Beitrags-Archiv für die Kategory 'Mobbingbearbeitung'

Übungen für Mobbing-nahe bzw. Mobbing-gefährdete Klassen

Montag, 16. April 2012 7:14

In letzter Zeit war ich öfters in Klassen eingeladen, in denen es erste Anzeichen von Mobbing gab. Mit diesen Klassen habe ich dann einen Tag lang mehrere Anti-Mobbing-Übungen gemacht. Schade, dass derartige Übungen nicht besonders bekannt sind in Schulen. Um das zu ändern, möchte ich hier mit Ihnen eine meiner Standardübungen für die Klassenstufen 5 bis 8 teilen.

Die Übung heißt „In-Group“, und es ist eine Übung, die verdeutlicht, dass es in Gruppen oft einen bestimmten „Code“ gibt. Beim ersten Durchführen wissen die SchülerInnen oft nicht, worauf die Übung abzielt – die Wirkung und das Ergebnis ist mitsamt der Auswertung am intensivsten. Beim zweiten und dritten Mal macht die Übungen den SchülerInnen viel Spaß, regt jedoch die TeilnehmerInnen eher dazu an, Detektiv zu spielen um den Code herauszubekommen.

Zielsetzung:
SchülerInnen können erfahren, wie sich Mobbing anfühlt / SchülerInnen erkennen, dass es einen Code (ungeschriebene Regeln) in Gruppen gibt / SchülerInnen denken über Gruppen und deren Code nach
Sozialform: Kreisgespräch
Dauer: 20 bis 45 Minuten
Material: keines notwendig
Vorbereitung: kaum

Ablauf:
Es werden drei SchülerInnen gefragt, ob sie ein „Experiment“ mitmachen wollen; diese SchülerInnen werden dann gebeten, kurz vor die Türe zu gehen.

Die restliche Gruppe wird darüber informiert, dass es im Klassenraum jetzt um ein Gespräch über ein bestimmtes Thema geht und sie jetzt die „In-group“ sind. Zusammen mit dieser Gruppe wird ein Thema ausgewählt, z.B. stellen sich alle vor, eine gemeinsame Party am kommenden Samstag zu feiern. In dem folgenden Gespräch geht es dann um den Rahmen und die Vorbereitungen zur Party. Weiterhin wird ein Code vereinbart, den alle einhalten müssen, die mitsprechen wollen. Das Zeichen / der Code kann daraus bestehen, dass sich derjenige, der etwas sagen möchte, kurz in den Haaren wuschelt bevor er etwas sagt, oder sich kurz am Ohrläppchen zieht oder die Beine überschlägt oder den kommenden Satz mit „äh“ einleitet. Die In-group weiß, dass von den Dreien, die jetzt bald wieder reingeholt werden, nur diejenigen mitsprechen dürfen, die diesen Code kennen und befolgen.

Die Gruppe außen erhält ebenfalls kurz eine Einweisung in Ihre Rolle. Sie wissen, dass Sie jetzt anschließend in den Raum kommen und die Gruppe im Raum über ein bestimmtes Thema sprechen möchte. Sie wissen, dass sie nur mitreden dürfen, wenn Sie einen geheimen Code befolgen, den sich die Gruppe im Klassenraum gewählt hat. – Wichtig ist es, der Gruppe außerhalb des Raumes nicht zu viel zu verraten, aber die Aufgabenstellung dennoch gut deutlich zu machen.

Auswertung:
Im Auswertungsgespräch sollten Fragen diskutiert werden wie:
Wie geht es denjenigen, die mitreden wollten, aber nicht durften?
Wurde der „Code“ herausgefunden? Wie?
Hat jemand resigniert? Wie haben sich einzelne verhalten? Wie gefühlt?
Wie ist die Übung verlaufen? Was macht Spaß an der Übung?

Quelle:
jetzt Ch.Schäfer, ursprünglich?

Interessant ist, dass die Übung „Spaß“ macht und dass einige Schüler sich richtig „gemein“ und „daneben“ benehmen während der Übung. Interessant ist auch, dass einige SchülerInnen die Übung gar nicht aushalten können und am liebsten rausgehen würden aus Ihrer Rolle bzw. dass sie ganz still werden.

Und immer gut zu wissen für Lehrkräfte: Dies ist keine Übung, die man mal so eben nebenbei macht. Sie erfordert vielmehr bereits ein großes Gespür für die Klasse, für die SchülerInnen der Klasse und für das Klassengefüge. Ganz leicht kann mit dieser Übung nämlich auch „Schaden“ angerichtet werden.

Gut aber auch zu wissen, dass diese Übung in den Köpfen und Herzen der teilnehmenden SchülerInnen viel bewegt und darum wegweisend sein kann …

Kennen Sie schon den Berliner Anti-Mobbing-Koffer?

Interesse an weiteren Übungen zur Mobbingprävention?
Schon jetzt für Klassen buchbar und demnächst auch für LehrerInnen und SozialpädagogInnen …

Christa D. Schäfer

Thema: Mobbingbearbeitung, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Mobbingprävention in Berliner Oberschulen

Montag, 27. Februar 2012 16:51

In Berlin ist der Erwerb sozialer Kompetenzen als allgemeines Ziel in den Bildungsplänen aller Schularten verankert. Seit Sommer 2011 gibt es jetzt 1.500 Anti-Mobbing-Koffer für die Berliner Oberschulen. Der Koffer ist Bestandteil des Programms „Gesunde Schule“. Die Techniker Krankenkasse hat zusammen mit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem Brandenburger Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung diese Initiative „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!“ ins Leben gerufen.

In Hamburg entwickelt, findet dieser Koffer jetzt mit 1.500 Exemplaren seine Wege innerhalb Berlins. Er wurde für die Sekundarstufe I konzipiert und kann wunderbar in den Klassenstufen fünf bis acht eingesetzt werden. Vor den Sommerferien 2011 hat ein zweitägiges MultiplikatorInnentraining stattgefunden. Jetzt stehen ca. 100 geschulte MultiplikatorInnen in Berlin bereit, um Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit dem Anti-Mobbing-Koffer zu schulen. In Brandenburg startet das Programm zum neuen Schuljahr 2012/2013.

Das Mobbing-Präventionsprogramm soll innerhalb einer Projektwoche an fünf Schultagen durchgeführt werden. Im Berliner Anti-Mobbing-Koffer befindet sich ein Hefter, in dem der Ablauf der Projekttage genau beschreiben wird. Ferner sind auf zwei DVDs Filme für Lehrer, Schüler und Eltern zum Thema. Elterninformationen und Lehrerspickzettel (Was ist Mobbing usw.) runden das Angebot des Koffers ab.

Ziel des Anti-Mobbing-Koffers ist es, dass die an den Projekttagen teilnehmenden Schülerinnen und Schüler nachhaltig in der Lage sind, Zivilcourage zu zeigen, offen miteinander zu kommunizieren und Mobbing zu vermeiden.

In der Praxis hat es sich bewährt, von Mobbing zu sprechen, wenn folgende fünf Merkmale feststellbar sind:

  1. Ein Konflikt zwischen zwei oder mehr Personen hat sich verfestigt.
  2. Eine Konfliktpartei ist unterlegen.
  3. Die unterliegende Person wird von einzelnen Gruppenmitgliedern häufig und
  4. über längere Zeit angegriffen.
  5. Die unterlegene Person erhält keine Hilfe und kann die Situation nicht allein auflösen.

(nach Horst Kasper: Schülermobbing – tun wir was dagegen! AOL 2000)

Im Anti-Mobbing-Koffer gibt es für Lehrerinnen und Lehrer folgenden Hinweis zum Schutz vor Gewalt: Mobbing können Sie am besten verhindern, indem Sie

  • gezielt die positive Entwicklung der Klasse als Gruppe fördern
  • vertrauensvolle Beziehungen in der Klasse aufbauen
  • eine offene Kommunikation unterstützen, in der auch die Beziehungen selbst Thema sein können.

LehramtsstudenInnen der UdK haben sich in die Lage von Berliner Schülerinnen und Schülern hineinversetzt und überlegt, wie sich diese SchülerInnen wohl den Umgang in der Klasse miteinander wünschen. Die folgenden Bilder zeigen einen Eindruck davon.



Ich hoffe, dass in möglichst vielen Klassen Berlins dieser Koffer eingesetzt wird.

Und falls Sie Unterstützung in der Mobbingprävention suchen, oder bereits ein Mobbingfall vorliegt, so wenden Sie sich bitte gerne vertrauensvoll mit der Bitte um Unterstützung an mich ….

Die Berlin-Brandenburger Anti-Mobbing-Fibel kümmert sich um den Fall, wenn es bereits in einer Klasse einen Mobbingfall gibt, diese Veröffentlichung kennen Sie bereits?


Übrigens waren gerade die Tage im Berliner Tagesspiegel zwei interessante Artikel zum Thema Mobbing: Viele, die Cyber-Mobbing mitbekommen, reagieren nicht. Sie haben Angst, selber Opfer zu werden – oder meinen, dass ein Eingreifen nichts bewirken würde. Das zeigt eine Studie der TU Berlin. Ist ein Hund in der Nähe eines Mobbing-Opfers, so sind soziale Kränkungen besser zu ertragen.

Gehört die Bearbeitung von Mobbing in der Schule zu den Aufgaben von SchülermediatorInnen? Eine Antwort finden Sie hier …

Christa D. Schäfer

Thema: Mobbingbearbeitung, Schule in Berlin | Kommentare (0) | Autor:

Mobbing-Hysterie?

Mittwoch, 9. Dezember 2009 22:01

Dieses Phänomen ist selten, aber es gibt es.
In manchen Arbeitssystemen werden MitarbeiterInnen bereits nachdem sie das erste Mal vergessen haben eine Information weiterzugeben des Mobbings bezichtigt. In manchen Schulen werden durchaus Beleidigungen, Rempeleien und Ärgern als Mobbing eingestuft. Auf Spielplätzen hört man mitunter schon die Worte „Uuuh, der mobbt mich.“

Sind diese Systeme dann besonders sensibel für die Thematik?
Ist den Beteiligten die Definition des Begriffes Mobbing bekannt?
Ist der Sprachgebrauch dann unbewusst unangemessen?
Oder herrscht im System eine große Angst vor Mobbingfällen
und darum eine erhöhte Sensibilität?

Dazu gibt es jetzt einen Artikel von Carmen Gräf unter Zeit-online.

Wenn Sie weiteres Wissenswertes zum Thema Mobbing erfahren möchten, dann schauen Sie bitte auch nach den Artikeln in der Kategorie Mobbingbearbeitung in diesem Blog.

Christa D. Schäfer

Thema: Konflikte, Konfliktlösung, Mobbingbearbeitung, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Cyber-Mobbing – zwischen zwei Buchdeckeln

Montag, 28. September 2009 6:25

Es gibt Bücher, die gehen „unter die Haut“.
Das Buch, über das ich hier berichten möchte, ist so eines.
Es ist ein Buch über Cyber-Mobbing.
Aber dazu später …

In meinem ersten Blogartikel über Cyber-Mobbing habe ich bereits definiert, was dieser Begriff bedeutet. Er meint das über einen längeren Zeitraum stattfindende absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel. Die Kommunikationsmittel können ein Handy sein (SMS oder Anrufe) oder / und das Internet (Soziale Netzwerke, Video- und Fotoportale) Der Täter, auch Bully genannt, handelt meist anonym, so dass das Opfer nicht weiß, von wem die Angriffe kommen.

Seit 2007 liegt eine interessante Studie zum Thema Gewalt im Web 2.0 vor, dem Umgang Jugendlicher mit gewalthaltigen Inhalten im Internet sowie die rechtliche Einordnung der Problematik. Interviews mit Jugendlichen haben ergeben, dass Jugendliche heutzutage regelmäßig mit der Situation des Fotografiert- und Gefilmtwerdens konfrontiert sind und mit der Möglichkeit, dass diese Bilder veröffentlicht werden. Bei diesem Bildmaterial sind natürlich auch Szenen dabei, in denen die Jugendlichen in unvorteilhaften oder peinlichen Situationen zu sehen sind (schlafend, betrunken …). Werden diese Bilder durch Freunde oder in guter oder witziger Absicht ins Netz gestellt, so finden die Jugendlichen dies akzeptabel. Werden die Bilder als Racheakt ins Netz gestellt, so ist dies schmerzhaft. Mädchen empfinden dabei die Veröffentlichung derartigen Bildmaterials insgesamt sehr viel stärker problematisch als Jungen. Beide greifen in einem solchen Fall zu Relativierungsstrategien: „Das kann jedem passieren, dass mal solche Bilder erscheinen.“

Das jedoch ist kein Cyber-Mobbing im Sinne der obigen Definition. Die Webseite klicksafe.de, die sich mit Cyber-Mobbing beschäftigt, erwähnt acht Stufen des Cyber-Mobbings. Diese von Nancy Willard beschriebenen Ausprägungen des Cyber-Mobbings umfassen zunächst Beleidigungen und Beschimpfungen (Flaming) sowie die Belästigung des Opfers (Harassments), daran schließt sich das Anschwärzen, Gerüchte verbreiten (Denigration), das Auftreten unter falscher Identität (Impersonation), das Bloßstellen (Outing und Trickery) sowie der Ausschluss (Exclution) an. Abschließend finden das Phänomen im Cyberstalking (fortwährende Belästigung und Verfolgung) sowie im Cyberthreat (offene Androhung von Gewalt) seinen Höhepunkt.

So richtig kann man sich eigentlich nicht hineinversetzen in ein Cyber-Mobbing Opfer. Das neu erschienene Buch „Böses Spiel“ von Brigitte Blobel katapultiert den Leser in eine Cyber-Mobbing Welt. Svetlana Olga Aitmatowa, die 14jährige Hauptfigur des Jugendromans, stammt aus der Ukraine. Sie kommt als „Russlanddeutsche“ mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater nach Deutschland. Dort geht sie zunächst in Wohlstorf in die Schule, bis sie ein Stipendium erhält und auf das Internatsgymasium Erlenhof gehen darf. Nachdem sie sich darüber zunächst riesig freut, fängt der Trouble bald an. Es ist wichtig, Markenkleidung zu tragen – da kommt Svetlana nicht mit. Zudem arbeitet ihre Mutter zuerst in einer Fleischwarentheke im Supermarkt und dann als Putzfrau, auch das kommt bei Svetlanas Klassenkameradinnen und Klassenkameraden im Edelinternat nicht gut an. Als Svetlana dann aber auch noch zur besten Schülerin der Klasse wird, ist nichts mehr aufzuhalten.

Die Beleidigungen von Svetlana sind an der Tagesordnung, und dann kommen die ersten SMSen dazu. „Bei Achselschweiss: Alles über Seife und Deos bei ichstinke.de“ so das Beispiel von einer der ersten SMS’. Kurz darauf treten auch schon die höheren Eskalationsstufen des Cyber-Mobbing im Internet auf. Space Shuttle, Rosenstolz, Luzifer und Prinz Eisenherz (alles Tarnnamen) verbreiten Fotomontagen von Svetlana mit hässlichem Inhalt, wählen sie zum hässlichsten Mädchen im Gymnasium und kennen absolut keine Grenzen mehr.

Das von Brigitte Blobel für Leser ab 12 geschriebene Buch “Böses Spiel“ verdeutlicht, wie die Gesundheit von Svetlana sich immer weiter verschlechtert, wie sie in eine Depression rutscht, sich immer mehr selber fremd wird, und wie sie schließlich sogar zum Suicid bereit ist. Kein einfaches Buch, fürwahr, aber eben ein „unter die Haut gehendes“. Wenn das Thema Cyber-Mobbing auf dem Stundenplan steht, dann sollte dieses Buch als Begleitlektüre nicht fehlen.

Eine irreale Geschichte? Mitnichten.
Man denke nur an 13jährige Megan aus Missouri, die sich nach einer Cyber-Mobbing-Attacke erhängte.

Unterstützen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler bei Mobbing und Cyber-Mobbing bedingungslos!

Christa D. Schäfer

Thema: Allgemein, Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung | Kommentare (0) | Autor:

Täglich die Angst

Montag, 14. September 2009 20:29

Das ist das Gefühl, mit dem Mobbingopfer in die Schule gehen – und das ist auch das Gefühl, das Thorsten aus dem gleichnamigen Buch von Manfred Theisen verspürt.

„Katinka, Annika und Lisa haben die Klasse fest im Griff und Thorsten in der Zange. Er ist ihr neuestes Opfer, und die Lehrer reden gegen Wände, denn keiner macht den Mund gegen die Gang auf. Wer ist schon so verrückt, sich als nächstes Mobbing-Opfer anzubieten? Doch irgend jemand hat den Terror satt – und mobbt zurück, eiskalt und richtig gefährlich: mit Sachbeschädigung, versuchter Körperverletzung und Entführung, bis Annika die Gewaltspirale durchbricht.“ – so der cbj-Verlag über dieses Buch zum Thema Mobbing.

Ursprünglich bezeichnete man mit Mobbing eine Folge von böswilligen Taten (Gewalt mit Worten oder Bildern, Ausgrenzen, Eigentum zerstören), die über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden und das Ziel haben, einen Mitschüler oder eine Mitschülerin fertig zu machen. Bullying meinte dagegen eher eine wiederkehrende physische Gewalt gegen eine andere Klassenkameradin bzw. einen anderen Klassenkamerad. Heutzutage werden die Worte Mobbing und Bullying im Schulkontext oft parallel gebraucht.

Das oben angesprochene Buch ist für die Klassenstufen 8 und 9 geschrieben. Interessant ist die Erzählperspektive aus der Sicht einer Mit-Täterin. Die 14jährige Annika berichtet hart, kühl und mit wenig Empathie über die Mobbing-Geschehnisse. Die Romansprache ist mitunter recht derb und die Leser können gut die Motive der Mit-Täterschaft sowie ihre Hilflosigkeit gegenüber der Haupt-Täterin samt dem Gruppenzwang herauslesen. Irgendwann will Annika beispielsweise aussteigen, aber dann ist sie bereits so dicht im Geschehen, dass es kaum mehr eine Chance gibt.

Auch Thomas hat als Mobbing-Opfer zunächst keine „Wahl“:

„Wäre Thorsten Russe, Kurde oder Türke, hätte er eine Chance in der Klasse, denn die Clans halten zusammen, und jeder von denen kriegt auch immer ein Mädel: Russe findet Russin, Kurde Kurdin, Türke Türkin. Aber er ist kein Russe, kein Kurde, kein Türke, sondern Deutscher, Eingänger ohne Clan. Ein Computerfreak, Hacker, Genie an der Tastatur. Bringt ihm bloß nichts. Gar nichts. Schlanke Hände, ein Hochleistunghirn, nichts davon zählt, denn er gehört zu den schwachen Tieren in der Herde. Wären wir ein Wolfsrudel, hätten wir ihn totgebissen.“ (Seite acht)

Falls Sie Hilfe für einen Mobbingfall in der Schule benötigen, gibt die 32seitige Berliner Anti-Mobbing-Fibel erste Auskünfte zum Thema. Die von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport herausgegebene und von Walter Taglieber geschriebene Broschüre eignet sich hervorragend für einen ersten Einstieg ins Thema.

Ebenfalls empfehlenswert ist die 24seitige Anti-Mobbing-Broschüre des Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung unter Mitarbeit von Christina Großmann. Beide Broschüren sind kostenfrei herunterladbar.

Fantastisch, und damit schließt sich der Kreis, ist auch das 24seitige, ebenfalls kostenfrei herunterladbare Unterrichtsmaterial zum oben genannten Buch „Täglich die Angst“. Dieses wurde von Birgit Gehring herausgegeben, die als ehemalige Lehrerin die Mobbingthematik im Zusammenhang mit dem Buch gut aufgearbeitet hat. Damit wird das Buch ein wirksames Instrument zur Mobbingprävention. Im heutigen Sprachgebrauch werden ja interessanterweise die Wort „Mobbingopfer“ und „Mobbingtäter“ nicht mehr verwendet – beide werden als „Mobbingbetroffene“ gesehen. Im obigen Jugendroman wird letztendlich aus dem Opfer ein Täter und es werden aus den Tätern die Opfer.

Neben der Mobbingproblematik bietet das Buch auch Erkenntnisse zu Computerspielen sowie zur Medienerziehung, aber das nur am Rande.

Ach ja, und übrigens gibt es derzeit eine interessante Forschung zum Thema Mobbing im Schulbereich. Dr. Melanie Wegel vom Institut für Kriminologie der Universität Tübingen untersucht einerseits individuelle Verhaltensweisen sowie Sozialisationsstile der Opfer und andererseits die Reaktion der Außenstehenden. Sie geht von der Annahme aus, dass Mobbing nur möglich ist, wenn die Gemeinschaft dies toleriert. Dieses vom Weissen Ring unterstützte Projekt hat jetzt erste Ergebnisse vorgelegt: Mobbingtäter haben in ihrem Elternhaus in der Regel selbst Opfererfahrungen gemacht (Handgreiflichkeiten oder Vernachlässigung). Ein Teil der Mobbingopfer hat im Elternhaus Opfererfahrungen erlebt und behält diese Rolle in der Schule bei. Ein anderer Teil der Mobbingopfer wurde überbehütet erzogen und erlernte Verhaltensweisen, die zwar der Deeskalation dienen, aber beim Täter nicht greifen. Letztlich hat Wegel einen transgenerationalen Effekt festgestellt: „Mobbende Eltern haben mobbende Kinder“. (Quelle: Weisser Ring direkt, Ausgabe 19 Nr. 3/2009)

Halten wir also unsere Augen und Ohren offen und greifen so früh wie möglich ein! Mehr zum Thema Mobbingbearbeitung finden Sie in der entsprechenden Kategorie hier im Blog.

Christa D. Schäfer

Thema: Emotionale Intelligenz, Konflikte, Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung, Schulmediation | Kommentare (0) | Autor:

Gegen Cyber-Mobbing

Dienstag, 17. Februar 2009 11:39

Einerseits ist Mobbing derzeit fast zu einem Modewort in Deutschland geworden und andererseits kommt Mobbing in den letzten Jahren auch immer öfters vor. Der Begriff Cyber-Mobbing ist dagegen noch recht unbekannt, auch wenn der Tatbestand schon viele, viele Menschen erreicht hat.

Cyber-Mobbing, auch Cyber-Bullying oder E-Mobbing genannt, meint das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmediation über einen längeren Zeitraum hinweg. Cyber-Mobbing findet entweder im Internet statt (bsp. durch E-Mails, in Sozialen Netzwerken wie schülerVZ oder durch Videos auf Portalen) oder per Handy (SMS oder lästige Anrufe). Nicht selten agiert der Mobber anonym und die gemobbte Person weiß nicht, von wem die Angriffe stammen.

Im Gegensatz zum Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule finden die Eingriffe durch das Mobbing praktisch rund um die Uhr im Privatleben statt. Das Publikum, das den Mobbinginhalt mitbekommt, ist unüberschaubar groß und die Inhalte verbreiten sich extrem schnell.

Cyber-Mobbing gegen Lehrer ist ein aktuelles Thema der letzten Monate gewesen. Aber auch das Cyber-Mobbing gegen Schülerinnen und Schülern hat ein nicht zu unterschätzendes Ausmaß angenommen. In einer Untersuchung des Zentrums für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau (zepf) konnte 2007 festgestellt werden, dass 19,9 % der online befragten Schülerinnen und Schüler bereits von Cyber-Mobbing betroffen waren. Hauptverursacher des Mobbings waren Mitschülerinnen und Mitschüler, die Beleidigungen und Gerüchte über das Mobbing-Opfer verbreiteten oder Bilder bzw. Chatnachrichten über das Opfer weitergegeben haben, um diese bloßzustellen oder lächerlich zu machen. Da werden Drohungen, Beleidigungen oder unangenehme Nachrichten über das Internet oder über Handy verschickt, Personen bei Online-Spielen oder Chats ausgeschlossen und Gerüchte verbreitet. Weiteres zum Thema auch auf der Seite Gewalt in der Schule.

Manchmal können die Betroffenen ahnen, wer hinter den Attacken steht, manchmal tappen sie völlig im Dunklen. Die persönliche Auseinandersetzung mit dem oder den Mobbinggegnern mit Hilfe der Mediation ist darum oft gar nicht möglich. Empfohlen wird das Einrichten eines Anti-Mobbing-Beauftragten in Schulen und die Einrichtung präventiver Maßnahmen gegen Cyber-Mobbing in allen Schulklassen. Als Betroffene oder Betroffener sollte man dem Cyber-Bully nicht antworten, Beweise sammeln, ihn durch den Website-Anbieter sperren lassen und vorallem: über das Erlebte sprechen.

Letzte Woche, am 10.02.09 fand der sechste weltweite Safer Internet Day statt, bei dem auf die wichtige und notwendige Internetsicherheit aufmerksam gemacht werden sollte. In Berlin fand eine Presseveranstaltung im John Lennon Gymnasium statt, bei der die Direktoren der Landesmedienanstalten Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, Manfred Helmes und Prof. Dr. Norbert Schneider, die Anbieter von Social Communities in der Verantwortung schicken wollten; sie sprachen sich deutlich für Aufklärung und Information sowohl der jugendlichen Nutzer als auch von Eltern und Lehrern aus.

Klicksafe.de ist der deutsche Partner im Rahmen des Safer Internet Programms der EU und bietet auch Unterrichtsmaterial für Lehrer zum Thema „Was tun bei Cyber-Mobbing?“ an, das kostenfrei auf der Internetseite bestellt werden oder dort heruntergeladen werden kann.

Mein Tipp an alle Lehrerinnen und Lehrer dieses Blogs: Informieren Sie sich genauer über Mobbing. Nutzen Sie auch das klicksafe-Material und machen Sie Cyber-Mobbing in Ihrer Klasse zum Thema. Helfen Sie mit, den Umgang Ihrer Schüler untereinander zu verbessern!

Christa Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung, Schulmediation | Kommentare (6) | Autor:

Konflikte, Mobbing, Mediation, Mobbingberatung

Montag, 8. Dezember 2008 8:33

Viele Mobbingbetroffene holen sich Hilfe und Unterstützung bei einer Mediatorin oder einem Mediator. Andere landen bei einer MobbingberaterIn, die sich auf derartige Fälle spezialisiert hat. Jetzt gibt es das erste deutschsprachige Buch zum Thema Mobbingberatung.

MediatorInnen werden versuchen, ein gemeinsames Gespräch mit Mobbingopfer und Mobbingtäter anzubahnen. MobbingberaterInnen sehen Ihre Aufgabe zunächst im Einzelgespräch.

Das von Christa Kolodej geschriebene Buch „Mobbingberatung“ aus dem Facultas Verlag bietet Wissenswertes zum Thema Mobbing, Grundlagen zum Thema Mobbingberatung, es zeigt viele Fallbeispiele und beschreibt ausgewählte Interventionen der Konflikt- und Mobbingberatung. Ich kann das Buch rundweg allen MediatorInnen empfehlen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen.

In manchen Betrieben und Schulen wird der Begriff Mobbing heutzutage geradezu inflationär benutzt. Nach Kolodej ist Mobbing dann gegeben, wenn folgende vier Aspekte zutreffen: Es ist eine gezielte Schikane gegen eine oder mehrere Personen mit häufigen Angriffen erkennbar. Diese Angriffen finden gezielt und systematisch statt. Es besteht ein Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten zu Ungunsten der vom Mobbing betroffenen Person(en). Es kommt zur zunehmenden Isolierung bei dem/den Betroffenen.

Während Konflikte ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sind, bleibt bei Mobbingkonflikten das zugrunde liegende Problem meist im Hintergrund und die angegriffene Person wird als Problem in den Vordergrund geschoben. Mobbing entsteht zumeist aus der Nicht-Bewältigung von alltäglichen Konflikten als Phänomen mit hoher Konflikteskalation.

Interessant ist die Frage, ob Mobbingbetroffene aufgrund ihrer Persönlichkeit gemobbt werden. Verschiedenste Untersuchungen, die im Buch zitiert werden, haben ergeben, dass Mobbingopfer häufig zu den Konfliktvermeidern gehören (Rückzug oder Ignorieren des Konfliktes). Mobbingtäter hingegen sind oft hoch narzistische Personen mit geringer Selbstkonzeptklarheit.

Für Mobbingopfer ist das Hinzuziehen einer dritten Person ein erster wichtiger Schritt aus der Opferperspektive heraus. Bei der Arbeit mit Mobbingtätern sind neben dem Unterbinden des negativen Verhaltens gegenüber den Betroffenen verschiedene das Selbstwert stabilisierende Maßnahmen wichtig. Mobbingintervention allgemein bedarf einer starken Lösungsorientierung, die zugleich Schutzraum für leidvolle Erfahrungen bieten muss. Die systemische Sichtweise ist bei Mobbing geradezu grundlegend, denn Mobbing ist in den meisten Fällen ein Gruppenkonflikt mit speziellen organisatorischen Rahmenbedingungen.

In letzter Zeit höre ich leider aus Schulen verstärkt von Mobbingvorfälle. Wer sich für dieses Thema interessiert, findet weitere Informationen in diesem blog unter den Stichpunkten Schulmediation und Mobbingmotive von SchülerInnen.

Christa Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Mobbingbearbeitung | Kommentare (3) | Autor:

Mobbingmotive von SchülerInnen

Montag, 11. August 2008 9:01

Warum mobben Schülerinnen und Schüler?

Natürlich gibt es hierzu sowohl Untersuchungen als auch Fachliteratur, und wahrscheinlich hat auch jede Lehrerin und jeder Lehrer ihre bzw. seine eigene Meinung dazu. Gut beschrieben sind die Mobbingmotive für Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren in dem Buch „Und wenn ich zurückhaue?“ von Elisabeth Zöller, die selbst 17 Jahre als Lehrerin am Gymnasium gearbeitet hat.

Zöller hat unter dem Motto „Bücher gegen Gewalt“ verschiedene Bücher für Kinder und Jugendliche zum Thema veröffentlicht, mal aus der Perspektive eines Opfers, mal aus der Täterperspektive. Die Bücher unterscheiden sich grundlegend in der Art, wie auf Gewalt und die Gewalttätigen reagiert wird. Ihr Plädoyer „Bücher gegen Gewalt. Gewaltprävention und -intervention durch Bücher“ zeigt interessante und treffende Einblicke zum Thema Gewalt unter Schülern, die sie in ihren Büchern je mit berücksichtigt hat.

In dem Buch „Und wenn ich zurückhaue?“ aus dem Carlsen Verlag wird die Geschichte von Krissi erzählt, der seit kurzem jeden Morgen mit Angst in die Schule geht. Krissi geht in die fünfte Klasse und Tag für Tag lauern ihm Bossy und Henny aus der siebten mit ihren Schlägerkids auf. Leider hat Krissi in seinen Eltern und seiner Schwester keine Ansprechpartner für sein Problem. Und auch Olaf, sein neuer Freund, scheint zunächst nicht einzugreifen. Dann aber ergreift Olaf die Initiative; Krissi haut nicht zu sondern haut ab, und der Klassenlehrer Herr Weidlich geht die Situation mit Mut und großer sozialer Kompetenz an.

Weidlich führt mit den SchülerInnen der Klasse ein Gespräch über die Klassensituation und das Mobbing, und was sagen da die Schülerinnen und Schüler, warum Bossy und Henny und die anderen den Krissi mobben? „Die wollen doch alle nur bei den Großen Eindruck machen. Die wollen zeigen, wie toll sie sind.“ „Sonst sind die doch ganz schöne Mickerlinge.“ „Die können einen nur zu mehreren treten, dann fühlen sie sich toll.“ Und wie spiegelt das Herr Weidlich? „Ihr meint also, dass eigentlich nur welche, die sich sonst ganz schön klein fühlen, auf andere gehen, weil sie sich dann besser fühlen?“

Wenn LehrerInnen mit Ihren Schülerinnen und Schülern weiteren Motiven von Mobbern auf die Spur kommen wollen, ist dieses Buch genau das richtige. Wenn Sie sich für eine Definition zum Thema Mobbing sowie für verschiedene Methoden zum Thema „erste Hilfe bei Mobbing“ interessieren, dann sollten Sie sich auch meinen Artikel zum Thema Gehört Mobbing unter Schülern zu den Aufgaben von Schulmediation? lesen.

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mobbingbearbeitung, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Gehört Mobbing unter Schülern zu den Aufgaben von Schulmediation?

Montag, 14. Juli 2008 8:28

„Ich will nicht in diese Schule gehen. Ich will da einfach nicht mehr hin. Da stehen schon diese blöden Typen. Verdammt, jetzt haben sie mich gesehen. Am liebsten würde ich wegrennen. Nur wozu? Die kriegen mich ja doch. Wenn ich doch nur unsichtbar wäre oder tot …“, so beginnt das Buch mit dem Titel „Motiv: Angst“ von Antje Szillat. Es ist ein Buch über Mobbing in der Schule und erzählt eine authentische Geschichte in einer jugendfreundlichen Sprache.

Dan Olweus, der ein Buch über „Gewalt in der Schule“ geschrieben hat, definiert Mobbing unter Schülern folgendermaßen: „Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler und Schülerinnen ausgesetzt ist.“ (Olweus, Dan: Gewalt in der Schule: was Lehrer und Eltern wissen sollten – und tun können. Bern u.a.: Huber Vlg 1996. S. 60)

Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit dem Thema vertraut machen wollen, finden in der Berliner Anti-Mobbing-Fibel eine schnelle „erste Hilfe“ zum Thema Mobbing in der Schule. Hier wird beispielsweise beschrieben, dass sich Mobbing in folgenden 4 Phasen vollzieht: Es werden zunächst Gemeinheiten platziert, das Mobbing wird möglich durch Möglichmacher, es kommt zu destruktivem Handeln und schließlich erfolgt der Ausschluss des bzw. der Gemobbten aus der Gemeinschaft. Neben weiteren wissenswerten Hinweisen sind in der Fibel Fragebögen zu finden, mit denen ein erster Einblick über die verdeckten Vorgänge innerhalb von Klassenstrukturen gewonnen werden kann. Dann werden verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten vorgestellt, wie beispielsweise die Klassenmediation, die Farsta-Methode, das Staffelrad und No Blame Approach. Diese 2005 von Walter Taglieber verfasste Berliner Anti-Mobbing-Fibel ist kostenfrei herunterladbar.

Was aber können Schüler tun, die Mobbing sehen oder selber gemobbt werden? Hinsehen, Ansprechen, Einmischen und dadurch die Mitverantwortung übernehmen, das können all diejenigen, die Mobbing sehen und entdecken. Und sich anderen anvertrauen, das ist die beste „erste Hilfe“ für diejenigen, die selbst ausgegrenzt, bedroht und gemobbt werden. Wer sich als Jugendlicher näher für das Thema interessiert, kann beispielsweise nachschauen auf dem Schüler-Mobbing Weblog, einem Projekt der Gutenbergschule Riederich.

Ja, und abschließend kann ich nur sagen: Natürlich gehört das Einschreiten bei Mobbing zu den Aufgaben von Schulmediation. Es muss allerdings entschieden werden, ob SchülermediatorInnen den Fall übernehmen können, ob eine in Mediation ausgebildete Lehrkraft der Schule sich diesem Vorfall annimmt, oder ob externe Hilfe von einer Spezialistin der Schulmediation aus Berlin geholt wird.

Gibt es einen Mobbingfall in ihrem Schulumfeld oder haben Sie Erfahrung mit Mediation in Mobbingfällen an Schulen? Ich würde mich über eine Rückmeldung von Dir / Ihnen sehr freuen!

Christa Schäfer

Thema: Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktmanagement, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Mobbingbearbeitung, Schulmediation, Systemischer Ansatz | Kommentare (8) | Autor:

Warum ein Mediation-Blog?

Freitag, 30. Mai 2008 15:51

Mediation heißt übersetzt Vermittlung und meint die Vermittlung in Konflikten – so die wirklich einfachste Definition. Soll das Mediationsverfahren genauer beschrieben werden, so ist das mitunter selbst für Experten nicht ganz einfach. Es muss an die Rolle einer Mediatorin bzw. eines Mediators gedacht werden, an die Ziele einer Mediation, die Vorteile, den Verlauf und die verschiedenen Anwendungsbereiche.

So gibt es beispielsweise den Bereich der Stadtteil-, Nachbarschafts- bzw. Gemeinwesenmediation, die Schulmediation, die Paarmediation und Mediation für Eltern, Familienmediation, Wirtschaftsmediation, Umweltmediation, Interkulturelle Mediation, Mediation am Arbeitsplatz und den Täter-Opfer-Ausgleich. Das Spektrum der Arbeitsweisen reicht von der Konfliktberatung bis zum umfassenden Konfliktmanagement. Die Verfahrensweisen der Mediation selber beinhalten viele Facetten, Methoden und Arbeitsweisen.

Heutzutage ist das Wort Mediation in vieler Menschen Vokabular übergegangen – auch wenn sie nicht genau wissen, was sich dahinter verbirgt. Vor einigen Jahren noch dachten viele Leute bei dem Stichwort Mediation an Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen, die den Geist beruhigen und sammeln helfen sowie bewusstseinserweiternd wirken.

Um mit den Entwicklungen im Bereich Mediation mithalten zu können, sollen in diesem Blog vielfältige Informationen gegeben werden. Über vielfältige Konflikte sowie Wege zu Möglichkeiten der Lösung nachdenken – auch das ist in diesem mediation-berlin-blog möglich. Sowohl Anfänger als auch Profis dürfen nützliche Hinweise und Tipps für ihre Arbeit erwarten.

Christa Schäfer

Thema: Allgemein, Emotionale Intelligenz, Familienmediation, Gemeinwesenmediation, Kommunikation, Konfliktberatung, Konflikte, Konfliktlösung, Konfliktmanagement, Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Mediationsverfahren, Mobbingbearbeitung, Nachbarschaftsmediation, Schulmediation, Stadtteilmediation, Systemischer Ansatz, Umweltmediation, Wirtschaftsmediation | Kommentare (6) | Autor: