Beitrags-Archiv für die Kategory 'Soziales Lernen'

Nach dem Krach dort auf den Hügeln

Donnerstag, 19. Mai 2011 8:46

will ich mich mit Hugo prügeln.
Erst ein Stoß und dann ein Tritt!
Ich bin sauer, gitt-igitt!
Immer muss der Doofi petzen,
unsern Lehrer auf mich hetzen …

Das ist ein Gedicht zum Thema „Wut“. Wut, das ist neben der Trauer, der Angst und der Freude eines der absoluten menschlichen Grundgefühle. Nach Wikipedia ist die Wut eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion, ausgelöst durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung. Gegenüber dem Ärgern besitzt die Wut ein höheres Erregungspotential. Im Gegensatz zum Zorn ist die Wut näher dran am eigenen Ich.

Die Entstehung von Wut wird psychologisch analog zur Entstehung von Aggression erklärt. Die Triebtheorie von Sigmund Freud geht vom angeborenen Aggressionstrieb aus. Die Frustrations-Aggressions-Theorie sieht Aggressionen als Reaktionen auf Frustration und dementsprechend die Wut als Abreaktion der Aggression. Die Lerntheorie nach Albert Bandura stellt Aggression als erlerntes Verhalten und als Verhaltensmuster dar, das durch bestimmte Erfahrungen und das Lernen von Vorbildern antrainiert werde.

Immer wieder und immer häufiger gibt es Kids, die in bestimmten Situationen sehr aggressiv reagieren. Meist haben sie nicht gelernt mit eigenen und fremden Gefühlen gut umgehen zu können. Mit anderen Worten: Diese Kinder haben absoluten Nachholbedarf im Bereich des Umgangs mit Emotionen. Bereits vor langer Zeit hat Daniel Goleman den Begriff der Emotionale Intelligenz geprägt und darüber ein Fachbuch geschrieben.

In diesem Buch unterscheidet er fünf Kompetenzen, die Bestandteile der Emotionalen Kompetenz sind: eigene Gefühle erkennen und akzeptieren, Gefühle so handhaben dass sie der Situation angemessen sind, Emotionen beeinflussen um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, Empathie empfinden können, Beziehungen befriedigend leben können.

Howard Gardner (Psychologe an der Harvard School of Ecudation) prägte die dazu wichtigen Begriffe „Interpersonale Intelligenz“ und „Intrapersonale Intelligenz“ (Gardner, Howard: Multiple Intelligences: The Theorie of Practice. New York: Basic Books 1993.): Interpersonale Intelligenz ist die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen: was sie motiviert, wie sie arbeiten, wie man kooperativ mit ihnen zusammenarbeiten kann. Intrapersonale Intelligenz ist die entsprechende, nach innen gerichtete Fähigkeit. Sie besteht darin, ein zutreffendes, wahrheitsgemäßes Modell von sich selbst zu bilden und mit Hilfe dieses Modells erfolgreich im Leben aufzutreten.

Es scheint heute eindeutig, dass Emotionales Lernen einen Teilbereich des Sozialen Lernens darstellt und ein guter Umgang mit Agression und Wut in früher Kindheit oder auch später „erlernt“ werden kann. Ein wunderbares Buch, um konstruktive Bewältigungsprozesse von Wut und Aggression in Gang zu setzen, bietet das Buch “Spiele zum Umgang mit Aggressionen“ von Rosemarie Portmann. Dieses Buch enthält 152 einfache, aber auch komplexere Übungen für Kinder und Jugendliche. Es soll die Fähigkeit trainiert werden, wütende und aggressive Impulse beherrschen zu lernen und befriedigende Beziehungen zu anderen aufzunehmen und aufrecht erhalten zu können. Auch die Fähigkeit und Bereitschaft, konstruktives und friedfertiges Konfliktlösungsverhalten zu praktizieren, soll durch die Übungen gefördert werden. Für jede Gelegenheit und jede Gruppe findet man in der Vielfalt der vorgeschlagenen Übungen eine geeignete und passende.

Das obige Gedicht ist übrigens der Übung „Gesammelte Wut“ (Buch S. 24) entnommen., und die Übung Nr. 37 „Ärgernisse“ möchte ich Ihnen im folgenden zur Nachahmung empfehlen:

Jedes Kind schreibt auf, was es in einer bestimmten Situation oder im Umgang mit bestimmten Personen am meisten ärgert. Anschließend zeichnet es auf ein Blatt Papier einen großen Kreis, in dem die „Ärgernisse“ nach ihrer Bedeutung als größere oder kleinere Segmente eingetragen werden.

Die Zeichnungen werden zunächst in Kleingruppen, zum Schluss in der Gesamtgruppe verglichen und diskutiert. Die Gruppe erfährt auf diese Weise vielleicht, wodurch sich einzelne geärgert fühlen – und aggressiv reagieren – und was alle ärgert und deshalb ganz dringend geändert werden muss. (Buch S. 43)

Natürlich können Sie diese Übung auch alleine oder im Team durchführen.
Alles Gute dafür wünscht Ihnen Christa D. Schäfer

Emotionen lösen Farben aus und Farben lösen Emotionen aus …..

Thema: Emotionale Intelligenz, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Wann ist eine Frage eine gute Frage?

Montag, 4. April 2011 7:33

Eine Frage erfüllt immer zwei Funktionen und verbindet immer mindestens zwei Menschen miteinander. Derjenige, der fragt, ist neugierig, interessiert sich und will mehr wissen. Der Befragte hat etwas zu sagen, das interessant ist, bei dem anderen weitere Fragen auszulösen. Eine Frage ist im Sinne einer Lösungsorientierung eine gute Frage,

  • wenn sie nicht sofort beantwortet werden kann.
  • wenn sie Gedanken auslöst, die sich der Befragte bis dahin noch nicht gemacht hat.
  • wenn der Befragte Zeit braucht, um sich mit neuen Gedanken auseinanderzusetzen.
  • wenn die Frage neue Perspektiven eröffnet bzw. das Handlungsspektrum erweitert.
  • wenn die Frage ein Stück weit das System „verstört“, also eine Änderung hervorruft.
  • wenn die Frage eine neue Perspektive, neue Gedanken bzw. neue Lösungsmöglichkeiten herausfordert.

Fragen sind gut, wenn sie das Handlungs- und Denkspektrum des Befragten erweitern. „Die kleine Psychotherapeutische Schatzkiste“ von Andrea und Filip Caby stellt eine ganze Reihe von Fragetpyen und Interventionen für unterschiedliche Berufsbilder vor.

Was empfiehlt die Psychotherapeutische Schatzkiste …

… wenn ein Mediand mit dem Satz aufwartet:
„Sie sind unsere letzte Hoffnung“?

Dann wird dadurch einerseits deutlich, wie groß der Druck des Medianden ist, aber auch, wie groß der Druck für den Mediator sein kann. Druck im Prozess ist jedoch nicht gut, und mögliche Interventionen sind Sätze wie:

„Woran werden Sie merken, dass es gut war, Ihre letzte Hoffnung bei mir eingesetzt zu haben?“
„Wenn es stimmt, dass die Hoffnung zuletzt stirbt, muss ich mir dann jetzt Sorgen machen?“
„Wir sollten uns auf die „Vorletzte“ einigen!“
„Ich kann Sie beruhigen, nach mir gibt es auch noch jemanden.“

… wenn ein Mediand Ihnen als Mediator mitteilt:
„Wir haben schon alles probiert“?

„Alles ausprobiert“ heißt im Streitfall leider auch oft „zu früh aufgehört“. Deshalb lohnt es sich genauer hinzuschauen, zum Beispiel mit folgender Frage:

„Was von dem hat am besten funktioniert? Und was genau? Und was haben Sie da gerade anders gemacht?“

… einer Lehrkraft, die bei aggressivem Verhalten eines Schülers / einer Schülerin nicht weiterkommt und das Gespräch mit ihm / ihr sucht?

Sie empfiehlt für die gesamte Klasse die Nutzung von Ansätze wie Entspannungstechniken und den Aufbau sozialer Kompetenzen. Für das pädagogische Einzelgespräch mit dem aggressiven Schüler schlägt die Schatzkiste ein Repertoir aus fünf verschiedene Indikationen vor: Fragen nach Ausnahmen, Externalisieren, Zirkuläres Fragen, Beobachtungsaufgaben und So-tun-als-ob.

Beim Externalisieren kann gerade mit jüngeren Schülern gut im „Zwei-Instanzen-Modell“ gearbeitet werden. Eine Instanz des Schülers ist die des aggressiven Bösen, die zweite Instanz ist diejenige, die das Kind eigentlich sein möchte. „Ich habe den Eindruck, es gibt Zwei von Dir – der eine Part ist aggressiv, der andere ist nett.“ In meinen Arbeiten mit aggressiven SchülerInnen beschreiben viele der Schüler sogar selber diese Instanzen, indem sie darüber berichten, dass zwei kleine Männchen bzw. zwei Stimmen sie leiten. Während das eine Männchen sagt: „Schlag zu“, mahnt das andere Männchen „Sei ganz ruhig und besonnen.“ Manche Schüler bauen dieses Modell sogar so aus, dass sich die beiden Stimmen / die beiden Männchen unterhalten können und sie selber dadurch unterstützt werden, weniger aggressiv zu sein.

Es ist stets spannend, in diesem Bereich mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten !!

Die kleine Psychotherapeutische Schatzkiste ist übrigens ein sehr zu empfehlendes Buch von Andrea und Filip Caby aus dem Borgmann Media Verlag, das viele Tipps und Tricks für kleine und große Probleme vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter bereit hält. Es ist für Ärzte, Therapeuten, Behandelnde, Berater (LehrerInnen und MediatorInnen) geschrieben, die alle von den Hinweisen im Buch profitieren können. Das erste Kapitel des Buches enthält eine kurze theoretische Einführung zu Fragetechniken und zur Gesprächsführung. Wichtig zu wissen, dass die Gedanken im Buch einen systemischen Hintergrund haben. Der Klient / Patient / der zu Beratende wird nicht als isoliertes Individuum betrachtet, sondern mit alle dem herum, das man „System“ nennt. Es wird geschaut, wie aus einem Problemsystem ein Lösungssystem werden kann. Dazu werden in den nächsten Kapiteln ganz unterschiedliche und vielfältige Interventionen vorgeschlagen.

„Übrigens: Das Problem an sich ist auch schon eine versuchte Lösung!“ (Buch S. 19)

„Ein Symptom bekommt seine Bedeutung durch seinen Kontext.“ (Buch S. 21)

„Der Mensch kennt die Lösung seines Problems,
er weiß nur nicht, dass er sie kennt.“
(Milton Erickson)

Alles Gute für die Lösung Ihrer Probleme
wünscht Christa D. Schäfer

Thema: Kommunikation, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen, Systemischer Ansatz | Kommentare (0) | Autor:

BuddYs aus Lichtenberg im Bundestag

Sonntag, 3. April 2011 0:11

Die Lichtenberger BuddYs arbeiten als Ordnungshelfer, PausenbuddYs, Streitschlichter, 1. Hilfe BuddYs, LesebuddYs, HausaufgabenbuddYs, HofbuddYs, SpielehausbuddYs, LernbuddYs und vieles andere mehr. Und weil dieses Engagement so ganz und gar nicht selbstverständlich ist, wurden die BuddYs aus den Lichtenberger Grundschulen mitsamt ihren Lehrerinnen sowie den Lichtenberg buddY-Koordinatoren Rainer Bäth und Dr. Wolfgang Steininger von der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch in den Deutschen Bundestag eingeladen.

Lichtenberger BuddYs im Bundestag
Frau Dr. Lötzsch erkundigte sich, was die BuddYs so alles arbeiten und erklärte, dass es auch im Bundestag so manchen Streit gibt. Sie ließ sich von den Schülerinnen und Schülern in einem Rollenspiel demonstrieren, wie man Streit am besten schlichtet und beantwortete Fragen zu ihrer Arbeit als Politikerin. Beeindruckt waren die BuddYs vom Ambiente im Bundestag. Cool, nobel und modern fanden die BuddYs das Bundestagsgebäude; und begeistert waren sie natürlich von dem Rundgang im Gebäude sowie der Dachterasse und dem wunderbaren Blick von dort.

 

Mich als buddY-Trainerin hat es natürlich sehr gefreut, dass die BuddYs durch diesen Besuch eine Würdigung ihrer Arbeit erfahren haben. Deshalb kann ich nur sagen: Weiter so … !!!

Christa D. Schäfer

Thema: Schule in Berlin, Schulmediation, Soziales Lernen, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor:

Konfliktprävention in Schulklassen – durch gezielte Entspannungsphasen

Montag, 28. März 2011 5:52

Eine Gruppe entwickelt sich und durchläuft verschiedene Gruppenphasen. Ein Gruppenprozess besteht aus einer Reihenfolge gleich langer oder unterschiedlich langer Arbeitsphasen. In einer Schulklasse besteht eine Arbeitsphase aus 45 oder 90 Minuten. In Arbeitsprozessen mit Erwachsenen sind 90 Minuten eine übliche Einheit. Nach einer Phase der Arbeit und der Anspannung folgt eine Phasen des Luftholens, eine Phase der Entspannung.

Die Lernphasen werden meist ganz intensiv geplant, die Entspannungsphasen werden den TeilnehmerInnen zur freien Verfügung überlassen. Mitunter macht es Sinn, die Phase der Entspannung gezielt zu gestalten. Dadurch gelangt eine Gruppe einerseits gut in eine neue Arbeitsphase hinein und sie kann andererseits meist auch nach einer kurzen Entspannungsübung gezielter und konzentriert weiter arbeiten.

Zur Phase der Entspannung gibt es Energizer, die die Gruppenenergie putschen. Es gibt jedoch auch Entspannungsgeschichten und Entspannungsspiele, die Erholungspausen für Körper und Geist versprechen und einem hektischen und stressbeladenen Alltag vorbeugen.

Im Don Bosco Verlag gibt es jetzt 50 Spiele für 100 % Entspannung (Buchpreis 5 €). Rosemarie Portmann stellt in diesem kleinen Büchlein Spiele vor zum Stillwerden und Stillsein, zum Spüren von Körper und Seele, zum Besinnen und Nachsinnen, zum Auspowern und Abschlaffen sowie zum Ablachen und Lockerwerden. Diese praktische Sammlung von Spielen (manche PädagogInnen ziehen den Begriff der Übungen vor) ist wie geschaffen für den KiTa-Bereich sowie die Klassenstufen eins bis vier. Ich selber habe bereits mit vielen Grundschulklassen gearbeitet und festgestellt, dass jede Klasse nach einer Weile ihre Lieblingsübung hat, die sie immer wieder wiederholen möchte.

Die Übung Nr. 14 aus dem Buch der Entspannungsspiele hat es mir besonders angetan. Ich werde sie bei nächster Gelegenheit mit einer Kindergruppe gerne durchführen, und vielleicht versuchen Sie es auch einmal. Die Übung „Leicht gemacht“ erinnert an die erste Stufe im Autogenen Training, denn sie ist eine „Schwereübung“:

„Du bist auf einer Wanderung. Du trägst einen schweren Rucksack. Der Rucksack drückt. Dein Rücken wird ganz krumm. Du stöhnst unter der Last. Du trägst schwere Stiefel. Deine Schritte sind schwer. Deine Knie lassen sich nur langsam heben, erst das linke, dann das rechte. Du bleibst stehen. Du bückst dich und setzt den Rucksack ab. Du reckst und streckst dich. Dein Rücken wird gerade. Du bückst dich wieder. Du ziehst die Schuhe aus, erst den linken, dann den rechten Schuh. Du schüttelst das linke Bein aus. Du schüttelst das rechte Bein aus. Du gehst ein Stück. Du gehst leicht und mit großen Schritten.“ (Portmann, Rosemarie: Die 50 besten Entspannungsspiele. München: Don Bosco 8. Aufl. 2010, S. 26 f.)

Die Übung kann eine Vorübung zum Autogenen Training sein, sie kann aber auch für sich stehen. An dieser Stelle kann sich eine „Wärmeübung“ anschließen, die Entspannung kann jedoch auch nach dieser kurzen Episode bereits beendet werden. Es kann sich eine Reflektion anschließen oder das Arbeiten wortlos weitergehen. Als Pädagogin / als Pädagoge entscheiden Sie (evtl. zusammen mit der Gruppe), was gut tut.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für gezielte Entspannungsphasen !!

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Soziales Lernen, Unterrichtsstörungen | Kommentare (0) | Autor:

Gruppenentwicklung und Kennenlernübungen

Montag, 21. März 2011 5:50

Eine Gruppe besteht aus mindestens drei Personen, die in unmittelbarer Beziehung zueinander stehen. Auch eine Schulklasse ist eine Soziale Gruppe. Sie kommt zunächst nur locker miteinander in Kontakt, tritt dann aber intensiv in den Austausch und in Verbindung miteinander. Eine Schulklasse ist zudem ein dynamisches System, denn in jedem Intragruppen-Konflikt müssen Standpunkte geklärt, Konflikte gelöst und neue Spielregeln ausgehandelt werden. In einer Schulklasse kommen mitunter Schüler dazu und es gehen andere Schüler weg, so dass sich das Gefüge in der Gruppe auch mitten im Schuljahr verändern kann.

Eine Gruppe entwickelt sich. Sie ist zunächst nur ein loser Verbund, in der jedes Gruppenmitglied vorsichtig die anderen Gruppenmitglieder betrachtet, dann werden die Beziehungen untereinander fester und am Schluss steht dann irgendwann die Auflösung der Gruppe und die Trennung. Jede Klassenlehrerin, jeder Gruppenleiter kennt diese Entwicklung.

Nach Bruce Tuckman (1965) gliedert sich der Entwicklungsprozess einer Gruppe in fünf Phasen:

  1. Orientierungsphase (forming)
  2. Konfrontationsphase (storming)
  3. Kooperationsphase (norming)
  4. Wachstumsphase (performing)
  5. Auflösungsphase (adjourning)

In der ersten Phase findet das Kennenlernen zwischen den Gruppenmitgliedern statt. Alle Mitglieder sind noch „vorsichtig“ und schauen, wo sie ihren Platz in der Gruppe finden. In der zweiten Phase werden Machtkämpfe ausgetragen und vielfältige Konflikte gelöst, es findet der Kampf um die informelle Führung statt. Nach gelungener Bewältigung dieser Phase folgt die dritte Phase, die Kooperationsphase, in der das Team zusammen wächst, und in der erstmals gut und intensiv miteinander gearbeitet werden kann. Die vierte Phase führt durch eine gelungene Kooperation der Gruppenmitglieder zu einer hohen Arbeitseffektivität; es herrscht eine hohe Gruppenkohäsion und eine hohe Arbeitsmotivation. Die fünfte und letzte Phase führt zur Trennung der Gruppenmitglieder und dem Auflösen der Gruppe.

In jeder Gruppenphase gibt es also eine besondere Entwicklungsaufgabe für die Gruppe. Für diejenigen, die sich intensiv der Anfangsphase widmen möchten, hat Josef Griesbeck für den Don Bosco Verlag die 50 besten Kennenlernspiele zusammengetragen. Die Spiele sind unterhaltsam und leicht anwendbar und gut für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren geeignet. Es gibt Spiele für den Erstkontakt, Spiele zum Vertrautwerden, Spiele zum Kontakte knüpfen, Spiele um ins Gespräch zu kommen und Spiele zum Festigen von Beziehungen.

Ich möchte Ihnen gerne eine Übung aus diesem Buch vorstellen, die dem Vertrautwerden miteinander dient, jedoch nicht gleich zu Anfang der Orientierungsphase durchgeführt werden sollte. Die Übung heißt Wiegekreis und bietet vielen Kindern im Grundschulbereich ein besonderes Erlebnis.

Wiegekreis

Für alle Gruppen oder Gemeinschaften gibt es Augenblicke, die gute Voraussetzungen für das Wachsen von Vertrauen und Solidarität bieten. Mit dem Wiegekries kann das beginnen.
Die Kinder stehen mit herabhängenden Armen im Kreis und zwar so, dass man sich an den Oberarmen leicht berührt. Es wird bewusst gemacht, dass jedes Kind ein Glied in der Kette ist. Auch die Spielleiterin steht mit im Kreis und erklärt: „Augen bitte nun schließen und einige Male kräftig durchatmen! Es soll bei geschlossenen Augen ein Wiegekreis hergestellt werden, der Gestalt, dass sich schließlich alle gleichzeitig hin und her bewegen.“
Die Spielleiterin kann zwischendurch die Augen öffnen und dann zum Öffnen der Augen auffordern, wenn der Wiegekreis hergestellt ist. Auf diese Weise wird das gemeinsame Wiegen nicht nur gespürt, sondern auch gesehen.
(Griesbeck, Josef: Die 50 besten Kennenlernspiele. München: Don Bosco, S. 31)

Ich habe diese Übung kürzlich mit einer vierten Klasse durchgeführt und war beeindruckt von der Intensität, mit der einige Mädchen und Jungen diese Übung durchgeführt und genossen haben. Auch Ihnen und Ihren SchülerInnen wünsche ich viel Freude bei dieser Übung.

Christa D. Schäfer

Was soziale Akzeptanz mit Angst und Aggression zu tun hat?
Auch das können Sie in diesem blog nachlesen …

Thema: Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Nicht nur Aphorismen und Sprüche, auch Geschichten …

Donnerstag, 10. Februar 2011 14:24

Im letzten Blogartikel stand das Thema Aphorismen und Sprüche im Zentrum, heute möchte ich Ihnen eine wunderbare Geschichte an Herz legen. Sie trägt den Titel „Der Prophet und die langen Löffel“.

Ein Rechtgläubiger kam zum Propheten Elias. Ihn bewegte die Frage nach Hölle und Himmel, wollte er doch seinen Lebensweg danach gestalten.

»Wo ist die Hölle ‑ wo ist der Himmel?« Mit diesen Worten näherte er sich dem Propheten, doch Elias antwortete nicht. Er nahm den Fragesteller an der Hand und führte ihn durch dunkle Gassen in einen Palast. Durch ein Eisenportal betraten sie einen großen Saal. Dort drängten sich viele Menschen, arme und reiche, in Lumpen gehüllte, mit Edelsteinen geschmückte. In der Mitte des Saales stand auf offenem Feuer ein großer Topf von brodelnder Suppe, die im Orient Asch heißt. Der Eintopf verbreitete angenehmen Duft im Raum. Um den Topf herum drängten sich hohlwangige und tiefäugige Menschen, von denen jeder versuchte, sich seinen Teil Suppe zu sichern. Der Begleiter des Propheten Elias staunte, denn die Löffel, von denen jeder dieser Menschen einen trug, waren so groß wie sie selbst. Nur ganz hinten hatte der Stiel des Löffels einen hölzernen Griff. Der übrige Löffel, dessen Inhalt einen Menschen hätte sättigen können, war aus Eisen und durch die Suppe glühend heiß. Gierig stocherten die Hungrigen im Eintopf herum. Jeder wollte seinen Teil, doch keiner bekam ihn. Mit Mühe hoben sie ihren schweren Löffel aus der Suppe, da dieser aber zu lang war, bekam ihn auch der Stärkste nicht in den Mund. Gar zu Vorwitzige verbrannten sich Arme und Gesicht oder schütteten in ihrem gierigen Eifer die Suppe ihren Nachbarn über die Schultern. Schimpfend gingen sie aufeinander los und schlugen sich mit denselben Löffeln, mit deren Hilfe sie ihren Hunger hätten stillen können.

Der Prophet Elias fasste seinen Begleiter am Arm und sagte: »Das ist die Hölle!«

Sie verließen den Saal und hörten das höllische Geschrei bald nicht mehr. Nach langer Wanderung durch finstere Gänge traten sie in einen weiteren Saal ein. Auch hier saßen viele Menschen. In der Mitte des Raumes brodelte wieder ein Kessel mit Suppe. Jeder der Anwesenden hatte einen jener riesigen Löffel in der Hand, die Elias und sein Begleiter schon in der Hölle gesehen hatten. Aber die Menschen waren hier wohlgenährt und man hörte in dem Saal nur ein leises, zufriedenes Summen und das Geräusch der eintauchenden Löffel. Jeweils zwei Menschen hatten sich zusammengetan. Einer tauchte den Löffel ein und fütterte den anderen. Wurde einem der Löffel zu schwer, halfen zwei andere mit ihrem Esswerkzeug, so dass jeder doch in Ruhe essen konnte. War der eine gesättigt, kam der nächste an die Reihe.

Der Prophet Elias sagte zu seinem Begleiter »Das ist der Himmel!«

(Quelle: Peseschkian, Nossrat: Der Kaufmann und der Papagei. Fischer 1979)

“Nossrat Peseschkian“ (1933 – 2010) war Facharzt, Psychiater, Psychotherapeut und Begründer der „Positiven Psychotherapie“. Die Verwendung von Geschichten und Lebensweisheiten in der Psychotherapie war einer seiner Arbeitsschwerpunkte.

Peseschkian verwendete Geschichten als Lehrstücke und Gleichnisse zur Lebenshilfe, die jeder seinen eigenen Bedürfnissen anpassen kann. In diesem Sinne sind die Geschichten natürlich auch für die Schule zum Thema „Soziales Lernen“ ein unvergleichlicher Schatz !!!

Sicherlich haben Sie gleich verschiedene Ideen, wie und wo die Geschichte von den „langen Löffeln“ eingesetzt werden kann …

Alles Gute dafür wünscht Christa D. Schäfer

Thema: Literaturempfehlungen, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Mobbing in der vierten Klasse

Montag, 11. Oktober 2010 7:04

9 Jahre und 8 Monate alt ist Henry. Er kauft Kaugummis für den Fall, dass er mal wieder von Claas und Torben überfallen wird und sich freikaufen muss. Stets hat er das Gefühl, dass niemand ihn so richtig mag, und tatsächlich muss er sich auch von seinen Klassenkameraden immer doofe Sprüche anhören. Dass sein Nachname Dackel lautet, sei hier nur am Rande erwähnt, denn auch das hat große Auswirkungen …

So denkt Henry also, er hat es nicht einfach, aber eines Tages kommt alles noch viel Schlimmer. In das Doppelhaushälfte neben Henry zieht nämlich Familie Freitag mit Mia ein. Mia ist genauso alt wie Henry, und irgendwie hat sie es auf ihn abgesehen, denn schon die erste Begegnung wird zu einer Katastrophe. Mia, das Monstermädchen, so nennt Henry sie daraufhin.

Zum Glück hat Henry Kontakt zu Harry Bo, den Superhelden, der ihn in fremde Traumwelten entführt, ihn unterstützt und mit ihm zusammen ganz viele Abenteuer besteht. Ja, doch leider lässt ihn Harry dann irgendwann alleine und Henry muss sehen, wie er aus dem ganzen Schlamassel rauskommt.

Die Geschichte klingt als könnte sie in Berlin oder in Kassel oder in Eckernförde passiert sein. Tatsächlich ist sie eine Erzählung von Antje Szillat, die sich als Kinder- und Jugendbuchautorin speziell mit Themen des sozialen Lernens auseinandersetzt. Mehrere beeindruckende und treffsichere Bücher hat sie für Kinder und Jugendliche zu den Themen Mobbing und mehr geschrieben. In oben angesprochener Erzählung beispielsweise wird Henry zum Opfer von Mia, die ihrerseits gerade schwierige Zeiten erlebt und sich, so aggressiv und frustriert wie sie ist, nach menschlicher Nähe sehnt …

An dieser Stelle könnte ich gut die Geschichte analysieren und die typischen Mechanismen von Mobbing aufzeigen. Lieber jedoch empfehle ich dieses Buch „Das Monstermädchen von nebenan“ als Klassenlektüre und überlasse die Interpretation der geschilderten Situation den Leserinnen und Lesern des Buches, den Kindern und ihren LehrerInnen.

In Berlin gibt es übrigens derzeit eine Debatte über deutschfeindliche Mobbingstrukturen durch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. In Kreuzberg, Mitte und Schöneberg gibt es Schulklassen, die einen Migrantenanteil von 90 % haben. Da werden die „deutschen Kinder“ zu denjenigen, die integriert werden müssen und die die Außenseiter sind.

„Wie Migranten deutsche Kinder mobben. Ausgegrenzt, beschimpft, bestohlen: An einer Sekundarschule in Berlin-Kreuzberg wurde ein deutscher Junge monatelang Mobbing-Opfer seiner türkischen und arabischen Mitschüler. Der Erfahrungsbericht eines 13-Jährigen.“ so titelt die Berliner Morgenpost.

Und: „Schulexperten werfen dem Berliner Senat vor, bisher zu wenig gegen Mobbing von deutschen Schülern getan zu haben.“ so steht es im Berliner Tagesspiegel.

„Deutschenfeindlichkeit“, so heißt parallel zum Begriff “Fremdenfeindlichkeit” das neu kreierte Stichwort zum Thema. Eindeutig ist meiner Meinung nach zu erkennen, dass in Schule weitaus mehr als bisher zum Thema Soziales Lernen gearbeitet werden muss. Aber jetzt sind erst einmal zwei Wochen Herbstferien, zum Aufatmen …

Mehr zum Thema Cyber-Mobbing?

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktprävention, Literaturempfehlungen, Schulmediation, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

Gesichter aus Sand

Montag, 30. August 2010 9:04

Was Sie hier sehen, sind Gesichter aus Sand.
Sie sind Teil einer Sandskulptur,
die dieses Jahr auf der Sandsation in Berlin gezeigt wurde.

Auch mit Sand kann man die emotionale Intelligenz ein Stück weit trainieren, deshalb:

Suchen Sie sich eines der Gesichter aus
und beantworten Sie dann bitte folgende Fragen
über die „Sandperson“, die Sie auf dem Bild sehen:

 

Wie alt ist die Person?
Was fühlt die Person?
Was denkt die Person?
Was hat diese Person erlebt?
Wie lebt diese Person?
Was für Träume hat diese Person?

Diese Übung trainiert die Perspektivübernahme
als einen Baustein des sozialen Lernens.

Viel Spaß mit Ihrer Sandperson
wünscht Christa D. Schäfer

Vor einiger Zeit gab es hier im Blog übrigens einen Artikel zum Thema “Gesichter als Jahreszeiten“

Thema: Emotionale Intelligenz, Soziales Lernen | Kommentare (0) | Autor:

6 billion others

Montag, 16. August 2010 7:36

- so heißt eine Ausstellung, die derzeit in Marseille gezeigt wird.

„It began with a helicopter breakdown in Mali. While I was waiting for the pilot to arrive, I spent an entire day talking with a villager. He told me about this everyday life, his hopes, his fears: his sole ambition was to feed his children. Taking a break from my work for a magazine, I found myself immersed in the most basic of concerns. The way he looked me straight in the eye contained no hint of complaint, demand or resentment. I had come here to work as a landscape photographer … but I had been captivated by his face, his words.“ (Yann Arthus Bertrand)

Das Projekt stammt von dem Fotografen Yann Arthus-Bertrand, den man durch seine Fotos und Fotoausstellungen „Die Welt von oben“ in der Zwischenzeit auch in Deutschland sehr gut kennt. 2003 haben Sibylle d’Orgeval und Baptiste Rouget-Luchaire die Projektarbeiten aufgenommen und 5.600 Interviewporträts in 78 Ländern von 6 Reportern drehen lassen. Ein brasilianer Fischer kam dabei genauso zu Wort wie ein australischer Rechtsanwalt, ein deutscher Künstler, ein Bauer aus Afghanistan und viele viele viele weiter. Alle haben dieselben 40 Fragen beantwortet: Was ist Ihre erste bewusste Erinnerung? Von was haben Sie als Kind geträumt? Was haben Sie von Ihren Eltern gelernt? Was möchten Sie gerne an Ihre Kinder weiter geben? Sind Sie glücklich und wie definieren Sie Glücklichsein? Was würden Sie in Ihrem Leben gerne ändern?

Äußerst interessant sind auch die Fragen zu Emotionen: Was ärgert Sie besonders und warum? Was war die schwierigeste Situation, die Sie in Ihrem Leben meistern mussten und was haben Sie daraus gelernt? Was würde Sie dazu bringen, jemanden umzubringen? Wie definieren Sie Liebe und denken Sie, dass Sie genug Liebe geben und empfangen?

Man muss sich vorstellen, dass es zu jeder der 40 Fragen 5.600 Antworten gibt von Frauen und Männern in 50 verschiedenen Sprachen aus 78 Ländern der Welt. Das ist wunderbar. Wer Menschen liebt, kann stundenlang zuhören und zuschauen. Da herrscht manchmal Verwunderung vor, manchmal Zustimmung oder Staunen. Es gibt Szenen, da möchte man mitweinen oder die Interviewten in den Arm nehmen, und es gibt andere Szenen, da muss man lächeln oder auch bei einigen Antworten richtig lachen.

Auf der englischsprachigen Webseite des Projektes „6 billion others“ kann man einige kurze Beispielsfilme mit Antworten zu Gefühlen wie Angst, Trauer, Ärger und Freude finde.

Über 6 Milliarden Menschen gibt es derzeit auf der Erde.
Wir sind alle unterschiedlich.
Wir alle haben unterschiedliche Erfahrungen und Geschichten.
Ist das nicht wunderbar?

Das Projekt passt so gut auch nach Berlin mit all seinen vielen unterschiedlichen Menschen, die natürlich auch ganz unterschiedliche Erfahrungen, Ansichten und Sichtweisen haben. Da heißt es stets, gut miteinander zu kommunizieren, Dinge auszuhandeln und Toleranz zu zeigen.

Christa D. Schäfer

Wenn Sie schauen wollen, wovor sich Kinder fürchten und was die tollsten Sachen sind, die ihnen passieren, dann finden Sie auch dazu Hinweise hier im blog.

Thema: Emotionale Intelligenz, Konflikte, Soziales Lernen, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor:

Buddy-Kinderkonferenz in Lichtenberg

Montag, 28. Juni 2010 5:09

Was sind denn Buddys?
Das sind Schülerinnen und Schüler, die anderen SchülerInnen helfen, mit ihnen zusammen lernen, sie anleiten, beraten oder bei Konflikten vermitteln.

Buddy-Projekte werden auf der Grundlage von vier Qualitätsleitzielen augebaut: der Peergroup-Education, der Lebensweltorientierung, Partizipation und Selbstwirksamkeitsstärkung. In Trainings für Lehrer und Sozialpädagogen wird das dazu notwendige Wissen vermittelt. Die PädagogInnen gehen dann an ihre Schulen zurück und bauen Buddy-Praxisprojekte auf.

In Berlin können seit dem Schuljahr 2006/07 alle Grundschulen am Buddy-Projekt teilnehmen. Damals haben von fast allen Berliner Grundschulen zwei Lehrkräfte im Lehrertraining teilgenommen und auch jetzt noch treffen sich die Buddy-Lehrer (auch Buddy-Coaches genannt) über das Netzwerk der Berliner Suchtprophylaxe zu Weiterbildungs- und Austauschrunden. Seit der Zeit gibt es in Berliner Schulen Pausenbuddys, Lesebuddys, Spielebuddys, Klassenräte, Konfliktbuddys, Fachhelfer und vieles mehr.

In Berlin Lichtenberg ist Buddy schnell durchgestartet. Dort gibt es einen Förderpreis zum Sozialen Lernen, der jetzt bereits zum dritten Mal in Folge vom Kontaktlehrerzentrum Lichtenberg zusammen mit dem Bezirksamt (Abt. Familie, Jugend und Gesundheit) ausgelobt wurde. Dieser Förderpreis ist im Rahmen der Schirmherrschaft über die Buddy-Grundschulkonferenz von der Bezirksbürgermeisterin Christina Emmerich gemeinsam mit dem Leiter des Kontaktlehrerzentrums der Sen BWF, Rainer Bäth, im Jahre 2008 entwickelt worden. Seit der Zeit wird er jedes Jahr in den drei Kategorien: Lernen, Schulkultur und Konfliktmanagement vergeben.

Aus Anlass der Verleihung der Förderpreise haben sich rund 150 Buddys aus allen Lichtenberger Grundschulen am 18.06.2010 zur ersten Lichtenberger Kinderkonferenz zusammengesetzt und ausgetauscht. Das Ergebnis war eindeutig, alle haben den Austausch genossen und gehen gestärkt an ihre Schulen zurück.

 

Dieses Jahr ging der Förderpreis in der Kategorie „Lernen“ an die Schule Am Faulen See, dort gibt es Pausenbuddys und Lernbuddys. SchülerInnen der 5ten Klassen lesen und lernen zusammen mit SchülerInnen der 3ten Klassen. In dem Film, der bei der Preisverleihung zum Projekt gezeigt wurde, konnte man sehen, dass sogar Mathe richtig viel Spaß macht, wenn so gelernt werden kann. Den betreuenden Buddy-Lehrerinnen Monika Wolff und Jutta Beuge sowie allen Buddys der Schule natürlich herzlichen Glückwunsch.

Der Förderpreis in der Kategorie „Konfliktmanagement“ ging an die Karlshorster Grundschule für ihre Projekte Pausenbuddys und Konfliktlotsen. Das Buddy-Schulteam, bestehend aus Karla Walzer und Elke Wessel und ihren Buddys, haben sogar ein Buddy-Lied komponiert und mit allen Buddys zusammen eingeübt. Super!

Ja, und der dritte Förderpreis in der Kategorie „Schulkultur“ wurde an die Brodowin-Schule vergeben, die mit aktuell 6 Buddy-Projekten wirklich gut ausgestattet ist. Die verschiedenen Projekte werden durch das Buddy-Schulteam koordiniert, betreut und unterstützt. Neben Aufsichtshelfern (Pausenbuddys), Konfliktlotsen und Spielebuddys gibt es in der Brodowin-Schule auch Lesebuddys und sogar Einzelfall-Helfer. Evelyn Schindler und Evelin Fritzsche, den beiden Buddy-Lehrerinnen der Schule ein großes Kompliment für die Arbeit.

Übrigens werden am 15. November diesen Jahres 300 Lichtenberger Buddys im Bundestag sein. Sie sind von Dr. Gesine Lötsch, Mitglied des Deutschen Bundestages, eingeladen worden. Frau Lötsch möchte sich damit bei diesen Buddys (stellvertretend für alle anderen Berliner Buddys) für ihr bisheriges Engagement an den Schulen bedanken und sie weiterhin für gesellschaftliches Mit-Gestalten begeistern. Auch davon werde ich an dieser Stelle natürlich berichten.

Christa D. Schäfer

Thema: Konfliktprävention, Schule in Berlin, Soziales Lernen, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor: