Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kommunikation'

Ein Aphorismus kann innere Suchprozesse auslösen

Dienstag, 8. Juli 2014 9:59

Ein Aphorismus kann eine alte, rigide Gedankenkette aufbrechen

In letzter Zeit habe ich Verschiedenes zur „Sprache in Mediation, Coaching und Training“ geschrieben. Sie können beispielsweise Blogartikel nachlesen zu den Themen

MiniMax-Interventionen
Metaphern in der Mediation
Die Kraft der Sprache oder die Gewalt in Begriffen

In diesen Zusammenhang gehört auch das Stilmittel der „Aphorismen“, das gut als Methode in Mediation, Coaching und Training genutzt werden kann. Ein Aphorismus fasst einen Wissensbaustein in einen prägnanten Satz, so dass dieser leicht im Gedächtnis haften bleibt. Aphorismen kommentieren und illustrieren ein Thema auf humorvolle, geistreiche, satirische oder auch bissige Art und Weise.

Seit längerem gibt es ein Buch, das fast unzählige Aphorismen zu verschiedenen Themen bereit stellt. Es ist eine Sammlung, die einem zunächst den Kopf schwirren lässt. Es ist aber auch ein wahrer Schatz, der sowohl für Alltagssituationen als auch für vielfältige Beratungssituationen jeweils den passenden Aphorismus bereit stellt. Ich spreche von dem von Bernhard Trenkle geschriebenen Aha!-Handbuch der Aphorismen und Sprüche für Therapie, Beratung und Hängematte.

Zitieren möchte ich die Seiten 146 und 147 zur Thematik

Der Ton macht die Musik

Stress: Wer zart besaitet ist, kann nie die erste Geige spielen. (Gerhard Uhlenbruck)

Wo jeder die erste Geige spielen möchte, geht das beste Orchester flöten. (Werner Mitsch)

Es wollen immer diejenigen die erste Geige spielen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und (anderswo schon) mit Pauken und Trompeten durchgefallen sind. (Gerhard Uhlenbruck)

Ausgerechnet diejenigen wollen immer die erste Geige spielen, die nie den richtigen Ton treffen. (Daniel Bass)

Eine kleine Machtmusik pflegt auf Taktgefühl und guten Ton keinen Wert zu legen. (Garbe alias Annen)

Liebe ist, wenn der Verstand die zweite Geige spielt. (Werner Mitsch)

Wer die erste Geige spielt, sollte Saitensprünge vermeiden. (Kurt Tackmann)

Wenn man den Bogen über die Saite zieht, vibriert der Darm.

Wer dauernd auf die Pauke haut, geht eines Tages flöten.

Die Heimat der Tuba ist Kuba. (Tuba-Wa-Duo)

Naaaaa, ist ein Aphorismus dabei, den Sie besonders mögen?
fragt Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (1) | Autor:

Einen schönen guten Morgen.

Montag, 2. Juni 2014 8:09

Ich bin Christa Schäfer, und ich freue mich auf den Tag mit Ihnen zum Thema xy …
So lautet einer meiner Standardbegrüßungen im Training. Im Training, in Coaching und Mediation beschäftigt ich mich oft mit der Kraft der Sprache, mit kleinen Worten, die den Unterschied machen.

Kleine Worte, die den Unterschied machen, finden Sie in dem Buch MiniMax-Interventionen von Manfred Prior. „Kraft der Sprache“ lautet ein Kartensatz für TrainerInnen, Coaches und BeraterInnen, den ich vor kurzem bestellt habe, und der mir gleich beim ersten Ansehen vielfältige Anregungen gegeben hat.

Heute möchte ich eine der 40 Anregungen aus dem Kartenset aufgreifen (Anregung ist auch eines der Worte, über die man gut nachdenken kann …) und Sie zu einer Reflexionsübung einladen zu Thema

Gewalt in der Sprache

Jemand sagt:
„Wann bist du das erste Mal auf diese Idee gestoßen?“

Lesen Sie bitte diesen Satz.
Lesen Sie ihn bitte noch ein zweites Mal und lassen Sie ihn nachklingen.
Wie wirkt der Satz auf Sie?
Was empfinden Sie bei diesem Satz?
Welche Gestik und Mimik gehören für Sie zu diesem Satz?
In welcher Situation könnte der Satz geäußert worden sein?
Haben Sie ein klare Bild von demjenigen, der den Satz gesagt haben könnte?
Was könnte dieser Satz beim Empfänger ausgelöst haben?

Ein Satz, und man kann so lange darüber nachdenken …

Vielleicht kommen Sie auch zu folgenden Gedankengängen:
„Stoßen“ ist hart und grob.
War das Kennenlernen der Ideen wirklich so hart?
Wenn es eher angenehm war oder sein sollte, dann wählen Sie besser eine stimmigere Formulierung.

Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf, die den Kartensatz Die Kraft der Sprache entwickelt hat, von dem ich hier berichte, empfiehlt folgenden Satz:

„Wann bist du das erste Mal mit dieser Idee in Berührung gekommen?“

Dieser Satz wirkt viel weicher, viel offener, viel angenehmer.
Er zeigt, dass Entwicklung möglich ist.
Er weist darauf hin, dass Ideen geboren werden und wachsen können.
Er gibt der neuen Idee ein viel positiveres Gefühl.

Man kann – falls man die von mir gestellte Aufgabe ernst nimmt – eine ganze Weile über diesen ersten Satz und seine Umformulierung nachdenken. Im Begleitheft zum Kartenset steht, dass man die Karte ruhig eine Woche als Impuls für sich oder sein Team an einen wichtigen Platz stellen kann. Das führt zu Diskussion, zum Beschäftigen mit Sprache, zum Nachdenken.

Ich habe die oben stehende Karte ebenfalls eine Weile wirken lassen.
Viele Gedanken kamen mir in den Sinn.

Unsere Sprache gebraucht mitunter „gewalthaltige“ Ausdrücke:
Wir brechen mit alten Gewohnheiten.
Wir drehen den Spieß um und werden fordernd.
Wir kämpfen für eine bestimmte Sache.
Wir stoßen auf bestimmte Ideen.
Wir festigen unseren Standpunkt.
Wir …

Finden Sie – wenn Sie mögen – gerne weitere Beispiele
und formulieren Sie diese in eine gewaltfreie Sprache um!
Gerne können Sie uns im Kommentarfeld auch an Ihren Gedanken teilhaben lassen.
Ich würde mich freuen.

Das Kartenset „Die Kraft der Sprache“ wird vom LINGVA ETERNA Institut für bewusste Sprache herausgegeben. Mechthild R. von Scheuerl-Defersdorf hat mit diesem Set ein Reflexionsinstrument vorgelegt, das eine klare, lösungsorientierte und wertschätzende Kommunikation schaffen möchte. Die Karten können für Einzelpersonen oder im Team genutzt werden. Vielfältige Anregungen lassen Sprachentwicklung zu. Falls Sie also an Ihrer Sprache arbeiten möchten …

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (2) | Autor:

Das 1×1 des fairen Streitens in der Familie

Montag, 24. Februar 2014 11:03

Freitag 17 Uhr, es ist Februar und bereits dunkel. Ich gehe durch die Straßen, weil ich noch ein Geburtstagsgeschenk einkaufen will und auch noch Lebensmittel für’s Wochenende brauche. Vor mir geht eine Mutter mit ihrem ca. 5jährigen Sohn. Der Sohn zetert und mault. Die Mutter fängt an immer lauter zu sprechen. Der Junge fängt an zu jammern, er will etwas, ich kann die Situation nicht vollständig erfassen. Die Mutter ist anscheinend genervt, sie spricht immer lauter und heftiger. Der Sohn jammert. Dann der Ausspruch der Mutter: „Du bist so was von ungezogen. Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, dann setzt’s was.“ Der Sohn hört nicht auf.

Ich gehe weiter und begegne einer Familie, die ebenfalls zwei Kinder hat. Die Eltern sind mit ihrem Sohn, ca. 5 Jahre alt, und ihrer Tochter, ca. 3 ½ Jahre alt, unterwegs. Vater und Mutter schieben jeweils einen Buggy. Das Mädchen sitzt drin, der Junge läuft neben seinem Buggy her. Anscheinend ist auch noch der Großvater dabei, er läuft gemächlich nebenher. Auch hier hat der Sohn anscheinend ein „Problem“. Auch er jammert und ist weinerlich, die Sitution ist angespannt. Und was sagt hier die Mutter? Sie sagt: „Ich verstehe dich, das würde mich auch ärgern.“ Und der Großvater ergänzt: „Ja finde ich auch. Aber das kriegen wir schon hin.“ Der Junge beruhigt sich.

Zwei Situation mit ähnlicher Ausgangslage, die für die jeweiligen Jungen jeweils total unterschiedlich ausgehen. Was die beiden Jungen wohl für ihr weiteres Leben „lernen“?

Kommunikation ist der Schlüssel zu jeder guten Beziehung. Das gilt besonders für die Beziehungen innerhalb der Familie. Es lohnt sich daher, einmal einen prüfenden Blick auf das eigene Kommunikationsverhalten zu werfen: Drücke ich mich meinem Kind gegenüber klar und verständlich aus? Kann ich zuhören, wenn mein Kind mir etwas sagen will? Verhalte ich mich in Konfliktsituationen fair und respektvoll gegenüber meinem Kind?
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 15

Interessieren auch Sie sich dafür, die Kommunikation mit Ihrem Kind zu verbessern? Dann kann ich Ihnen gerne ein Buch empfehlen, das derzeit beste deutsche Buch zu Thema „Kommunikation mit Kindern“. Rita Steininger hat sich mit dem Thema des fairen Streitens innerhalb der Familie beschäfigt. Sie schreibt im ersten Teil ihres Buches über das Hören im Konflikt, das Sprechen im Konflikt, Gefühle im Konflikt, Grenzsetzung, Regelerstellung, Mediation und den Familienrat. Der zweite Teil ihres Buches widmet sich speziellen Streitigkeiten im Familienrahmen, dem Selbständig werden, dem Thema Verantwortung übernehmen, dem Umgang mit Emotionen, dem Geschwisterstreit, Lernstress, der Pubertät und vielem mehr.

Das Buch stellt die derzeit aktuelle Theorie und Diskussion zu den Themen vor, es lebt von den vielen Beispielen, die die jeweiligen Themen illustrieren, und es gibt handfeste Expertentipps, auf die Eltern im Alltag zurückgreifen können.

Ich freue mich, dass meine Bücher „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ sowie „Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ als Fachliteratur Eingang in dieses Buch gefunden haben. Und ich gratuliere Ihnen, sehr geehrte Frau Steininger, sehr herzlich zu diesem gelungenen Buch !!! Ich drücke die Daumen, dass so viele Eltern wie möglich dieses Buch in die Hände bekommen. Es ist ein „must have“ im Kommunikationsbereich der Familie …

Und passend zu den Situationen, die ich am heutigen Nachmittag erlebt habe, möchte ich hier gerne noch einen Absatz aus dem Buch „Das 1×1 des fairen Streitens“ zitieren:

Wichtig: Kinder wollen sich zugehörig fühlen
Eines ist für die Eltern-Kind-Kommunikation besonders wichtig zu wissen: Auch Kinder hören bevorzugt auf dem Beziehungsohr! Das heißt, dass bestimmte ( vor allem kritisierende) Äußerungen der Eltern bei ihnen sehr schnell zu Zweifeln und Ängsten führen können: Ist Papa böse auf mich? – Hat mich Mama noch lieb?
Wenn Sie bei Ihrem Nachwuchs Anlass zur Kritik sehen, sollten Sie deshalb immer sorgsam darauf achten, dass Sie nur das (Fehl-)Verhalten Ihres Kindes beanstanden, niemals aber seine Persönlichkeit infrage stellen. Kinder brauchen mehr als alles andere die Bestätigung: „Meine Eltern lieben mich, so wie ich bin – auch wenn ich Fehler ache.“ Das Gefühl der Zugehörigkeit ist für ihre Entwiclung enorm wichtig. Vermeiden Sie deshalb herabsetzende Du-Botschaften wie diese: „Du bist so was von ungezogen!“ Oder: „Du bringst mich zur Verzweiflung!“
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 28.

GUTE KOMMUNIKATION FÄNGT IN DER FAMILIE AN !!!
Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

Gute Kommunikation und gelingendes Konfliktmanagement in der Familie

Montag, 13. Januar 2014 19:32

„Die Wirtschaftsmediation“ berichtet über gute Kommunikation und gelingendes Konfliktmanagement in der Familie.

Im Mai diesen Jahres habe ich die Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation“ in diesem Blog vorgestellt, und ich muss sagen: Einmal Wirtschaftsmediation, immer öfter Wirtschaftsmediation …

In der Ausgabe 3/2013 der Zeitschrift „Die Wirtschaftsmediation – Fachmagazin für Unternehmen und öffentliche Verwaltung“ gab es einen Grundsatzartikel zum Thema „Was ist Familienmediation“. Da ich im Leitungsgremium der BM Fachgruppe „Mediation in Familie und Partnerschaft“ tätig bin, fand ich diesen Artikel zur Familienmediation natürlich besonders spannend.

Darum freue ich mich sehr, dass der Verlag mich angefragt hat, für die darauffolgende Ausgabe 04/2013 der „Wirtschaftsmediation“ einen Artikel zum Thema „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ zu schreiben. Dem bin ich natürlich gerne nachgekommen, und mit Freude möchte ich Sie hier im Blog an diesem Artikel teilhaben lassen.

Was ist wichtig, wenn man an das wohlwollende und kommunikative Miteinander in der Familie denkt?

Zeit für die Kommunikation in der Familie investieren
Auf Respekt und Wertschätzung bauen
Gut zuhören
Gefühle beachten
Regeln und Rituale
Ich-Botschaften nutzen
Familienrat
Metakommunikation
Im Gespräch miteinander bleiben

Das sind auch die Überschriften, über die ich im Artikel kurz, präzise und prägnant geschrieben habe. Und da ich möchte, dass der Inhalt in möglichst vielen Familien zum Einsatz kommt, finden Sie hier sogar den gesamten Artikel zum download. Gerne können Sie mit einem Doppelklick auf die rote Schrift die Datei öffnen und herunterladen:

Gute Kommunikation und gelingendes Konfliktmanagement in Familien

Besten Dank an Gernot Barth und Bernhard Böhm, die beiden Herausgeber der Wirtschaftsmediation, für die Erlaubnis, diesen Artikel auch hier im Blog anbieten zu können …

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Kommunikation, Konflikte, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

On friendship

Montag, 12. August 2013 20:16

Aufmerksame Leser dieses Blogs haben sicherlich noch die Gedanken von Hektor bzw. dessen Frau Clara bzw. von Aristoteles zum Thema Freundschaft in Erinnerung. Heute möchte ich hier ein Gedicht zitieren, das von Nicole Ritchie stammt, einer 15jährigen Schülerin aus der USA, die zum Thema Freundschaft ein Gedicht geschrieben hat.

When you are sad I will dry your tears
When you are cared I will ease your fears

When you are worried I will give you hope
If you want to give up I’ll help you cope

When you are lost and can’t see the light
I’ll be your beacon shining so bright

This is my oath that I pledge to the end
Why you might ask?

Because you’re my friend.

Quelle: Canfield, Jack; Hansen, Mark Victor u.a.: Chicken Soup for the Preteen Soul. Health Communications, Inc. 2000. S. 39.

Das Gedicht stammt aus dem Buch „Chicken soup for the preeteen soul“. Die chicken soup Bücher habe ich bereits in einem früheren Blogartikel vorgestellt. Herausgegeben von New York Times Bestsellerautoren erreichen die Bücher dieser Reihe regelmäßig Bestsellerauflagen. Sie bieten Geschichten, die das Herz ansprechen, zu Tränen rühren, vielen Menschen Trost geben und anderen Menschen zu einem Motivationsschub verhelfen.

Mein neustes Buch aus der Reihe heißt „Chicken soup for the preteen soul“. Es richtet sich an die kids, die zwischen neun und dreizehn Jahren alt sind oder an Erwachsene, die sich für diese Altersstufe interessieren und gerne wissen möchten, was diese Kinder bewegt. Rund um die Themen Freundschaft, Familie, Liebe, Tod und Sterben, Perspektiven, Widerstände überwinden, Träume verwirklichen … finden sich im Buch viele wahre von Kindern selbst erlebte Geschichten. Bei manchen Geschichten war ich zu Tränen gerührt, bei anderen musste ich laut loslachen.

Mal sehen, vielleicht gibt es in nächster Zeit einige weitere Geschichten und Gedichte aus diesem Buch in diesem Blog. Bis dahin allen Schülerinnen und Schülern Berlins einen guten Start ins neue Schuljahr
wünscht Christa Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor:

www.mediation-berlin-blog.com zählt zu den besten Adressen im Weiterbildungs-Web

Donnerstag, 8. August 2013 20:12

tl_pokal2013grossIch freue mich sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass dieser Blog 2013 zu den 210 besten Adressen im Weiterbildungs-Web gehört. Jährlich veröffentlicht der managerSeminare Verlag in seiner Zeitschrift die besten Adressen im Weiterbildungs-Web, und dieses Jahr ist mein blog dabei !!

Gerne können Sie die TOP-Weiterbildungs-Links online oder im print anschauen.

Bitte stoßen Sie virtuell mit mir und einem Glas Sekt auf viele weitere gute Blogartikel an …
Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen | Kommentare (2) | Autor:

Die Gewaltfreie Kommunikation in der App

Montag, 17. Juni 2013 6:32

Was die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) nach Marshall Rosenberg ist, dürfte den LeserInnen dieses Blogs bekannt sein.

Die lebensentfremdende Kommunikation arbeitet stark mit moralischen Urteilen. Marshall Rosenberg setzt ihr die gewaltfreie Kommunikation entgegen, die in der Tradition der klientenzentrierten Gesprächsführung von Carl Rogers steht. Das dahinter stehende Menschenbild geht auf die der humanistischen Psychologie entlehnte Haltung zurück, in einer schädigenden Aktion eines Individuums nicht den Ausdruck des inneren Wesens zu sehen, sondern die „fehlgeleitete“ Strategie eines eigentlich positiven Impulses. Rosenberg beschreibt jede Form von Gewalt als einen tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Er nimmt an, dass jeder Mensch gern bereit sei, etwas für einen anderen Menschen zu tun, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind

„Gefühle sind die Kinder der Bedürfnisse“,
so ein Postulat Rosenbergs …

Ein Satz der gewaltfreien Kommunikation besteht aus vier Bausteinen:
a. Beschreibung eines Vorfalls in neutralen Worten
b. Nennung des Gefühls, das dieser Vorfall ausgelöst hat
c. Nennung des Bedürfnisses, das hinter dem (befriedigten oder unbefriedigten) Gefühls steht
d. Die mit der Situation verbundene Bitte

Grob gesagt kann ein derartiger Satz folgendermaßen lauten: „Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“

Die GfK ist in der menschlichen Kommunikation keine Methode, sondern vielmehr eine Haltung. Es ist gar nicht so einfach, einen Satz nach der Lehre der Gewaltfreien Kommunikation zu formulieren.

Jetzt gibt es eine wunderbare Unterstützung, um zu lernen, was der Unterschied zwischen Beobachtung und Interpretation, Gefühl und Gedanken, Bedürfnis und Strategie, Bitte und Forderung ist. Es gibt die Handy-App GfK 4.

Mit dieser GfK-Übung von Jan Foshag können die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg geübt werden. Die App ist kostenfrei und das Üben macht Spaß. Ich habe in den letzten Wochen dank der App weitere Fortschritte in meinen GfK-Gedankengänge erhalten und freue mich darüber sehr.

Hier einige kurze Sequenzen auch für Sie zum Üben,
und wenn Sie mehr wollen, so laden Sie sich doch die App auf Ihr Handy …

Ist der folgende Satz Beobachtung oder Bewertung?
Sie ist immer gut drauf.
Sie macht mich nicht glücklich.
Er hat mir gesagt, dass ich nicht gut genug bin.

Gefühl oder Gedanke?
Ich fühle mich gut.
Ich fühle mich nutzlos.
Ich freue mich, dich wieder zu sehen.

Bedürfnis oder Strategie?
Spiele zu gewinnen gibt mir Zutrauen.
Ich gehe gerne ins Kino.
Ich möchte mich lebendig fühlen.

Bitte oder Forderung?
Magst du zumindest einmal die Woche mit mir telefonieren?
Bitte bleibe fair.
Wärst du bereit meinen Text einmal durchzulesen?

Viel Spaß beim Üben von GfK-Sätzen wünscht
Christa D. Schäfer

Besten Dank an Jan Foshag für diese App !!

Weitere interessante Artikel:

GfK-Comics aus dem Schulbereich

GfK visuell

Thema: Kommunikation | Kommentare (2) | Autor:

Die Arbeit mit Metaphern in der Mediation

Montag, 8. April 2013 6:46

So langsam geht alles den Bach runter …
Stufe für Stufe gehen wir der Lösung entgegen …

Mediatoren sollten in ihrer Arbeit sprachsensibel vorgehen. Der Grad der Sprachsensibilität wird vom Aufmerksamkeits- und Sprachvermögen eines Mediators bestimmt und kann zudem von Mediation zu Mediation ganz unterschiedlich sein.

Metaphern fördern die Aktivierung der rechten Gehirnhälfte. Die rechte Gehirnhälfte steuert die Intuition, Kreativität, Symbole und Gefühle. Beim Hören einer Metaphern können eigene, dazu passende Bilder, Symbole, Melodien oder Gerüche entstehen. Das Rohmaterial der Gedanken, die aufblitzenden Ideen, die Bilder, alle Sinneseindrücke werden rechts bearbeitet. Die Hauptziele der Verwendung von Metaphern im therapeutischen Kontext sind es, Veränderung zu fördern, neue Perspektiven zu gewinnen und neue Möglichkeiten der Interpretation einer Situation zu ermöglichen.

Das Verfahren der Mediation richtet sich an den Verstand der Medianden. Eine Metapher zielt auf unbewusstes Verstehen ab. Metaphern können nicht schnell und vollständig intellektuell analysiert und verstanden werden. Sie besitzen im Sinne des Psychotherapeuten Milton H. Erickson stets etwas Vages, Ungewisses und eine versteckte Bedeutung. Damit beeinflusst eine Metapher innere Prozesse, die sich dann in äußeren Veränderungen widerspiegeln können. Dies führt dazu, dass durch eine Metapher einerseits das bewusste Denken beschäftigt wird und andererseits unbewusste Suchprozesse nach neuen Bedeutungen und Lösungen angeregt werden. Metaphern berühren unser Herz und die Kreativität des Unbewussten. Sind sie gleichzeitig abstrakt und entfernt genug vom eigentlichen Problem, werden überkritische Anteile des bewussten Denkens den kreativen Prozess des Unbewussten nicht durch Widerstände, Zweifel oder intellektuelle Vorurteile stören.

Im NLP-Sprachgebrauch lösen Metaphern beim Zuhörer einen Prozeß der transderivationalen Suche, auch Ableitungssuche genannt, aus. Der Hörer einer Metapher hört die gesprochenen Wort auf einer Oberflächenstruktur (1), er versteht die Bedeutung der Metapher auf einer Tiefenstruktur (2), und er entwickelt eine parallele Deutung auf einer zusätzliche Tiefenstruktur (3), die in das Welt-Modell der Person passt, die einen inneren Zustand der Person aktiviert, oder die für ihr Leben bedeutungsvoll ist. Somit passiert durch eine Metapher ein Suchprozess nach einer spezifischen, den Prozess betreffenden Tiefenstruktur. Zudem bewirken Metaphern eine Dissoziierung von einem Problem, wenn das Problem (Bereich A) in einen anderen (weniger belastenden) Kontext (Bereich B) gestellt wird.

Ich persönlich arbeite in meinen Mediationskontexten sehr gerne mit der Methode der Metaphern. Sowohl in der Mediation mit Familien und Paaren als auch in der Gruppenmediation lässt sich diese Methode wunderbar einsetzen. Für das Buch „Konflikte lösen in Teams und großen Gruppen“ (Hrsg. Peter Knapp) habe ich kürzlich einen Fachartikel zur Arbeit mit der Metaphernmethode beigesteuert. Wer ein Mal mit Metaphern in der Mediation gearbeitet hat, der wird von der Wirkung dieser Methode begeistert sein und daran festhalten …

Jetzt habe ich ein Buch in die Hände bekommen, das diese Methode ausführlich behandelt. Ich war ernsthaft begeistert, das von Brigitte und Ernst Spangenberg geschriebene Buch „Sprachbilder und Metaphern in der Mediation“ in den Händen zu halten. Das Buch startet mit einer Beschreibung der Arbeit mit metaphorischen Ausdrücken. Es folgen Kapitel, in denen die Spangenbergs die Grundsätze in der Mediation in Form von Metaphern erklären, den Phasen der Mediation Metaphern zuweisen, über Konfliktmetaphern, Lösungsmetaphern und Schlüsselbilder berichten sowie die Anwendung von Metaphern in schwierigen Fallkonstellationen darstellen.

Das Buch ist das erste Werk, das sich dem Thema „Metaphern in der Mediation“ verschrieben hat. Es ist ein absolutes Muss und ein Highlight für all diejenigen MediatorInnen, die von dem Thema Sprache in der Mediation fasziniert sind und die auch auf unbewusster Ebene über das Thema Sprache in Mediationen arbeiten möchten.

Einige Zitate aus dem Buch mögen Ihnen Lust machen, sich intensiver mit dem Buch zu beschäftigen:

„Jeder Mediand hat zwei Seelen in seiner Brust, von denen die eine sich nach Frieden sehnt, während die andere den Konflikt provoziert. Medianden benötigen oft nur einen Vitaminstoß, um ihren Konflikt eigenverantwortlich lösen zu können. Die Mediation ist ein Impuls, der bei den Medianden eine Kugel ins Rollen bringt. Jede Mediation ist ein Abenteuer, bei dem es immer wieder erstaunliche Eigenschaften des Menschen zu entdecken gilt.“ (Brigitte und Ernst Spangenberg: Sprachbilder und Metaphern in der Mediation. Frankfurt: Metzner Verlag 2013. S. 31)

Christa D. Schäfer

Hier geht’s zum Artikel Geschichten in der Mediation nutzen …

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren | Kommentare (0) | Autor:

GfK visuell

Montag, 25. März 2013 7:18

Schon das ein oder andere Mal habe ich in Grundschulen die Gewaltfreie Kommunikation eingeführt. Stets hatte ich zwei Bildkarten dabei, um die verschiedenen Sprachen nach Marshall Rosenberg zu visualisieren: eine Bildkarte mit einem Wolf und eine Bildkarte mit einer Giraffe.

Wie sicherlich bekannt, steht der Wolf in der GfK für die Wolfssprache. Nach Rosenberg ist dies eine „lebensentfremdende Sprache“, in der moralisches Urteilen über andere, das Beleidigen, Anbrüllen, das Leugnen von Verantwortung und vieles mehr Platz hat.

Die Giraffe steht für die Giraffensprache und die gewaltfreie Kommunikation. Sie ist das Landtier mit dem größten Herz und hat zudem durch ihren langen Hals einen guten Überblick. Die Giraffensprache ist in vier Bausteine gegliedert:

  1. Beobachten ohne zu bewerten
  2. Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
  3. Bedürfnisse erkennen und ausdrücken
  4. Bitten formulieren

Zu jedem der Bausteine könnte und müsste eine ganze Menge erklärt und geschrieben werden. Ich möchte jedoch an dieser Stelle Bildkarten sprechen lassen. Die Bildkarten sind von Lina Natterer (UdK Berlin), die zu jeder der vier Bausteine eine Symbolkarte konzipiert hat. Schauen Sie selber:

von Lina Natterer

 

von Lina Natterer
von Lina Natterer

 

von Lina Natterer

 

Natürlich möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei Lina Natterer bedanken, die mir die Erlaubnis zum Abdruck ihrer Bildkarten gegeben hat. Hoffentlich kommen die Karten demnächst in möglichst vielen Grundschulklassen zu Einsatz.

Kennen Sie schon die Comics zur GfK, auch die finden Sie hier im Blog …

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation | Kommentare (0) | Autor:

GfK in der Schule

Montag, 7. Januar 2013 14:04

Viele Schulen nutzen die GfK, die Gewaltfreie Kommunikation, als Methode im Rahmen der Gewaltprävention. Meist passiert dies im Grundschulbereich, und oft ist das Heft “Achtsamkeit und Anerkennung“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Grundlage für das in der Schule zum Thema entwickelte Curriculum. An einigen Schulen wird die GfK „nur“ den StreitschlichterInnen vorgestellt, an anderen Schulen kommen alle dritten Klassen in den Genuss, die GfK kennen zu lernen, und wieder andere Schulen führen die GfK im Zusammenhang mit dem Klassenrat ein.

Es macht meiner Ansicht nach großen Sinn, die GfK bereits im Lehramtsstudium den zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern nahe zu bringen. Und deshalb weise ich im Rahmen aller meiner Seminare auf die Gewaltfreie Kommunikation hin. Dann lesen wir einen Text von Rosenberg, diskutieren, üben, malen, schreiben Geschichten und wenden die GfK natürlich auch im Seminarkontext an.

Aus diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen gerne etwas ganz Besonderes vorstellen. Luisa Rund (UdK Berlin) hat die GfK in drei Comics gepackt. Im ersten Comic spricht die Lehrerin Frau Blume mit einem Schüler über dessen Mathematikleistungen, im zweiten geht es um einen Schüler-Schüler-Konflikt, und im dritten sprechen einige SchülerInnen mit Ihrer Lehrerin über die zukünftige Unterrichtsgestaltung. Freuen Sie sich mit mir über diese wunderbaren Comics.

Und besten Dank an Luisa Rund für die Erlaubnis, diese Comics hier abdrucken zu dürfen!!

Christa D. Schäfer

 

Comic GfK Lehrer – Schüler

Comic von Luisa Rund

 

Comic GfK Schüler – Schüler

Comic von Luisa Rund

 

Comic GfK Schüler – Lehrer

Comic von Luisa Rund

 

Thema: Kommunikation | Kommentare (8) | Autor: