mediation-berlin-blog

Mediation und Konfliktberatung in Berlin

Category: Konfliktberatung (Page 1 of 12)

Die Geschichte mit der gelben Tüte

Ein Mann sitzt mit einer schwarzen Tüte auf einer Parkbank. Ein Mädchen mit einer gelben Tüte setzt sich neben ihn. Sie fragt ihn, warum er eine schwarze Tüte habe und darin nur schlechte Sachen (Alpträume, Unglück, Schmerz und schlimme Erinnerungen) enthalten seien, und sie erzählt von ihrer gelben Tüte, in der alle glücklichen Sachen aus ihrem Leben festgehalten sind. Ihre schwarze Tüte schmeiße sie jede Woche weg. Der Mann ist erstaunt, und als ihn das Mädchen verlässt, findet er neben sich eine gelbe Tüte mit der Erinnerung an das Gespräch darin. Er freut sich, macht sich auf den Weg und schmeißt seine schwarze Tüte in den Müll. (Hans-Uwe L. Köhler: Hau eine Delle ins Universum. S. 163)

Die Geschichte stammt aus dem Buch „Hau eine Delle ins Universum – Wie alles gelingt, was Ihnen wichtig ist“ von Hans-Uwe L. Köhler, erschien 2014 im Ariston Verlag. In dem Buch geht es darum, die eigene Motivation und den Antrieb zu finden, um dem Leben einen positiven Weg zu geben.

Da passt die Geschichte wirklich wunderbar. Sie ist kurz, einfach und sehr verständlich. Die Botschaft ist, sich nicht an den schlechten Erinnerungen und Erlebnissen festzuhalten, denn dies führt oft dazu, keinen Schritt vorwärts machen zu können. Wie sieht es aber mit der Botschaft aus, die schlechten Erinnerungen einfach wegzuwerfen? Oft ist es doch gerade so, vergangene Ereignissen zunächst erst einmal gedanklich zu bearbeiten, sei es im Coaching, in Therapie, Supervision oder Mediation.

Coaching zur Bearbeitung von schlechten Erinnerungen? Da werden vielleicht manche LeserInnen staunen. Ja, im Coaching können tatsächlich aus hinderlichen Glaubenssätzen neue fördernde Glaubenssätze werden.

Mediation zur Bearbeitung von schlechten Erinnerungen? Das werden sich vielleicht auch einige LeserInnen dieses Artikels fragen. Ja, in Mediation kann über Erinnerungen gesprochen werden und eine „Regulierung“ oder ein „Neuanfang“ für eine Beziehung gefunden werden. Da geht es weniger um die Vergangenheit, sondern vielmehr um Zukünftiges (natürlich, ganz klar, oft unter Einbeziehung von vergangenen Erfahrungen).

Unabhängig davon ist es dennoch sehr wichtig, positive Ereignisse und Gefühle zu „sammeln“, um Motivation und ein positives Grundgefühl entstehen und aufrecht erhalten zu lassen. Die positive Runde im Klassenrat zeigt dies im Schulkontext sehr deutlich.

Haben wir nicht oft das Negative zuerst im Sinn, wenn wir an die vergangene Woche oder den vergangenen Tag denken? Dann braucht es schon ein wenig Anschubs, um beim Positiven zu landen …

Hans-Uwe Köhler betont in seinem Buch „Hau eine Delle ins Universum“ immer wieder, dass es wichtig ist, die Hindernisse, die sich innerpsychisch aufgebaut haben, aufzubrechen und mit positiven Glaubenssätzen und Motivationen zu ersetzen. So können negative Erfahrungen abgelöst und ein neuer Antrieb gefunden werden. Dazu stellt er Lösungsansätze vor, spricht durch Geschichten oder eigene Erlebnisse. Ihm geht es darum, den Leser_innen Mut zu machen, wieder einen positiven Lebensweg einzuschlagen. Keinesfalls zeigt das Buch einen Weg in Richtung „besser-höher-weiter“. Es zeigt den Weg ein wenig tiefer in sich selbst, ein wenig langsamer auf dem Weg und ein wenig lässiger im Umgang mit den möglichen Beschwernissen auf dem Weg.

Machen auch Sie mit und
werden Sie ein klein wenig „positiver“ durch folgende Übung:
Suchen Sie sich ein kleines wohl aussehendes Büchlein und legen Sie dies mit einem kleinen Stift zusammen neben ihr Bett. Abends nehmen Sie sich bitte diese Büchlein zur Hand. Überlegen Sie drei positive Aspekte, die der vergangene Tag hatte. Schreiben Sie diese in Ihr Buch. Darin sammelt sich im Laufe einer Woche, eines Monats, eines Jahres eine ganze Menge an. Resümieren Sie am 31.12. des Jahres, was sich alles im Jahr getan hat.

Sein eigenes Leben zu hinterfragen, impliziert auch Veränderungen anzustreben. Wir alle starten als Optimisten und Chancensucher ins Leben – so Köhler – und verlieren im Leben im Laufe der Zeit die Wahrnehmung für das Glück und die Kraft, Entscheidungen für unser eigenes Leben zu treffen.

Suchen Sie Ihr Glück,
befreien Sie sich selbst,
steigen Sie aus aus der Geisterbahn
und lachen Sie die Welt an !

Nur das Beste wünscht Ihnen
Christa Schäfer

Lesetipp: Glück ist keine Emotion, oder: Hektors Reise …

Buch bestellen unter:

Thema Burnout

Vor Selbstausbeutung schützen
10 Tipps zum Nein-Sagen

Das sind zwei Kapitel, die ich neulich in einem Buch gelesen habe, und die mich seitdem sehr beschäftigt haben.

Der Titel des Buches, aus dem diese Kapitel stammen, lautet: “Bin ich hier der Depp? Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen“. Es stammt von Martin Wehrle, einem deutschlandweit bekannten Karriere- und Gehaltscoach. In dem Buch schildert Wehrle diffizile und heftige Geschichten aus Firmen und Institutionen, die Arbeitnehmer in einen Strudel von Ausbeutung und Burnout bringen (können). In diesem Zusammenhang haben mich insbesondere die im Buch geäußerten handfeste Tipps interessiert, die Wehrle zum Schutz vor Selbstausbeutung und zum Nein-Sagen-Lernen gibt. Deshalb möchte ich diese Tipps auch meinen Blogleserinnen und Bloglesern nicht vorenthalten.

Selbstausbeutung

beginnt oft mit Glaubenssätzen, die man an sich selber richtig, beispielsweise: Ich muss fehlerfrei arbeiten. Ich muss schnell sein in der Erledigung meiner Arbeiten. Ich muss perfekt sein.

Wehrle zeigt einen Weg, aus diesen Glaubenssätzen herauszukommen. Kann ich diese Glaubensssätze loslassen, so kann ich auch fürsorglicher mit mir selber umgehen und lebe gesünder.

10 Tipps zum Nein-Sagen

Es gibt Menschen, die können nicht Nein sagen und ersticken in einem Arbeitsberg. Gut zu wissen, dass Nein-Sagen-Können im beruflichen Umfeld vor Burnout schützt. Wie aber kann ich gut Nein sagen? Da gibt es sicherlich ganz verschiedene Wege. Martin Wehrle schlägt folgende Möglichkeiten vor:

  1. Seien Sie klar, mental und verbal
  2. Nehmen Sie sich Zeit, ehe Sie antworten
  3. Berufen Sie sich auf Prinzipien
  4. Decken Sie Manipulationsversuche mit Humor auf
  5. Hören Sie das Interesse, nicht die Position
  6. Zeigen Sie auf, warum Ihr Nein dem anderen nützt
  7. Berufen Sie sich auf gemeinsame Maßstäbe
  8. Spielen Sie eine gesprungene Schallplatte
  9. Erzeugen Sie nützlichen Nebel
  10. Definieren Sie den Preis für ihr „Ja“

Natürlich ist die Arbeit an beiden Themen nicht so einfach, wie es klingt …

Allerdings: Wenn man am Rande einer Überforderung oder einer Überlastung steht, so sollte man sich auf den Weg begeben. Ob alleine, mit Coach oder in Therapie, glücklicherweise gibt es heutzutage verschiedene gut wirkende Wege, die den Weg aus einem (drohenden) Burnout unterstützen.

Ich empfehle das Buch „Bin ich hier der Depp“ all denjenigen, die auf heitere Art und Weise ein Arbeitsleben in der Überlastung überdenken möchten. Gut „Nein“ sagen kann man natürlich auch mit der Methode der Mediativen Kommunikation. Und natürlich drücke ich Ihnen als meinen Leserinnen und Lesern die Daumen für ein „gesundes Arbeitsleben“ …

Yoga für ManagerInnen und MediatorInnen ?!
Hinweise zur Selbsttfürsorge hier …

Ganz klar gibt es Verbindungslinien zwischen burnout und Konfliktbearbeitung,
aber dazu bei Gelegenheit mal einen extra Artikel hier im blog …

Christa D. Schäfer

Das 1×1 des fairen Streitens in der Familie

Freitag 17 Uhr, es ist Februar und bereits dunkel. Ich gehe durch die Straßen, weil ich noch ein Geburtstagsgeschenk einkaufen will und auch noch Lebensmittel für’s Wochenende brauche. Vor mir geht eine Mutter mit ihrem ca. 5jährigen Sohn. Der Sohn zetert und mault. Die Mutter fängt an immer lauter zu sprechen. Der Junge fängt an zu jammern, er will etwas, ich kann die Situation nicht vollständig erfassen. Die Mutter ist anscheinend genervt, sie spricht immer lauter und heftiger. Der Sohn jammert. Dann der Ausspruch der Mutter: „Du bist so was von ungezogen. Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, dann setzt’s was.“ Der Sohn hört nicht auf.

Ich gehe weiter und begegne einer Familie, die ebenfalls zwei Kinder hat. Die Eltern sind mit ihrem Sohn, ca. 5 Jahre alt, und ihrer Tochter, ca. 3 ½ Jahre alt, unterwegs. Vater und Mutter schieben jeweils einen Buggy. Das Mädchen sitzt drin, der Junge läuft neben seinem Buggy her. Anscheinend ist auch noch der Großvater dabei, er läuft gemächlich nebenher. Auch hier hat der Sohn anscheinend ein „Problem“. Auch er jammert und ist weinerlich, die Sitution ist angespannt. Und was sagt hier die Mutter? Sie sagt: „Ich verstehe dich, das würde mich auch ärgern.“ Und der Großvater ergänzt: „Ja finde ich auch. Aber das kriegen wir schon hin.“ Der Junge beruhigt sich.

Zwei Situation mit ähnlicher Ausgangslage, die für die jeweiligen Jungen jeweils total unterschiedlich ausgehen. Was die beiden Jungen wohl für ihr weiteres Leben „lernen“?

Kommunikation ist der Schlüssel zu jeder guten Beziehung. Das gilt besonders für die Beziehungen innerhalb der Familie. Es lohnt sich daher, einmal einen prüfenden Blick auf das eigene Kommunikationsverhalten zu werfen: Drücke ich mich meinem Kind gegenüber klar und verständlich aus? Kann ich zuhören, wenn mein Kind mir etwas sagen will? Verhalte ich mich in Konfliktsituationen fair und respektvoll gegenüber meinem Kind?
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 15

Interessieren auch Sie sich dafür, die Kommunikation mit Ihrem Kind zu verbessern? Dann kann ich Ihnen gerne ein Buch empfehlen, das derzeit beste deutsche Buch zu Thema „Kommunikation mit Kindern“. Rita Steininger hat sich mit dem Thema des fairen Streitens innerhalb der Familie beschäfigt. Sie schreibt im ersten Teil ihres Buches über das Hören im Konflikt, das Sprechen im Konflikt, Gefühle im Konflikt, Grenzsetzung, Regelerstellung, Mediation und den Familienrat. Der zweite Teil ihres Buches widmet sich speziellen Streitigkeiten im Familienrahmen, dem Selbständig werden, dem Thema Verantwortung übernehmen, dem Umgang mit Emotionen, dem Geschwisterstreit, Lernstress, der Pubertät und vielem mehr.

Das Buch stellt die derzeit aktuelle Theorie und Diskussion zu den Themen vor, es lebt von den vielen Beispielen, die die jeweiligen Themen illustrieren, und es gibt handfeste Expertentipps, auf die Eltern im Alltag zurückgreifen können.

Ich freue mich, dass meine Bücher „Kommunikation und Konfliktmanagement in der Familie“ sowie „Vom Schimpfen und Schreien zum Runden Tisch“ als Fachliteratur Eingang in dieses Buch gefunden haben. Und ich gratuliere Ihnen, sehr geehrte Frau Steininger, sehr herzlich zu diesem gelungenen Buch !!! Ich drücke die Daumen, dass so viele Eltern wie möglich dieses Buch in die Hände bekommen. Es ist ein „must have“ im Kommunikationsbereich der Familie …

Und passend zu den Situationen, die ich am heutigen Nachmittag erlebt habe, möchte ich hier gerne noch einen Absatz aus dem Buch „Das 1×1 des fairen Streitens“ zitieren:

Wichtig: Kinder wollen sich zugehörig fühlen
Eines ist für die Eltern-Kind-Kommunikation besonders wichtig zu wissen: Auch Kinder hören bevorzugt auf dem Beziehungsohr! Das heißt, dass bestimmte ( vor allem kritisierende) Äußerungen der Eltern bei ihnen sehr schnell zu Zweifeln und Ängsten führen können: Ist Papa böse auf mich? – Hat mich Mama noch lieb?
Wenn Sie bei Ihrem Nachwuchs Anlass zur Kritik sehen, sollten Sie deshalb immer sorgsam darauf achten, dass Sie nur das (Fehl-)Verhalten Ihres Kindes beanstanden, niemals aber seine Persönlichkeit infrage stellen. Kinder brauchen mehr als alles andere die Bestätigung: „Meine Eltern lieben mich, so wie ich bin – auch wenn ich Fehler ache.“ Das Gefühl der Zugehörigkeit ist für ihre Entwiclung enorm wichtig. Vermeiden Sie deshalb herabsetzende Du-Botschaften wie diese: „Du bist so was von ungezogen!“ Oder: „Du bringst mich zur Verzweiflung!“
Quelle: Steininger, Rita. Das 1×1 des fairen Streitens. Wie Sie Konfikte mit Ihren Kindern konstruktiv lösen. Ostfildern: Patmos 2014. S. 28.

GUTE KOMMUNIKATION FÄNGT IN DER FAMILIE AN !!!
Christa D. Schäfer

Mein Wunsch für die Kinder in Deutschland

Astrid Lindgren:
„Wenn ich auch nur eine Kinderseele glücklich gemacht habe,
dann bin ich zufrieden.“

Das ist ein Satz, den ich sofort unterschreiben würde.
Und wenn es mehr als ein Kind ist, um so besser …

Das bringt mich zur Frage, wie es eigentlich um das kindliche Wohlbefinden in Deutschland aussieht …

Zu diesem Thema hat Hans Bertram den UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2013 im Beltz Verlag unter dem Titel “Reiche, kluge, glückliche Kinder?“ herausgegeben. Seit über 60 Jahren ist UNICEF als Anwalt des Kindes tätig. Zunächst bedeutete dies, Geld zu sammeln für die Kinder in den Ländern, in denen nicht einmal die materielle Sicherheit der Kinder sicher gestellt war. Heute versteht sich UNICEF natürlich auch als Anwalt der Kinder in den reichen Industriestaaten. Hier wachsen Kinder meist ohne existenzielle materielle Ängste auf, doch sind die Kinderrechte hier auch bei weitem nicht in allen Familien und Staaten gewährleistet.

In den meisten Debatten über Kinder heute spielt das Glück der Kinder selten bis keine Rolle. Es dominiert vielmehr der Blick auf die Leistungen der nachwachsenden Generation, es gibt sprachliche Tests, mathematische Tests und vieles mehr. PISA lässt grüßen. Der UNICEF-Bericht stellt einer solch reduzierten Perspektive die Frage nach dem ganzheitlichen kindlichen Wohlbefinden in zentralen Dimensionen des Lebens gegenüber.

In dem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2013 stellen namhafte Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse vor. Im Buch gibt es aussagekräftige Statistiken, spannende Erkenntnisse und bedeutende Rückschlüsse aus Themen zum Materiellen Wohlbefinden von Eltern und Kindern, zu Bildung und Ausbildung, zu Gesundheit und Sicherheit, Risikoverhalten, Beziehungen zu Eltern und Freunden sowie subjektivem Wohlbefinden. Diese fünf Dimensionen machen jeweils einen Teil des allgemeinen Wohlbefindens von Kindern aus. Dr. Hans Bertram, der Herausgeber des Berichts schreibt hierzu:

„Diese Ergebnisse (aus dem Buch, ergänzt Ch.Schäfer) sollten daran erinnern, dass Bindungen, Liebe und Zuneigung, stabile Beziehungen und das Gefühl, von anderen auch akzeptiert zu werden, die zentralen Voraussetzungen für die gelingende kindliche Entwicklung sind. Dass subjektive Faktoren in der deutschen Diskussion um Kinder kaum eine Rolle spielen, hängt möglicherweise auch damit zusammen, dass wir in der Politik wie auch in den entsprechenden Institutionen immer schon dann zufrieden sind, wenn die objektiven Bedingungen in sich stimmig sind; dann übersehen wir möglicherweise zu prüfen, inwieweit die Sicht der Kinder mit dieser objektiven Einschätzung tatsächlich übereinstimmen.“

Gerne würde ich hier an dieser Stelle viele viele Erkenntnisse aus den Studien zitieren, ich möchte Interessierte jedoch auf die Lektüre des Buches verweisen und lediglich einige ganz wenige ausgewählte Aspekte in Bezug auf die Jugendgewalt vorstellen:

Jugendliche sind – wie in fast allen Ländern – im Vergleich zu anderen Altersgruppen höher kriminalitätsbelastet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie Grenzen austesten und überschreiten. Entscheidende Faktoren, die Gewaltverhalten bei Jugendlichen hervorbringen, sind:

Schlagende Eltern sind Vorbilder, deren Verhalten nachgeahmt wird. Gewaltmedienkonsum kann ebenfalls zum Abbau von Empathie gegenüber möglichen Opfern führen. Gewalt legitimierende Männlichkeitsnormen können zu erhöhter Gewaltbereitschaft beitragen. Ein wichtiger Einflussfaktor ist auch die schulische Situatione. Auch Schuleschwänzen steht immer wieder im Zusammenhang mit Gewalt. Den stärksten Einfluss auf die Gewaltbereitschaft übt jedoch die Bekanntschaft mit delinquenten Freunden aus.

Kürzestzusammenfassung aus dem Artikel von Baier, Dirk; Pfeiffer, Christian: Jugendgewalt. Entwicklung und Ursachen. In: Bertram, Hans (Hrsg.): Reiche, kluge, glückliche Kinder? Der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland. Weinheim und Basel: Juventa 2013.

Die UNICEF appelliert an die neue Bundesregierung und die Abgeordneten des neuen Bundestages, die Umsetzung der Kinderrechte und des Kindeswohls zu einer Kernaufgabe der Politik zu machen. Sie fordert:

  • Die Politik muss entschieden gegen Kinderarmut vorgehen.
  • Bildung in Deutschland sollte frühzeitig und gezielte Förderung für benachteiligte Kinder umfassen.
  • Alle Kinder in Deutschland haben das Recht auf umfassenden Schutz vor Gewalt.
  • Die UN-Kinderrechtskonvention muss in Deutschland vollständig umgesetzt werden.
  • Die neue Bundesregierung sollte Kommunen dabei unterstützen, kinderfreundlicher zu werden.

Ich persönlich werde auch 2014 wieder – über meine pädagogische und mediative Arbeit im Coaching, Training und in der Mediation – vielen Kindern und Erwachsenen zu Wertschätzung, Erkenntnis, ihren Rechten sowie einem kleinen Stückchen Glück verhelfen.

Sie auch ?!

Christa D. Schäfer

Täglich 6 Minuten Selbstcoaching

Es gibt viele Fälle, in denen eine Streitpartei eine Mediatorin oder einen Mediator kontaktiert und um Mediation bittet – die zweite Streitpartei aber nicht zu einer Mediation bereit ist. Die Mediatorin bzw. der Mediator kann dann unterschiedlich reagieren. Entweder er sagt: „Ok, dann kommt keine Mediation zustande und ich kann leider nichts für Sie tun.“ oder er sagt: „Leider ist die zweite Streitpartei nicht zu einer Mediation bereit. Ich kann Ihnen ein Konfliktcoaching anbieten.“

In letzter Zeit habe ich mich oft mit der Thematik des Konfliktcoaching, auch Konfliktberatung oder Unterstützung im Konfliktfall genannt, beschäftigt.

Ich persönlich arbeite gerne im Konfliktcoaching, unterstütze also eine Streitpartei dabei einen guten Weg zu finden, einen Konflikt eigenständig lösen zu können oder zumindest sich so zu verhalten, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert.

In diesem Rahmen bin ich auf ein Buch gestoßen, das eher dem Bereich Selfcoaching in Bezug auf die eigene Lebensgeschichte zuzurechnen ist. Das Buch heißt „Der 6 Minuten Coach“ und stammt von Pierre Franckh. Gerne möchte ich Sie hier an einer Passage aus dem Buch zur Macht der positiven Gedanken teil haben lassen, es folgt ein längeres Zitat:

“Psychologen haben festgestellt, dass wir etwa 60.000 Gedanken am Tag denken. Die meisten von ihnen laufen völlig unbewusst ab. Die moderne Psychologie hat nun herausgefunden, dass, wenn wir unseren Gedanken keine ganz klar zielorientierte Richtung geben, diese eher negativer Natur sind.

Wir bemerken diese negative Tendenz nicht einmal mehr. Wir haben uns viel zu sehr an sie gewöhnt, als dass es uns noch sonderlich auffallen würde. Wie wir durch sie wütend werden, uns ohnmächtig fühlen oder klein und hilflos, manchmal auch ausgeliefert.

Vor allem aber verhindert diese Negativität, dass wir neue Dinge wagen oder uns auf andere Menschen einlassen.

Negative Gedanken verhindern, dass wir uns auf uns selbst und auf andere einlassen und uns und anderen neuen Dinge zutrauen.

Positive Gedanken dagegen führen und leiten uns in eine positive Richtung. Wir trauen uns wesentlich mehr zu, fühlen uns wohl, sind ausgeglichener und selbstbewuster. Sie helfen uns, bewusster am Leben teilzunehmen und mehr wahrzunehmen.
Sie erweitern unseren Wahrnehmungsfilter. Wir haben in der Tat weit mehr konstruktve Möglichkeiten zur Verfügung, als uns bewusst ist. Eine positive Grundeinstellung ist eines der wesentlichsten Dinge für einen Neuanfang.

Alle Meinungen und Sätze über uns oder andere sind Abschlussbefehle für unser Gehirn. Unser Gehirn richtet seine Wahrnehmung genau auf diese Gedanken aus, um unsere Erwartungen zu erfüllen. Wir denken uns regelrecht in eine Welt unserer Erwartungen hinein.

Alle Meinungen und Sätze über uns oder andere sind Abschlussbefehle für unser Gehirn. Unser Gehirn richtet seine Wahrnehmung genau auf diese Gedanken aus, um unsere Erwartungen zu erfüllen. Wir denken uns regelrecht in eine Welt unserer Erwartungen hinein.

Das Gehirn arbeitet wie ein Computer
Unser Gehirn arbeitet alle Befehle ab, die man ihm gibt.
Geedanken sind für unser Gehirn sehr klare Befehle. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir sie bewusst oder unbewusst denken, ob sie automatisch ablaufen oder einfach nur eine Gewohnheit geworden sind, ob sie positive oder negativen Charakter haben.

(…) Interessanterweise unterscheidet das Gehirn sehr klar zwischen negativen und positiven Gedanken und speichert sie in getrennten Arealen ab:

Alle negativen Gedanken werden im rechten Frontallappen gespeichert. Er liegt oberhalb des Auges auf Höhe der Schläfen.

Alle positiven Gedanken werden genau gegenüber im linken Frontallappen gespeichert. Er liegt ebenfalls oberhalb des Auges auf der Höhe der Schläfen.

Und da unser Gehirn an der Stelle, die von uns stark benutzt wird, physisch wächst, also größer wird, kann man dies mittels Magnetresonanztomografie sehr gut sichtbar machen. Man kann also sehen, was wir vorrangig denken. Genauer gesagt, was wir bisher gedacht haben, denn so ist das jeweilige Areal größer oder kleiner geworden.”

Quelle: Pierre Franckh: Der 6 Minuten Coach. Erfinde dich neu! München: Arkana 2013. S. 29ff.

Das Buch Der 6 Minuten Coach. Erfinde dich neu! ist sehr zu empfehlen für Coaches und MediatorInnen, für andere Professionen und für Jederfrau / Jedermann. Nach Pierre Franckh kann man mit täglich 6 Minuten ernsthafter Reflektionsarbeit seinem Leben eine andere Wendung geben und „wachsen“. Liebevoll gestaltet bietet das Buch kurze Inputs und Übungsanleitungen zu den täglichen 6 Minuten Reflexionszeit. Es gibt sogar einen weiteren Band der 6-Minuten-Übungen zum Stichwort „Finde die wahre Liebe“.

Und nun eine Reflexionsaufgabe zur Selbstreflexion:

Was glauben Sie, welcher Bereich bei Ihnen größer ist, der rechte oder linke?

Wenn ein Konflikt auf Sie zukommt:
Wie denken Sie, eher negativ oder eher positiv?
Wenn Sie negativ denken (die meisten Menschen denken bezüglich eines Konflikte negativ),
wie negativ denken Sie (auf einer Skala von 1 bis 10)?
Wovon hängt es ab, ob sie eher zweifeln oder eher hoffnungsvoll sind?
Denken Sie bei manchen Konfliktpartnern eher negativ, bei anderen eher positiv?
Wie kam / kommt es dazu?
Bei welchem Konfliktpartner wollen (müssen?) sie in ein positives Denken kommen?
Wie könnte das gehen?

Und noch eine Reflexionsaufgabe:

MediatorInnen sehen Konflikte als Chance,
als Chance zur Veränderung
als Chance zum Wachstum
als Chance zur Klärung eines Sachverhalts
als Chance zur Verbesserung einer Beziehung

Was glauben Sie, wie viel Prozent aller MediatorInnen bei fremden Konflikten eher positiv oder eher negativ denken? Was Was glauben Sie, wie viel Prozent aller MediatorInnen bei eigenen Konflikten eher positiv oder eher negativ denken?

Ich bin gespannt auf Ihre Schätzungen …
Christa D. Schäfer

Wollen Sie wissen, was im Gehirn passiert, wenn wir streiten?

Page 1 of 12

Copyright©mediation-berlin-blog.de 2008

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén