Beitrags-Archiv für die Kategory 'Konfliktlösung'

Die Schule als Problem- und Konfliktfeld

Montag, 12. April 2010 9:38

Probleme und Konflikte sind normal und es wird sie immer geben.
Wichtig ist hingegen, wie mit ihnen umgegangen wird.
Schön wäre ein konstruktiver und kreativer Umgang …

Das sind einige meiner Standardsätze in der Konfliktlotsen- und Mediationsausbildung sowie in den Kursen zum Runden Tisch in der Familie. Jetzt habe ich ein Buch in die Hände bekommen, das voll von Problemen und Konflikten zum Thema Schule ist. “Ungehorsam im Schuldienst“, so heißt das Buch von Reinhard Stähling und Barbara Wenders aus dem Schneider Verlag Hohengehren.

Gehorsam war bzw. ist in den meisten Schulen noch immer oberstes Erziehungsziel. Da klingt es paradox, von PädagogInnen als “ungehorsam” zu sprechen.

Die Autoren des Buches interessierte, was hinter den Kulissen von Schulen passiert, wo „ungehorsame“ Lehrerinnen und Lehrer bei der Veränderung von Schule erfolgreich waren. Und es ist ihnen gelungen zu zeigen, dass gute Pädagogik geradezu Ungehorsam herausfordert, so resümiert Astrid Kaiser in ihrem Vorwort zum Buch. Da müssen pädagogische Handlungsspielräume ausgeweitet werden und Zivilcourage gegen bürokratische unpädagogische Richtlinien stehen. Mut und der Wille, für Kinder und Jugendliche einzugestehen, wird so zur absoluten Voraussetzung für dieses Handeln. Ein wunderbares Buch ist daraus entstanden, dem ich viele Leser wünsche.

Über ein Kapitel, das mich besonders berührt hat, möchte ich hier berichten. Wenn Kinder nicht in die Norm passen, ein Exkurs über den Widerstand gegen gymnasiale Selbstverständlichkeiten – so heißt die Ausführung. Barbara Wenders erzählt von Nelly, die von Geburt an eine Spastik hat, dagegen aber meist schon mehrere Gedankengänge weiter ist, wenn die anderen Kinder und Jugendlichen ihrer Klasse gerade zu denken beginnen. Das hat ihr geholfen, eine „normale“ Schule besuchen zu können, doch hatte Nelly immer das Gefühl, besser sein zu müssen als alle anderen, um in der Schule bestehen zu können. Von den ganzen Schwierigkeiten eine Schule zu finden, in dieser Schule in Ruhe arbeiten zu können und sich dort mit ihrem Dreirad als Fortbewegungsmittel bewegen zu können, möchte ich gar nicht berichten. Ich möchte lediglich einige Sätze Nellys zitieren, die sie am Ende ihrer Schulzeit rückblickend sagt:

„Auf so einer Schule, wie meine Grundschule eine war, wäre ich gerne länger geblieben. Dort gab es den Klassenrat, da haben wir gelernt, dass wir alle die gleichen Rechte haben. Auch ich durfte mich, im Gegensatz zur weiterführenden Schule, über meine Lehrer beschweren. Im Klassenrat haben wir gelernt, dass niemand bloßgestellt werden darf, dass jeder, der Hilfe braucht, sie auch bekommt. Für mich war nach ganz kurzer Zeit klar, dass ich immer jemanden hatte, der mir die Türen aufhielt. Dieser Dienst war im Klassenrat geregelt worden, und er funktionierte so selbstverständlich wie jeder andere Dienst auch.

Dann gab es auch noch Treppen vor dem Eingang. Wie sollte ich mit meinem Dreirad dort hinauffahren können? Die Schulleiterin hat vermutlich gegen Bauvorschriften verstoßen, als sie einfach Holzbohlen dorthin legte. Ich kam jedenfalls barrierefrei in die Schule. Als eines Tages ein anderes Kind mir drohte, mich von der Rampe zu stürzen, wusste ich, das kann ich im Klassenrat klären. Und es wurde geklärt.“ (Buch S. 75)

Eine überzeugendere Empfehlung für den Klassenrat kann es meiner Meinung nach doch gar nicht geben! Ich habe eine Praxishilfe zum Thema Klassenrat geschrieben, die Sie kostenfrei herunterladen können und nach der Sie einfach und unkompliziert den Klassenrat einführen können. Falls Sie ein Trainingseinheit zum Klassenrat buchen möchten, auch dies biete ich in einer Ein-Tages und Drei-Tages-Variante in Ihrer Schule oder in meinen Berliner Räumlichkeiten an – hier ein Bericht zu meinem Klassenratstraining in Wolfsburg

Ich hoffe darauf, dass viele Klassen den Klassenrat ebenso wie Nelly als Klärungsort für ein friedlicheres Schulleben kennenlernen … Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Allparteilichkeit in Mediation und Supervision

Montag, 22. März 2010 6:13

Mediation ist … na, das wissen doch sicherlich alle Leser dieses Blogs ?!
Dennoch:

„Mediation ist vermitteltes Verhandeln bei Problemen und Konflikten und löst primär Probleme, sekundär Konflikte.“ (Joseph Duss-von Werdt: Einführung in Mediation, S. 43)

„Supervision ist ein Weiterbildungs-, Beratungs- und Reflexionsverfahren für berufliche Zusammenhänge, in dem sich SupervisorInnen (professionelle BeraterInnen) und SupervisandInnen (professionelle Ratsuchende) begegnen. Stichwörter sind also Weiterbildung, Beratung, Reflexion, hervorgehoben wird der berufliche Zusammenhang.“ (Andrea Ebbecke-Nohlen: Einführung in die systemische Supervision, S. 11)

Während die Mediation u.a. die Klärung eines Konfliktes zum Ziel hat und eine win-win-Lösung für alle beteiligten Konfliktparteien anstrebt, sind die Ziele von Supervision:

  • „Erweiterung oder Vertiefung persönlicher Erkenntnisse über eigene Möglichkeiten und Grenzen, über Einstellungen und Werthaltungen
  • Veränderungen des eigenen Verhaltens
  • Verbesserung des Wissens über soziale und institutionelle Rahmenbedingungen für das berufliche Handeln
  • Erweiterung oder Vertiefung der sozialen Handlungskompetenz und der praktischen Fertigkeiten
  • Verbesserung der Praxistätigkeit im jeweiligen Aufgabenfeld
  • Multiplikation des erlernten beruflichen Know-how“
    (ebenda, S. 13)

Sowohl Mediator, als auch systemischer Supervisor haben allparteilich zu sein. Das heißt, dass sowohl den MediandInnen als auch den SupervisandInnen vom Mediator bzw. Supervisor keine fertige Lösung angeboten werden darf. Vielmehr ist es ihnen durch Fragen zu ermöglichen, selbst passende Lösungen zu finden. Zum Thema Fragen gab es ja erst kürzlich einen wunderbaren und gern gelesenen Artikel in diesem Blog.

Der Begriff der Allparteilichkeit hat heutzutage den Begriff der Neutralität abgelöst, den ich noch in meiner Mediationsausbildung vor über 15 Jahren gelernt habe.

Allparteilichkeit kann sowohl Neutralität als auch Pluralität bedeuteten. Allparteilichkeit im Sinne einer neutralen Haltung heißt, dass ich als Mediatorin bzw. Supervisorin in einer Auseinandersetzung, die sich innerhalb einer Person oder zwischen zwei Personen abspielt, keine Partei ergreife. Allparteilichkeit im Sinne einer pluralen Haltung meint, dass ich mich gegenüber der einen Seite als auch der anderen Seite gegenüber offen zeige. Allparteilichkeit ist deshalb derzeit so etwas wie ein Überbegriff geworden, der die Begriffe Neutralität und Pluralität einschließt.

Ja, was schon so ein Begriff an Unterschieden für eine Verfahren ausmachen kann. Die Gedanken dazu habe ich übrigens dem von mir schon oben angesprochene Buch „Einführung in die systemische Supervision“ von Andrea Ebbecke-Nohlen entnommen. Dies Buch ist eine wunderbare Einführung in die Methodik der Supervision im Allgemeinen und in die Methodik der systemischen Supervision im Besonderen. Auf 126 Seiten findet der Leser viele nützliche Informationen in einfacher und klarer Form. Für Praktiker ist besonders das letzte Kapitel zu den Methoden systemischer Supervision interessant, das von der Hypothesenbildung über das Zirkuläre Fragen und die Allparteilichkeit hin auch Themen wie Metaphern und Skulpturen berührt.

Systemische Supervision ist wie die Mediation ausgesprochen vielfältig. Es gibt gemeinsame Methoden in beiden Verfahren und sogar eine direkte Kopplung beider Verfahren in dem Angebot der Supervision für MediatorInnen in der Ausbildung bzw. für spezielle Fälle. Ich bin gerade dabei, meine Angebote neu zu schnüren und neben der Supervision für Teams und Einzelpersonen wird dann auch insbesondere die Supervision für MediatorInnen im Paket mit enthalten sein.

Interesse an Supervision oder Supervisionsausbildung?
Dann „kontakten“ Sie mich!
Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Systemischer Ansatz | Kommentare (0) | Autor:

Bundesverband der Gütestellen gegründet

Donnerstag, 4. März 2010 23:23

Bereits Ende 2009 wurde in Celle der Bundesverband der Gütestellen gegründet, heute soll darüber an dieser Stelle kurz berichtet werden.

Das Gütestellenverfahren ist in vielen Bereichen einsetzbar, für den Streit zwischen Nachbarn und Erbengemeinschaften ebenso wie bei Familiensachen und grenzüberschreitenden Streitigkeiten. Viele Gütestellen arbeiten auf der Grundlage der Mediation.

Der Bundesverband der Gütestellen hat es sich zum Ziel gesetzt, Rechtsstreitigkeiten von Gerichten an die Gütestellen zu verlagern. Viele Rechtsstreitigkeiten könnten auf diesem Weg schneller, effektiver und kostengünstiger gelöst werden als auf dem Weg durch die Instanzen. Der Bundesverband will ferner ein bundesweit gültiges Regelwerk erarbeiten. Ebenfalls will sich der Verband an der Entwicklung eines bundeseinheitlichen Gütestellengesetzes beteiligen und entsprechende Vorlagen machen. Um die Qualität der Gütestellen zu gewährleisten, soll ein bundeseinheitlicher Qualitätsstandard entwickelt werden.

Der derzeitige gewählte Präsident des Bundesverbands ist der Rechtsanwalt und Mediator Torsten Harms. Kontakt gibt es über folgende Adresse: Bundesverband der Gütestellen, Uetzer Weg 19, 29339 Wathlingen.

Übrigens gibt es im Buch zur “Mediation im Gemeinwesen“ auch ein Kapitel zum Thema Gütestelle.

Das MediationsZentrum Berlin hat bereits im September 2006 einen Antrag auf Anerkennung als Gütestelle bei der damaligen Justizsenatorin gestellt. Leider ist der Antrag abgelehnt worden, obwohl auch nach Auffassung der Senatsverwaltung für Justiz die Ausweitung moderner Streitkultur durch Mediationstechniken wünschenswert ist und eine sinnvolle Ergänzung zum Gerichtsprozess darstellt. Auch ein neuerlicher Vorstoß im Jahr 2009 hat keinen Erfolg gebracht. So ist und bleibt Berlin derzeit ohne Gütestellen. Man wird sehen, wie die Entwicklungen diesbezüglich voranschreiten …

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Mediationsverfahren | Kommentare (0) | Autor:

Mit „Ich schaffs!“ gibt es einen Weg von den Problemen zu den Fähigkeiten

Montag, 25. Januar 2010 6:01

„Ich schaffs“ hat viel mit der Thematik der Mediation gemeinsam.

Es ist ein Programm, das auf dem lösungsorientierten Ansatz beruht, dass Kinder eigentlich keine Probleme haben, sondern nur Fähigkeiten, die sie erlernen und verbessern können. Kinder und Jugendliche mit Problemen können anhand von 15 aufeinander folgenden Schritten lernen, Schwierigkeiten konstruktiv zu überwinden – seien es Verhaltensprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen, Ängsten oder schlechte Angewohnheiten. Basierend auf Ben Furmans Konzept gibt es dazu zwei fantastische Bücher, mit denen dieser Ansatz zum einen für Kinder und zum anderen für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren aufgearbeitet ist.

Ich schaffs basiert auf der Systemtheorie von Gregory Bateson, nach der Probleme in einem System aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren des Systems resultieren und nicht durch eine einzige Ursache entstehen. Daher können Lösungen auch nur unter Beachtung dieser Faktoren entwickelt werden. Auch die Mediation steht in der systemischen Tradition – manche Ausbildungsinstitute betonen dies, indem sie ihr Angebot systemische Mediation nennen.

Eine Gemeinsamkeit, die diesen Zweig der systemischen Pädagogik mit der Mediation und auch dem Buddy-Projekt eint, ist, dass eine weitere Person als „Helfer“ zu Hilfe geholt wird. Ist es in der Mediation der Mediator und im Buddy-Projekt ein anderer Schüler, so können das beim Ich schaffs durchaus mehrere Personen sein, die zu Helfern und Unterstützern werden. Schwierige Aufgaben, also Probleme und Konflikte, lassen sich am besten bewältigen, wenn uns andere helfen – so die Devise. Und Lösungen findet nur diejenige Person, die das Probleme bzw. den Konflikt besitzt – auch das ist bekannt.

LehrerInnen, SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, HortnerInnen und Eltern finden mit dieser Methode einen Weg, Kinder und Jugendliche in ihren Potentialen zu stärken und den Weg von den vorhandenen Problemen zu den möglichen Fähigkeiten zu lenken. „Mein Sohn lässt immer seine Schultasche mitten im Flur stehen.“ „Mein Schüler ruft immer dazwischen.“ „Diese Schülerin schafft es nicht, ruhig auf ihrem Stuhl zu sitzen.“ „Ich will dieses und jenes Ziel erreichen …“

Probleme über Probleme. Ich schaffs bietet die Förderung sozialer Kompetenzen und die Förderung von Lerninhalten. Eine Kultur der Kooperation und der gegenseitigen Hilfe ist möglich. Auch eine Mediation bietet einen Weg der Veränderung von Konflikten zu kreativen und konstruktiven Lösungen.

Ach ja, und falls Sie jetzt die 15 Schritte im Veränderungsprozess wissen wollen, die sind folgende:
Das Leben als Zeitreise betrachten.
Sich Ziele setzen.
Nach dem Nutzen schauen.
Fähigkeiten erlernen.
Helferinnen und Helfer suchen.
Motto und Symbol finden.
Gründe für Optimismus suchen.
Zuversicht fördern.
Einen Stufenplan erstellen.
Los geht’s.
Ein Logbuch führen.
Sich auf Rückschläge vorbereiten.
Feier und Dank vorbereiten.
Neu erlernte Fähigkeiten weitergeben.
An die Zukunft denken.

Interessiert am Thema Konfliktbearbeitung und Soziales Lernen im Klassenzimmer?

Christa D. Schäfer

Thema: Konflikte, Konfliktlösung, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen, Systemischer Ansatz | Kommentare (0) | Autor:

Streitschlichter-Stückchen

Samstag, 26. Dezember 2009 11:57

Soll ich Ihnen verraten, was ich zu Weihnachten bekommen habe?
Leckere Streitschlichter-Stückchen!

Das ist ein gigantischer Schoko-Torrone-Riegel zum gerechten Teilen mit 20 Stückchen für einen oder mehrere Streitfälle. Man kann den Riegel als Talking Stick verwenden (nach indianischem Vorbild) und nach gelöstem Streit die Schokolade gerecht teilen.

Da hat die Firma Hussel eine super Idee mit den Streitschlichter-Stückchen gehabt. Und besten Dank auch an Kathrin Warneke für das Soul Food Sortiment und ihre Ideen für die Seelennahrung …

Christa D. Schäfer

Wollen Sie wissen, was Schokolade und Impulskontrolle mit interpersonaler Intelligenz und sozialer Kompetenz zu tun haben?

Thema: Allgemein, Konfliktlösung, Konfliktprävention | Kommentare (0) | Autor:

Mobbing-Hysterie?

Mittwoch, 9. Dezember 2009 22:01

Dieses Phänomen ist selten, aber es gibt es.
In manchen Arbeitssystemen werden MitarbeiterInnen bereits nachdem sie das erste Mal vergessen haben eine Information weiterzugeben des Mobbings bezichtigt. In manchen Schulen werden durchaus Beleidigungen, Rempeleien und Ärgern als Mobbing eingestuft. Auf Spielplätzen hört man mitunter schon die Worte „Uuuh, der mobbt mich.“

Sind diese Systeme dann besonders sensibel für die Thematik?
Ist den Beteiligten die Definition des Begriffes Mobbing bekannt?
Ist der Sprachgebrauch dann unbewusst unangemessen?
Oder herrscht im System eine große Angst vor Mobbingfällen
und darum eine erhöhte Sensibilität?

Dazu gibt es jetzt einen Artikel von Carmen Gräf unter Zeit-online.

Wenn Sie weiteres Wissenswertes zum Thema Mobbing erfahren möchten, dann schauen Sie bitte auch nach den Artikeln in der Kategorie Mobbingbearbeitung in diesem Blog.

Christa D. Schäfer

Thema: Konflikte, Konfliktlösung, Mobbingbearbeitung, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Bundesregierung ernennt „Kreditmediator“

Mittwoch, 2. Dezember 2009 22:34

Die Bundesregierung hat den Rheinland-Pfälzer Banker Hans-Joachim Metternich zum neuen Kreditmediator ernannt. Ab März 2010 soll er mit einigen Mitarbeitern zusammen in Frankfurt am Main verhindern helfen, dass es im Gefolge der Finanzkrise zu einer flächendeckenden Kreditklemme in der deutschen Wirtschaft kommt. Zunächst ist diese Arbeit bis Ende 2011 geplant, sie kann bei Bedarf aber auch verlängert werden.

Wenn Unternehmen einen Kredit benötigen und bei ihren Banken keinen Erfolg haben, dann können sie sich an den Kreditmediator wenden. Der prüft die Sache, spricht seinerseits Banken an oder stellt Kontakt zu Förderbanken her.

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement | Kommentare (3) | Autor:

Keynote zum School Shooting beim Workshop Aggression

Montag, 23. November 2009 5:05

Vom 6. bis 8. November hat in Berlin die Veranstaltung des „Workshop Aggression“ stattgefunden. Unter der Leitung von Professor Herbert Scheithauer (Freie Universität Berlin) und Professorin Angela Ittel (Technische Universität Berlin) wurde ein hochkarätiges Programm zum Thema Aggression geboten. Nationale und Internationale Experten stellten neueste wissenschaftliche Ergebnisse zur Thematik vor.

Behandelte Themen der Tagungen waren u.a.: Cyberbullying, Geschlecht und Aggression, Frühprävention und Aggression, Intervention und Prävention von Aggression, Aggression und Medien sowie der Zusammenhang zwischen Aggression und Empathie.

Besonders gut hat mir persönlich die keynote von Prof. Dr. Dewey Cornell von der University of Virgina zum Thema „Prevention of School Shootings in the United States“ gefallen. Prof. Cornell gab hierbei Hinweise auf zu vermeidende Fehler, die in den USA in der Nachfolge von School Shootings gemacht wurden und die Europa besser vermeiden sollte. Er benannte drei derartige Fehler: Erstens die „Null Toleranz-Strategie“ (vielleicht erinnert sich mancher hier an den Vorfall, bei dem einem kleinen Jungen sein Plastiktaschenmesser abgenommen wurde), zweitens das Aufbauschen einer Vielzahl von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Krisenbewältigung (Metalldetektoren am Schuleingang, verstärktes Wachpersonal, Alarmsysteme, schussfeste Rucksäcke u.a.) sowie das Aufstellen von Täterprofilen in Bezug auf Amokläufe in Schulen.

Gewaltprävention kann nicht so lange warten, bis der Amokläufer vor der Türe steht, so die Aussage von Prof. Cornell. Jede Schule sollte rechtzeitig und früh genug Maßnahmen zur Gewaltprävention ergreifen!

Auf der Grundlage seiner Forschungen hat Prof. Cornell Leitlinien vorgelegt und erforscht für gute und sinnvolle Reaktionen nach der Gewaltdrohung eines oder mehrerer Schüler. Wer sich dafür interessiert oder sogar den gesamten Vortrag nachvollziehen möchte, der schaue in die Folien des Vortrages zum Thema School Shooting auf der Seite der University of Virginia.

Auch in Berlin wird derzeit an der FU zum Thema School Shooting geforscht. Im Rahmen der Sicherheitsforschung der Bundesregierung wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Forschungsgelder zum Thema bewilligt. Dabei wird auch an der FU vom School Shooting und nicht von Amokläufen gesprochen. Bei School Shootings ist im Gegensatz zu Amokläufen die Handlung und der Ablauf geplant und die Opfer nicht zufällig. Jugendliche deuten oder kündigen ihre Taten im Vorfeld an (im Internet, in Briefen oder Gespräche). Diese Zeichen, Fantasien und Pläne im Vorfeld werden mit dem Stichwort „Leaking“ bezeichnet. Beim Vorfall selber werden nicht unbedingt Schusswaffen eingesetzt, sondern mitunter wird eine andere Form von schwerer zielgerichteter Gewalt für die Tat genutzt.

Im Forschungsprojekt School Shooting an der FU sollen Netzwerke von Helfersystemen in den Blick gerückt werden; es werden u.a. unterschiedliche Herangehensweisen in der Schulung von Lehrern im Umgang mit Drohungen, Tatfantasien und tatsächlicher Gewalt untersucht.

Keine wissenschaftlicher Text, aber dennoch ein fantastischer Roman zum Thema Amoklauf bzw. School Shooting für Jugendliche und LehrerInnen ist das Buch „Mitschuldig“ von Harald Tondern. Einen ersten Einblick in das Buch hier im Blog …

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktprävention | Kommentare (0) | Autor:

Berliner Schulen nehmen Waffen entgegen

Freitag, 20. November 2009 17:57

Am 1. Dezember werden zwischen 8 und 16 Uhr in Berliner Schulen kostenlos Waffen und verbotene Gegenstände von der Polizei abgeholt. Das ist der Hinweis von Bildungsstaatssekretärin C. Zinke. Die Polizei will damit die Amnestie für illegalen Waffenbesitz unterstützen, die noch bis 31. Dezember gelte. Diese Amnestie war nach dem Amoklauf von Winnenden ausgesprochen worden, um die Zahl illegaler Waffen in den Haushalten zu reduzieren.

Wie bitte sehr, ist das Vorgehen gedacht? Sollen Lehrer ihre Schüler jetzt nach illegalen Waffen fragen, die diese abgeben könnten?!

Christa Schäfer

Thema: Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Schulmediation | Kommentare (1) | Autor:

„Raus aus der Streitfalle in der Familie“ – Fachvortrag und Improtheater Die Gorillas

Donnerstag, 12. November 2009 16:18

Das Berliner FEZ bietet Elternakademien an. Das Thema am 14.11.2009, also am nächsten Samstag lautet “Raus aus der Streitfalle“. Nach einem halbstündigen Fachvortrag von Christa D. Schäfer wird der Moderator Stefan Rupp und der Erziehungsberater Christian Schoenfelder die zuschauenden und zuhörenden Eltern mit in das Thema einbinden. Freuen dürfen sich alle ebenfalls auf das Improtheater “Die Gorillas“, das typische Streit- und Konfliktlösungssituationen aus dem Familienalltag darstellt.

Wann sieht und hört man das schon mal?
Ein Improtheater, das sich mit Streit in der Familie beschäftigt!
Eine spannende Veranstaltung, die ich Ihnen gerne ans Herz legen möchte:
Samstag, den 14.11.2009 von 16 bis 19 Uhr im FEZ-Berlin

Christa D. Schäfer

Thema: Familienmediation, Konfliktberatung, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor: