Berlin

Donnerstag, 18. September 2008 13:11

Jedes zweite Berliner Schulkind hat bereits einen Mobbingfall in der Schule erlebt, sei es als Täter oder als Opfer. Ein Viertel der Berliner Schüler zwischen elf und 15 Jahren klagen über psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Einschlafstörungen. Jede Berliner Schulklasse hat durchschnittlich zwei bis drei psychisch auffällige Schüler/innen.

Diese Zahlen gehen aus einer Untersuchung zum Gesundheitszustand der Berliner Schüler hervor. Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher hat den Bericht gestern der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Jahr 2006 waren für diese Untersuchung insgesamt 1.300 Mädchen und Jungen aus fünften, siebten und neunten Klassen befragt worden.

Es fällt auf, dass psychische Erkrankungen derzeit häufiger vorkommen als bei der letzten Untersuchung von vor 4 Jahren. Interessant ist auch, dass psychosomatische und psychische Störungen verstärkt bei Kindern aus ärmeren Familien vorkommen.

Was sagen uns diese Zahlen? Es muss mehr investiert werden in die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Schule!

Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Konflikte, Schulmediation, Systemischer Ansatz | Kommentare (0) | Autor:

Handykosten: manchmal ein dickes Konfliktthema in der Familie

Montag, 25. August 2008 7:45

Im Familien- und Erziehungsalltag ist besonders wichtig, gute und vielfältige Fähigkeiten zur Kommunikation zu beherrschen!

Im Alltag gibt es oft täglich vielfältige Konflikte und Probleme gemeinsam zu lösen: Die 11jährige Tochter kommt zu spät vom Spielplatz zurück, der 15jährige Sohn hilft nie den Tisch abzuräumen und die 8jährigen Zwillinge lassen ihre durch einen Regenguss nass gewordenen Anziehsachen einfach mitten im Flur liegen. Mitunter gibt es derartige Situationen in den Ferien sogar häufiger als in der Schulzeit. Ja, und wer kennt solche unangenehmen Zwischenfälle im Familienleben nicht … ?

Ein weiteres Problem, das immer wieder auftritt, sind zu hohe Handykosten. Obwohl Telefonieren mit dem Festnetz natürlich viel billiger wäre und viele Jungendliche heute mit Skype über Internet sogar mit anderen Skype-Benutzern schon kostenfrei telefonieren könnten, steigen die Handykosten bei vielen Kindern und Jugendlichen ins Unermessliche. Das kann schnell in eine Kostenfalle und sogar in die Überschuldung führen. Nun ist die Frage, wie können Eltern am Besten mit ihren Kindern darüber sprechen, ohne dass diese gleich dicht machen?

“Schau hin!“ ist eine Initiative u.a. des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der neue Medienratgeber von „Schau hin!“ gibt Eltern viele Tipps rund um den kindgerechten Medienkonsum mit auf den Weg. Auf S. 17 und 18 können Sie dort beispielsweise auch lesen, wie das gemeinsame Gespräch zwischen Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und Kindern bzw. Jugendlichen in der Handykostenfalle am besten funktioniert, welche Gesprächsregeln Sie unbedingt einhalten und welche Worte Sie am besten vermeiden sollten.

Interessierte können den 36 Seiten umfassenden Medienratgeber ab 1. August unter service@schau-hin.info kostenfrei bestellen oder auch herunterladen.

Und wer es etwas ausführlicher haben möchte, der kann gerne in mein Buch zur Stärkung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit von Eltern Kommunikations- und Konfliktfähigkeit von Eltern schauen.

Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung | Kommentare (0) | Autor:

Konflikteskalation auf Berliner Bühne

Montag, 23. Juni 2008 9:12

Zwei Ehepaare treffen sich, um einen Konflikt ihrer Söhne zu regeln. Der 11jährige Ferdinand hat dem gleichaltrigen Bruno bei einem Streit die beiden Vorderzähne ausgeschlagen.

Die Eltern besprechen diese Konfliktsituation. Das Gespräch beginnt ganz harmlos; die Eltern des „Schlägers“ sind reumütig, die Eltern des „Opfers“ verständnisvoll. Nach und nach ganz schleichend eskaliert das Gespräch und endet schließlich nach fast zwei Stunden agressiv, beleidigend und ausufernd.

Was wie eine reale Situation anmutet, ist in Wirklichkeit ein Theaterstück von Yasmina Reza. Dieses Theaterstück heißt Der Gott des Gemetzels und wird derzeit in Berlin im Berliner Ensemble aufgeführt.

Es ist als Mediatorin eine wahre Freude diesem Theaterstück zu folgen, die Feinheiten der Darsteller im Umgang miteinander zu genießen und der Eskalationsspirale zuzusehen. Die Fähigkeit zum Aktivem Zuhören nimmt bei den Protagonisten des Stückes stetig ab, die Häufigkeit von Du-Botschaften und gegenseitige Vorwürfe nimmt kontinuierlich zu. Interessant auch die sich herauskristallisierenden Sichtweisen und die späterhin sogar paarübergreifend wechselnden Koalitionsbildungen in der Austragung des Konfliktes.

Wie würde Mediation in diesem Fall funktionieren? Sie würde natürlich zunächst einmal bei den beiden Jungen anfangen und das Problem hier lösen. Falls dann noch Bedarf sein sollte, kann es natürlich auch ein Gespräch zwischen den Eltern geben.

Wer sich für Kommunikation und Konfliktlösungen in der Familie interessiert, der sollte sich mein Buch Kommunikation- und Konfliktmanagement für Eltern anschauen.

Und wer die Möglichkeit hat, das Theaterstück von Yasmina Reza zu sehen, der sollte dies unbedingt wahrnehmen!

Christa Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Schulmediation | Kommentare (1) | Autor:

Warum ein Mediation-Blog?

Freitag, 30. Mai 2008 15:51

Mediation heißt übersetzt Vermittlung und meint die Vermittlung in Konflikten – so die wirklich einfachste Definition. Soll das Mediationsverfahren genauer beschrieben werden, so ist das mitunter selbst für Experten nicht ganz einfach. Es muss an die Rolle einer Mediatorin bzw. eines Mediators gedacht werden, an die Ziele einer Mediation, die Vorteile, den Verlauf und die verschiedenen Anwendungsbereiche.

So gibt es beispielsweise den Bereich der Stadtteil-, Nachbarschafts- bzw. Gemeinwesenmediation, die Schulmediation, die Paarmediation und Mediation für Eltern, Familienmediation, Wirtschaftsmediation, Umweltmediation, Interkulturelle Mediation, Mediation am Arbeitsplatz und den Täter-Opfer-Ausgleich. Das Spektrum der Arbeitsweisen reicht von der Konfliktberatung bis zum umfassenden Konfliktmanagement. Die Verfahrensweisen der Mediation selber beinhalten viele Facetten, Methoden und Arbeitsweisen.

Heutzutage ist das Wort Mediation in vieler Menschen Vokabular übergegangen – auch wenn sie nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Vor einigen Jahren noch dachten viele Leute bei dem Stichwort Mediation an Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, die den Geist beruhigen und sammeln helfen sowie bewusstseinserweiternd wirken.

Um mit den Entwicklungen im Bereich Mediation mithalten zu können, sollen in diesem Blog vielfältige Informationen gegeben werden. Über vielfältige Konflikte sowie Wege zu Möglichkeiten der Lösung nachdenken – auch das ist in diesem mediation-berlin-blog möglich. Sowohl Anfänger als auch Profis dürfen nützliche Hinweise und Tipps für ihre Arbeit erwarten.

Christa Schäfer

Thema: Allgemein, Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Gemeinwesenmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Mobbingbearbeitung, Nachbarschaftsmediation, Schulmediation, Stadtteilmediation, Systemischer Ansatz, Umweltmediation, Wirtschaftsmediation | Kommentare (6) | Autor: