Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kommunikation'

Die Kraft der Mitfühlende Kommunikation

Montag, 15. Dezember 2014 6:28

Die Gewaltfreie Kommunikation ist in der Zwischenzeit in Deutschland gut bekannt.

Die Mitfühlende Kommunikation (Compassionate Communication) ist bisher wenig bekannt, hat aber durchaus das Potential, in die gängige und bekannte Kommunikationstheorie aufgenommen zu werden.

Die beiden Hirnforscher Andrew Newberg und Mark Robert Waldman haben die Mitfühlende Kommunikation als hochwirksames Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe zwei Gehirne wie eins zusammenwirken können. Sie haben sich in die Neurologie von Mitgefühl, Kooperation und Vertrauen eingearbeitet und eine neue Art des Gesprächs entwickelt.

Zur „alten Art von Gesprächen“ sagen sie:

„Wir werden zwar mit der Gabe der Sprache geboren, aber Forschungen zeigen, dass wir überraschend ungeschickt in der Verständigung untereinander sind. Oft wählen wir unsere Worte gedankenlos und bedenken die Folgen der emotionalen Wirkung auf andere Menschen nicht. Wir reden mehr, als wir müssen, hören nicht zu und merken es nicht einmal, und häufig entgehen uns die subtilen Signale von Gesichtsausdruck, Körpersprache und Tonfall – Kommunikationssignale, die oft wichtiger sind als die eigentliche Äußerung.
Schuld an dieser mangelnden Kommunikationsfähigkeit ist nicht etwa fehlende Bildung, sondern eher ein unterentwickeltes Gehirn, denn die Hirnareale für soziales Bewusstsein, Empathie und die damit zusammenhängenden sprachlichen Fähigkeiten sind erst im Alter von etwa dreißig Jahren voll ausgebildet. Forschungen haben allerdings ergeben, dass junge wie ältere Menschen die Sprach- und Sozialzentren des Gehirns so einüben können, dass die Kommunikationsfähigkeit effektiv gestärkt wird.“ (Zitat aus Newberg, A.; Waldman, M.R.: Die Kraft der Mitfühlenden Kommunikation. S. 12)

Newberg und Waldman haben zwölf Strategien identifiziert und dokumentiert, mit denen sich die Dynamik jedes Gespräches steigern lässt. Durch die Nutzung der zwölf Strategien können negative Denkmuster unterbrochen und tiefe Empathie und Vertrauen im Hirn des Zuhörers stimuliert werden.

Die zwölf Strategien der Mitfühlenden Kommunikation:

  1. Entspannen Sie sich.
  2. Seien Sie im gegenwärtigen Moment präsent.
  3. Erzeugen Sie innere Stille.
  4. Steigern Sie Ihre Positivität.
  5. Denken Sie an Ihre tiefsten Werte.
  6. Denken Sie an etwas Schönes.
  7. Achten Sie auf nonverbale Signale.
  8. Drücken Sie Ihre Anerkennung aus.
  9. Sprechen Sie in herzlichem Ton.
  10. Sprechen Sie langsam.
  11. Fassen Sie sich kurz.
  12. Hören Sie konzentriert zu.

Gehirnscan-Studien haben gezeigt, dass eine Kombination dieser Strategien Stress, Angstgefühle und Reizbarkeit abbaut und gleichzeitig Gedächtnis sowie kognitive Fähigkeiten verbessert. Es passiert sogar etwas vollkommen Überraschendes: Die Gehirne von zwei Kommunikationspartnern gehen in eine neuronale Resonanz und fangen an, sich aufeinander abzustimmen.

Die Mitfühlende Kommunikation legt ebenso viel Wert auf das Zuhören wie auf das Sprechen. Bewusstes Zuhören unterbricht den eigenen inneren Dialog und setzt Konzentration voraus. Es entsteht eine neue Art von Stille, wodurch die Konzentration auf das Gegenüber steigt und auch subtile Signale des Gegenübers aufgenommen werden können. Das ist nicht einfach, denn das Gehirn will seinen „alten Weg“ nur ungern verlassen.

Um so wichtiger ist es, dass Newberg und Waldman die zwölf Strategien ausführlich vorstellen. Forschungsergebnisse bilden den wissenschaftlichen Hintergrund zur Methode. Viele Übungsvorschläge regen die Leserinnen und Leser des Buches zur Nachahmung und zum Erlernen der Mitfühlenden Kommunikation an. Wer also fernab der allseits bekannten Kommunikationstheorie eine aktuelle und faszinierende Kommunikationstheorie kennen lernen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ich habe das Buch derzeit jedenfalls ganz vorne in meinem Bücherschrank stehen …

Gerne möchte ich hier beispielhaft eine Textpassage aus dem Buch mit Ihnen teilen.

„Wie Gedanken Wirklichkeit werden

Im Zentrum des Gehirns sitzt eine walnussförmige Struktur namens Thalamus. Diese überträgt Sinneseindrücke aus der Außenwelt in die übrigen Teile des Gehirns. Wenn wir uns etwas vorstellen, wird auch diese Information an den Thalamus geleitet. Unsere Forschungen lassen vermuten, dass der Thalamus diese Gedanken und Fantasien genauso verarbeitet wie Klänge, Gerüche, Geschmacksempfindungen, Bilder und Tastempfindungen. Wenn Sie sich also sicher fühlen, dann nimmt der Rest Ihres Gehirns an, Sie seien auch sicher. Wenn Sie aber über imaginäre Befürchtungen oder Selbstzweifel nachgrübeln, dann nimmt ihr Gehirn an, es bestehe womöglich eine wirkliche Bedrohung aus der Außenwelt. Unsere sprachbasierten Gedanken formen unser Bewusstsein, und das Bewusstsein formt die Realität, die wir wahrnehmen. Wählen Sie also Ihre Worte mit Bedacht, denn sie werden so wirklich wie der Boden, auf dem Sie stehen.“ (ebenda, S. 71)

In diesem Sinne: Steigern Sie Ihre positiven Gedanken und wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

Werte

Montag, 15. September 2014 8:00

Achtsamkeit o Achtung o Anteilnahme o Dankbarkeit o Ehrlichkeit o Einfühlungsgabe o Einzigartigkeit o Ermutigung o Familie o Freiheit o Freundlichkeit o Freundschaft o Geborgenheit o Gemeinschaft o Gerechtigkeit o Glauben o Herzlichkeit o Hilfsbereitschaft o Humor o Kindheit o Kreativität o Neugierde o Spielen o Staunen o Toleranz o Verlässlichkeit o Vertrauen o Wertschätzung o Zeit o Zumutung

30 Werte, dargestellt durch hochwertigen A4-große Bilddrucke, auf der Rückseite versehen mit einem Zitat und einem kurzen Text, der zu weiterführenden Gesprächen, Diskussionen und Reflexionen anregt. Wow, dieses Material werde ich fortan gerne in meinen Seminaren empfehlen und in meinen eigenen Coaching- und Supervisionssitzungen sowie in meinen Trainings nutzen.

Die von Margit Franz herausgegebenen Bildkarten zum Thema Werte aus dem Don Bosco Verlag lassen sich im Kollegium in Kita, Grundschule usw. gut einsetzen, sie sind für die Elternarbeit als Gesprächsanlass von unschätzbarem Wert und können natürlich auch ReferentInnen, Lehrkräften und anderem pädagogischem Fachpersonal Unterstützung für vielfältige Gesprächssituationen bieten. Sicherlich haben Sie auch gleich selbst eine Idee zum Einsatz dieser Karten.

Gerne möchte ich Ihnen hier eine Bildkarte ausführlich vorstellen, einen Wert, der sowohl in der Pädagogik als auch in der Konflktbearbeitung äußerst wichtig ist, das VERTRAUEN.

Vertrauen_1   Vertrauen_2

 

Wenn Sie auf das Bild klicken, so wird das Bild größer und Sie können die Schrift auf der Wertekarte gut lesen.

  • Wo ist Ihnen der Wert des Vertrauens in der Pädagogik zuletzt aufgefallen und deutlich geworden?
  • Was verbinden Sie mit dem Wert des Vertrauens in Bezug auf das Verfahren der Mediation?

Vertrauen ist ein Wert, der nicht nur in der Pädagogik eine große Rolle spielt. Er ist auch in der Mediation unabdingbar: Das Vertrauen der Medianden in den Mediator, dass er den Prozess schon gut leiten wird. Das Vertrauen des Mediators oder der Mediatorin in die Medianden, dass sie ihr Bestes für die Mediationsgespräche geben. Das Vertrauen der Medianden untereinander, das sicherlich am Anfang des Mediationsgespräches noch nicht da ist, aber mit zunehmender Zeit in der Mediation aufgebaut werden soll / aufgebaut wird. Und schließlich das Vertrauen aller in den Prozess der Mediation als eine gute Möglichkeit Konflike zu klären.

Kürzlich habe ich übrigens in diesem Blog postkartengroße Bildkarten zum Thema Biografiearbeit vorgestellt, die ebenfalls für verschiedene Gesprächsanlässe nützlich sein können.

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schulmediation | Kommentare (0) | Autor:

Der neue Schulz von Thun kommt noch diese Woche …

Dienstag, 9. September 2014 10:49

Damit meine ich das Buch, das Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun zusammen im Dialog verfasst haben. Es heißt „Kommunikation als Lebenskunst. Philosophie und Praxis des Miteinander-Redens“ und erscheint am 12.09.2014 im Carl-Auer Verlag. Hier im Blog die Buchvorstellung bereits vorab ganz exklusiv für meine Leserinnen und Leser …

Die großen Fragen
Die konkreten Fragen
Die letzten Fragen
- so heißen die drei großen Kapitel

Das Kommunikationsquadrat
Maximen der Verständlichkeit
Teufelskreis und Beziehungsdynamik
Das Ideal der Stimmigkeit
Kommunikation mit dem inneren Menschen
Wertequadrat und Menschenbild
- so lauten die Unterkapitel des ersten großen Kapitels

Wer jetzt denkt, das kenne ich doch schon alles, der hat sich geirrt.

Friedemann Schulz von Thun steht in der Tradition der humanistischen Psychologie, in der Tradition von Paul Watzlawick, Carl Rogers, Reinhard Tausch, Ruth Cohn und vielen anderen. Das Buch „Kommunikation als Lebenskunst“ ist in Dialogform geschrieben. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen spricht mit dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Mal geht es humorvoll zu, mal ganz ernst. Die Lust an der Debatte ist stets zu spüren. Zunächst werden die zentralen Methoden der Kommunikationstheorie vorgestellt, dann geht es um konkrete Fragen in der Anwendung und abschließend wird das Buch mit Gedanken über das Glück und den Tod beendet.

Das Kommunikationsquadrat bzw.
die vier Ohren und die vier Schnäbel

Das Modell, das von den sechs Schulz von Thuns Modellen das Bekannteste ist, ist eindeutig das Kommunikationsquadrat. Vielleicht haben Sie sich schon immer gefragt, wie Schulz von Thun auf die vier Ohren und vier Schnäbel gekommen ist. Das und vieles mehr ist in dem Buch zu lesen. Hier im folgenden ein kleiner Buchauszug.

vier_ohren_vier_schnaebel

PÖRKSEN fragt beispielsweise: Aber suggeriert nicht auch ihr eigenes Modell die Durchschaubarkeit und Steuerbarkeit von Kommunikation? Ist diese Suggestion nicht auch ein Erfolgsgrund? Frei nach dem Motto: Hier haben wir eine Äußerung: nun zerlegen wir diese Äußerung in vier Elemente und ordnen sie der richtigen Ebene zu. Und wenn wir sie erfolgreich zerlegen und analytisch zerbröselt haben, wissen wir, was eigentlich los ist und können das Undeutliche, Rätselhafte, Diffuse einer zwischenmenschlichen Begegnung erfolgreich zurückdrängen, einordnen, domestizieren. Ihr eigenes, verborgenes Axiom der Kommunikation hieße dann, dass derjenige, der Kommunikation analysiert und alle in ihr enthaltenen Botschaften expliziert, glücklich wird. Kurz und knapp: Klarheit und Wahrheit sind der Weg zum Glück.

SCHULZ VON THUN: Um Himmels Willen, nein! Es besteht wohl die Gefahr, dass mein Kommunikationsquadrat als eine Aufforderung missverstanden wird, möglichst alle vier Botschaften stets explizit zu formulieren, das Implizite jederzeit und möglichst umfassend deutlich zu machen. Das kann in manchen Momenten eines verqueren oder schwierigen Gesprächsverlaufs eine heilsame Option sein – gut, wer es dann kann! Aber als gültige Norm würde das Gebot zur vierdimensionalen Explizitheit das menschliche Miteinander zumindest sehr umständlich machen, wenn nicht sogar plump und grell um alle Feinheiten berauben. Zur wahren Meisterschaft gehört auch die Kunst der indirekten Kommunikation, die es ermöglicht, das eigentlich Gemeinte zwischen den Zeilen so anklingen zu lassen, dass der andere dies an sich heranlassen kann, ohne gleich reagieren zu müssen.

PÖRKSEN: Aber wozu dient das Kommunikationsquadrat, wenn nicht zur Aufhellung und Einordnung dessen, was passiert?

SCHULZ VON THUN: Ich habe einmal geschrieben, dieses Modell soll helfen, kommunikativ musikalisch zu werden, aber nicht als Richtschnur für die richtigen, korrekten Töne dienen. Wenn ich die Harmonielehre studiert habe, wenn ich weiß, welche Prinzipien da wirksam sind, dann kann ich besser komponieren und improvisieren. Das ist ein ganz zentraler Punkt: Das Kommunikationsquadrat hat den Zweck, die eigene Sensibilität zu steigern und im Bedarfs- und Konfliktfall die Analyse zu ermöglichen und das gerade Mitschwingende in Worte zu fassen – aber ich schlage kein ideales Kommunikationsschema vor. (Pörksen, Schulz v. Thun: Kommunikation als Lebenskunst. Heidelberg: Carl Auer 2014, S. 32f.)

„Kommunikation als Lebenskunst“ regt zum Nachlesen und/oder Nachdenken an. Das Buch ist ein absoluter Lesespaß sowohl für diejenigen, die sich erstmalig mit der Kommunikationspsychologie befassen, als auch für diejenigen, die sich bereits gut damit auskennen. Die einen erhalten durch das Buch einen ersten Einblick, die anderen steigen in die Tiefe der Kommunikationstheorie ein.

Abschlussvorlesung Schulz von Thun in Hamburg 2009

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

Mediation mit Living Puppets

Montag, 1. September 2014 19:59

Vor einiger Zeit lernte ich Nicole Buch kennen, eine junge Mediatorin, die mit Living Puppets in der Mediation arbeitet und viel Erfolg damit hat. Ich fragte Nicole Buch, ob sie in diesem Blog über ihre Arbeit berichten würde. Sie hat zugesagt und gibt uns im Folgenden einen Einblick in Ihre Arbeit. Besten Dank, liebe Nicole, sagt Christa

Nicole_Buch_mit_Living_Puppets

Die meisten Lehrer und Schüler finden Konflikte in der Schule ermüdend und fühlen sich überfordert. Mediation kann helfen und Spaß machen. Wie soll das gehen?

In meiner Position als ehemalige Stufenleiterin einer Realschule wurde ich oftmals während eines Konflikts zwischen Schülern um eine einvernehmliche Lösung bemüht. Die Lösung des Konflikts in der Schule wird heute durch den Einsatz von pädagogischen Maßnahmen/Ordnungsmaßnahmen beispielsweise entsprechend der „Verordnung zum Hessischen Schulgesetz“ in der „Verordnung über das Verfahren bei Ordnungsmaßnahmen“ geregelt.

Hier setzt meine Inspiration an. Ich wollte nicht mehr nur auf der Basis von Maßnahmenkatalog und Regeln entscheiden, denn hier bleiben die Gefühle, Bedürfnisse und Ängste der Schüler im Abseits. Der Auslöser des Konflikts bleibt ungeachtet im Raum stehen. Konflikte verstärken sich. Schüler und Lehrer fühlen sich oftmals überfordert. Verhaltensmuster wie Ausbruch von Aggression, Unruhe, Unsicherheit oder Rückzug sind oftmals die Folge.

Mediation – die Kunst Konflikte zu lösen. Kommunizieren – Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, das alles noch mit einer Lehrerin, die nicht nur Fachlehrerin, sondern auch noch Stufenleitung ist und alles dem „Direx“ erzählt, das geht gar nicht. Die beiden Schüler formulierten das so: „Frau Buch, das ist alles neu, wir können Ihnen nicht alles erzählen, sie sind hier der Chef.“ Ich musste also nach einer anderen Form der Mediation suchen, aber was war schülergerecht, einsetzbar für Jungs zwischen zwölf und vierzehn Jahren, pubertär, alles kritisch sehend, außer sich selbst, keine leichte Aufgabe.

Die Recherche nach schülergerechten Methoden blieb für mich erfolglos, erst einmal. Doch im Anblick meiner Stofftiere kam mir die Idee mit den Living Puppets, die bespielbaren Puppen einzusetzen. Puppen, die bereits in der Psychotherapie und der Heilpädagogik , wie auch bei der Behandlung von Demenzkranken eingesetzt wurden, also warum nicht in der Mediation? Ein Experiment – für mich ein neuer Weg – mit Puppen und zwei neugierigen Schülern, die so gemeinsam den Konflikt bearbeiten wollten. Für mich eine neue Methode – für die Schüler eine Chance.

Die Mediation mit den Puppen verlief nach einem „normalen Mediationsmuster“, mit einem gemeinsamen formulierten Memorandum. Wir bespielten die Puppen, waren eins mit den Puppen, einzig die Puppen waren aktiv – eine andere Welt war geschaffen, eine „Traumwelt“, eine „Erzählwelt“, eine „Mediationswelt“. Die Mediation verlief in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre. Nach Aussage der Schüler vereinfachte der Einsatz der Living Puppets den Konflikt zu bearbeiten, Gefühle und Bedürfnisse zu formulieren, denn dort saßen nicht „Frau Buch“ und „nicht der Mitschüler“, sondern dort saßen die Puppen „Lene“, „Hanna“ und „Erik“.

Meine These:
Durch den Einsatz der Living Puppets erhalten die Schüler die Möglichkeit Gefühle und Gedanken auf eine andere Person (hier die Puppe) zu übertragen. Den Schülern gibt es die Gelegenheit ihre eigenen Gedanken mitzuteilen, die sie bedrücken und beschäftigen. Die Puppe gibt Ihnen die Chance ihre eigenen Gedanken mitzuteilen ohne die Konfliktpartei direkt ansprechen zu müssen. Die Puppe gestattet im Puppenspiel die Erarbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen.

Meine Erkenntnis aus dem Experiment Living Puppets in der Mediation:
Durch den Einsatz der Living Puppets erhalten die Schüler die Möglichkeit Gefühle und Gedanken auf eine andere Person (hier die Puppe) zu übertragen. Den Schülern gibt es die Handhabe ihre eigenen Gedanken mitzuteilen, die sie bedrücken und beschäftigen. Die Puppe gibt den Schülern die Chance ihre eigenen Gedanken mitzuteilen ohne die Konfliktpartei direkt ansprechen zu müssen. Die Puppe gestattet im Puppenspiel die Erarbeitung von Konflikten und seelischen Belastungen, die mit dem Konflikt in Verbindung stehen. Puppen haben eine beseelende, bezaubernde Wirkung. In ihren unterschiedlichen Erscheinungsbildern öffnen sie den Schülern verschlossenen Welten, regen die Fantasie und den Spieltrieb an. Gudrun Gauda vermutet, dass „das… in erster Linie an dem Abbild des Menschen liegt, da viel hineingelegt werden kann an Persönlichkeit, an Charakter und Verhaltensweisen. Puppen sind wie Menschen eben auch so, wie wir Menschen uns (gerade jetzt) selbst“ gern hätten (Quelle: Gudrun Gauda: „Theorie und Praxis des therapeutischen Puppenspiels“, 2007, S.7).

Puppen können in dem Mediationsprozess ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen, sie können bei der Aufarbeitung folgende Problematik helfen:

  • projizieren von Problemen auf die Puppe
  • Identifikation mit der Puppe
  • Aggressionsbewältigung durch die Puppe.

Puppen arrangieren in der Mediation einen besonderen Begegnungsraum in den verschiedenen Mediationsphasen. Sie helfen Konfliktparteien Zugang zur Mediation und zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu finden, sich frei zu äußern ohne Angst vor Konsequenzen. Sie fördern letztendlich die Vertrauensbildung.

Der Schüler kann alle seine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse in die Puppe projizieren, die er selbst nicht auszudrücken vermag, die er sich wünscht oder die ihm fehlen. Er darf lachen, weinen, aggressiv sein, leise oder laut sein… . In diesem Moment übernimmt die Puppe eine beschützende Rolle, wenn die Puppe dabei ist, fühlt sich der Schüler sicher und geborgen. In dieser Mediation spiegelt der Schüler sein inneres Erlebtes auf die Puppe. Die Puppe übernimmt eine Stellvertreterfunktion.

Die Mediation mit Puppen – nicht nur eine Methode für Schüler – auch für Erwachsene, schüchterne zurückgezogene Persönlichkeiten. Die Living Puppets sind für mich zu einem elementaren Kommunikationsgegenstand und ein wesentlicher Bestandteil, in der Mediation einsetzbar.

Dieser Artikel richtet sich an alle MediatorInnen die experimentell, innovativ und offen für Neues sind.

Living Puppets bauen Brücken und helfen persönliche Täler zu überwinden.
* “vertrauliche Geschäftsgrundlage in der Entwicklung” *

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Die Schule geht wieder los in Berlin

Montag, 25. August 2014 7:20

Einige Zahlen zum Schuljahr 2013/14 in Berlin:

Es gibt 696 öffentliche Schulen.
349 weitere sind in freier Trägerschaft.
30.090 Schulanfängerinnen und Schulanfänger starten.

Insgesamt sind 21.186 Lehrerstellen an den öffentlichen Schulen besetzt.
2.673 Neueinsteiger kommen in die Schule.
Knapp 15 % sind davon Quereinsteiger, haben also keine Lehrerausbildung.
Mehr als die Hälfte der Quereinsteiger haben allerdings schon einmal pädagogisch gearbeitet.

Zahlen über Zahlen, und Schulkennerinnen und -kenner können sich das Dahinter in den Berliner Schulen vorstellen …

Alle, die heute wieder in den Schulalltag einsteigen, möchte ich zu einigen Gedanken über das Thema „Lernen in Schule“ anregen (und auch natürlich alle anderen). Für diese Schuleingangsgedanken habe ich mir die Bildkarten zur Biografiearbeit aus dem DON BOSCO Verlag Verlag in die Hand genommen und möchte Ihnen drei Karten als Anregung für das neue Schuljahr mitgeben.

Bildkarte_Biografiearbeit_01

Lernen

Man kann nicht nicht lernen.

Welche formalen Aus-/Fortbildungen haben Sie durchlaufen?
Welche Fähigkeiten und Haltungen hat das Leben sie gelehrt?
Welche Lernsätze würden Sie jüngeren Menschen mit auf den Weg geben?

Bildkarte_Biografiearbeit_03

Achterbahn

Mein Leben – die Schule – eine Achterbahn?
Kurven, Anstiege, Gefälle
Mal sich ganz leicht fühlen.
Mal schwer in den Sitz gepresst werden.
Lustvoller Nervenkitzel ?!

Bildkarte_Biografiearbeit_02

Abenteuer

Mein Leben – die Schule – ein Abenteuer?
Welche Prüfungen haben Sie schon bestanden?
Welche stehen Ihnen bevor?
Wer oder was stärkt Sie?
Woran orientieren Sie sich?

Die Bildkarten „Mein Weg ist mein Weg“ sind Karten, die ich im Coaching und Training sehr gerne einsetze. Jeder Mensch hat ein inneres Bild davon, wie sein Lebensverlauf bisher ausgesehen hat, und die meisten haben auch einen Wunsch für den zukünftigen Lebensweg. Die Bildkarten aus dem Don Bosco Verlag zeigen Symbole für diese Lebensbilder: eine Achterbahn, einen Knoten, einen Berg, den Auf- oder Abstieg, das große Meer und viele andere. Durch diese Visualisierung kann leichter über bisherige Lebenserfahrungen gesprochen werden. Pläne für Lebensentwürfe können zunächst bildlich erfasst und dann in die Tat umgesetzt werden. Die entsprechenden Fragen zum jeweiligen Bild (obige Fragen zu den Bildern sind leicht abgewandelt) befinden sich auf der Rückseite der Bildkarte. Ein kleines booklet, das das Kartenset ergänzt, bietet vielfältige Ideen spielerischer Art, mit den Karten umzugehen. Ob zur Selbstreflexion oder zum Austausch mit anderen, stets entdeckt man mit den Karten neue Ideen, neue Wege, neue Gedanken.

Ihnen ein gutes neues Schuljahr bzw. einen schönen „Restsommer“ wünscht Christa D. Schäfer

Und hier geht es zu einer Geschichte über eine erfolgreiche Lehrerin aus dem Buch Hühnersuppe für die Seele …

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen, Schule in Berlin | Kommentare (0) | Autor:

Ein Aphorismus kann innere Suchprozesse auslösen

Dienstag, 8. Juli 2014 9:59

Ein Aphorismus kann eine alte, rigide Gedankenkette aufbrechen

In letzter Zeit habe ich Verschiedenes zur „Sprache in Mediation, Coaching und Training“ geschrieben. Sie können beispielsweise Blogartikel nachlesen zu den Themen

MiniMax-Interventionen
Metaphern in der Mediation
Die Kraft der Sprache oder die Gewalt in Begriffen

In diesen Zusammenhang gehört auch das Stilmittel der „Aphorismen“, das gut als Methode in Mediation, Coaching und Training genutzt werden kann. Ein Aphorismus fasst einen Wissensbaustein in einen prägnanten Satz, so dass dieser leicht im Gedächtnis haften bleibt. Aphorismen kommentieren und illustrieren ein Thema auf humorvolle, geistreiche, satirische oder auch bissige Art und Weise.

Seit längerem gibt es ein Buch, das fast unzählige Aphorismen zu verschiedenen Themen bereit stellt. Es ist eine Sammlung, die einem zunächst den Kopf schwirren lässt. Es ist aber auch ein wahrer Schatz, der sowohl für Alltagssituationen als auch für vielfältige Beratungssituationen jeweils den passenden Aphorismus bereit stellt. Ich spreche von dem von Bernhard Trenkle geschriebenen Aha!-Handbuch der Aphorismen und Sprüche für Therapie, Beratung und Hängematte.

Zitieren möchte ich die Seiten 146 und 147 zur Thematik

Der Ton macht die Musik

Stress: Wer zart besaitet ist, kann nie die erste Geige spielen. (Gerhard Uhlenbruck)

Wo jeder die erste Geige spielen möchte, geht das beste Orchester flöten. (Werner Mitsch)

Es wollen immer diejenigen die erste Geige spielen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und (anderswo schon) mit Pauken und Trompeten durchgefallen sind. (Gerhard Uhlenbruck)

Ausgerechnet diejenigen wollen immer die erste Geige spielen, die nie den richtigen Ton treffen. (Daniel Bass)

Eine kleine Machtmusik pflegt auf Taktgefühl und guten Ton keinen Wert zu legen. (Garbe alias Annen)

Liebe ist, wenn der Verstand die zweite Geige spielt. (Werner Mitsch)

Wer die erste Geige spielt, sollte Saitensprünge vermeiden. (Kurt Tackmann)

Wenn man den Bogen über die Saite zieht, vibriert der Darm.

Wer dauernd auf die Pauke haut, geht eines Tages flöten.

Die Heimat der Tuba ist Kuba. (Tuba-Wa-Duo)

Naaaaa, ist ein Aphorismus dabei, den Sie besonders mögen?
fragt Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (1) | Autor:

Einen schönen guten Morgen.

Montag, 2. Juni 2014 8:09

Ich bin Christa Schäfer, und ich freue mich auf den Tag mit Ihnen zum Thema xy …
So lautet einer meiner Standardbegrüßungen im Training. Im Training, in Coaching und Mediation beschäftigt ich mich oft mit der Kraft der Sprache, mit kleinen Worten, die den Unterschied machen.

Kleine Worte, die den Unterschied machen, finden Sie in dem Buch MiniMax-Interventionen von Manfred Prior. „Kraft der Sprache“ lautet ein Kartensatz für TrainerInnen, Coaches und BeraterInnen, den ich vor kurzem bestellt habe, und der mir gleich beim ersten Ansehen vielfältige Anregungen gegeben hat.

Heute möchte ich eine der 40 Anregungen aus dem Kartenset aufgreifen (Anregung ist auch eines der Worte, über die man gut nachdenken kann …) und Sie zu einer Reflexionsübung einladen zu Thema

Gewalt in der Sprache

Jemand sagt:
„Wann bist du das erste Mal auf diese Idee gestoßen?“

Lesen Sie bitte diesen Satz.
Lesen Sie ihn bitte noch ein zweites Mal und lassen Sie ihn nachklingen.
Wie wirkt der Satz auf Sie?
Was empfinden Sie bei diesem Satz?
Welche Gestik und Mimik gehören für Sie zu diesem Satz?
In welcher Situation könnte der Satz geäußert worden sein?
Haben Sie ein klare Bild von demjenigen, der den Satz gesagt haben könnte?
Was könnte dieser Satz beim Empfänger ausgelöst haben?

Ein Satz, und man kann so lange darüber nachdenken …

Vielleicht kommen Sie auch zu folgenden Gedankengängen:
„Stoßen“ ist hart und grob.
War das Kennenlernen der Ideen wirklich so hart?
Wenn es eher angenehm war oder sein sollte, dann wählen Sie besser eine stimmigere Formulierung.

Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf, die den Kartensatz Die Kraft der Sprache entwickelt hat, von dem ich hier berichte, empfiehlt folgenden Satz:

„Wann bist du das erste Mal mit dieser Idee in Berührung gekommen?“

Dieser Satz wirkt viel weicher, viel offener, viel angenehmer.
Er zeigt, dass Entwicklung möglich ist.
Er weist darauf hin, dass Ideen geboren werden und wachsen können.
Er gibt der neuen Idee ein viel positiveres Gefühl.

Man kann – falls man die von mir gestellte Aufgabe ernst nimmt – eine ganze Weile über diesen ersten Satz und seine Umformulierung nachdenken. Im Begleitheft zum Kartenset steht, dass man die Karte ruhig eine Woche als Impuls für sich oder sein Team an einen wichtigen Platz stellen kann. Das führt zu Diskussion, zum Beschäftigen mit Sprache, zum Nachdenken.

Ich habe die oben stehende Karte ebenfalls eine Weile wirken lassen.
Viele Gedanken kamen mir in den Sinn.

Unsere Sprache gebraucht mitunter „gewalthaltige“ Ausdrücke:
Wir brechen mit alten Gewohnheiten.
Wir drehen den Spieß um und werden fordernd.
Wir kämpfen für eine bestimmte Sache.
Wir stoßen auf bestimmte Ideen.
Wir festigen unseren Standpunkt.
Wir …

Finden Sie – wenn Sie mögen – gerne weitere Beispiele
und formulieren Sie diese in eine gewaltfreie Sprache um!
Gerne können Sie uns im Kommentarfeld auch an Ihren Gedanken teilhaben lassen.
Ich würde mich freuen.

Das Kartenset „Die Kraft der Sprache“ wird vom LINGVA ETERNA Institut für bewusste Sprache herausgegeben. Mechthild R. von Scheuerl-Defersdorf hat mit diesem Set ein Reflexionsinstrument vorgelegt, das eine klare, lösungsorientierte und wertschätzende Kommunikation schaffen möchte. Die Karten können für Einzelpersonen oder im Team genutzt werden. Vielfältige Anregungen lassen Sprachentwicklung zu. Falls Sie also an Ihrer Sprache arbeiten möchten …

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (2) | Autor:

Das 1×1 des fairen Streitens in der Familie

Montag, 24. Februar 2014 11:03

Freitag 17 Uhr, es ist Februar und bereits dunkel. Ich gehe durch die Straßen, weil ich noch ein Geburtstagsgeschenk einkaufen will und auch noch Lebensmittel für’s Wochenende brauche. Vor mir geht eine Mutter mit ihrem ca. 5jährigen Sohn. Der Sohn zetert und mault. Die Mutter fängt an immer lauter zu sprechen. Der Junge fängt an zu jammern, er will etwas, ich kann die Situation nicht vollständig erfassen. Die Mutter ist anscheinend genervt, sie spricht immer lauter und heftiger. Der Sohn jammert. Dann der Ausspruch der Mutter: „Du bist so was von ungezogen. Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, dann setzt’s was.“ Der Sohn hört nicht auf.

Ich gehe weiter und begegne einer Familie, die ebenfalls zwei Kinder hat. Die Eltern sind mit ihrem Sohn, ca. 5 Jahre alt, und ihrer Tochter, ca. 3 ½ Jahre alt, unterwegs. Vater und Mutter schieben jeweils einen Buggy. Das Mädchen sitzt drin, der Junge läuft neben seinem Buggy her. Anscheinend ist auch noch der Großvater dabei, er läuft gemächlich nebenher. Auch hier hat der Sohn anscheinend ein „Problem“. Auch er jammert und ist weinerlich, die Sitution ist angespannt. Und was sagt hier die Mutter? Sie sagt: „Ich verstehe dich, das würde mich auch ärgern.“ Und der Großvater ergänzt: „Ja finde ich auch. Aber das kriegen wir schon hin.“ Der Junge beruhigt sich.

Zwei Situation mit ähnlicher Ausgangslage, die für die jeweiligen Jungen jeweils total unterschiedlich ausgehen. Was die beiden Jungen wohl für ihr weiteres Leben „lernen“?

Kommunikation ist der Schlüssel zu jeder guten Beziehung. Das gilt besonders für die Beziehungen innerhalb der Familie. Es lohnt sich daher, einmal einen prüfenden Blick auf das eigene Kommunikationsverhalten zu werfen: Drücke ich mich meinem Kind gegenüber klar und verständlich aus? Kann ich zuhören, wenn mein Kind mir etwas sagen will? Verhalte ich mich in Konfliktsituationen fair und respektvoll gegenüber meinem Kind?
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 15

Interessieren auch Sie sich dafür, die Kommunikation mit Ihrem Kind zu verbessern? Dann kann ich Ihnen gerne ein Buch empfehlen, das derzeit beste deutsche Buch zu Thema „Kommunikation mit Kindern“. Rita Steininger hat sich mit dem Thema des fairen Streitens innerhalb der Familie beschäfigt. Sie schreibt im ersten Teil ihres Buches über das Hören im Konflikt, das Sprechen im Konflikt, Gefühle im Konflikt, Grenzsetzung, Regelerstellung, Mediation und den Familienrat. Der zweite Teil ihres Buches widmet sich speziellen Streitigkeiten im Familienrahmen, dem Selbständig werden, dem Thema Verantwortung übernehmen, dem Umgang mit Emotionen, dem Geschwisterstreit, Lernstress, der Pubertät und vielem mehr.

Das Buch stellt die derzeit aktuelle Theorie und Diskussion zu den Themen vor, es lebt von den vielen Beispielen, die die jeweiligen Themen illustrieren, und es gibt handfeste Expertentipps, auf die Eltern im Alltag zurückgreifen können.

Ich freue mich, dass meine Bücher „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ sowie „Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ als Fachliteratur Eingang in dieses Buch gefunden haben. Und ich gratuliere Ihnen, sehr geehrte Frau Steininger, sehr herzlich zu diesem gelungenen Buch !!! Ich drücke die Daumen, dass so viele Eltern wie möglich dieses Buch in die Hände bekommen. Es ist ein „must have“ im Kommunikationsbereich der Familie …

Und passend zu den Situationen, die ich am heutigen Nachmittag erlebt habe, möchte ich hier gerne noch einen Absatz aus dem Buch „Das 1×1 des fairen Streitens“ zitieren:

Wichtig: Kinder wollen sich zugehörig fühlen
Eines ist für die Eltern-Kind-Kommunikation besonders wichtig zu wissen: Auch Kinder hören bevorzugt auf dem Beziehungsohr! Das heißt, dass bestimmte ( vor allem kritisierende) Äußerungen der Eltern bei ihnen sehr schnell zu Zweifeln und Ängsten führen können: Ist Papa böse auf mich? – Hat mich Mama noch lieb?
Wenn Sie bei Ihrem Nachwuchs Anlass zur Kritik sehen, sollten Sie deshalb immer sorgsam darauf achten, dass Sie nur das (Fehl-)Verhalten Ihres Kindes beanstanden, niemals aber seine Persönlichkeit infrage stellen. Kinder brauchen mehr als alles andere die Bestätigung: „Meine Eltern lieben mich, so wie ich bin – auch wenn ich Fehler ache.“ Das Gefühl der Zugehörigkeit ist für ihre Entwiclung enorm wichtig. Vermeiden Sie deshalb herabsetzende Du-Botschaften wie diese: „Du bist so was von ungezogen!“ Oder: „Du bringst mich zur Verzweiflung!“
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 28.

GUTE KOMMUNIKATION FÄNGT IN DER FAMILIE AN !!!
Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

Gute Kommunikation und gelingendes Konfliktmanagement in der Familie

Montag, 13. Januar 2014 19:32

„Die Wirtschaftsmediation“ berichtet über gute Kommunikation und gelingendes Konfliktmanagement in der Familie.

Im Mai diesen Jahres habe ich die Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation“ in diesem Blog vorgestellt, und ich muss sagen: Einmal Wirtschaftsmediation, immer öfter Wirtschaftsmediation …

In der Ausgabe 3/2013 der Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation – Fachmagazin für Unternehmen und öffentliche Verwaltung“ gab es einen Grundsatzartikel zum Thema „Was ist Familienmediation“. Da ich im Leitungsgremium der BM Fachgruppe „Mediation in Familie und Partnerschaft“ tätig bin, fand ich diesen Artikel zur Familienmediation natürlich besonders spannend.

Darum freue ich mich sehr, dass der Verlag mich angefragt hat, für die darauffolgende Ausgabe 04/2013 der „Wirtschaftsmediation“ einen Artikel zum Thema „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ zu schreiben. Dem bin ich natürlich gerne nachgekommen, und mit Freude möchte ich Sie hier im Blog an diesem Artikel teilhaben lassen.

Was ist wichtig, wenn man an das wohlwollende und kommunikative Miteinander in der Familie denkt?

Zeit für die Kommunikation in der Familie investieren
Auf Respekt und Wertschätzung bauen
Gut zuhören
Gefühle beachten
Regeln und Rituale
Ich-Botschaften nutzen
Familienrat
Metakommunikation
Im Gespräch miteinander bleiben

Das sind auch die Überschriften, über die ich im Artikel kurz, präzise und prägnant geschrieben habe. Und da ich möchte, dass der Inhalt in möglichst vielen Familien zum Einsatz kommt, finden Sie hier sogar den gesamten Artikel zum download. Gerne können Sie mit einem Doppelklick auf die rote Schrift die Datei öffnen und herunterladen:

Gute Kommunikation und gelingendes Konfliktmanagement in Familien

Besten Dank an Gernot Barth und Bernhard Böhm, die beiden Herausgeber der Wirtschaftsmediation, für die Erlaubnis, diesen Artikel auch hier im Blog anbieten zu können …

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Kommunikation, Konflikte, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

On friendship

Montag, 12. August 2013 20:16

Aufmerksame Leser dieses Blogs haben sicherlich noch die Gedanken von Hektor bzw. dessen Frau Clara bzw. von Aristoteles zum Thema Freundschaft in Erinnerung. Heute möchte ich hier ein Gedicht zitieren, das von Nicole Ritchie stammt, einer 15jährigen Schülerin aus der USA, die zum Thema Freundschaft ein Gedicht geschrieben hat.

When you are sad I will dry your tears
When you are cared I will ease your fears

When you are worried I will give you hope
If you want to give up I’ll help you cope

When you are lost and can’t see the light
I’ll be your beacon shining so bright

This is my oath that I pledge to the end
Why you might ask?

Because you’re my friend.

Quelle: Canfield, Jack; Hansen, Mark Victor u.a.: Chicken Soup for the Preteen Soul. Health Communications, Inc. 2000. S. 39.

Das Gedicht stammt aus dem Buch „Chicken soup for the preeteen soul“. Die chicken soup Bücher habe ich bereits in einem früheren Blogartikel vorgestellt. Herausgegeben von New York Times Bestsellerautoren erreichen die Bücher dieser Reihe regelmäßig Bestsellerauflagen. Sie bieten Geschichten, die das Herz ansprechen, zu Tränen rühren, vielen Menschen Trost geben und anderen Menschen zu einem Motivationsschub verhelfen.

Mein neustes Buch aus der Reihe heißt „Chicken soup for the preteen soul“. Es richtet sich an die kids, die zwischen neun und dreizehn Jahren alt sind oder an Erwachsene, die sich für diese Altersstufe interessieren und gerne wissen möchten, was diese Kinder bewegt. Rund um die Themen Freundschaft, Familie, Liebe, Tod und Sterben, Perspektiven, Widerstände überwinden, Träume verwirklichen … finden sich im Buch viele wahre von Kindern selbst erlebte Geschichten. Bei manchen Geschichten war ich zu Tränen gerührt, bei anderen musste ich laut loslachen.

Mal sehen, vielleicht gibt es in nächster Zeit einige weitere Geschichten und Gedichte aus diesem Buch in diesem Blog. Bis dahin allen Schülerinnen und Schülern Berlins einen guten Start ins neue Schuljahr
wünscht Christa Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor: