Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kommunikation'

„Kommunikation ist …

Montag, 18. Januar 2010 7:11

… der Stoff, aus dem soziale Systeme bestehen. Indem wir uns in die etablierten Kommunikationsweisen einfädeln, werden wir zu Mitgliedern eines Systems und nehmen an dessen kontinuierlichem Bemühen um Sinnklärung und Sinnfortschreibung teil.

Für Systemiker bedeutet dies, dass für sie die Kommunikation das ist, was es zu fördern und zu erhalten gilt, nicht das Rechthaben und Bescheidwissen in der Kommunikation selbst. Sie wissen um die Begrenztheit ihrer eigenen Deutungen und sind deshalb weniger darum bemüht, Ratschläge zu geben als vielmehr Selbstklärungsprozesse (‘Suchbewegungen’) zu initiieren.“

Autoren dieser Zeilen sind der Pädagoge und systemische Berater Prof. Dr. Rolf Arnold sowie die systemische Beraterin Beatrice Arnold-Haecky. Beide haben das hervorragende Buch „Der Eid des Sisyphos. Eine Einführung in die Systemische Pädagogik“ (obiges Zitat von S. 93) geschrieben. Neben anderen Kapiteln widmet dieses Buch auch ein Kapitel dem Thema „Kommunikation und Unterricht“ sowie dem „Konflikttraining in der Schule“.

Zu Störungen der Kommunikation in der Schule berichten Arnold und Arnold-Haecky u.a., dass wir uns bei einer Kommunikation immer ein Bild vom Empfänger einer Nachricht machen und unseren Kommunikationsstil diesem anpassen. Das Bild, das wir uns gestalten, ist dabei immer ein Produkt von dem, was „ist“, kombiniert mit dem, was wir darüber denken. Dabei treten drei Verfälschungs-Mechanismen auf:

Projektion:
Es wird am anderen vehement das bekämpft, was man an sich selber nicht mag. Bsp.: Ich falle gerne anderen ins Wort, um meine Meinung schnell kund zu tun. Bei meinen LehrerkollegInnen kann ich diese Verhaltensweise jedoch schon mal gar nicht leiden.

Übertragung:
Ein Gegenüber erinnert uns (meist unbewusst) an einen anderen Menschen und wir reagieren in einer „alten Weise“ darauf. Bsp.: Schon bei meinem Bruder konnte ich nicht leiden, dass er …, und jetzt macht dieser Schüler ganz genau dasselbe.

Unrepräsentativer Kontakt:
Es entsteht ein einseitiges Bild meines Gegenübers in der Kommunikation, da ich diesen ja nur in einer Situation kenne und wahrnehme. Bsp.: Ich kenne Max nur aus meinem Deutschunterricht, nicht aber in seinem Engagement für beispielsweise die evangelische Kirche oder für ältere Mitmenschen.

Bedenken sollte man bezüglich der Kommunikation im Schulkontext auch:

„Nichts existiert für uns, bis wir in Beziehungen eintreten!“
(Der Eid des Sisyphos, S. 102)

„Optimale Kommunikation ist nur dann möglich, wenn wir dem anderen vermitteln, dass wir ihn als Person annehmen.“
(ebenda)

Ja, und falls Sie noch kurz vor der Vergabe der Halbjahreszeugnisse mit einer oder einem Beteiligten am System Schule einen „Zwischenfall“ hatten, über den Sie sich arg geärgert haben, so bietet die folgende Übung aus dem hier besprochenen Buch einen guten Weg zur Reflexion der Situation und zu einer möglichen Veränderung der Kommunikationsmethodik in einer ähnlich gelagerten neuen Situation.

„Denken Sie an einen ‘Zwischenfall’ in Ihrem schulischen Kontext, bei dem Sie sich über Ihr Gegenüber geärgert haben, und beantworten Sie für sich folgende Fragen:
Was hat der andere gesagt oder getan?
Wie haben Sie dies interpretiert?
Welches Bild haben Sie von diesem Menschen?
Wie hat dieses Bild Ihre Interpretation des Geschehens beeinflusst?
War in Ihren Reaktionen eine negative Bewertung Ihres Gegenübers spürbar?
Haben Sie sich selbst durch Ihr Gegenüber negativ bewertet gefühlt?
Haben Sie ihm gezeigt, wie Sie seine Worte oder sein Handeln interpretieren und was diese Interpretation bei Ihnen auslöst, oder haben Sie sich hinter allgemeinen Aussagen, Vorwürfen oder Unnahbarkeit versteckt?“

“Der Eid des Sisyphos” von Arnold und Arnold-Haecky bietet vielfältige Gedankenanregungen und Übungen und es ließe sich noch etliches über dieses kluge Buch zur Einführung in die Systemische Pädagogik schreiben. Für Frühjahr habe ich einen Blog-Artikel geplant über die fünf Leitsätze des systemischen Denkens und Handelns, die im Buch interessant, schul-nah und für alle gut verständlich formuliert sind …

Rolf Arnold hat übrigens auch darüber geschrieben, wie die Systemische Pädagogik zur DISZIPLIN steht …
Viel Spaß beim Weiterlesen
wünscht Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Konfliktmanagement, Literaturempfehlungen, Systemischer Ansatz | Kommentare (0) | Autor:

Kooperative Gesprächsmethoden und eine Mediative Kommunikation

Montag, 4. Januar 2010 7:35

Gleich zu Jahresbeginn möchte ich an dieser Stelle ein Buch vorstellen, das ich Mediationsanfänger und -fortgeschrittenen gleichermaßen empfehlen möchte. Es ist das Buch „Mediative Kommunikation“ von Doris Klappenbach (Kriseninterventionsberaterin, Mediatorin und Ausbilderin BM, FU Berlin).

Ihr 2006 im Junfermann erschienenes Buch zeigt neben der Methode der Mediation, wie aus der Mediation stammende Methoden und Elemente zur Steigerung der Konflikt- und Handlungsfähigkeit in Beruf und Privatleben genutzt werden können. Dabei wird mit dem Einsatz dieser Methoden nicht erst gewartet, bis ein Konflikt eskaliert ist; die Mediative Kommunikation setzt bereits frühzeitig ein, um Konflikte deeskalierend zu behandeln. Klappenbach bezeichnet dies als „die Entgrenzung der Mediation“. Damit spricht mir Doris Klappenbach aus dem Herzen, denn meine Bücher zur Kommunikation in der Familie sowie zum Kommunikations- und Konfliktmanagement für Eltern verfolgen ebenfalls diese Gedankengänge und greifen mediative Kommunikationselemente speziell für den Familienbereich auf. Die Gewaltfreie Kommunikation spielt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle im gegenseitigen Miteinander, aber auch Gedankengänge der Themenzentrierten Interaktion (TZI), des Neurolinguisitischen Programmierens (NLP) und der Transaktionsanalyse (TA) sind wichtig.

Bei der Öffnung des Methodenkoffers zur Mediativen Kommunikation kommen beispielsweise kooperative Gesprächstechniken zum Vorschein.

Kooperative Gesprächstechniken eröffnen im Gegensatz zu Gesprächskillern oder Gesprächssperren einen Raum zum Reden und Zuhören. Verschiedene Fragetechniken stehen im Dienst eines guten (Konflikt-)Klärungsgespräches.

Natürlich sind Ich-Botschaften das grundlegendste und wichtigste Handwerkszeug in diesem Bereich. Wenn die Mutter am Donnerstag Abend zu ihrer Familie sagt: „Ich fühle mich überfordert, wenn ich den Einkauf jetzt noch erledigen soll, weil ich den ganzen Tag gearbeitet habe und jetzt sehr müde bin. Ich möchte, dass der Einkauf heute von jemandem anderen übernommen wird.“, so hört sich das ganz anders an als wenn sie sagt: „Mir stinkt’s, ich kauf heute gar nichts mehr ein.“ Bei dem zweiten hier vorgeschlagenen Satz ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass jemand aus der Familie den Einkauf übernimmt. Vielmehr werden alle die Mutter in Ruhe lassen und denken: Die hat ja schon wieder schlecht Laune …

Aber auch die Methode des positiven Umformulierens ist mächtig. Die Großmutter kann zum Enkel sagen: „Du störst mich gar nicht.“, das impliziert evtl. den Gedanken „Glück gehabt“ beim Enkel. Die Großmutter kann jedoch auch sagen: „Ich freue mich, dass Du da bist.“ und der Enkel erfährt hierdurch eine Würdigung. Die Kernaussage der Großmutter ist jeweils dieselbe, die Wirkung der Aussage ist extrem unterschiedlich …

Offene Fragen haben gegenüber geschlossenen Fragen den Vorteil, den Gesprächs- und Handlungsraum in der Antwort zu vergrößern. Während geschlossene Frage nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden können (oder einer Zahl, einem Straßennamen oder ähnlich kurzen Antworten), kann der Antwortende bei offenen Fragen weiter ausholen, mehr erzählen und „in die Tiefe“ gehen. Geschlossene Fragen dienen hingegen oft der Zusammenfassung oder bringen Klarheit in einen Sachverhalt.

Offene Fragen sind beispielsweise „W-Fragen“. Hiermit kann man Situationen klären, also fragen: „Wer?“, „Was?“, „Wie?“, „Wofür“. Wenn es nicht ohne den Blick auf eine Begründung geht, kann auch das Fragewort „Warum?“ genutzt werden. Ganz vorsichtig sollte man mit der Frage „Warum?“ sein, denn dies fordert eine Rechtfertigung und wird nicht als unterstützend gesehen. Man sollte auch bedenken, dass „Vergangenheitsfragen“ oft das Gespräch blockieren und es nicht voran bringen …

Fragen, die den Prozess in der Mediativen Kommunikation unterstützen sollen, müssen stets von Seiten des Fragestellenden wertfrei formuliert und gemeint sein. Den Prozess unterstützende Fragen können Informationsfragen sein (nach Fakten oder Meinungen fragen), Klärungsfragen („Können Sie mir ein Beispiel dafür nennen?“), Beurteilungsfragen („Was ist für Sie interessant daran?“) oder teilnehmende Fragen, mit denen sich Einstellungen und Wünsche erfahren lassen („Was macht Ihnen bei dieser Entwicklung ein gutes Gefühl?“).

Kontextfragen helfen, eine Situation genauer zu verstehen: „Wie ist das Verhältnis zu Ihren Freundinnen insgesamt?“. Metaphorische Fragen ermöglichen einen neuen eher bildlich angelegten Verstehensprozess: „Wenn Sie ihren Konflikt zeichnen würden, was würde zu sehen sein?“. Skalierungs- oder Rangfragen lassen die Bedeutsamkeit eines Konfliktes erkennen: „Wenn Sie den Konflikt auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen sollen, welchen Rang würde er dann belegen?“

Auch konkretisierende Fragen helfen in der Mediativen Kommunikation. Dies sind beispielsweise Fragen zu Verhaltensmustern wie etwa: „Woran erkennen Sie, dass ihr Freund sie ablehnt?“, „Woran merken Sie, dass Paul ihnen nie zuhört?“. Zirkuläre oder triadische Fragen ergänzen bereits Erfahrenes durch eine neue Perspektive: „Was glauben Sie, dass ihre Mutter über ihren Streit mit ihrer Kollegin denkt?“.

Ressourcenorientierte Lösungsfragen runden Problem- oder Konfliktlösungsgespräche ab und unterstützen die Lösungsfindung. Zukunftsfragen, Wunderfragen oder auch Als-ob-Frage bieten sich in diesem Zusammenhang an: „Woran wird sich ihre Reaktion zukünftig festmachen?“ „Stellen Sie sich vor, Sie könnten Wunder bewirken, was würde geschehen und welche Auswirkungen hätte dies?“ „Stellen Sie sich vor, das Problem wäre gelöst, was wäre dann anders als jetzt?“

Paradoxe Fragen sind eine in der Konfliktbearbeitung eher vorsichtig anzuwendende Frageart. „Was müssten Sie tun, damit der Konflikt in drei Tagen doppelt so heftig ist wie jetzt?“, das wäre eine paradoxe Frage, die Distanzierung hervorruft, andererseits aber auch Bewegung in eine Konfliktlösung hineinbringen kann.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Fragen im nächsten Konfliktklärungsgespräch!
Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren | Kommentare (0) | Autor:

Die Schule neu machen, Teil 2 …

Montag, 12. Oktober 2009 9:10

… schreibt die Geschichte des ersten Band einer Schulgründung weiter und führt den Leser in die Ausgestaltungs- und Konsolidierungsphase der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck (EGG). Und wieder versteht es Rainer Winkel sowohl die Arbeit der Schulgründung als auch das Miteinander in der neuen Schule spannend in diesem Buch darzustellen.

Der Umgang mit Unterrichtsstörungen und mit schwierigen Kindern hat in der Zwischenzeit eine feste Form gefunden: „Wer etwas Schlimmes oder gar Böses getan hat, dem muten wir eine dreifache Erziehungsmaßnahme zu: Durch Aufschreiben des Sachverhaltes Distanz gewinnen; durch Zugeben Verantwortung übernehmen; und durch eine gute Tat Wiedergutmachung leisten.“ Notfalls werden die Störenden konsequent vom Unterricht suspendiert, in die Parallelklasse versetzt oder der Schule verwiesen.

Drei Wege zum Verstehen und zur Bearbeitung der Probleme, die viele Schüler mitbringen, haben sich für Winkel bereits im zweiten Jahr der Schulgründung herauskristallisiert: Erstens der Weg der Selbst-Besinnung, der mit dem oben genannten Dreischritt einhergeht. Zweitens der Weg der Selbst-Regulierung. Er setzt Einsichten voraus, wendet sich an diejenige, die schon wissen, was notwendig ist, hat feste Verabredungen vor Augen und bevorzugt das Abschließen eines Vertrages, der präzise festhält, was der jeweilige Schüler verspricht, was die Lehrer sich vornehmen und was die Eltern unterstützen werden. Und schließlich der dritte Weg zur Selbst-Heilung. Dieser bekennt sich zur Therapie und mobilisiert im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe die Selbsthilfepotentiale des jeweiligen Kindes bzw. Jugendlichen.

Auch Patenschaften im Sinne eines Buddy-Systems werden an der neuen Schule eingeführt und dienen dem sozialen Lernen: „Alle Klassen und alle Schüler sind durch Patenschaften verbunden – ähnlich wie die einzelnen Schulgebäude mit dem Stadtteil.“ Der Apothekerverein wird Pate für den Biologietrakt, Schalke wird Pate für die Sporthalle. Sogar die Jugendlichen, die Silvester auf dem Schulgelände „herumlungern“, werden eingebunden und drei von Ihnen bekommen die Verantwortung für die Unversehrtheit des Geländes übertragen.

In Gelsenkirchen-Bismarck gibt es genauso viele schwierige Schülerinnen und Schüler wie in Berlin. Dennoch hatte die EGG in der Phase, in der Winkel Gründungsdirektor war, den Berliner Schulen einiges voraus: Sie hatte einen Schulleiter, der reformpädagogisch orientiert konsequent mit dem Kollegium, den Eltern, dem Umfeld sowie natürlich den Schülerinnen und Schülern kommuniziert hat.

Konfliktlösungen sollten in der Schule nicht im Sinne von „Entweder-oder-Entscheidungen“ vorgeschrieben, sondern stets im Sinne des antinomischen „Sowohl-als-auch“ betrachtet werden. Wer sich für Menschen, für Schulgründungen, menschliche Verwicklungen in einem frischen Schulunternehmen oder für Unterrichtsstörungen interessiert, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Nochmals nachlesen, welche Schwerpunkte der ersten Band der Buchtriologie gelegt hat?

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen, Unterrichtsstörungen | Kommentare (0) | Autor:

Kommunikation zwischen Schulleitung und Lehrern

Donnerstag, 1. Oktober 2009 14:42

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin hat dieses Schuljahr einen Karteikasten zum Thema „Gute Schule“ herausgegeben. Auf einer der Karteikarten wird auch unter dem Stichwort Schulmanagement das Thema Kommunikationsstruktur angesprochen. Ich zitiere:

„In jeder Schule wird viel kommuniziert. Ob aber Lehrerinnen, Erzieher und sonstige Mitarbeiterinnen sich eher über das Hörensagen verständigen – oder das gute Gefühl haben, bei wichtigen gemeinsamen Themen mitzureden, hängt davon ab, wie es dem Schulleiter gelingt, die Kommunikation im Haus zu steuern. Wie steuert man Kommunikation? Der Schulleiter muss unterschiedliche Wege finden und ritualisieren, um Informationen verlässlich an den Adressaten zu senden. Informieren bedeutet auch, Gespräche zu initiieren: Deshalb muss der Schulleiter Formen der Zusammenarbeit im Team entwickeln, bei denen Zeit und Raum da sind, in denen eine Auseinandersetzung über die Themen der Schule möglich ist.“

Berliner Lehrkräfte und andere Fachleute aus dem Bildungsbereich haben Antworten auf wichtige Fragen zum Thema Schule aus der Praxis für die Praxis zusammengetragen. So ist der Karteikasten “Gute Schule“ mit über 80 Beiträgen entstanden, der obiges Zitat entstammt. Die Karteikarten enthalten in knapper und überschaubarer Form grundlegende Informationen und praktische Hinweise zu den Themenbereichen Lehr- und Lernprozesse, Schulkultur und Schulmanagement.

Und zum Thema Kommunikation zwischen Schulleiter und einzelnen LehrerInnen steht da weiter:

  • Kommunikation dient dazu, Mitarbeiter durch Informationen einzubinden.
  • Kommunikation hilft, Mitarbeiter emotional einzubinden.

Diese emotionale Einbindung der Mitarbeiter – also der Lehrerinnen und Lehrer sowie der in der Schule tätigen SozialpädaogInnen – kann durch vielfältige Maßnahmen geschehen. Da wäre das Feedback der Schulleiterin bzw. des Schulleiters über die Arbeit der LehrerInnen und SozialpädagogInnen, das Feedback über gemeinsame Anstrengungen, eine Ermunterung und ein Zuspruch vor anstrengenden Vorhaben, ein offenes Ohr und das Anbieten von Unterstützung etwa gegenüber Eltern oder der Schulbehörde, das Interesse an der Meinung zu Planungen und anderen Vorhaben, usw.

Als Methoden der Einbindung werden vorgeschlagen: eine Wochenmail, Gute Erreichbarkeit, Aushänge, Homepage, Teamsitzungen, Jour fixe sowie der tägliche Gang durch das Haus.

Eigentlich sollte Schulleiterinnen und Schulleitern dieses Thema sehr vertraut sein; so vertraut, dass es keiner derartigen Hilfestellung bedarf. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, und so kann diese neu herausgegebene Handreichung sicherlich manchen Schulleitungen ganz hilfreich werden.

Haben Sie übrigens den Blogartikel gelesen, in dem der Rainer Winkel, der ehemalige Gründungsdirektor der EGG Gelsenkirchen-Bismarck über Konflikte im Schulumfeld spricht?

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Konfliktprävention, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Die Schule neu machen …

Montag, 31. August 2009 7:38

… heißt ein Buch von Rainer Winkel, dem Gründungsdirektor der EGG, der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck. Das Buch ist das wohl geradezu einmalige Dokument einer Schulgründung, in dem nicht nur Erfolge aufgezeigt werden, sondern auch Prozesse des Scheiterns. Und das macht das Buch auch so interessant für diesen Mediationsblog.

Die dort dargestellten Aufgaben im Rahmen einer Schulgründung sind immens. Die vorkommenden Konflikte sind schier überwältigend. Winkel schreibt dazu: Es gab kollegiale Konflikte zwischen den Lehrern bzw. zwischen dem Schulleiter und einigen Lehrern; edukative Konflikte zwischen Eltern und Lehrern; didaktische Konflikte zwischen der wünschenswerten Schul- bzw. Unterrichtsreform und ihrer Machbarkeit; und es bahnten sich Konflikte zwischen dem Schulträger und dem Schulleiter an. Ja, und natürlich sind nicht zu vergessen die Konflikte zwischen den Schülerinnen und Schülern bzw. zwischen Lehrern und Schülern.

Ein Großteil der Konflikte wurde zu Unterrichtsstörungen, ein anderer Teil führte zu Verweisen, ein Fall führte gar zum Schulausschluss. Da heißt es von Lehrer- und Schulleiterseite aus zu warnen, Grenzen aufzeigen, gelbe und auch rote Karten zücken; sodann: die Schäden beseitigen, Konsequenzen wagen, wieder gutmachen; und schließlich: dem Geschädigten die Hand reichen, der Gemeinschaft etwas Gutes tun, in sich das Böse überwinden. „Wir Lehrer müssen wieder lernen, dass dies zusammengehört: das Warnen, das Wiedergutmachen und das Stiften neuen Vertrauens durch eine neue, eine gute Tat.“, so Winkel auf S. 322 dieses Buches.

Ja, und auch über soziale Konflikte muss ein Gründungsdirektor seine Lektion lernen, die da hieß: „Personale Konflikte lassen sich nicht im Medium von Sachlichkeit, von Logik und Beweisführung lösen – überhaupt nicht diskursiv – im Gegenteil: Sie werden auf diese Weise und darin zu noch festeren Knoten gezurrt. Personale Konflikte sind nur personal zu lösen, das heißt im Medium von liebevoller Emotionalität, die freilich so wahr, so echt und so spontan sein muss und das Lachen und das Weinen der kleine L.W. …“ Mein Dank an Prof. Dr. Rainer Winkel für dieses offene Buch, das allen an Schule und Konflikten interessierten Lesern wärmstens empfohlen sei.

Was wäre es doch prima, wenn alle Lehrer kommunikative und mediative Kompetenzen in Ihrer Ausbildung erlernen und Schulleiter diese in jeder Schule erfahrbar machen könnten. Dann würden zwar auch weiterhin Unterrichtsstörungen vorkommen – aber der Umgang miteinander wäre ein humanerer, die Möglichkeiten der gegenseitigen seelischen Verletzung wäre geringer und die Chancen auf gelungene Konfliktlösungen wäre viel höher. Vielleicht werden dann die Ergebnisse der nächsten TALIS-Studie angenehmer als die der letzten …

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Schulmediation, Soziales Lernen, Unterrichtsstörungen | Kommentare (0) | Autor:

TALIS und die Wichtigkeit des Klimas in Schulklassen

Sonntag, 16. August 2009 6:39

In den meisten Ländern verliert jeder vierte Lehrer mindestens 30 % seiner Unterrichtszeit aufgrund von störenden Schülern und den daran anknüpfenden Bemühungen, eine sichere und produktive Lernumgebung zu schaffen. Manche Lehrer kostet dieses Vorhaben sogar über die Hälfte ihrer Zeit. Länderübergreifend befinden sich 60 % der Lehrer an Schulen, deren Schulleiter berichten, dass Störungen im Klassenzimmer das Lernen behindern.

TALIS (Teaching and Learning International Survey der OECD) ist eine internationale vergleichende Studie über die Bedingungen von Lehren und Lernen, die im Juni 2009 die ersten Ergebnisse vorlegen konnte. 23 Länder haben an der Studie teilgenommen, die deutschen Kultusminister hatten sich gegen eine Teilnahme entschieden.

Das Klima in einer Klasse beeinflusst laut TALIS die Ergebnisse und Leistungen der Schüler !!!

TALIS erkennt jedoch auch enge Verbindungen zwischen Faktoren wie positivem Schulklima, Überzeugungen von Lehrern, Kooperationen unter Lehrern, berufliche Zufriedenheit von Lehrern, berufliche Weiterbildung und Umsetzung unterschiedlicher Lehrtechniken.

„Wenn Lehrer effektives Lehren als Fähigkeit sehen, die erlernt werden kann, kann ihnen dieses Gefühl von Selbstvertrauen dabei helfen, Probleme besser zu analysieren und zu lösen. Umgekehrt können diese Lehrer, wenn sie mit einem Gefühl von geringem Selbstvertrauen konfrontiert werden, Selbstzweifel erleben und sich um Beurteilungsthemen Sorgen machen, wenn sich Anstrengungen als nicht erfolgreich erweisen.“

TALIS legt nahe, dass Lehrer, die stärker an beruflicher Weiterbildung teilgenommen haben, eine deutlich höhere Ebene an Selbstvertrauen erlangt haben. Ebenfalls geht die Teilnahme von Lehrern an Weiterbildungen mit der Beherrschung einer größeren Palette an Methoden zum Einsatz im Klassenzimmer einher.

„In zahlreichen Ländern spiegelt sich die Beurteilung und das Feedback, welches Lehrer erhalten, in dem Vertrauen auf ihre eigenen Lehrfähigkeiten wider, in anderen Worten, wenn sie für Ihre Arbeit Feedback erhalten, haben sie mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, den Herausforderungen des Lehrens zu begegnen.“

Interessant sind auch die Untersuchungen bezüglich ihres Rollenschwerpunktes, einerseits der Rolle des Lehrers als Vermittler von Wissen und Anbieter von konkreten Lösungen und andererseits der Rolle des Lehrers als Unterstützer des aktiven Lernens. TALIS hat herausgefunden, dass Lehrer, die sich als Wissensvermittler sehen, mit höherer Wahrscheinlichkeit ein negatives disziplinäres Klima im Klassenzimmer haben (also mehr den Unterricht störende Schüler). Lehrer hingegen, die ihre Rolle eher als Unterstützer wahrnehmen, schülerorientierte Methoden nutzen und eine konstruktivistische Sicht auf das Lehrern und Lernen besitzen, haben mit höherer Wahrscheinlichkeit ein positives disziplinäres Klima im Klassenzimmer (also weniger den Unterricht störende Schüler).

Was sagen diese Ergebnisse von TALIS für das neue Schuljahr?
Na, vereinfacht gesagt: Es ist sehr wichtig, ein gutes Klassenklima zum Lernen zu schaffen. Gute Weiterbildungen, ein gesundes Selbstvertrauen, eine Feedbackkultur, Zusammenarbeit unter Lehrern und eine konstruktivistische Sichtweise sowie die Rollendefinition des Lehrers als Unterstützer helfen jeder Lehrerin und jedem Lehrer, seinen Alltag gut zu bewältigen. Los geht’s!

Christa D. Schäfer

PS: Kennen Sie schon mein Buch zum Thema Unterrichtsstörungen?

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktlösung, Mediationsverfahren, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Berliner Kabarettabend über das Lachen sowie über positive und negative Sozialkompetenz

Montag, 10. August 2009 7:45

„Mein Name ist Lore Schläfer-Tümpel, ich bin honorarfreie Gastprofessorin am Wissenschaftlichen Institut des Lachens (kurz WIdL genannt) und ich möchte Sie dazu beglückwünschen, den Weg hierher gefunden zu haben. Das WIDL ist nach langen Jahren der Evaluierung endlich an unserer Universität etabliert und wir haben damit eine weitere Möglichkeit für unsere Studierenden geschaffen, den Zeitraum zwischen der Beendigung des Studiums und dem Eintritt in die Rente möglichst kurz zu halten.“

- so startet der Kabarettabend von Gerlinde Kempendorff im Theater am Palais, in dem sie die Lachexpertin Frau Prof. Lore Schläfer-Tümpel und auch die Putzfrau Marina Saubermann zu Wort kommen lässt.

„Lachen ist die verlautbarte Emotion Humor. Es kann ein hämisches Lachen sein: negative Sozialkompetenz. Es kann ein herzliches Lachen sein: positive Sozialkompetenz. Positive Sozialkompetenz ist ein Soft Skill in unserer heutigen Ausbildung. Ein weicher Schlüssel zum Erfolg, meine Damen und Herren. Wer weich ist, hat Flüssigkeit in sich, ist geschmeidig, kann sich anpassen und darauf kommt es an. Daraus folgt, wenn die Säfte in uns nicht harmonisieren, äußert sich dies in körperlicher Aggression, entweder in offener Gewalt oder in der Negativseite des Humors: Der Häme.“

- so erklärt Frau Prof. Dr. Lore Schläfer-Tümpel das Lachen in Verbindung zur Sozialkompetenz. Frau Marina Saubermann erklärt uns daraufhin das Lachen der anderen – den Humor hinter und vor dem eisernen Vorhang. Sie erklärt die Geschichte der DDR in Verbindung mit Geschichten, die die Zuschauer zum Nachdenken und Lachen anregen – fantastisch!

Nun, wenn Sie dieses Kabarett gerne sehen möchten, gehen Sie doch ins Berliner Theater im Palais am 18.08., 29.09., 02.10. oder 09.11.09 am Festungsgraben 1 (Karten vorbestellen unter: 201 06 93).

Und hat Gerlinde Kempendorff nicht recht, wenn sie sagt: „Wir haben also eine Verantwortung für das Lachen. Ja, ich sage ganz bewusst: Verantwortung!“

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Die Wunderfrage und das Wunscherfüllungsbuch

Montag, 15. Juni 2009 6:38

Mediatorinnen und Mediatoren lernen in ihrer Ausbildung den Unterschied zwischen geschlossene Fragen und offenen Frage kennen.

Geschlossene Fragen lassen sich meist mit einem Wort beantworten, oft mit „ja“ oder „nein“, und sind deshalb nicht so sehr „ergiebig“. Beispiele für geschlossene Fragen sind: „Hast du ihn geschlagen?“ oder „Warst du einkaufen?“ Für den Mediationsprozess bieten sich geschlossene Fragen so gut wie nie an.

Offene Fragen ermöglichen eine große Bandbreite an Antwortmöglichkeiten. Sie erfragen Vorgänge, Meinungen, Wünsche und fangen an mit: Wie? Was? Wann? Wo? Wer? Offene Fragen fördern die Beziehungen zwischen den Gesprächspartnern. Beispielsweise sind folgende Frage offen: „Was ist passiert?“ „Was hat dich am meisten geärgert?“ Die Voraussetzungen für Empathie und Wertschätzung ist durch offene Fragen gut gegeben. In der Mediation sind diese Fragen die wohl am meisten verwendeten.

Fragen mit Warum? stellen eine weitere Fragekategorie dar, die meist ungünstig ist, da der Gefragte dann das Gefühl bekommt, sich rechtfertigen zu müssen. Er glaubt dann oft, dass er „beschuldigt“ wird. Im Schulkontext werden Warum-Fragen gerne genutzt, beispielsweise: „Warum hast du ihn geschlagen?“ „Warum hast du den Müll hingeworfen?“ In der Mediation sollten Warum-Fragen tunlichst vermieden werden.

Eine weitere gezielt einzusetzende Fragemöglichkeit stellt die Wunderfrage dar. Steve de Shazer, der Begründer des lösungsorientierten Ansatzes in der Systemischen Therapie, hat erstmals über diese Frageart geschrieben und sie gezielt angewendet. Bei dieser Frageart wird die Lösung und nicht das Problem fokussiert. Eine Wunderfrage kann an exponierter Stelle auch in der Mediation eingesetzt werden.

Sie kann beispielsweise lauten: „Angenommen, Sie treffen sich am Samstag mit ihrer besten Freundin. In der Nacht vorher ist ein Wunder passiert und das Problem, weswegen Sie heute hier sind, ist gelöst – einfach so. Da das Wunder aber über Nacht passiert ist, wissen Sie dies nicht. Was wird Ihrer Meinung nach das erste Anzeichen sein, welches Sie darauf hinweist, dass sich etwas verändert hat und welches Sie ihrer besten Freundin berichten können?“

Natürlich kann der Umgang mit der Wunderfrage durch Nachfragen präzisiert werden: Was genau wäre anders? Wie würden Sie sich anders verhalten? Gab es in letzter Zeit schon einmal einen Moment, der fast wie ein Wunder war? Was könnten alle miteinander tun, um ein klein wenig Wunder schon jetzt Wahrheit werden zu lassen?

Die Einfälle, die auf die Wunderfrage hin geäußert werden, sind meist positive Zukunftsfantasien. Der Mediant bzw. die Mediantin wird in der Fantasie angeregt, sich Änderungsmöglichkeiten vorzustellen. Dadurch wird die tatsächliche Einleitung von realen Veränderungsschritten erleichtert. Der lösungsorientierte Prozess in der Mediation wird dadurch stark vorangetrieben und es scheint klar, dass die Frage sich gut für den Übergang zur Phase der Lösungssuche eignet.

Wunder haben mit Wünschen zu tun.

Und auch das Äußern von Wünschen ist, wie MediatorInnen wissen, wichtig für den Mediationsprozess. In diesem Sinne kann man sich von dem wunderbaren Wunscherfüllungsbuch anregen lassen. Das Wunscherfüllungsbuch ist ein wunderbar gestaltetes Buch mit viel Platz zum Einschreiben von Wünschen. Und über die Kraft des Wünschens steht dort geschrieben: Wünsche nur, was dich selbst betrifft. Überlege dir, was du dir wünschen willst. Trau dich. Schreibe die schönen Wünsche in dieses Buch. Streiche auch Wünsche durch. Hake erfüllte Wünsche ab.

Dieses magische Buch kann ein wenig wie die Wunderfrage wirken. Jeder Wünschende formuliert seinen Wunsch und sein Ziel. Dadurch entsteht Klarheit, es kann Veränderung geschehen und es können Prozesse in Gang gebracht werden. Eine wahrhaft wunderbare Idee, dieses Wunscherfüllungsbuch.

Wenn Lehrerinnen und Lehrer mit Wünschen arbeiten möchten, so bietet sich dieses Buch förmlich an. Natürlich können sie jedoch die Schüler auch nach dem Vorbild dieses Buches eigene einfache Wunschbücher gestalten lassen und hierdurch einen Reflexionsprozess anregen sowie soziales Lernen ermöglichen.

Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Konfliktberatung, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Jugendliche denken über Konflikte in der Familie nach

Montag, 18. Mai 2009 7:16

„Ich in meiner Familie – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“, darüber haben sich 150 SchülerInnen zwei Tage lang im Rahmen eines open space im Berliner Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung Gedanken gemacht.

Dabei ging es auch ganz viel um Konflikte in der Familie, nämlich um: Taschengeld, Haushalt, Offenheit in der Familie, ethnische Konflikte, alleinstehende Elternteile, Vernachlässigung in Familien, Integrationsprobleme, Wunschkinder, der Hilflosigkeit gegen Gewalt in Familien, die Rolle von Strafen in der Familie, das betreute Wohnen als letzten Ausweg, und vieles mehr. In manchen Arbeitsgruppen war es eher beschaulicher und nachdenklicher – in anderen Arbeitsgruppen war es richtig voll und es wurde intensiv diskutiert und debattiert. Die Jugendlichen waren froh, endlich einmal über diese Themen sprechen zu können und wünschten sich weitere derartige Veranstaltungen.

Auch ich habe gerne an dem open space teilgenommen und viele Gedankenanregungen von den Jugendlichen mitnehmen können. Besonders ist mir in Erinnerung geblieben, wie ernsthaft die Mädchen und Jungen über die Themen nachgedacht haben, Erfahrungen ausgetauscht haben, Lösungen gesucht haben und Anregungen für die Politik formuliert haben.

Auch das Thema „Rechte von Kindern und Jugendlichen“ hat Wellen geschlagen: Wie lange darf ich denn draußen bleiben? Was für Rechte habe ich? Warum habe ich in der Schule noch nichts über Rechte gehört? Den wenigsten Anwesenden waren die Antworten auf diese Fragen bekannt. Bleibt zu hoffen, dass darauf reagiert wird …

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt hat gut daran getan, dieses Thema auf diesem open space anzubieten. Allen LehrerInnen und SchülerInnen seien sowohl die Methode des open space als auch das Thema empfohlen.

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt führt übrigens immer wieder hochwertige Vorträge und Tagungen zu den verschiedensten Themen durch, demnächst am 16.06.09 beispielsweise zu den Ergebnissen der jüngsten bundesweiten Repräsentativbefragung von 45.000 Jugendlichen durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

Eine Anleitung, um Konflikte in der Familie gut lösen zu können, bietet übrigens mein Buch “Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch in der Familie.”

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung | Kommentare (0) | Autor:

“In einer friedlichen Familie kommt das Glück von selbst.”

Montag, 11. Mai 2009 7:55

Mit diesem chinesischen Sprichwort als Eingangszitat beginnt das erste Kapitel meines neuen Buches “Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch”. Im folgenden eine kleine Leseprobe daraus:

„Die Eltern Sabrina und Frank leben in Harmonie mit ihrer sechzehnjährigen Tochter Meike. Doch in letzter Zeit entwickelt sich langsam ein Konflikt: Meike hört gerne laute Musik und gerät dabei zusehends in Streit mit ihrem Vater. Der arbeitet bei einem Nahverkehrsbetrieb im Schichtdienst. Er hat momentan Frühdienst und würde sich gerne gleich nach seinem Dienst für zwei bis drei Stunden aufs Ohr legen.
Wenn Meike von der Schule nach Hause kommt, ist sie vom Schulstress etwas angespannt und da hilft es ihr, wenn sie die Boxen ganz laut aufdreht. Dass sie dabei ihren Vater stört, kommt ihr gar nicht in den Sinn, ebenso wenig, dass sie ja eigentlich die Kopfhörer benutzen könnte …
Vater Frank fühlt sich in seinem Schlafbedürfnis gestört und so kommt es unweigerlich zu einem kleinen Streit. Meike sieht zwar ein, dass ihr Vater Ruhe braucht, ist aber sauer, weil sie schon wieder nachgeben muss. Deshalb ist der Nachmittag für sie gelaufen, trotzig knallt sie die Türe zu ihrem Zimmer zu.“

Situationen wie diese lassen sich frühzeitig durch nur einen Satz ganz leicht entschärfen – und dann im Gespräch klären. Wie das funktioniert können Sie in meinem neuen Buch nachlesen.

„Ich bin Jana, wohne mit meinem Mann Ahmed in Berlin, und meine Kinder sind 9 und 6 Jahre alt. Seit einiger Zeit kommt Berkai, mein Großer aus der Schule und erzählt von allen möglichen Fernsehserien, die seine Freunde nachmittags schauen. Bisher sind wir ganz ohne Fernseher ausgekommen, waren viel auf Spielplätzen, manche Nachmittage beim Sport, und hatten zu Hause auch immer unseren Spaß mit den vielen Spielsachen der beiden Jungs.
In letzter Zeit kommt unser 9jähriger Berkai jedoch häufiger aus der Schule nach Hause und erzählt von den Fernsehserien, die seine Klassenkameraden nachmittags anschauen. Er möchte die jetzt auch anschauen, und da Berkai diese Serien schauen möchte, will sein Bruder Emre die natürlich auch sehen.
Einerseits verstehe ich ja, dass Berkai in seiner Klasse mitreden möchte, andererseits möchte ich, dass er sich lieber mit kreativen Dingen beschäftigt und nicht so oft vor der „Glotze“ hängt. Also haben Ahmed und ich uns zusammengesetzt und uns überlegt, dass die beiden maximal eine 30minütige Serie am Tag schauen dürfen. Wir Erwachsenen fanden diese Entscheidung gut, aber bei unseren Kindern ist sie nicht gut angekommen. Die konnten sich nämlich nicht auf eine Serie einigen. Während Berkai lieber Pokemon schauen will, fährt Emre total auf SpongeBob ab. Nun schauen sie manchmal hintereinander weg, zuerst der eine und dann der andere. Dabei bleibt der eine dann manchmal bei der Serie des anderen sitzen und umgekehrt. Eigentlich bin ich jetzt nachmittags nur noch dabei auf die Uhr zu schauen, wann die unterschiedlichen Serien anfangen und aufhören und wer gerade schauen darf und wer nicht. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Seit ich jetzt davon gehört habe, dass man Regeln gemeinsam vereinbaren muss, werde ich das jetzt mit meinen Kindern und meinem Mann zusammen versuchen. Hoffentlich klappt das und meine Nachmittage werden wieder ruhiger.“

Ja, auch für diese Konfliktsituation benötigt man das richtige know how, das einfach zu lernen ist und das Sie in meinem neuen Buch „Kommunikation in der Familie: Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ nachlesen können.

Das Buch enthält viele Fallbeispiele aus meiner Arbeit mit Familien. Es bietet fundierte fachliche Inputs, neue Forschungsergebnisse aus dem Bereich sowie als Arbeitsbuch viele Seiten, mit denen Sie selbst IHREN Kommunikations- und Konfliktstil in der Familie überdenken und ändern können. Auch die Mangazeichnungen von Nora Holtmann, die in Beispielen die wichtigsten Kommunikationsregeln nochmals verdeutlicht, sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Das 156 Seiten umfassende Buch kostet 14 €.
Freuen Sie sich mit mir über das Erscheinen des Buches und
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Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Kommunikation, Konflikte, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen | Kommentare (0) | Autor: